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Dienstag, 27. Juni 2017

Light

 Neon-Schriftzug von Light, mit Untertitel “Sneak - Hack - Steal”

Du hast dein Gedächtnis verloren und musst entkommen.

Stell dir vor du wachst auf und erinnerst dich an nichts. Nicht wer du bist, nicht wo du bist, gar nix, Das einzige, was dir geblieben ist, sind Fähigkeiten, die mehr oder weniger jeder Mensch hat, wie Fortbewegung, Sehen, Lesen, und so weiter.

Natürlich schaust du dich um und stellst fest, dass du anscheinend an einer Studie teilgenommen hast, und einer der Nebeneffekte ist kurzzeitiger Gedächtnisverlust. Ich sage ‘anscheinend’, weil du wenig später Schnipsel findest, die behaupten, dass du das bisher einzige Subjekt warst, das überlebt hat.

Den Rest des Spiels geht es darum herauszufinden, was hier eigentlich los ist, wer du bist, und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zur bringen.

Ich hatte Light schon seit einiger Zeit auf dem Kieker und jetzt gerade war es für bloß einen Euro über Steam zu bekommen, da habe ich dann auch nicht nein gesagt. Das Spiel wird quasi ausschließlich über WASD gespielt, und man steuert sich aus der Vogelperspektive.

Wie auf den Screenshots zu sehen ist, ist das Design eher minimalistisch gehalten. Türen müssen geöffnet, Terminals gehackt und Wachen aus dem Weg gegangen werden. Der Knackpunkt ist dabei letzteres. Alle Wachen haben Sichtbereiche und patrouillieren entlang bestimmter Strecken. Sie drehen sich dabei nicht stets in der gleichen Richtung um, was das Vorbeilaufen an ihnen nicht so einfach gestaltet.

Man kann zwar die Wachen umbringen, aber das Fehlen von Wachen wird relativ schnell gemerkt und die restlichen Wachen durchkämmen dann das Gebiet nach einem. Dummerweise kann man sich nicht verstecken oder dergleichen, bestenfalls verkleiden, und selbst das täuscht die Wachen bloß aus der Ferne.

Tja, sehr viel mehr kann ich auch nicht sagen. Die Spieldauer ist sehr kurz, man kann das Spiel problemlos innerhalb einer Stunde und weniger durchspielen. Es gibt einen gewissen Wiederspielwert, weil am Ende jedes Levels ein Bewertung erfolgt, aber vermutlich wirst du häufig genug scheitern, dass du zumindest am Anfang keinen Bock auf mehrmaliges Spielen hast.
Komischerweise war der Text stellenweise ein bisschen holprig formuliert, da
s hätte besser sein können.



Sehr schnell vorbei, und allzu mehr als den Euro wäre es mir aufgrund dessen nicht wert.

Titel: Light

Entwickler: Just A Pixel

Genre: 2D, Stealth/Schleichen

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch

System: PC, Mac

PS: Ich habe die Screenshots von der Steam-Seite, aber das Spiel sieht wirklich so aus.

Montag, 18. November 2013

Breaking Bad

 Vom abgehalfterten Chemielehrer zum Drogenbaron

Walter White ist Chemielehrer am College von Albuquerque. Er ist zuvorkommen, höflich und wurde gerade mit Krebs diagnostiziert, als er zufällig einen ehemaligen Schüler sieht, der durch pures Glück der Aushebung einer Drogenhöhle entkommt. Walter ist klar, dass er mit seinem mickrigen Gehalt weder die Medikamente für seine Behandlung, noch das College seines Sohnes oder die Mehrkosten durch das anstehende Kind wird bezahlen können.

Als sein Schwager Hank von der Drogenbehörde stolz einen Videomitschnitt von der Aushebung zeigt, realisiert Walter, dass sich mit Drogen Geld machen lässt, und zwar recht viel recht schnell.

Er stattet seinem ehemaligen Schüler Jesse einen Besuch ab und nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, beginnen die beiden in der Wüste New Mexicos Methylamine, kurz Meth, anzufertigen. Aufgrund von Walter Ausbildung und Talent als Chemiker erreichen sie einen Reinheitsgrad der Droge, der weiter über dem Durchschnitt liegt.

Jesse und Walter stellen das Zeug her, während Jesse und seine nicht abgeneigten Freunde die Ware unters Volk bringen.

Mehrere Fakten sollten aber schnell klar werden:
  • Walters Schwager Hank arbeitet bei der Drogenbehörde
  • Es gibt Konkurrenz, die der Gewalt nicht abgeneigt ist
  • Walter muss seine illegalen Aktivitäten vor der Familie geheim halten
  • Jesse war und ist selbst drogensüchtig


Ich habe hier nur Teile der ersten Staffel angerissen, und das mit voller Absicht, denn Breaking Bad ist eine der besten, wenn nicht sogar die beste Serie, die mir je untergekommen ist. Die Charaktere sind alle Menschen, nicht unbedingt nett, aber so sind Menschen halt. Sie haben Fehler, und genau das haben die Charaktere hier auch.

Und sie machen auch Fehler. Walters Ego, dass ihn immer wieder Fehler machen lässt; Jesses Drogensucht, und der stetige Abstieg von Walter in die Welt des Verbrechens.

Rechnet er anfangs nur darüber nach, wie viele Wochen er Meth herstellen und verkaufen muss, um genug Geld zu haben, seine Familie über die Runden zu bringen sobald er nicht mehr da ist, so wandelt er sich im Laufe der Zeit von Walter zu etwas anderem. Es geht um Egobefriedigung, um Stolz, darum der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen oder sie auszuschalten, und je mehr er sich wandelt, desto mehr schlüpft Walter in die Maske des Drogenbarons Heisenberg, unter der er agiert, bis man sich fragt: Wo beginnt Walter, und wo hört Heisenberg auf?

Genauso wie Jesse und Walter zueinander stehen – sind sie Leidensgenossen, Freunde, Hassfreunde, Feinde, Schüler-Lehrer…? 



Definitive Empfehlung.

Titel: Breaking Bad

Länge: 45 Minuten je Folge, 62 Folgen auf 5 Staffeln

Entwicklung: Vince Gilligan

Freitag, 15. Juni 2012

Men in Black 3

14 Jahre nach dem ersten Teil kam jetzt der dritte in die Kinos, in welchem J eine Zeitreise unternimmt, nachdem K aus der Zeit getilgt wurde.

Für diejenigen, welche Men in Black nicht kennen: Es gibt eine streng geheime Regierungsbehörde, welche sich mit der Einreise, dem Aufenthalt, der Tarnung und Integration sowie der Abreise von Aliens beschäftigt, die sogenannten Men in Black. Die Erde ist quasi eine Art Weltraumschweiz. Touristen sind willkommen, aber Krieg bleibt draußen, und darum kümmern sich die MiB.

Im ersten Film wurde Will Smith als Agent J rekrutiert und von Tommy Lee Jones – Agent K – in das Prozedere und den Ablauf des ganzen Geheimdienstapparates eingewiesen, während sie sich gleichzeitig auf die Suche nach der Schabe machten. Letztere suchte auf der Erde nach einer bestimmten Energiequelle, die von ihren Erschaffern geschützt wurde. Sie würden die Erde leider lieber vernichtet sehen als die Energiequelle der Schabe zu überlassen.

Alle Erkennungsmerkmale wurden hier vorgestellt: der MiB, die technischen Spielereien (Gedächtnislöscher, auch bekannt als Blitzdings, Weltraumwummen, ...), die Dynamik zwischen J und K, die Charaktere.

Der zweite Teil ist mir nicht so gut im Gedächtnis haften geblieben, aber K wird nach fünf Jahren aus dem Ruhestand geholt, weil er als einziger der bösen Serleena bei ihrer Suche nach einem wortwörtlich machtvollen Zepter zuvorkommen kann, welches er vor 25 Jahren selbst versteckt hat. Das Problem: Vorm Ruhestand wird einem Agenten das Gedächtnis gelöscht, und es gibt keinen Entlöscher. So müssen sich die beiden in scheinbar verkehrten Rollen – J als alter Hase, K als Neuling – beeilen, damit sie Serleena ein Schnippchen schlagen können.

Leider hatte der zweite Teil nicht so gut mithalten können, aber das Problem mit Nachfolgefilmen ist endemisch. Besonders negativ haften geblieben ist mir da die Lord-of-the-Dance-Nummer des MiB-Direktors.

Im dritten Teil nun ist einiges anders. So beginnt der Film mit einem Gefängnisausbruch auf dem Mond und schwenkt dann über zur Trauerrede K's über den stepptanzenden Direktor. Dessen Nachfolgerin schien früher etwas mit K gehabt zu haben, was sich ein bisschen mit den Informationen aus dem ersten Teil beißt. Kontinuität, Leute. Wichtig!

Wie dem auch sei, J und K sind bald auf der Suche nach dem Ausbrecher, da dieser sich munter durch die Gegend meuchelt. Zum Glück sind sie vorbereitet, denn der Ausbrecher Boris hat noch ein Hühnchen mit K zu rupfen, der ihn '69 ins Gefängnis geworfen hatte.

Wäre da nicht die kleine Tatsache, dass nach einem Kopfschmerzanfall J mit einmal keinen Partner K mehr hat, ja nie gehabt hatte. Trotz den verwunderten Blicken seiner Kollegen glaubt ihm die Direktorin, denn sie kannte einen Agent K. Er starb vor über 40 Jahren im Dienst.

Hm. Seltsam.

Anscheinend gab es eine Zeitreise, in deren Konsequenz K aus der Zeitlinie getilgt wurde, und J bleibt nichts anderes übrig als Boris in die Vergangenheit zu folgen. Nicht (nur) wegen K, sondern auch wegen der Flotte Weltenfresser, die an sich seit einigen Jahrzehnten ausgestorben sind und sich gerade daran gemacht haben, die Erde wegzufuttern.

Obwohl der Film einige witzige Stellen hat, leidet er an der gleichen Sequelitis wie der zweite Teil, auch wenn nicht ganz so ausgeprägt. Dies ist sicherlich der veränderten Dynamik zwischen J und K, also dem jungen K, geschuldet. Viele der Eigenarten sind bereits bei der jungen Version vorhanden, wie der trockene, mimikfreie Humor, ohne jedoch den gleichen immerernsten Charakter zu haben, und so fragt man (und J) wie sich dieser leicht joviale K in den Griesgram verwandeln konnte, was in den Jahren vorgefallen ist, dass diese Wandlung erklären könnte.

Ich habe den Film in 3D gesehen, aber anscheinend wurde das 3D nur draufgeklatscht, wenn man von den Effekten absieht, anstatt in 3D gedreht. Schade eigentlich.

Vom Soundtrack fiel mir nur das zaghaft verwendete Titelthema auf und der erste Song vom Abspann, Back in Time von Pitbull, auf. Man hätte das Thema aber ruhig präsenter einbinden können, während Back in Time eine Dubstep-Bridge (?) hat – zumindest hört es sich so an.

Alles in allem ist dieser Teil besser als der zweite und immer noch schlechter als der erste. Nett, aber nicht toll.

Titel: Men in Black 3

Regisseur: Barry Sonnenfeld

Länge: 106 Minuten

Im Nachhinein fällt mir gerade auf, der griesgrämige K hatte in den Filmen mehr Liebschaften als der großmäulige J... interessant.

PS: Heimlicher Star: Griffin.

Mittwoch, 30. November 2011

Raum

Stelle dir vor deine Welt besteht nur aus einem Raum, du hast nie etwas anderes kennen gelernt, quasi dein ganzes Universum besteht aus vier Wänden, einer Tür, einem Oberlicht und deiner Mutter.

Du bist 5 Jahre alt.

Du bist Jack.

Dies ist Raum.

Jack freut sich auf seinen fünften Geburtstag. Er ist ein überaus kluger Junge, er kann bereits lesen und schreiben, kennt viele Wörter und ist überaus aufgeweckt. Seine Ma hat ihn über alles lieb, und er sie. Sie ist von morgens bis abends für ihn da. Sie macht ihm Frühstück, badet ihn anschließend, spielt mit ihm, schaut mit ihm fern (aber nur eine Sendung lang, sonst wird das Gehirn zu Mus). Danach spielt sie nochmal mit ihm, und macht ihm anschließend Mittag. Daraufhin bekommt er etwas, kurz vorm Mittagsschlaf, nach welchem sie wieder mit ihm spielt. Das können auch Lernspiele sein, wie zum Beispiel Papagei, bei dem Jack aus dem Kopf nachsagen muss, was Fernseher davor gesagt hat. Falls Jack ein Wort davon nicht kannte, erklärt Ma es ihm. Schon bald ist es Zeit für das Abendbrot, danach darf Jack wieder ein bisschen fernsehen. Seine beste Freundin ist Dora. Mit ihr geht er immer auf Entdeckungsreise und sie fragt ihn Sachen, und wenn er ihr hilft, dann freut sie sich. Die anderen Fernsehpersonen machen das nicht. Ma erzählt Jack oft Geschichten, auch wenn er alle schon kennt, oder liest ihm aus einem der Bücher vor, die er auch schon alle kennt. Aber vor 21 Uhr muss Jack in den Schrank und aus machen, denn dann kommt Old Nick. Ma mag Old Nick nicht. Jack hat Old Nick noch nie gesehen, außer ein bisschen durch den Schlitz in Schranktüre. Wenn Old Nick da und Jack in Schrank, aber noch nicht eingeschlafen ist, dann zählt er das Quietschen vom Bett.

Wie man sieht, die gesamte Geschichte ist aus der Sicht von dem Kleinkind Jack geschrieben, der in seinem ganzen Leben nur den Raum kannte, dessen Inhalt, seine Mutter und was ihm der Fernseher zeigte. Über den Verlauf der ersten beiden (von insgesamt fünf) Abschnitte wird Jack immer mehr klar, dass jenes, was er als nicht-echt kannte – alles im Fernseher – anscheinend doch echt-echt ist, so wie er oder Ma.

So erzählt ihm seine Mutter von der Außenwelt (das Draußen), und versucht ihm klar zu machen, dass vieles aus dem Fernsehen echt und real ist. Ein entscheidender Moment dürfte dabei ein Flugzeug gespielt haben, welches weit oben am Himmel flog und durch das Oberlicht zu sehen war – das stetig ähnliche Bild war unterbrochen.

So entwickelt Ma einen Plan, und setzt ihn zusammen mit Jack in die Tat um. Der Haken an der Sache: Für den Plan muss Jack sterben...

Klingt ja fast wie ein Klappentext °_°

Ich breche hier lieber mit dem Inhalt ab, weil ihr das Buch ja selbst lesen sollt, aber soweit ich es beschrieben habe, geht es etwa bis zur Hälfte.

Doch was ist Raum in Wirklichkeit? Es ist die Geschichte einer Entführung, Jahre nach dem Akt, einer Gefangenschaft, regelmäßiger Vergewaltigung und all dies aus den Augen und dem Verständnis eines Kindes.

Vieles von dem, was Jack's Mutter erzählt, begreift der Junge noch gar nicht, weil er nicht die Sozialisierung und geistige Reife hat, um die Zusammenhänge zu begreifen. Nicht so für die Leser, für uns stellt sich ein anderes Bild dar.

Eine junge Frau, zu damaliger Zeit Studentin im ersten Semester, wird von der Straße weg entführt, betäubt, in eine vorbereitete, schalldicht isolierte Gartenlaube gesteckt und über Jahre täglich vergewaltigt. Als sie schwanger wird und die Frucht dieser Gefangenschaft gebärt, steht Old Nick geschockt daneben, während das Kind mit unglücklich um den Hals gewickelter Nabelschnur bei der Geburt erstickt. Als sich eine zweite Schwangerschaft abzeichnet, lässt Ma (Jack kennt nur diese eine Bezeichnung für seine Mutter) Old Nick bei der Geburt nicht in ihre Zelle und gebärt Jack alleine.

Nur so zum klar stellen: Jack's Mutter ist 27. Sie kam in ihr Verlies mit 19 Jahren. Die Handlung spielt in der Jetztzeit.

Aber was macht den Reiz des Romans aus, wenn man mal von seiner tragischen Geschichte absieht? Die Welt aus Jack's Sicht. Seine Unterscheidung in echt und nicht-echt, sein Unglaube über Draußen, die Naivität seines Alters und die Erkenntnisfähigkeit weit jenseits eines Fünfjährigen. Es ist innereienverdrehend durch den Hintergrund und doch zugleich schön.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne traurige oder emotionale und hoffnungsvolle Geschichten liest.

Titel: Raum

Autor: Emma Donoghue

Verlag: Piper

ISBN: 978-3492054669 (Gebunden, 416 Seiten)

Es gab da noch ein schönes Zitat, aber ich hab's vergessen...