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Sonntag, 6. August 2017

Unser Leben dort

Robinsonade eines Kolonieabbruchs

Unser Leben dort erzählt die Geschichte einer fehlgeschlagenen Kolonie auf einem fremden Planeten. Anstatt wie geplant 500 erwachsene und voll ausgebildete Menschen in eine vorbereitete Kolonie zu entlassen, schlägt etwas schief und die Künstliche Intelligenz (KI) führt einen Abbruch der Kolonie durch, der aber wiederum abgebrochen wird. Kaum sechzig halb ausgebildete Jugendliche schaffen es aus den brennenden Überresten der Kolonie.

Fortan wird die Geschichte aus der Perspektive von Porter erzählt, der ursprünglich als Psychologe vorgesehen war, aber genau wie alle anderen sich weit jenseits seines Ausbildungsfeldes betätigen muss. Er knüpft Bande mit anderen Kolonisten, die sich alle in derselben Lage wie er befinden, und berät dabei den neuen Anführer, Stevens, über den geistigen und moralischen Zustand der Kolonie.

Doch allzu schnell kommt es zu Konflikten, denn Stevens hat andere Prioritäten als die KI, die möglichst schnell eine Nachricht nach Hause schicken will.

Soviel dazu.

Ich war sehr überrascht von der introspektiven Ich-Perspektive von Porter, aber in Anbetracht seiner – wenn auch abgebrochenen – Ausbildung als Psychologe war das wohl vorherzusehen. Porter bemüht sich wie alle anderen sich in dieser überaus unerwarteten Situation zurechtzufinden, Freundschaften zu pflegen, und vor allem zu überleben.

Da er, wie alle anderen Überlebenden, etwa 15 Jahre alt ist – die Reifung und Ausbildung der Kolonisten war bei weitem nicht abgeschlossen – versucht er natürlich seine Platz in der Welt zu finden, und was diese Gefühle bedeuten, die er für seine Freunde entwickelt. Ist es Liebe, und wenn, welche Art, brüderlich, freundschaftlich, oder romantisch?

Mir hat diese Ausarbeitung und introspektive Herangehensweise seltsamen Anklang gefunden. Einerseits möchte ich es, einen überlegenden Charakter zu haben, der sich für die Gefühle seiner Freunde interessiert, und auch sorgt, wie sie auf sein Verhalten reagieren werden, andererseits konnte es auch etwas nervig sein. Ein bisschen ambivalent, ich weiß, aber so was es halt. Irgendwie erinnert mich das ganze an die Kapitel aus Michels Perspektive in Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie.



Alles in allem gut, und das erste mir bekannte Werk, das aus der Perspektive der Produkte dieser Art von Von-Neumann-Sonde erzählt.

Titel: Unser Leben dort

Autor: Hugh Howay (Übersetzer: Alfons Winkelmann)

Länge: 296 Seiten (65k Wörter)

Samstag, 29. Juli 2017

Kritische Fehlschläge | Critical Failures (Caverns and Creatures 1)

Ein schwarzer, 20-seitiger Würfel auf schwarzem Grund ist zu sehen. Die Seite mit der 1 wurde gewürfelt.Ein schwarzer, 20-seitiger Würfel auf schwarzem Grund ist zu sehen. Die Seite mit der 1 wurde gewürfelt.
Du und deine “Freunde” werden in ein Rollenspiel gesogen. Allerdings seid ihr alle ziemlich mies zueinander.

Was machst du, wenn der Spielleiter die Schnauze voll von dir und deinen herablassenden Kumpels hat und dich in die Rolle deiner Charaktere zwingt? Du haust auf den Deckel.

Dann geht der Deckel kaputt, denn das Fass war marode und du bist zum Ellenbogen tief in eingelegten Heringen. So oder so ähnlich kann man sich die Handlung von Critical Failures, auf deutsch Kritische Fehlschläge, vorstellen. Eine Rollenspielrunde wird von ihrem Spielleiter verbannt, und müssen in ihre Charaktere schlüpfen. Zu schade, dass die Zusammensetzung der Charaktere  mehr als verdächtig ist, oder dass der Ork ein Charisma von 4 hat und sich dementsprechend benimmt wie ein besonders undressierter Affe.

Denn die Welt, und die Charaktere, folgen den Spielregeln explizit. Du kannst noch so gute Fähigkeiten haben und wer weiß wie viele Boni, wenn der Charakter ‘schlecht würfelt’, dann wird das Universum wegen finden, diesen Wurf gültig zu machen.

Ein schönes Beispiel hierfür war der Dieb, der sich durchs Gebüsch machte, und m,ehr als sorgfältig darauf achtete, dass keine Zweige oder ähnliches herumlagen, welche ihn verraten würden. Dann tritt er auf einen, und es knackt, und er ist entdeckt. Wieso war da ein Zweig, wo vorher keiner war? Weil der Dieb eine Eins gewürfelt hatte, und das ist ein automatischer Fehlschlag.

Und so muss sich die Gruppe von Spielern durch das ursprünglich bloß in ihrer Fantasie stattfindende Rollenspiel spielen, während der Spielleiter an seinem Tisch sitzt und sich amüsiert.

Falls sich jemand wundert wieso ich keine Namen nenne: Ich habe sie schlichtweg alle vergessen, weil ich das Buch bereits im April gelesen hatte und zu faul bin nach den Namen zu schauen.

Wieso ich es trotzdem hier rezensiere? Weil es unterhaltsam in seiner Abweichung zu vielen Vertretern im LitRPG-Genre war. Die Charaktere, sowohl als Personen sowie innerhalb des Rollenspiels, können sich alle größtenteils nicht so recht leiden und werden bloß durch ihre Spieleabende zusammengehalten. Sie sind keinesfalls Freunde, sondern bestenfalls durch ein gemeinsames Hobby notwendigerweise vermittelte Bekannte. Und diese Dynamik kommt im Buch auch rüber.

Was zugleich auch Kritikpunkt ist. Die Charaktere sind, mit Ausnahme des Neulings, allesamt Arschlöcher, die sich eine Freude daraus machen sich gegenseitig zu beleidigen und aufzuziehen. Ich meine hier nicht das unter Freunden liebevolle beleidigen (Na du Arsch. – Wie geht’s, Wichser?), sondern wirklich verletzende Beleidigungen und Angriffe.

Diese Gruppendynamik verleiht dem Buch dabei das Gefühl, es mit realistischen Charakteren zu tun zu haben, mit Menschen die eher durch Umstände als Freundschaft miteinander Zeit verbringen. Natürlich sollte man sich immer mit Freunden umgeben, aber wer kann schon behaupten mit allen seinen Klassenkameraden oder Arbeitskollegen wirklich gut befreundet zu sein?

Daher diese Rezension, weil sich dieses Buch abseits ausgetretener Pfade bewegt. Vom ersten Band gibt es übrigens eine deutsche Übersetzung, also wer mal reinschnuppern will, kann das auch auf deutsch tun. Dem zu Gute kommt, dass der erste Band an einer guten Stelle endet und man nicht den verzweifelten Drang spürt, den nächsten lesen zu müssen. Ich habe übrigens die englische Variante gelesen, weil ich den Konsum von Literatur im Original vorziehe.



Mal schauen, wie die Charaktere sich in weiteren Bänden entwickeln.

Titel: Kritische Fehlschläge (en: Critical Failures)

Autor: Robert Bevan

Sprache: Deutsch, Englisch

Länge: 312 Seiten (Amazon-Zählung) | 258 Seiten (84k Wörter)

Samstag, 24. Mai 2014

Ringworld

Kurz vor der Grenze des Vorstellbaren



Im 26. Jahrhundert sind nach mehreren Kriegen und technologischen Fortschritten die Menschen und Kzinti seit ein paar Jahrhunderten wenn nicht Blutsbrüder, dann doch zumindest sich freundlich gegenüber. Für die katzenartige Rasse ist das eine ungemeine Entwicklung, waren sie früher noch um Größenordnungen kriegerischer und nur ein glücklicher Zufall bewahrte die Menschheit vor ihrer Versklavung.

Louis Wu ist ein 200jähriger Lebemann, der nach einem ausgedehnten Urlaub nach etwas neuem sucht. Teela Brown ist eine 20jährige, die in einem behüteten Maß aufgewachsen ist, dass es schon an Lächerlichkeit grenzt, denn das Glück ist auf ihrer Seite. Aufgrund von Überbevölkerung auf der Erde wird ein Teil des Fortbestands per Lotterie ausgelost und Teela ist das Produkt von sechs Generationen solcher glücklichen Fügungen.

Die ist auch der Grund, dass Nellus von den Puppenspielern, einer sehr feigen und übervorsichtigen Rasse, sie ausgewählt hat, ihn und Louis bei einer Expedition zu begleiten: als Glücksbringer. Der vierte im Bunde ist Sprecher-zu-den-Tieren, seines Zeichens ein Botschafter der Kzinti auf der Erde. Die Belohnung für Louis und Sprecher ist eine neue Form des Überlichtantriebs, der tagelange Reisen in den Bereich von Minuten rückt.

Das Ziel: die von den Puppenspielern frisch entdeckte Ringwelt. Ein Ring, 150 Millionen Kilometer im Durchmesser, 1,6 Millionen Kilometer breit, in dessen Mitte eine Sonne ist. Die Oberfläche des Innenseite entspricht etwa dem dreimillionenfachen der Erdoberfläche. Um das in ein Verhältnis zu setzen, jeder Ringabschnitt von etwas über 300 km Breite hat die gesamte Oberfläche der Erde auf sich vereint.

Nellos und seine Spezies haben natürlich eine Heidenangst vor einer Zivilisation, die solch ein Artefakt errichten konnte, und wollen daher mehr über diese in Erfahrung bringen, ergo besagte Expedition.

Doch die Ringwelt ist ohne Zivilisation…



Der Ringwelt-Zyklus umfasst mittlerweile 5 Bände, geschrieben über mehrere Jahrzehnte hinweg, so dass Niven abseits von der Ringwelt noch andere Universen gefüllt hat, die er später teilweise verschmolz. Known Space ist eines dieser Universen, und die Kzinti-Mensch-Kriege sind ein nennenswerter Teil davon.

Anscheinend geht Niven in späteren Bänden auf die Problematik ein, die ein chronischer Glückspilz wie Teela Brown haben kann, die sich einem nur bedingt sofort erschließen. Vielleicht werde ich mir die späteren Bände zulegen und lesen, aber nicht demnächst.

Davon abgesehen schreibt Niven interessant in der Tradition der Weltraumopern und verbringt regelmäßig ein paar Absätze des Erzählers Louis Wu damit, die kaum zu fassende Größe der Ringwelt zu vergegenwärtigen. Große Teile der Handlung beschäftigen sich mit der Erforschung der Ringwelt und der Logik und Begründung ihrer Existenz sowie den Problemen, die sich aus der Konstruktion ergeben. In diesem Aspekt, sowie der teilweisen Unerklärbarkeit, lässt sich der Roman mit Rendezvous mit Rama vergleichen, bei dem es ebenfalls um die Erforschung eines Artefaktes kolossalen Ausmaßes geht.

Zudem mögen sich Xbox-Spieler an die Halo-Reihe erinnert fühlen, in denen ein funktional ähnliches Artefakt, das namensgebende Halo, eine wichtige Rolle spielt.

Ich habe das englische Hörbuch gehört, daher die Sprecherangabe, aber gehe davon aus, dass ich mir Hörbücher (jenseits von Podcast) nicht angewöhnen werde.



Gute, klassische Science-Fiction.

Titel: Ringworld (dt. Ringwelt)

Autor: Larry Niven

Länge: 480 Seiten, 11+ Stunden

Sprecher: Tom Parker

Sonntag, 18. Mai 2014

Rendezvous mit 31/439 / Rendezvous mit Rama

Ein hohler Zylinder, an dessen Wänden Strukturen und ein zylindrischer See sind. Jenseits des Sees ein weiterer "Kontinent", mit einer sechseckigen Struktur an der Nabenfläche des Zylinders.

Abenteuer ohne Feinde mit etwas Robinson.

Im 22. Jahrhundert hat die Menschheit bereits einige Schritte in der Besiedlung des Sonnensystems hinter sich; Mars, Merkur, Luna, Triton, Ganymed und Titan haben dauerhafte Kolonien und sind unter dem Banner der Vereinten Planeten vereint. Nach einem verheerenden Meteoriteneinschlag im Jahr 2077 wurde ein großangelegtes Programm gestartet, SPACEGUARD, welches nach Kandidaten für weitere Einschläge und allgemein Asteroiden und anderen periodischen und aperiodischen Himmelskörpern suchen sollte. Gut 50 Jahre später entdeckt Spaceguard ein Objekt, das zwar kein Kandidat ist, aber hochinteressant. Sie nennen es Rama.

Schnell entpuppt sich Rama als in verschiedenen Aspekten ungewöhnlich. Geschwindigkeit, Orbit und Reflektivität sind merkwürdig, und mit fortlaufender Zeit wird der Grund klar – Rama ist künstlich. Ein Zylinder von 50 km Länge und 16 km Durchmesser, der sich innerhalb von vier Minuten entlang seiner Zylinderachse dreht, mit einer viel zu geringen Dichte für einen Festkörper. 

Schnell wird ein Raumschiff umgeleitet, dass zumindest die Chance hat, sich Rama näher anzuschauen, die Endeavour. Rama ist bereits innerhalb der Venusumlaufbahn, als das Rendezvous gelingt und die Besatzung sich daran macht, Rama zu erkunden. Nach redundanten Luftschleusen sehen sie vor sich… nichts. Ein dunkler Raum, 10.000 km3 groß, ohne Licht. Ohne Leben. Doch die Erkundung geht weiter…



Arthur C. Clarke erschafft mit Rama eine interessante Art Geschichte. Es gibt keine Gegner, keine Antagonisten, wie sie heutzutage so häufig sind. Allein die Erforschung des riesigen Objektes mit seinen mehreren tausend Quadratkilometern Fläche ist das Ziel, und die Hinternisse liegen allein in der zügigen Bewerkstelligung dieser Vorgabe.

Natürlich spielen auch noch die politischen Erwägungen der verschiedenen Fraktionen bzw. Planeten da hinein, aber im wesentlichen ist der einzige Kampf im Buch der um die Erforschung von und maximaler Kenntnisgewinn aus Rama.

Latent ließ Clarke genug offen, um eine Fortsetzung zu ermöglichen, diese wurden aber nicht von ihm, sondern unter seiner Beratung von Gentry Lee geschrieben. Allerdings gibt es durchaus berechtigte Kritik an diesen. Allerdings steht Rama auch gut auf eigenen Füßen.

Sprachlich ist Rama durchaus verständlich, und die verschiedenen halbmilitärischen Abkürzungen und Begriffe werden ausreichend erklärt, um im Verlauf der Handlung in den Hintergrund zu treten.

Mich erinnert die Herangehensweise Clarke's an die Roboter-Kurzgeschichten von Isaac Asimov, welche oftmals auch keinen Gegner, sondern vielmehr ein Problem enthielten, welches es zu lösen galt.


Titel: Rendezvous mit 31/439 (Original: Rendezvous with Rama)

Autor: Arthur C. Clarke

Länge: 280 Seiten

Dienstag, 6. Mai 2014

The Servant Lord

Weil es den Göttern nicht ganz egal ist

Vorab: Es geht um den zweiten Band aus der Chaos-Gott-Reihe von Aneeka Richins, wovon der erste, The Wanted Child, letztes Jahr rauskam, The Servant Lord dieses Jahr und der nächste Band für das nächste Jahr geplant ist. Wenn du den Ersten also noch nicht gelesen hast: Spoiler.



Ki's Absorption eines weiteren Dämonen hat sie ihre Menschlichkeit gekostet und ihre Seele zerschmettert, aber nicht nicht ihren Willen. Sie hofft nach wie vor, vertraut nach wie vor auf Tavk und ihren Pakt mit dem Chaosgott. Sie wird ihr Happy End bekommen. Sie wird mit ihrer Familie vereint werden. Alles muss, nein, alles wird gut werden!

Aber erst muss sie noch die drei Monate für De's Training nutzen, bis der Held die von den Schwesterngöttinnen Gesegnete Maggie heiraten wird. Wieder und wieder jagt sie ihn durch Übungsszenarien, die ihn mit den Gestürzten Landen vertraut macht, auch wenn sein Training gegen Dämonen noch verbessert werden kann.

Zugleich kann Ki aber De nach wie vor nicht berühren aufgrund des Dämons in ihr. Eingesperrt in einem metaphorischen Gefängnis in ihrem Verstand rüttelt die gestaltgewordene Gier im Verließ und will frei sein. Als es aus Versehen doch zu einer Berührung kommt, fließt De's Energie nicht dem Dämon zu, sondern ruht in Hilfsbereitschaft in Ki's Geist – ein verwirrender und ungewöhnlicher Umstand.

Derweil scheint das Steigende Genie Meoif in seiner Rebellion mit den Göttern Erfolg zu haben. Während sie ihn nicht aus den Steigenden Landen gehen lassen wollen, will er zu seiner verbannten, gottgehassten Tochter und Frau in den Gestürzten Landen. In seinem Zorn und seiner Sturheit hat er Mittel ersonnen, mit denen die Tore zwischen den Landen in Mitleidenschaft genommen werden.

Aufgrund all dieser Faktoren wird die Hochzeit von De mit Maggie vorverlegt, um De etwas von der Macht der Gesegneten Maggie abzugeben. Aber etwas geht schief und Ki bleibt nichts anderes übrig als Hals über Kopf in die Gestürzten Lande zu fliehen…



Im zweiten Band springt die Perspektive zwischen Ki und De hin und her, und oft genug auf eine wundervoll frustrierende und befriedigende Weise. Mehrmals habe ich in mich geflucht, als ein Kapitel spannend endete und erwartete, dass die Erzählung zur jeweils anderen wechseln würde, bloß um dann angenehm überrascht zu werden. 

Wir erfahren mehr von De's Vernarrtheit in seine Rolle als Held, während Maggie als tragische Figur ob ihrer Rolle und Unwissenheit Mitleid seitens des Lesers erfährt. Das macht zwar nicht ihren nervigen Charakter wett, aber es relativiert doch recht stark. 

Persönlich ist es äußerst interessant, dass man De und Ki in einer Art romantischer Beziehung sehen kann, die sie sich aber beide nicht eingestehen, weder gegenüber sich selbst oder irgendwelchen anderen. Zugleich kann man es aber auch als eine der seltenen Freundschaften beschreiben, bei denen man füreinander recht wortwörtlich durch Pech und Schwefel geht, weil man die andere Person einfach so sehr wert schätzt, dass man sie nicht verlieren will, ohne Romantik oder zumindest Sexualität als nennenswert zu betrachten. 

Ich habe ein allgemeines Gefühl, dass Richins mit diesem Buch noch etwas gewachsen ist, die Dialoge wirken zum Beispiel besser geschliffen. 



Ich freue mich schon auf den dritten Band. Leider noch ein Jahr :/

Titel: The Servant Lord (übersetzt: Der Herr der Diener)

Autorin: Aneeka Richins

Länge: 280 Seiten

Sprache: Englisch, Mittel

Freitag, 2. Mai 2014

The Wanted Child

Weil es den Göttern egal ist

Die Welt ist viergeteilt, und es gibt ihrer drei Pantheons mit je drei Göttern. Die Gestürzten Lande, brachliegend in steter Dämmerung, von Dämonen und Gestürztem Chaos, Tavk, beherrscht; Wohnstatt aller verbannten, sowie der beiden anderen Gestürzten Götter. Die Gemeinsamen Lande, bewohnt von gottlosen Menschen, aber mit Tempeln für einige der neun Götter. Die Schwesterlande, zwanghaft kontrolliert von der Hohen und Tiefen Schwester, mit der machtlosen Schwester Chaos. Die Steigenden Lande, mit den stetig konkurrierenden Hohen Steigenden Gott und Tiefen Steigenden Gott, ein technologisches Paradies.

Ki ist eine Dienerin Gestürzten Chaos', und ihr schelmischer Gott hat ihr gerade einen neuen Auftrag erteilt: Sie soll sich in den gemeinsamen Landen melden und dort ein Kind unterweisen, oder babysitten, weder die Stellenanzeige noch Tavk sind in diesem Aspekt sehr aussagekräftig. Also reist Ki widerwillig durch die Länder-verbindenden Tore in die Gemeinsamen Lande um die Stelle anzunehmen. Weder ist sie dabei mit der Aufgabe – Babysitten! – noch Tavk allzu glücklich. Sie hat mit dem Chaosgott vor vier Jahren einen Pakt geschlossen, so ziemlich die einzige Regel, an die er sich hält, während alle anderen Götter diverse Götterregeln haben, an die sie sich halten und deren Bruch ihren Anhängern den Status Gott-gehasst einbringt (vergleichbar mit dem mittelalterlichen vogelfrei: jeder kann diese Person ohne Strafe töten).

In den Gemeinsamen Landen angekommen stellt sich heraus, dass das „Kind“ der 18-jährige De ist, prophezeiter Held und seines Zeichens Erfinder. Ki soll ihm nicht unbedingt Heldentum lehren, sondern vielmehr das Überleben in den Gestürzten Landen, einem unfruchtbaren und dämonenverseuchten Ort. Seine bisherigen Lehrer waren da eher… einschleimend als effektiv. Ki hingegen ist von der Arbeit zwar nicht gerade angetan, aber kann sich arrangieren. 

Es gibt aber mehr als einen Haken an der Sache: De ist der prophezeite Held, der das Gesuchte Kind töten soll, welches für den drohenden Weltuntergang verantwortlich gemacht wird; es gibt einen Dämon im Haus, der von einem Gott geschützt wird; De's Mutter ist eine Priesterin der Hohen Schwester; und einmal dürft ihr raten, wer das Gesuchte Kind ist…



The Wanted Child ist nominell das Erstlingswerk von Aneeka Richins, aber sie hat bereits mehrere Romane geschrieben, bei denen sie sich wegen selbstbeurteilter unzureichender Qualität gegen eine Veröffentlichung entschieden hat. 
Das merkt man, im positiven Sinne. (Wenn ich dagegen an Ralf Iredi's Schlüssel des Kosmos denke, überkommt mich ein kalter Schauer.)

Die Welt ist gut ausgebaut und in sich schlüssig, die Charaktere sind in vielen Aspekten glaubwürdig und gut abgerundet. Was aber vornehmlich Ki  in meinen Augen etwas unglaubwürdig macht, ist dass sie auf eine elementare Charaktereigenschaft gebaut ist. Ki ist Hartnäckigkeit, Sturheit, Determination in Person, während De wie ein heißblütiger, naiver, abenteuerhungriger Held wirkt. Im Verlauf der Handlung wächst zumindest De, oder bekommt mehr Tiefe, während ich mir bei Ki noch etwas unschlüssig bin. 

Die Erzählung folgt dabei ausschließlich Ki, wenn auch nicht aus der Ich-Perspektive, was zusammen mit Ki's Alter, 15 Jahre, eine Note von Jugendroman bzw. Young Adult à la den Tributen von Panem hinterlässt. Reine Feststellung, keine Bewertung.

Ich bin übrigens über Not A Villain auf Wanted Child gestoßen, und es hat mich ehrlich gesagt nicht enttäuscht. Das Englisch ist gut und lesbar, es kann aber noch gefeilt werden an ein paar Formulierungen.



Gutes Buch, ich freue mich schon auf Richins nächsten Werke. (The Servant Lord habe ich schon.)

Titel: The Wanted Child

Autor: Aneeka Richins

Seiten: 234

Sprache: Englisch, Mittel

Mittwoch, 30. April 2014

The LEGO Movie


Hier ist alles Super (wenn wir gehorchen)!

Emmet ist ein gut gelaunter Bauarbeiter in Steinstadt. In Steinstadt sind alle gut gelaunt – wenn sie nach Anleitung bauen. Aber wieso sollte da jemand nicht tun? Während viele seiner Mitarbeiter aber irgend eine individuelle Besonderheit haben, ist Emmet, nun ja, durchschnittlich. Absolut durchschnittlich.

Doch das ändert sich, als er Wyldstyle trifft, eine Anhängerin des Widerstands (von dem Emmet aber noch nie gehört hat). Sie sucht nach dem Stein des Widerstands, und wie es kommen muss, findet Emmet ihn. Der Stein zeichnet sogenannte Meisterbauer aus, Personen, die ohne Anleitung aus den Materialien um sich herum die abstrusesten Dinge bauen können, und da Emmet am Stein klebt (oder andersrum), ist er offensichtlich nicht nur ein Meisterbauer, sondern Der Besondere, der alle Figuren aus der Starre ihrer Anleitung befreien kann.

Bis darauf, dass Emmet wirklich, wirklich durchschnittlich ist. Als die Polizei von ihm ein Bild hat, kann die Gesichtserkennung ihn nicht zuordnen, weil sein Gesicht auf zigtausende Einwohner zutrifft. Doch zum Glück ist Vitruvius, seines Zeichens selbst Meisterbauer und Mentor im Weisengewand, von Emmet überzeugt.



Ich mag es nicht auszuholen in der Handlung, daher würge ich es hier ab, aber zu erwähnen wären da noch Batman, Superman, dessen größter Fan Green Lantern (urgh), Morgan Freeman, Einhornkitty, die vielen anderen Welten wie der Wilde Westen, Weltraum, Wolkenkuckucksheim und andere, und natürlich besteht alles aus Lego.

Wirklich alles.
Laserstrahlen? Lego.
Feuer? Lego.
Explosionen? Lego.
Rauch? Lego.
Wasser? Lego.

Und alles ist bzw. war zu einem Zeitpunkt handelsübliches Lego. Die Produzenten vom Film haben eine riesige Lego-Datenbank gehabt und alles daraus erstellen lassen, seien es Bäume, Häuser, Raumschiffe und was es sonst noch alles abstruses gibt.

Es gibt nur wirklich wenige Zugeständnisse an das Medium. Die Arme sind ein bisschen beweglicher als die Originalfiguren, aber das beschränkt sich im wesentlichen auf Schulterzucken – die festgelegten Winkel und Auslenkmöglichkeiten der Gelenke werden nicht nennenswert gesprengt.

Dann wäre da noch die Musik. Das Titellied, Hier ist alles super bzw. Everything is Awesome ist ein Technopop-Ohrwurm, der seine Bedeutung im Laufe des Films sogar ändert. Während man am Anfang die Zeilen "Hier ist alles super / hier ist alles toll / denn du bist nicht allein (…)" als Lobeshymne auf die Gleichschaltung und Gehirnwäsche betrachten kann, ist er am Ende ehrlicher. Ansonsten ist der Soundtrack mir nicht negativ aufgefallen, er hat eher oftmals die Stimmung der aktuellen Szene gut unterstrichen.

Das 3D ist übrigens gut eingepflegt. Der Abspann ist zudem nicht am Computer entstanden, sondern komplett im Stopp-Motion-Verfahren wie man das vom Sandmännchen und Wallace & Gromit kennt.



Noch was? Nö. Mir hat der Film gut gefallen, bis auf das etwas moralisch predigende Ende.

Titel: The LEGO Movie

Regie: Phil Lord, Chris Miller

Länge: 100 Minuten

Raumschiff: RAUMSCHIFF!

Samstag, 18. Januar 2014

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Walter sitzt auf einem Flugzeugflügel in einem blauen Himmel über den Wolken
Von erfahrungsarm zu ungeheuer abenteuerlich

Walter Mitty arbeitet für das Life-Magazin, ein auf Fotoreportagen spezialisiertes Magazin. Er mag seinen Job als Verwalter der Filmnegative, aber er verbringt doch eine erschreckende Zeit in Tagträumen. In diesen ist er alles mögliche – weltgewandt, erfahren, voller Abenteuer ohne darauf aus zu sein.

Aufgrund von Umstrukturierungen wird das Life seine Druckausgabe einstellen. Sean O'Connell war und ist einer der besten Fotojournalisten und Walter seit langen Jahren der Ansprechpartner für seine ans Life gesendete Bilder, sie haben sich aber nie getroffen. Die neueste Sendung enthielt sowohl die letzte Fotoreihe, als auch eine gewidmete Geldbörse für Walter. Ein besonderes Bild, von Sean extra hervorgehoben als ideal für das letzte Cover, befindet sich aber nicht in der Sendung.

Zusammen mit Cheryl, mit der Walter sich vor kurzem angefreundet hat, versuchen sie den Aufenthaltsort von Sean O'Connell herauszufinden. Sie finden heraus, er war zuletzt auf Grönland. Durch die Kombination von einem Tagtraum und einem Kommentar von Cheryl und anderer Faktoren entscheidet sich Walter spontan, nach Grönland zu fliegen und Seans Spur zu folgen…



Wie seltsam ist es, einen Film ohne Antagonisten zu sehen, ohne Gegner? Nicht sehr. Walter ist teilweise sein eigener Widersacher, oder stellt sich in seinen Tagträumen seinem Boss, seinem romantischen Interesse an Cheryl und seinen Problemen im Alltag.

Während die Geschichte schön ist, sind die Bilder phänomenal – Grönland, Island, das wilde Meer – alles ist wunderbar in Szene gesetzt und sehr gut vom Soundtrack untermalt. Ich kann gar nicht sagen, wieso mir der Film so gut gefällt, denn obgleich die Geschichte schön ist, ist sie nicht phänomenal. Aber alles zusammen ist sehr schön…

Der Film basiert übrigens auf der Kurzgeschichte The Secret Life of Walter Mitty von James Thurber, von der es bereits eine Verfilmung aus den 1940ern (Das Doppelleben des Herrn Mitty) gibt.

Einzig die Benjamin-Button-Sequenz geht mir gegen den Strich; sie ist gruselig.



Irgendwie verdammt schön.

Titel: Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Regie: Ben Stiller

Länge: 114 Minuten

Montag, 13. Januar 2014

Der Hobbit – Smaugs Einöde

Bilbo auf einem Berg Goldmünzen, im Hintergrund das übergroße Auge des Drachen Smaug

Die Hybris des zornigen Zwerges

Im ersten Teil der Hobbittrilogie brachen der Hobbit Bilbo Beutlin, die Zwerge Dwalin, Balin, Fíli, Kíli, Dori, Nori, Ori, Óin, Glóin, Bifur, Bofur, Bombur und Thorin sowie Zauberer Gandalf auf, um den Drachen Smaug vom einsamen Berg und der Zwergenstadt Erebor zu vertreiben. Der Film endete nach einigen Abenteuern mit der gesammelten Gesellschaft, die über einen Wald und See hinweg den einsamen Berg erblickten.



Nachdem die Gemeinschaft im vorigen Teil gerade so dem Ork Azog entkam, flieht sie nach wie vor vor ihm. Sie schneien ungebeten, unerwartet und vor allem ungeliebt bei dem Gestaltenwandler Beorn herein und suchen Zuflucht bei ihm. Ihr einziges Heil ist, dass Beorn Orks noch mehr hasst als Zwerge und die Gemeinschaft daher trotzdem bei ihm Unterschlupf findet.

Anschließend wandern der Hobbit, die Zwerge und der Magier zum Dunkelwald. An dessen Eingang trennen sich aber die Wege, denn Gandalf muss einer Spur nachgehen, die ihn auf den Pfad des Nekromanten lenkt.

Ohne den mäßigenden Einfluss des weisen Zauberers wagen sich also Bilbo, Thorin und die anderen Zwerge in den von Elfen bewohnten Walt. Alsbald kommen sie vom Weg ab und werden von den Elfen gefunden und gefangen genommen, denn Thranduil, der Elfenkönig, ist nicht gut auf Zwerge zu sprechen, so wie Thorin im Gegenzug.



Ich versuche gar nicht erst, die Geschichte weiter nachzuerzählen. Sie kommen auf jeden Fall noch nach Seestadt und im Anschluss wagen sie sich in die Höhle des Drachen.

Während der erste Film sich eher um Bilbo drehte, rückt bei Smaugs Einöde Thorin etwas mehr in den Vordergrund, sowie sein Ingrimm auf die Welt und seine Sache. Er ist fast immer zornig, sei es auf Elfen, auf Gandalf, Orks oder Feigheit. Da ist es nur natürlich, dass seine Sturheit ihn zwangsläufig mit anderen, aber nicht nur nominell mächtigen Charakteren, die Köpfe stoßen lässt.

Schade, dass dadurch die anderen Zwerge ins Hintertreffen geraten.

Auch bekommen wir Legolas wieder zu Gesicht, den Sohn Thranduils, und dementsprechend skeptisch gegenüber Zwergen. Eine weitere Elfe ist Tauriel, die zum einen als Konfliktcharakter für Legolas sowie interessanterweise in einer romantische Nebenhandlung mit Kíli verstrickt ist.

Die Musik und Bilder sind wieder von epischem Ausmaß und mir kam es so vor, als hätte Smaugs Einöde nicht die gleichen Längen wie Eine unerwartete Reise.

Während 3D nett war, habe ich es nicht als einen sonderlichen Mehrwert empfunden. Das HFS/48fps hingegen hat zu einer merklichen und positiven Änderung in der Bildqualität geführt.



Alles in allem ein sehr guter Film.

Titel: Der Hobbit – Smaugs Einöde

Regie: Peter Jackson

Länge: 162 Minuten

Samstag, 30. November 2013

The Lay of Paul Twister

Anti-Magie mit frech und so

Paul Twister ist ein 19jähriger Junge aus Seattle.

Paul Twister ist ein legendärer Dieb und Fluchbrecher.

Und beides ist wahr.

Unsere Welt und eine andere magische waren bis vor 1000 Jahren verbunden, aber dann löste sich diese Verbindung und all die Märchenfiguren wie Drachen und Oger verschwanden. Und durch irgend einen Zufall landet Paul in dieser getrennten Welt mit gerade einmal 19 Jahren.

Und aus irgend einem Grund hat er ein gewisses Talent: Magie löst sich auf, wenn er sie berührt. Teleporter? Kaputt. Siegel? Gebrochen. Magische Kreaturen? Zumindest für nächste Zeit nicht mehr magisch. Und mittlerweile ist er 10 Jahre bei der Sache.

Sein neuester Auftrag läuft allerdings anders als erwartet. Normalerweise wird Paul zum Brechen eines Siegels oder dergleichen angeheuert, wenn das Umgehen von magischen Fallen zwar möglich, aber zeitaufwendig ist. Aber dieses Mal liegt das Siegel auf einem Menschen, einer jungen Frau, die in dem Kerker eines etwas heruntergekommenen Magiers angekettet ist. Widerwillig löst Paul das Siegel, kann durch das Kleingedruckte im Auftrag zugleich der Frau zur Flucht verhelfen. Bloß, Aylwyn brauchte keine Hilfe – sie ist ein Engel, ein himmlisches Wesen, und war als verdeckte Ermittlerin im Einsatz.

Natürlich ist Paul etwas baff über diese Enthüllung, aber nach einem überraschenden Belohnungskuss gehen die beiden getrennte Wege und Paul entpuppt sich als mehr als er scheint. Er unterhält mehrere Identitäten zu unterschiedlichen Zwecken, wie den fahrenden Barden Peter Parker, oder den gönnerhaften Universitätspatron Anthony Stark. Die Identitäten hat Paul aus mehreren Gründen aufgesetzt, und nur einer davon ist der Schutz, den sie ihm gewähren. Ein anderer wäre beispielsweise ihre Wiedererkennbarkeit für Leute aus unserer Welt, falls es sie auch mal in die magische Welt verschlägt.



Paul Twister ist ziemlich angenehm in Ich-Perspektive geschrieben und erschließt sich einem schnell. Durch den erzählenden Hauptcharakter können zukünftige Ereignisse angedeutet oder offensichtliches vor dem Leser verschwiegen werden.

Aylwyn wird eine wiederkehrende Charakterin, und natürlich entwickelt sich zwischen Paul und ihr eine gewisse Chemie, aber aus ihrem ersten Auftritt sollte klar sein, dass sie keine archetypische Prinzessin ist, die gerettet werden muss. Stattdessen ist sie eine bereits gefestigte Person, die sich nicht aus ihrer Interaktion mit Paul definiert.

Es kommt zwar zum Aufbau von romantischer Spannung, die aber seltsam aufgelöst wird, ein Fakt, der durch weitere Erzählungen klarer werden sollte.

Paul als Charakter ist interessant, weil er nicht wie bei beispielsweise Mark Twains Ein Yankee am Hofe des König Artus oder die Filmadaption Ein Ritter in Camelot mit Whoopie Goldberg die moderne Welt direkt in dem Mittelalteranalog nachbaut, sondern er weiß, dass er eine Menge Prinzipien grob beschreiben kann, aber nicht akkurat nachbauen. Und so baut er eine Akademie auf, an der neugierige Ingenieure durch seine Visionen an diese Prinzipien herangeführt werden und nach-erfinden.

Interessanterweise hat Peers offen zugegeben, dass sich die Geschichte relativ weit abseits seiner Planungen entwickelt hat und die Charaktere irgendwie ein Eigenleben in der Handlung entwickelt hatten. Mal schauen, wie sich The Tales of Paul Twister weiterentwickeln…



Eine nette und unterhaltsame Geschichte.

Titel: The Lay of Paul Twister (http://www.paultwister.com/)

Autor: Anthony Peers

Länge: 100k Wörter, ca 550 Seiten

Sprache: Englisch, Einfach bis Mittel

Montag, 19. August 2013

Overlady

Jähzorniges Mädchen will (heimlich guter) böser Herrscher werden

Ein paar Worte vorab: Overlady ist wie XSGCOM ein Crossover, aber von anderen fiktiven Universen, nämlich Overlord und Zero no Tsukaima.

Overlord ist ein Videospiel, in dem man den namensgebenden Overlord steuert, der über Schergen (Minions) herrscht und diese pikmin-artig Aufgaben erledigen lässt, wie zum Beispiel Dörfer überfallen oder Helden bekämpfen. Das Spiel ist voller schwarzem Humor und nimmt sich nicht zu ernst.

Zero no Tsukaima (dt. "Begleiter von Zero") ist eine Light Novel- und Animereihe in einer stark europäisch angehauchten Fantasywelt. Viele Länder sind offensichtliche Analoga zu europäischen Ländern, es gibt Adel und Fußvolk, aber anstatt Mittelalter ist die technologische Epoche eher grob dem 18. Jahrhundert zuzuordnen.

Witzigerweise habe ich keins von beiden je in den Fingern gehabt und bin bloß mit dem gröbsten Vorwissen an die Fanfic rangegangen.



Louise Françoise le Blanc de la Vallière ist die jüngste Tochter einer bekannten adligen Familie und besucht die Tristain Academy of Magic. Aufgrund ihres mehr als moderaten magischen Talents wird sie von ihren Mitschülern allerdings nur Zero Louise gerufen. Ihre letzte Chance, die Beschwörung eines Begleiters (etwa wie Katzen für Hexen), schlägt fehl und sie beschwört nichts. Wütend und zu Tode beschämt flieht sie und will ein neues anfangen, den Fußstapfen ihrer Mutter folgen und eine weltberühmte Abenteurerin und Heldin werden und… sie findet einstweilig Zuflucht vor dem Wetter in einer Höhle und schläft ein…

…um vor Schrecken zu realisieren, dass sie nicht alleine ist. Ein Vampir greift an, den sie schnell mit ihrer Magie erledigt, denn Lousie kann Magie wirken, aber ausschließlich Explosionen. Als ein Gefangener des Vampirs, Gnarl, auf sich aufmerksam macht, befreit sie ihn. Und Gnarl ist keine Augenweide, nach 80 Jahren in einem Käfig an der Decke sollte man das auch nicht erwarten.

Die koboldartige Kreatur bezeichnet sich selbst als Minion, als Schergen, und sie werden Lousie fortan dienen bei ihrem offensichtlichen Ziel: Weltherrschaft. Anscheinend ist Lousie kompatibel und beherbergt große Böse Energien, die sie zur Meisterin über die Minions machen. Ihr zur Seite: Ein aufmüpfiger und viel zu kluger nicht-Kobold, einige nicht ganz so aufmüpfige aber dafür umso dümmere nicht-Kobolde und ein Turm der mehr kaputt als heile ist.

Schnell wird Louise klar, dass sie ganz schön in die Bredouille geraten ist und ihre einzige Hoffnung in guter Miene zum bösen Spiel besteht. Der Plan: Soviel lernen wie sie kann, ihre Bösen Taten so gestalten, dass sie insgeheim Gutes tun, und sich allgemein so Verhalten, dass ihre Eltern im nachhinein stolz auf sie sein können.

Und so beginnt sie die Goblins der umliegenden Gegenden zu jagen, einzufangen und zu Minions zu konvertieren, denn damit entfernt sie ja die Bedrohung, welche die Goblins für die Dörfer darstellten. Aber wie es so schön heißt: Der Pfad zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.



Louise ist eine 1A Tsundere. Tsundere fragt ihr? Nun, damit bezeichnet man einen bestimmten Charaktertyp. Ein Tsundere ist oft im Bezug auf bestimmte Person, aber oft genug auch generell, in zwei Modi anzutreffen: Zornig oder Zart. Nie beides. Und kaum Zwischenstufen. Helga Pataki aus Hey Arnold! ist zum Beispiel eine Tsundere deren Standard Zornig (Tsun) ist. Lois, die Mutter aus Malcom Mittendrin, fällt beispielsweise auch da rein. Und bei Characteren, bei denen die Zarte (Dere) Seite im Vordergrund steht (Ted aus How I Met Your Mother, Katara aus Avatar), kommt oft genug der Zorn durch.

Auf jeden Fall ist Louise sehr jähzornig und hat Spaß an Zerstörung, auch wenn ihre Erziehung sie immer einen Begründung für diese suchen lässt. Glücklicherweise sind die Minions tolpatschig und Tritte als akzeptable Strafen beim Bösen gern gesehen.

Es werden recht bald Charaktere eingeführt, mit denen Louise interagieren kann, und das sind nicht nur die teilweise individualisierten Minions jenseits von Gnarl, sondern beispielsweise Louise kränkliche Schwester oder ihre halbdämonische Rüstungsschmiedin Jessica.

Der Autor EarthScorpion vergisst dabei aber nicht Louise ehemalige Klassenkameraden und damit für Fans von Zero no Tsukaima bekannten Charaktere.

Obgleich oder weil die Welt von Tsukaima gut bekannt ist, entschied sich EarthScorpion für eine brauchbare logische Weiterführung des kanonischen Geschehens in Louise' Abwesenheit. Ihre arrangierte Gatte? Ach so traurig, dass er eine fremdes Bett bespringt. Oder besser dessen Belegerin. Ihre Eltern? Dank Louise' Tod ist die ohnehin wackelige am Zerbrechen. Und politisch? Nicht direkt, aber indirekt kommt es zu Aufständen im Nachbarland.

Interessant sind auch die Einblicke in die Subkultur des Bösen, mit eigenen Nachtklubs, verzerrtem Vokabular und magischen Technologien analog zu unserem.

Vom Englisch her ist es mittel, denke ich, aber mit einige äraangemessenen Worten wie "chemise" für eine Art Nachthemd. Ein Wörterbuch oder LEO nebenbei können also nicht schaden. Und es gibt gelegentlich Wortspiele, wo man als nicht Muttersprachler sich mitunter reindenken muss.



Recht witzig, allein schon durch Louise ständige Versuche sich vom Guten ihre Bösen Taten zu überzeugen. Von ihrem Umgang mit Kleinvolk mal ganz zu schweigen…

Titel: Overlady (URL: http://www.fanfiction.net/s/8753582/1/Overlady)

Autor: EarthScorpion

Länge: 160k+ Wörter (ca. 890 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: laufend

Samstag, 20. Juli 2013

After Earth


Vater-Sohn-Geschichte. Ach ja, spielt in der Zukunft!



Cypher Raige ist ein – wortwörtlich – furchtloser Ranger und zugleich glühendes Vorbild seines Sohnes Kitai. Dieser hat vor kurzem beim Einstellungstest für die Ranger teilweise mit Bestnoten abgeschnitten, aber fiel in der psychischen Evaluation durch. Von diesem Ergebnis enttäuscht nimmt Cypher bloß auf Zureden seiner Frau Kitai mit auf eine Mission.

Dummerweise geht alles schief, das Schiff zerbricht in zwei Teile und macht eine Bruchlandung. Mit mehr Schock als Blessuren übersteht Kitai diese, aber sein Vater hat weniger Glück und ist schwer verletzt. Zu allem Unglück ist auch noch die Notfunkbake beschädigt worden, so dass sich Kitai durch die Wildnis zum abgetrennten Heck durchschlagen muss, wo sich die andere Notfunkbake befindet. Cypher steht ihm dabei jedoch über Funk beiseite…



Ich habe die Handlung absichtlich so geschrieben, denn der Hintergrund in diesem Science-Fiction-Film ist wirklich das – Hintergrund. Es wird zu Beginn zwar der Grund für die Ranger beschrieben, und wieso Furchtlosigkeit so ein wichtiges Merkmal ist, aber für die Handlung ist das unerheblich.

Denn es geht darum, wie sich der Held und entfremdete Vater Cypher seinem Sohn stellen muss und umgekehrt, wenn die Vorbild- und Beschützerfigur Kitai's genau diese Aufgaben nicht mehr übernehmen kann. Gegenseitige Verbitterung muss überwunden werden, Vertrauen (wieder-)aufgebaut werden.
Bedenklich ist, dass der Vater ziemlich emotionslos wirkt und es nicht klar ist, inwiefern dies dank seiner legendären Furchtlosigkeit so ist. 

Eine interessante Unternote ist bei After Earth auch, dass das Vater-Sohn-Gespann von dem realen Pendant Will und Jaden Smith gespielt wird. Es stellt sich also unwillkürlich die Frage, wie viel von der Handlung und Positionierung der Personen Fiktion ist und wie viel der Realität entnommen wurde. Schließlich ist Will Smith ein sehr bekannter und erfolgreicher Schauspieler, während sein Sohn Jaden dadurch leicht unter Erfolgszwang steht, oder man es zumindest so sehen kann.
Diese Unternote ist wohl beileibe kein Zufall, stammte die Idee des Films doch von Smith selbst.



Fazit: Mehr eine Geschichte von Abenteuer und persönlichem Reifen als Science-Fiction

Titel: After Earth

Regie: M. Night Shyamalan

Länge: 100 Minuten

Mittwoch, 10. Juli 2013

Commander Kitty

Urheberrechte bei Scotty Arsenault

Weltraum, Abenteuer, Katzen



C.K., kurz für Commander Kitty, ist ein Spacer, was die Weltraumvariante von Abenteurern ist. Oder er will es sein. In Wirklichkeit ist er der Kapitän eines desolaten Schiffes mit einer seltsamen Mannschaft: Der Chefingenieur Mr. Socks ist ein unverständliches Frettchen, der erster Offizier Mittens bis auf ein Halsband nackt, die künstliche Intelligenz MOUSE aufmüpfig und Fluffy… ist ein unberechenbares Kätzchen. Wobei, die ganze Mannschaft mit Ausnahme von Socks sind Katzen.

Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Wie dem auch sei, CK hat kürzlich einen Transporter ersteigert und wie es der Zufall so will könnte Ace, alter Freund von CK (und aus dessen Sicht Erzrivale und Vorbild), einen Transporter bei seinem aktuellen Auftrag gut gebrauchen.

Bei einem Testlauf vom Transporter landet über ein paar Umwege Nin Wah, ihres Zeichens Spacer und roter Panda, auf CK's Schiff und heuert nach ein paar Überredungsversuchen an, um sich heimlich Ace' Mannschaft anzuschließen.



Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Commander Kitty ist einer dieser seltsamen Fälle, bei denen irgendwie alles stimmt. Die Charaktere sind witzig, die Handlung angenehm abgedroschen mit den richtigen überraschenden Wendungen und das ganze Universum liebenswert persiflierend.

Da wäre zum Beispiel die Weltraumpolizei Triple-I, die aufgrund von Budgetkürzungen unter anderem Strafen von 15 Minuten Müllsammeln für… nicht gerade Kavaliersdelikte. Der Haken an der milden Strafe? Müllsammeln außerhalb des Station, ohne Raumanzug, wegen den Budgetkürzungen, ihr versteht?

Der Stil ist, wie ihr seht, cartoonig, überzogen und vollkommen passend. Interessanterweise ist Commander Kitty, wie auch Treading Ground, an sich eine lange Serie, aber in diesem Fall entschied sich der Autor Scotty Arsenault für einen Neustart und nahm alles alte Material von der Seite. Leider ist er mittlerweile seinem eigenen Webcomic etwas überdrüssig, so dass zum Einen die Veröffentlichungsrate nachgelassen hat und zum Anderen er bereits angekündigte, dass es nach dem aktuellen Handlungsbogen vorbei sein wird. Ich hoffe, dass er zumindest nicht mittendrin aufhören wird…



Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Sehr witzige Hommage an Weltraumopern und Abenteuergeschichten und -filme, mir hat's super gefallen.


Autor: Scotty Arsenault

Länge: 178+ Seiten, alle bunt

Sprache: Englisch, mittel

Status: Laufend, ca. wöchentlich, z.Zt seltener

Montag, 8. Juli 2013

Epic – Verborgenes Königreich

Urheberrecht bei FOX und bla

Däumelinchen + Borger animiert

Im Wald gibt es eine hochentwickelte Zivilisation winziger Menschen, die Leafmen, die in enger Verbundenheit mit der Natur leben. Regiert von einer Personifikation des Lebens selbst, Königin Tara, würden sie alle glücklich leben, wenn da nicht die bösen Rots wären mit ihrem Anführer Mandrake. Als dieser überraschend einen Angriff startet, wird die Königin tödlich verletzt…

M.K., Tochter eines schrulligen und von der Fachwelt belächelten Wissenschaftlers, besucht nach langer Zeit mal wieder ihren Vater in seinem Haus im Wald, denn dort befindet sich auch sein Untersuchungsobjekt – eine hochentwickelte Zivilisation kleiner Menschen. Bloß beweisen kann er nichts.

M.K. lässt ihrem Vater seine abstrusen Theorien und verläuft sich im plötzlich stürmischen Wald. Als sie auf dem Boden etwas, leuchtendes, flitterndes findet… schrumpft sie auf die Größe der Leafmen.

Alsbald wird ihr klar, dass sie eine von der Königin Tara zuvor ausgesuchte Blüte mithilfe der Leafmen zum Blühen bringen muss, um das durch den Tod der Königin verletzte Gleichgewicht im Wald wieder zurecht zu rücken.



Natürlich gibt es da dann noch den Draufgänger unter den Leafmen, Ronin, in den sich unsere Heldin M.K. verguckt und allgemein ist der Film schön aber… vorhersehbar. Das muss beileibe nichts schlechtes sein, aber in diesem Fall war es schon recht langweilig.

Alle Handlungsstränge waren absehbar, die Charaktere kaum mehr als Archetypen, die Dialoge – wenn schon nicht im Wortlauf dann doch im Inhalt – von vornherein klar.
Das 3D war nett, aber… na ja. Für einen Animationsfilm unaufdringlich, was gut ist, aber es wurde damit nicht so sehr gespielt, wie ich gedacht hätte. Im Gegenzug war der Wald, von den phantastischen Elementen abgesehen, wunderschön und zu einem beeindruckenden Grade realistisch gestaltet. Blätter mit Blattadern, durchscheinend, Abermillionen Grashalme, die sich im gleichen Wind wiegen, der auch durch die Blätter wühlt; Baumrinde, die knorke aussieht…

Und als Dreingabe wird der Bösewicht Mandrake von Christopher Waltz gesprochen, was ihm den gewissen kultivierten Charme verleiht. Hinzu kommt noch der gut verteilte Humor, der mit Spitzen nicht geizt.



Recht nett, aber er hat mich nicht weggehauen.

Titel: Epic – Verborgenes Königreich

Regie: Chris Wedge

Länge: 102 Minuten

Montag, 3. Juni 2013

Ava's Demon

Ein neues Leben, eine zweite Chance



Ava ist ein Kind mit einem schwierigen Leben. Keine Freunde, keine Familie, und ein Dämon in ihrem Kopf, den nur sie sehen kann – Wrathia.

Diese Dämonin ist unzufrieden mit Ava und versucht immer wieder, sie in den Selbstmord zu treiben, durch Beleidigungen, oder kurz in Avas Haut schlüpfen und sie Sachen anstellen lassen.

Nach einem weiteren dieser Versuche landet unsere langhaarige Heldin beim Schuldirektor, wo sie bald von ihren Klassenkameraden Odin und Maggie unfreiwillig Gesellschaft bekommt.  Er versucht die grünhaarige Maggie davon zu überzeugen, zusammen mit ihm den Planeten zu verlassen.

Als der ganze Planet dann von Kreaturen angegriffen wird, ist klar, dass Odins gestotterte Anfrage nicht von ungefähr kam. Er schleppt die bewusstlose Maggie in sein Raumschiff, kümmert sich dabei aber kein Deut um Ava. Diese schleicht sich hinter ihm an Bord.

Nach einer Auseinandersetzung zwischen Odin und Maggie kommt es zu einer Bruchlandung, in deren Verlauf Ava – zur Freude er persönlichen Dämonin Wrathia – stirbt. Während ihrer letzten Momente unterhalten sich die beiden aber in Avas Geist und endlich erfährt sie, wieso Wrathia sie ihren Lebtag quälte.

Sie versuchte Ava seit ihrer Geburt zu einem Pakt zu überreden. Einem Pakt zu beiderseitigem Vorteil. Bloß ihre Herangehensweise war mehr als unglücklich, und jetzt, mit Ava am Sterben, war es wohl zu spät. Fast.

Ava willigt ein. Ein neues Leben, eine zweite Chance, und im Gegenzug hilft sie Wrathia bei ihrem Rachefeldzug.

Und Ava überlebt. Mit den Fähigkeiten und Kräften von Wrathia gesegnet entkommt sie ihrem frühzeitigen Tod, und ist ein bisschen mehr als sie vorher war, was auch Wrathia feststellt, als sie Avas Teil des Paktes, ein neues Leben, bereits erfüllt sieht.


Soviel zu den ersten Kapiteln, denn Ava's Demon ist auf wesentlich länger ausgelegt, knapp 7000 Panels, mit etwa einem Panel pro Update.

Der Stil sagt mir seeeeehr zu, mit  den farbdominierten Charakteren und den vielen Kleinigkeiten, die ins Design eingegangen sind. Die Szenen sind immer schön gestaltet, oftmals  ohne Text, wenn es bloß zur Darstellung von Handlung geht, und Lautworte gibt es nicht.

Die Handlung baut sich schnell auf, mit einem charakterabhängigen Fokus. Der Hintergrund von Wrathia lässt zudem auf eine gewisse Menge an Charakteren schließen, die später noch in den Fokus rücken werden.

Interessant, aber nicht überragend wie bei Homestuck, ist die Nutzung von animierten Bildern und Videos. Letztere gibt es noch nicht viele, aber sie nutzen allesamt eine gute Verflechtung der Begrenzungen von Comics, ohne dabei ins Trickfilmartige überzugehen.



Was soll ich sagen? Liebe auf den ersten Blick!

Titel: Ava's Demon (Url: http://www.avasdemon.com/)

Autor: Michelle Czajkowski

Sprache: Englisch, leicht bis mittel

Länge: 450+, durchgehend farbig, teilweise animiert

Status: Laufend,  wöchentlich+, bei großem Kickstartererfolg täglich+

PS: Für die Interessierten, es gibt bis zum 29. Juni ein Kickstarter mit dem ersten Buch, 500 Panels auf bis zu 200 Seiten. 

Montag, 20. Mai 2013

Tales of the Questor

Quentyn stellt sich den Gragum (Alligatauren)
Vom Waschbären, der auszog Abenteuer zu überstehen



Quentyn, ein Rac Cona Daimh (quasi intelligente, antropomorphe Waschbären), ist gerade vierzehn Jahre alt und lebt bei seinen bäuerlichen Eltern im beschaulichen Dorf Freeman Downs. Zu seinen Aufgaben gehört es, sich zusammen mit seinem Vater um die Felder zu kümmern, aber auch sich eine Beruf auszusuchen. Für Quentyn ist das aber nicht so leicht, denn er ist von kleiner Statur, magisch unzureichend begabt, aber auch nicht mit einer ruhigen Hand für die feineren Berufe gesegnet. Davon abgesehen verliert er sich gerne in die Geschichten von Questoren, lizenzierten Abenteurern. Sie bekämpfen Drachen und retten Jungfrauen aus Nöten und seit hundert Jahren gab es keinen mehr.

Engel in Hirschgestalt
Bei der Berufungszeremonie, einem nicht bindenden aber bedeutendem Brauch, wählen die Kits (noch nicht erwachsene Rac Cona Daimh), welchen Beruf sie ergreifen wollen, und Quentyn weiß immer noch nicht, was er werden will, oder bei seinem Mangel an Begabung überhaupt werden kann. Unschlüssig begleitet er seinen Vater und erhält sogar ein Zeichen…

„Questor‟ ist ein eher lose definierter Beruf, einer der sich aus den Umständen ergibt. Im wesentlichen könnte man es wohl als Held auf Abruf oder schnelle Eingreiftruppe beschreiben, als jemand, der bei Notwendigkeit schnell reagieren kann auf unerwartete Situationen. Und Quentyn entscheidet sich dafür. Die erste Zeit muss er Spott und Schalk ertragen und sich erst mal etablieren; anschließend? Langeweile, unterbrochen von Ausbrüchen von Aktivität und Angst.

Stück für Stück übersteht Quentyn Abenteuer, die oft nicht als solche beginnen; die sein Handeln mitunter nicht gebraucht hätten, aber durch ihn doch schneller und unkomplizierter gelöst wurden. Er macht sich ein Namen, wird bekannt, wächst als Person. Natürlich musste etwas dazwischen kommen, und so verlässt er das seine Heimat und zieht auf seiner bisher größten Quest in das Reich der Menschen jenseits der Nebelwand…
Das Luftschiff bricht jenseits der Nebelwand auf



Der Autor Ralph Hayes Jr. versteht es, eine interessante Welt zu gestalten, das kann keiner abstreiten. Die Rac Cona Daimh (Raccoon, klick gemacht?) leben in einem von einer Nebelwand, Stürmen und Sümpfen umgrenzten Gebiet, alles selbst geschaffene Hindernisse. Sie haben Magie soweit analysiert, dass sie einen Zweig der Wissenschaft darstellt und problemlos reproduzierbar ist, wenn man die unterliegenden Prinzipien kennt. Es gibt Luftschiffe, moderne Forschung, eine Republik als Regierungsform. Viele Bräuche und im Hintergrund stattfindende Ereignisse werden in einem Tagebuch erläutert.

Womit wir bei einem Kritikpunkt sind: ca. 40% des aktuellen Kapitels bestanden aus diesem Tagebuch, was zwar sehr informativ ist, aber die Handlung nicht weiter treibt. Insbesondere wenn die Charaktere gerade in einer prekären Situation sind, ist das frustrierend.
Quentyn begegnet dem Weißen Hirsch
Ein Anderer ist Religion. Obwohl Hayes einen mit seiner christlichen Weltanschauung nicht gerade erschlägt, verhüllt er sie auch nicht gerade. Für mein Empfinden kabbelt sich das etwas mit der wissenschaftlichen Herangehensweise und Aufklärung der Rac Cona Daimh. 

Man sieht ein gewisses künstlerisches Wachstum, wenn man die Seiten von Anfang und Ende vergleicht, zudem ist das Lesegefühl und -geschwindigkeit durchgehend angenehm. Wahrscheinlich der Grund für das Stören der Tagebuchteile…



Titel: Tales of the Questor (übersetzt: Geschichten vom Questor URL: http://www.rhjunior.com/totq/)
Quentyn hat den Flamenstoß eines Drachen überstanden und fordert ih heraus
Autor: Ralph Hayes Jr.

Sprache: English, das Sumpfkapitel ist durch den Dialekt schwierig, ansonsten ok.

Länge: 700+ Seiten, farbig (davon ca. 100 Seiten Tagebuch, schwarz-sepia)

Status: Laufend, sporadische Veröffentlichung

Dienstag, 26. Februar 2013

Cucumber Quest

Niedlich, aber sowas von!


Cucumber, kurz Cuco, ist außer sich vor Freude, als er die Zusage für die beste Schule von Candyland bekommt! Endlich kann er weiter Magie lernen und--- dann kommt der königliche Briefträger mit einem Brief seiner Vaters. Cucumber muss sofort und unverzüglich die Welt retten! Dabei wäre seine Schwester Almond viel besser geeignet, mit ihrer abenteuerlichen Ader, Fechtkunst und dergleichen... aber nein, nur Cucumber, Jüngster in einer Familie traditionell legendärer Helden hat das Zeug dazu.
Erst das Traumorakel schafft es ihn zu überzeugen, oder besser gesagt die Notwendigkeit klarzumachen, denn irgendwie ist sie nicht wirklich so verlässlich wie man von einer Person annehmen sollte, die in die Zukunft schauen kann.

So begibt sich Cuco auf seine Reise die Welt zu retten. Nachdem ihn seine Mutter voller Stolz vor die Tür gesetzt hat. Die erste Station ist das königliche Schloss in Caketown, wo sich Cuco an den Wachen vorbeischleicht und seinen Vater im Verlies besucht. Der lässt auch nicht mit sich reden, zumal er es sich Stück für Stück immer gemütlicher macht in seinem Verlies.
Und als Cuco einen schnellen Weg zur Vereitelung des Weltuntergangs sieht, erlaubt ihm sein Vater diesen Weg nicht, denn das wäre ja langweilig D:

Kurz vor den Anfangsschritten seiner Quest, die Wiedererweckung des Albtraumritters zu verhindern, stößt dann doch noch Cuco's Schwester Almond zu ihm und will bei der Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe. Und fachlich betrachtet ist sie sowieso mit ihrer Abenteuerader und Fechtkunst eh besseres Heldenmaterial als der zaubernde Cucumber.



Fachlich betrachtet ist Cucumber Quest ein Webcomic, der sich im Handlungsaufbau merklich an klassischen SNES- und NES-Videospielen orientiert, mit einem Zeichenstil der in Richtung Wachsmalkreide und Kinderbücher geht.

Was ich bisher aber nicht erwähnt habe, ist die schnippische Art, wie die Charaktere teilweise miteinander umgehen. So ist sich Cuco beispielsweise darüber im Klaren, dass seine Schwester ein weit besserer Held wäre als er, aber anscheinend kann nur er der Held sein. Genauso sind die Figuren alle sehr eigensinnig durch ihre Rollen charakterisiert.

Ich weiß echt nicht, wie ich das besser beschreiben kann. Die Welt von Cucumber Quest ist sehr süß und verspielt, die Figuren liebenswert und die Handlung ein bisschen abgedroschen, worüber sich manche Charaktere aber auch bewusst sind.



Fazit: Es macht einfach Spaß zu lesen :)

Titel: Cucumber Quest (URL: http://cucumber.gigidigi.com/)

Autor: Gigi Digi

Sprache: Englisch

Länge: 350 Seiten, farbig

Status: Laufend, 2+ Seiten pro Woche

Montag, 11. Februar 2013

Django Unchained

Django Unchained

Ein Spaghettiwestern in den Südstaaten



Django ist ein Sklave, Und Dr. King Schultz ein Sklave. Zumindest sind dies die ersten Eindrücke, die man von den beiden bekommt. Django, frisch auf dem Sklavenmarkt ersteigert, muss zusammen mit anderen Sklaven in Ketten durch die kalte Wildnis marschieren, während ihre Wärter auf Pferden daneben reiten.

Als ihnen ein Pferdewagen mit einem übergroßen wackelnden Backenzahn entgegenkommt, sind alle natürlich verwirrt. Der Fahrer des Wagens ist Dr. King Schultz und er sucht einen bestimmten Sklaven, Django. Als er ihn findet, möchte der eloquente Doktor diesen Sklaven erwerben. Die beiden anderen Gentleman wollen das nicht und bedrohen Schultz.

(Aus Spoilergründen sage ich hier nichts weiter)

Dr. Schutlz, seit fünf Jahren Kopfgeldjäger statt praktizierender Zahnarzt, schließt mit Django einen Handel: Zusammen machen sie eine gesuchte Bande ausfindig, von denen Django die Gesichter kennt, und im Gegenzug wird Django ein freier Mann und am Kopfgeld beteiligt.

Im Verlauf der Suche nach der Bande freunden sich der deutsche Doktor Schultz und Django an und der Juniorpartner erzählt von seinem früheren Herrn, seiner Frau Hildy, und seiner Suche nach ihr und Rache an ihren und seinen Peinigern. Schultz, in einer Art Verantwortung für "seinen" freien Mann, will Django helfen und zusammen machen sie Hildy's Käufer ausfindig, Monsieur Candi, Besitzer der viertgrößten Südstaatenplantage Candyland, Altes Blut im Sklavenhandel und Veranstalter von Sklavenringen bis zum Tod.

Bloß wie kauft man einem Händler Ware ab, wenn dieser weiß, dass man sie unbedingt haben will? Schultz hat da einen Plan...



Wie für Tarantino üblich ist auch Django Unchained eine Hommage, und zwar dieses Mal an Spaghetti-Western und Blaxploitation. Bloß verpflanzt Tarantino die oftmals typische Rachehandlung, wie sie auch hier vorkommt, von dem Wilden Westen in die Südstaaten und den daraus folgenden Konsequenzen. Django, befreiter Sklave, wird auf seinem Pferd wild und empört beäugt, während der überaus intelligente Dr. Schultz sich mit seiner Engelszunge aus Teufels Küche herausreden kann - beides nicht gerade typische Figuren von Spaghettiwestern.

Interessant oder auch zu bemängeln ist, dass Django als Charakter zwar formell die Hauptperson darstellt, er aber oftmals durch die kraftvoll gespielten Nebenfiguren von Dr. Schultz (Christopher Waltz), Monsieur Candi (Leonardo DiCaprio) und dessen Hausnigger Stephen (Samuel L. Jackson) überschattet wird. Und wie auch bei seinen früheren Filmen spielen die Dialoge einen wichtigen Aspekt in der Charakterisierung der Figuren.

Im Verhältnis zu manchen von Tarantinos anderen Werken halten sich die zerfetzten Innereien im Rahmen (oder Körperinneren), aber wer einen schwachen Magen hat, sollte vielleicht trotzdem nicht vor dem Film Essen gehen.

Manch einer mag kritisieren, dass der Film recht lang war, für mich hatte er aber trotzdem nicht übermäßige Längen. Vielleicht hätten die Produzenten lieber wieder eine Duologie wie Kill Bill gehabt, aber wer weiß das schon.



Mein Fazit ist, dass der Film aufgrund der Dialoge und Charaktere sehenswert ist, und die Gewalt und blutigen Szenen oft genug so übertrieben sind, dass sie ins Witzige abgleiten.

Titel: Django Unchained

Regie: Quentin Tarantino

Länge: 165 Minuten


PS: Witziger Nebeneffekt der Synchronisation: Samuel L. Jackson's Stimme kennen wir nicht nur von dem Schauspieler in verschiedenen Rollen wie Mace Windu, Nick Fury and Jules Winnfield, sondern auch als Bill Cosby... was hervorragend zu dem nörgelnden Stephen passt!

Donnerstag, 7. Februar 2013

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Eine Menge, von dem ich mir nicht sicher bin, ob es im Buch war.

Bilbo ist ein ganz normaler Hobbit; er wohnt in seiner eigenen luxuriös ausgestatteten Höhle mit einem Kräutergarten, gefüllter Speisekammer und allem was hinzu gehört. Als er eines schönen Tages auf seiner Bank im Vorgarten sitzt und gemütlich an seiner Pfeife pafft, kommt ein großer, hagerer Mann in grauem Mantel daher. Gut erzogen wie Bilbo ist, grüßt er den Fremden und sie stolpern in ein Gespräch, dem Bilbo recht schnell zu entfliehen versucht, denn dieser Fremde ist Gandalf, ein Feuerwerker.

Diesem unangenehmen Gespräch entflieht Bilbo und zieht sich in seine Höhle zurück. Bloß um kurz darauf von nacheinander auf seiner Türschwelle erscheinenden Zwergen überrannt zu werden, im übertragenen Sinne. Die bärtigen Haudegen sind ein absolut seltsamer Haufen, einer dick, einer dürr, einer fast kahl im Gesicht und der andere mit einem Axtstumpf in der Stirn. Insgesamt werden es 13 Zwerge sein, und ihr Ziel ist der einsame Berg mit dem Zwergenreich Erebor, welches durch den Drachen Smaug vernichtet wurde.

Die abenteuerlustigen Zwerge sind die Nachfahren der Zwerge von Erebor und sie wollen den Drachen von ihrem Gold und aus ihrem ehemaligen Reich vertreiben, bloß brauchen sie dafür noch einen Meisterdieb, und Bilbo soll genau diese Rolle übernehmen. Er lehnt rundheraus ab.

Am nächsten Tag sind die Zwerge wieder fort und Bilbo realisiert ein bisschen, dass er doch Abenteuer haben will und schließt zu ihnen auf, größtenteils willkommen geheißen, bis auf durch Thorin Eichenschild, Anführer und zugleich Zwergenkönig ohne Reich.

So ziehen die Zwerge, Bilbo und Gandalf in Richtung des einsamen Berges und treffen dabei auf einen alten Feind der Zwerge, einen bleichen Orkhäuptling. Die Hüne unter den Orks hat Thorins Vater bei der Schlacht um Moria getötet, wo sich die Orks eingenistet hatten, und beim Zweikampf zwischen dem Orkhäuptling Azog und Thorin verlor Azog einen Arm und vermeintlich auch sein Leben und Thorin gewann seinen Beinamen.

Doch Azog grollt seinem Erzfeind nach wie vor, auch wenn dieser nichts von seinem Überleben weiß, und macht Jagd auf ihn. Diese Jagd treibt die Zwerge zu den Elfen nach Bruchtal und noch viel mehr, aber ich will ja nicht den Film nacherzählen.



Der kleine Hobbit ist das Buch, das Tolkien als einen kleinen Abenteuerroman in seiner Freizeit geschrieben hat und welches er als grobe Basis für den Herr der Ringe genommen hat. Ich schreibe dies, um klar zu machen, dass die ursprüngliche Absicht hinterm kleinen Hobbit nicht ein Epos war, sondern eher eine Art Märchen, mit Kindern als brauchbare Zielgruppe. Tolkien hat zwar später ein bisschen geändert, damit Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe im gleichen Mittelerde spielen und sich nicht ins Gehege kommen, aber der Grundunterschied bleibt gleich.

Dies merkt man beim Kinofilm aber nicht. Er beginnt mit Bilbo Beutlin am Morgen seines 111. Geburtstags, wie er anfängt sein kleines Abenteuer (er würde es nicht Abenteuer nennen) für seinen Neffen Frodo Beutlin niederzuschreiben. Dies dient als Verbindung um die unterschiedlichen Darsteller von Bilbo alt, wie wir ihn aus dem Herrn der Ringe kennen und dem Darsteller für den jungen Bilbo.

Und so fühlt sich vom Sehgefühl Der Hobbit nicht an wie eine Kindergeschichte, aber auch nicht wie Der Herr der Ringe, sondern irgendwo dazwischen, aber doch wesentlich näher an letzterem. Viele der Charaktere aus dem Herrn der Ringe kommen vor, die so nicht in der Vorlage waren und der Regisseur Peter Jackson bedient sich reichhaltig an den vorhandenen Büchern rund um seine vorige Trilogie, dem Silmarillion, den verschollenen Geschichten und so weiter.

Im Gegenzug wird aber ein Aspekt gebührend hervorgebracht, der im Herrn der Ringer etwas untergegangen war, und zwar die Musik. Ich meine damit nicht den Soundtrack, sondern die Lieder innerhalb von Mittelerde, die Geschichte erzählen in Form von Geschichten und sie so wach halten. Vielleicht wären sogar noch mehr Lieder hilfreich gewesen, die von den Charakteren gesungen werden, um so die Realität der fiktiven Welt zu festigen.

Noch ein Wort zur technischen Seite, nämlich dem 3D und HFR. Ersteres ist mir in keiner Szene haften geblieben, während HFR für das ungewohnte Auge seltsam beschleunigt wirkt. Durch die höhere Bildrate werden die unbewusst gewohnten leicht verwischten Bewegungen schärfer und wirken somit, als würden sich alles schneller abspielen, aber das tut es nicht. Die Gewöhnung gelang für mich recht schnell, so dass es mir bei den Szenen im Auenland bereits gar nicht mehr auffiel.



Alles in allem ist Der Hobbit definitiv der gelungene Auftakt einer Trilogie und es stellt sich die Frage, wie Jackson den üblicherweise schwersten Teil einer solchen, den Mittelteil, händeln wird.

Titel: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Regie: Peter Jackson

Länge: 169 Minuten

Sonntag, 3. Februar 2013

Pay Me, Bug!

Abenteuerschurken im Weltraum

Copyright Christopher Wright

Pay Me, Bug! ist ein Science-Fiction Internetroman von Christopher Wright, d.h. er ist Wright im Internet veröffentlicht worden und die Kommentare auf seiner Webseite hatten einen gewissen Einfluss auf den Verlauf und die Entwicklung des Romans. 

Grif ist ein Schmuggler und auf seinem Raumschiff ist genug Platz für legale und Verstecke für illegale Ladung, und so verdient er sich als Schmuggler. Das Kaiserreich des Strahlenden Throns, ein religiöses Imperium mit weitreichenden Gebieten, schaut auf Schmuggler abschätziger als auf die Allianz der Freien Welten, die entgegen ihren Namens eher einer Handelsföderation mit militärischem Arm gleich kommt. Zwischen diesen beiden Großmächten liegen die Systeme der Handelsbarone, die mit günstigen Steuern und ihrer Neutralität genau der richtige Zufluchtsort für Schmuggler sind.

Genau diese fliegt Handelsbarone fliegt Grif mit seiner Mannschaft an nachdem ihm ein spektakulärer Job im Thronraum gelungen ist – zu spektakulär, wie er feststellen muss, denn neben Geld und Ruhm bei seinen nicht ganz so rechtschaffenen Kumpanen kommt sein Erfolg auch seiner Schwester zu Ohren.

Mit dieser hat er sich bereits vor Jahren dermaßen überworfen, dass die Beiden sich einigermaßen den Tod an den Hals wünschen. Zum Nachteil für Grif hat Velis den größeren Hebel UND arbeitet für den Geheimdienst der Allianz. Dieser wünscht sich von Grif nichts sehnlicher, als dass er seinen Coup wiederholt und nochmal in die bis dato sicherste Anlage des Throns einbricht. Das Dumme an der Sache ist, der vorherige so lohn- und ruhmreiche Job erzählte sich bei weitem einfacher, als er auszuführen war...



Pay me, Bug! liest sich wie ein Abenteuerroman, und genau das ist er auch. Wir lesen den Abschluss des großen Coups und die Nachwehen davon. Wir sehen wie die Truppe eine veschworene Gemeinschaft ist. Wie sie auf die Bedrohung durch Grif's Schwester reagiert, und es macht Spaß all dies zu lesen.

Dabei verwendet Wright aber auch noch Zeit auf Nebenschauplätze und -charaktere, die an sich nur kurz für den Grif von Interesse sind, aber innerhalb des Universum, von dem Pay Me, Bug! ein Teil ist, zu einer anderen Geschichte gehören, die vielleicht kein Abenteuerroman sondern eher eine Politintrige ist, mit Plänen und Verrat und Manövern.

Ein bisschen erinnert mich der Roman an Der Übungseffekt von David Brin, welches allerdings auch ein Abenteuerroman war, was den Vergleich erleichtert.



So bleibt nur zu sagen, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen und für kostenlos war er mehr als sein Geld wert!

Titel: Pay me, Bug! (URL: Pay me, Bug!)

Autor: Christopher Wright

Sprache:
Englisch (Mittel)

Seiten: einige hundert