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Donnerstag, 27. Februar 2020

BABYLON

Ein zerrissenes Bild, bei dem Teile fehlen: 3 junge Männer und 1 junge Frau auf einer Straße zwischen Häuserschluchten, die Sonne am Ende der Straße; der vorderste Mann ist Seizaki, zu seiner rechten sein Polizeikollege, zu seiner linken sein jüngerer Anwaltskollege, weiter hinten seine spätere Anwaltskollegin; durch die fehlenden Teile des Bildes sieht man eine andere junge Frau, lächelnd. Im vordersten Grund sieht man eine Frauenhand, die gerade einen Fetzen des Bildes beiseite blättert
Nur ein Wort zum Selbstmord

Es ist schwierig über diese Serie zu reden, ohne direkt Handlungspunkte zu verraten, denn ihre Thematik – induzierter Selbstmord – bedeutet, dass Charaktere sterben. Daher werde ich mich bloß auf Zen als Hauptcharakter konzentrieren.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Madagascar 3: Flucht durch Europa

Besser als Madagascar 2

Löwe Alex, Zebra Marty, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria sowie Pinguine und Affen brachen im ersten Teil von Madagascar aus ihrem Zoo in New York aus, um Mal die große weite Welt zu sehen und dann auf Madagaskar zu landen. Im Teil packt die vier das Heimweh und ihr Versuch nach New York zurückzukehren führt zu einer Bruchlandung in Afrika. Dort gewöhnen sich Alex, Marty, Melman und Gloria an die Wildnis, aber die Pinguine und Affen wollen einen Trip nach Monte Carlo machen. Hier setzt der dritte Teil an.

Alex hat erwartet, dass die Pinguine und Affen zurückkommen würden, aber als nach Monaten immer noch keiner wiedergekommen ist, muntern ihn seine Freunde auf und beschließen, zurück in den New Yorker Zoo zu gehen, mit Umweg über Monte Carlo.

Dort machen sie bald die Drückeberger aus, die in der Gestalt des Grafen von Versailles am Roulettetisch ihr Geld mehren. Dummerweise fliegen sie alle auf und verlassen panisch das Casino, verfolgt von der terminatorartigen Tierfängerin DuBois. In ihrem Eifer, an die Haut von Alex zu kommen, rennt sie durch Wände und vollführt Stunts, die Luc Bessons Taxi-Filme wie Möchtegerns dastehen lässt.

Bei ihrer Flucht verstecken sich sie die Zootiere in einem Zirkuswaggon. Dieser Zirkus wird durch Europa tingeln und bietet somit eine gute Versteckmöglichkeit. Leider besteht der gebrochene Startiger aber darauf, dass nur Zirkustiere mitfahren dürfen, und so geben sich unsere Helden als eben solche aus.

Schließlich ergibt sich die Möglichkeit von London aus nach New York zu fliegen über einen amerikanischen Käufer für den Zirkus, bloß wie bereits schon erwähnt, ist der Star gebrochen, die Nummern abgehalftert und alles ist uninspiriert und dröge.

Bis Alex das Ruder in die Pfote nimmt und eine Zirkusshow auf die Beine stellt, welche allein schon den Eintrittspreis wert ist.

Wieso ich den dritten Teil besser finde als den zweiten? Ganz einfach: Er ist humorvoller und besinnt sich zurück auf die Stärken des ersten Teils, wie Fisch-aus-dem-Wasser-Komponente. Interessant dabei ist, obgleich meiner Erwartungen eines typischen Abklapperns von europäischen Sehenswürdigkeiten und Klischees hält sich das überaus in Grenzen und ist teilweise auch selbstironisch.

Will damit sagen, ich habe mich herrlich amüsiert!

Titel: Madagascar 3: Flucht durch Europa

Regie: Eric Darnell, Tom McGrath, Conrad Vernon

Länge: 93 Minuten

Donnerstag, 8. März 2012

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Diese Tragikomödie beschäftigt sich mit der Wahl eines Papstes, der sich seinem Amt nicht gewachsen fühlt und wie die Welt damit umgeht. Per Definition hat der Film dabei tragische und lustige Elemente, aber es überwiegt doch die Nachdenklichkeit.

Inhalt

Der Papst ist tot. Wie jedes Mal nach dem Tod des Oberhauptes der katholischen Kirche tritt das Konklave zusammen, in welchem alle Kardinäle zusammen kommen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit den neuen Papst wählen. Wie üblich gibt es einige Favoriten - hochgehandelte Kandidaten, welche für eine Wahl in Betracht kommen.

Doch einige, um nicht zu sagen viele, Kardinäle wollen gar nicht selbst Papst werden, denn auf diesem hohen Amt lastet doch eine große Würde und Verantwortung. So ist es doch nicht verwunderlich, dass der Außenseiter Kardinal Melville nach seiner Wahl diese erstmal annimmt, aber dann doch Zweifel bekommt und kurz vor der Verkündung auf dem Petersdom zusammen bricht.

Er wandert rastlos umher, ist in Gedanken versunken und scheint sich erst langsam der Tiefe seiner Situation bewusst zu werden. Ein hinzugezogener Psychoanalytiker versucht mit ihm zu reden, aber ohne konkreten Erfolg. Wie auch, wenn einige Dutzend Kardinäle und der Sekretär des Papstes ihm über die Schulter schauen und sein Fragenspektrum einschränken? Und so wandert der neue, unverkündete Papst umher, teilweise auch außerhalb des Vatikans, und versucht sich zu finden oder anderweitig klarzukommen.

Und genau bei diesem ziellosen Umherstreifen entkommt Melville seinen ständigen vatikanischen Schatten. Er quartiert sich in einem Hotel ein, redet mit den dortigen Schauspielern eines kleinen Theaters und man sieht ihm an, dass er langsam anfängt sich besser zu fühlen.

Der Sekretär des Vatikans verschleiert unterdessen die Flucht des Papstes und lässt einen Schweizergardisten in dessen Wohnung die Vorhänge rascheln und dergleichen um den Eindruck von Anwesenheit zu erwecken. Die Kardinäle sind derweil nach wie vor im Vatikan, da das Konklave bis zur Verkündung des Papstes andauert. Die Langeweile treibt wiederum seltsame Blüten, so organisiert beispielsweise der Psychoanalytiker ein Volleyballturnier, um den Papst auzuheitern...

Gedanken

Wie würde man selbst mit solch einer Bürde umgehen? Nicht unbedingt Papst, obgleich dieses Schicksal theoretisch jeden gläubigen männlichen Katholiken ereilen kann, sondern eine verantwortungsvolle, führende und leitende Position einzunehmen. Nicht viele, um nicht zu sagen nur wenige, sind mit den dazu nötigen Fähigkeiten ausgestattet, und haben dazu noch einen Charakter, der ihnen die Nutzung dieser erlaubt.

Somit stell sich die Frage, ist man lieber Schaf, Schäfer oder Leitbock?

Und in all dem schwebt ständig der Hintergrund des Glaubens, sowohl an den Papst als auch den Christengott, und die Hoffnung auf eine Genesung des Papstes.

Mir persönlich hat der Film gefallen, aber mich faszinieren auch traditionsverfangene Gesellschaften, und mit ihren zweitausend Jahren gehört die katholische Kirche problemlos dazu. Die tollen Hüte haben natürlich auch nicht geschadet :D
Davon abgesehen bietet der Film einen interessanten Einblick in den Vatikan und irgendwo resonierte der melancholische Ton des Films mit mir. Ich mag sowas, irgendwie.

Titel: Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Regie: Nanni Moretti

Länge: 105 Minuten