Posts mit dem Label College werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label College werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 18. November 2013

Breaking Bad

 Vom abgehalfterten Chemielehrer zum Drogenbaron

Walter White ist Chemielehrer am College von Albuquerque. Er ist zuvorkommen, höflich und wurde gerade mit Krebs diagnostiziert, als er zufällig einen ehemaligen Schüler sieht, der durch pures Glück der Aushebung einer Drogenhöhle entkommt. Walter ist klar, dass er mit seinem mickrigen Gehalt weder die Medikamente für seine Behandlung, noch das College seines Sohnes oder die Mehrkosten durch das anstehende Kind wird bezahlen können.

Als sein Schwager Hank von der Drogenbehörde stolz einen Videomitschnitt von der Aushebung zeigt, realisiert Walter, dass sich mit Drogen Geld machen lässt, und zwar recht viel recht schnell.

Er stattet seinem ehemaligen Schüler Jesse einen Besuch ab und nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, beginnen die beiden in der Wüste New Mexicos Methylamine, kurz Meth, anzufertigen. Aufgrund von Walter Ausbildung und Talent als Chemiker erreichen sie einen Reinheitsgrad der Droge, der weiter über dem Durchschnitt liegt.

Jesse und Walter stellen das Zeug her, während Jesse und seine nicht abgeneigten Freunde die Ware unters Volk bringen.

Mehrere Fakten sollten aber schnell klar werden:
  • Walters Schwager Hank arbeitet bei der Drogenbehörde
  • Es gibt Konkurrenz, die der Gewalt nicht abgeneigt ist
  • Walter muss seine illegalen Aktivitäten vor der Familie geheim halten
  • Jesse war und ist selbst drogensüchtig


Ich habe hier nur Teile der ersten Staffel angerissen, und das mit voller Absicht, denn Breaking Bad ist eine der besten, wenn nicht sogar die beste Serie, die mir je untergekommen ist. Die Charaktere sind alle Menschen, nicht unbedingt nett, aber so sind Menschen halt. Sie haben Fehler, und genau das haben die Charaktere hier auch.

Und sie machen auch Fehler. Walters Ego, dass ihn immer wieder Fehler machen lässt; Jesses Drogensucht, und der stetige Abstieg von Walter in die Welt des Verbrechens.

Rechnet er anfangs nur darüber nach, wie viele Wochen er Meth herstellen und verkaufen muss, um genug Geld zu haben, seine Familie über die Runden zu bringen sobald er nicht mehr da ist, so wandelt er sich im Laufe der Zeit von Walter zu etwas anderem. Es geht um Egobefriedigung, um Stolz, darum der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen oder sie auszuschalten, und je mehr er sich wandelt, desto mehr schlüpft Walter in die Maske des Drogenbarons Heisenberg, unter der er agiert, bis man sich fragt: Wo beginnt Walter, und wo hört Heisenberg auf?

Genauso wie Jesse und Walter zueinander stehen – sind sie Leidensgenossen, Freunde, Hassfreunde, Feinde, Schüler-Lehrer…? 



Definitive Empfehlung.

Titel: Breaking Bad

Länge: 45 Minuten je Folge, 62 Folgen auf 5 Staffeln

Entwicklung: Vince Gilligan

Freitag, 30. September 2011

Bobwhite

In einer Stadt in Neuengland sind drei junge Frauen mehr oder weniger beste Freundinnen, und der Webcomic beschreibt im wesentlichen ihr Leben und das persönliche Wachstum – oder Stagnation – der drei und ihrer Clique in ihre Jahren des Studiums an der Bobwhite University.

Bobwhite ist eine Art der in Nord- und Südamerika heimischen Zahnwachteln und der Name einer fiktiven Universität in Providence, Rhode Island, USA. Sie ist das Pendant zur Rhode Island School of Design, einer Hochschule mit künstlerischer Ausrichtung. Die drei Hauptcharaktere, Cleo, Ivy und Marlene, haben dort jeweils Kurse belegt (Industriedesign, Illustration und Film, respektive) und der Webcomic folgt ihrem Studienalltag mit einem Fokus auf die Spinnereien und Interaktion der drei Untereinander sowie deren Freundeskreis.

Marlene ist das giftige, von sich selbst überzeugte Filmgenie und schnell mit Beleidigungen bei der Hand.

Ivy ist sehr letharg und entspannt und fährt trotzdem gute Noten ein, was ihr Cleo nur eine Winzigkeit übel nimmt.

Cleo ist ein halb-neurotischer Blondschopf, die Videospiele entwickeln will und sich sehr viele Gedanken um alles mögliche macht. Und vermutlich ein Roboter, wenn man ihr Arbeitspensum betrachtet.

Trotz oder vielleicht auch aufgrund dieser Differenzen kommen die drei sehr gut miteinander aus und stützen einander, wenn sie sich nicht freundschaftlich Schimpfwörter an die Stirn knallen.

Also, was macht den Comic so besonders?

Das sind viele, viele kleine Elemente, die ich nur versuchen kann hier aufzuzählen. Fangen wir einfach mal beim Stil an.

Magnolia Porter, die Autorin und Zeichnerin, zeichnet die Charaktere sehr lebendig und lebhaft, so dass ihre Gefühlsregungen oftmals keiner Sprechblasen bedürfen, sondern der Gesichtsausdruck allein schon die inneliegende Emotion rüberbringt.
Die pastelartige Koloration unterstreicht dabei diese Stimmungen nur zu gut.

Ein großer Pluspunkt ist zudem die Charakterisierung. Cleo beispielsweise ist ein Nerd, weiß dies, aber versucht trotzdem verzweifelt cool zu sein, ohne voll auf die Fresse zu fliegen damit. Vielmehr lernt sie langsam, mit ihren sozialen Ansprüchen und Realitäten umzugehen und schlussendlich so weit zu wachsen, dass sie sowohl Nerd sein, aber auch gleichzeitig eine gute Party schmeißen kann. Dass sie dabei die cholerische Marlene heimlich cool findet, zeigt nur den Realismus in ihrem Charakter.
Überhaupt ist keiner der Haupt- noch Nebencharaktere überdreht oder überzeichnet. Bei vielen kann man ohne weiteres Züge von seinen eigenen Freunden oder zumindest umgebenden Menschen erkennen, ohne die Augen dafür allzu sehr zusammen kneifen zu müssen.

Davon abgesehen ist die Handlung erfrischend normal. Es gibt keine Aliens, Monster, Elfen, oder sonstige Absonderlichkeiten, die man als Alltagsfantasy oder dergleichen bezeichnen könnte, sondern einfach nur Tag-für-Tag-Geschichten, die aber trotzdem fesselnd sind. Allerdings sind die Handlungsstränge auch dementsprechend mondän – Es geht um Kunstprojekte, Abschlussprüfungen, Männer und was halt das Leben eines Collegestudenten bewegt.

Zum Schluss noch etwas, was insbesondere bei weboriginären Inhalten angemerkt werden muss: Der Webcomic ist abgeschlossen, und es gab per se fünf Updates pro Woche, also braucht man ein bisschen Zeit, bis man das Archiv durchgelesen hat.

Titel und Link: Bobwhite

Genre: College, Uni, Tag-für-Tag, Drama

Sprache: Englisch

Seiten: ca. 700, größtenteils koloriert

Veröffentlichungszyklus: Abgeschlossen

Autorin: Magnolia Porter