Posts mit dem Label Kampfkunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kampfkunst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 24. April 2014

Ansatsu Kyoushitsu – Attentatsunterricht


Wir bringen unseren weltenzerstörenden Lehrer um!

Die Mondsichel war früher eine optische Erscheinung, jetzt ist sie Realität geworden – 70% des Mondes sind verschwunden, und keiner weiß warum.

So ganz stimmt das nicht, denn die Schüler der Klasse 3E aus der Kunugigaoka Mittelschule (gleichwertig zur 9. Klasse) haben einen euern Lehrer, der nicht von dieser Welt zu kommen scheint. Er ist gelb, hat Tentakeln, einen kugelrunden Kopf und ein dämliches Grinsen. Er ist für die großteilige Zerstörung des Mondes verantwortlich, kann sich mit grob 20-facher  Schallgeschwindigkeit bewegen und will nichts lieber tun als seine Klasse zu unterrichten. Da weder Militär noch sonst irgend etwas ihm bisher etwas antun konnte, erlaubt er im Gegenzug den Schülern seine Klasse ihn auf jedwede (nicht den Unterricht störende Weise) mit speziellen Mitteln anzugreifen, die ihn verletzen könnten, wenn er denn getroffen werde würde. Haben sie damit innerhalb eines Jahres keinen Erfolg, wird er die Erde genauso zerstören, wie er es mit dem Mond getan hat.

Man kann nicht konkret von Hauptcharakteren sprechen, sondern vielmehr von Fokuscharakteren, da die über 20 Schüler verschiedentlich gut ausgearbeitet werden. Ein gewisser Fokus (ha!) wird dabei auf Nagisa gelegt, der schmächtig und androgyn ist. Meist ist er zusammen mit Kayano der Sprachrohrcharakter, der für den Leser die verschiedenen Einblicke in das Schulleben gibt oder erklärt.

Als Verbindungsstelle zum und für das Militär dient der fadenscheinig als Sportlehrer getarnte Karasuma, der unter anderem die verschiedenen Waffen und sonstigen Materialien zur Verfügung stellt, welche die Schüler für ihre Attentate benötigen.

Dem entgegen steht die ungemeine Gabe von Koro-sensei, so der Spitzname des Monsters, seinen Schülern selbst den schwierigsten Stoff verständlich, nachvollziehbar und anwendbar zu vermitteln, teilweise als Attentatsbeispiele und dergleichen. Er opfert sich für seine Schüler auf, wenn auch nicht mit seinem Leben. Teilweise muss er das aber auch, denn die Kunugigaoka-Schule und allen voran ihr Direktor bzw. Vorsitzender verfolgt eine rigorose Ausgrenzungspolitik gegen die 3E, die für alle anderen Schüler als Negativbeispiel hinhalten muss. Die A-, B-, C- und D-Klassen werden von der Furcht beherrscht in der E zu landen und behandeln daher die Ausschussschüler wie Abschaum.

Insgesamt hat mich der Manga mächtig an GTO (Great Teacher Onizuka) erinnert, mit schwachen Science-Fiction-Elementen und einer gehörigen Prise Spionage- bzw. Agentenkram.



Er hat mir ziemlich gut gefallen.

Titel: Ansatsu Kyoushitsu (übersetzt: Attentatsunterricht)

Autor: Yūsei Matsui

Länge: 7 Bände

Status: Laufend

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Geschmack von Rost und Knochen

Ali trägt Stéphanie auf dem Rücken aus dem Meer

Wie man sich aus Schicksalsschlägen hilft



Ali ist Mitte zwanzig und neuerdings alleinerziehender Vater. Ohne Geld und Plan kommen er und sein fünfjähriger Sohn bei seiner Schwester an der Côte d'Azur unter. Ihre Lage ist als Kassiererin auch nicht gerade rosig, und so sucht Ali sich einen Job als Türsteher. Dabei trifft er Stéphanie, eine lebhafte junge Frau, die als Orca-Trainerin im örtlichen Großraumaquarium arbeitet. Er versucht sie abzuschleppen, hat aber keinen Erfolg.

Stück für Stück arbeitet sich Ali weiter und als Wachmann beginnt ein Kollege ihm einen Fuß in die Welt der Wettkämpfe zu geben – wortwörtlich. Als ehemaliger Boxer hat Ali gefallen an Kämpfen gefunden und trainiert, um bei diese neuen Hobby über Wetten Geld zu verdienen.

Dann kommt von Stéphanie ein Anruf, ob er sich mal mit ihr treffen wolle. Ali stimmt zu und die Treffen wiederholen sich, es bildet sich eine Art Freundschaft. Haken an der Sache: Mittlerweile sind Stéphanies Beine unterhalb der Knie amputiert, sie lebt von ihrer Krankenversicherung und ist, wenn nicht selbstmordgefährdet, dann doch dicht dran und niedergeschlagen.

Ali mit seiner panzerhaften Subtilität kümmert das nicht und zeigt ihr, dass sowas einen nicht vom Leben abhalten muss. Bei ihm selbst ist das Leben aber auch nicht eitel Sonnenschein. Öfters versäumt er seinen Sohn von der Schule abzuholen, und seine jähzornige Ader ist auch nicht gerade ein Erziehungssegen.



Rost und Knochen ist ein französischer Film, dessen Handlung nicht von irgendwelchen Besonderheiten oder Intrigen lebt, sondern von den Menschen und ihren banalen Leben. Eine Karriere wird zerstört, und mit ihr ein Mensch. Bindungsängste, woher sie auch immer kommen mögen, und ihre Konsequenzen. Die Mauer zwischen sich und der Umwelt, zwischen sich und Gefühlen. All dies wird nicht angesprochen, aber thematisiert.

Alis Schwierigkeiten und Frustration darüber, mit seinem Sohn eine Verbindung aufzubauen steht im Gegensatz dazu, wie er sich zwanghaft von jeder tiefergehenden Beziehung fernhält. Stéphanie Sturz in ein tiefes seelisches und persönlich Loch, und wie sie sich mithilfe von Ali da wieder herauszieht, und möglicherweise ein stärkerer Mensch wird als sie es zuvor war. Wie zwei gebrochene Menschen einander stützen können, wie zwei Steinbögen zusammen eine Tür bilden können.

Interessant ist auch, wie der Regisseur verschiedene gesellschaftliche Probleme anspricht: Indirekt, subtil, nicht direkt durch Opfer oder Täter, sondern durch Betroffene und Mittelmänner.



Mir hat Der Geschmack von Rost und Knochen gut gefallen, aber ich kann mir auch vorstellen, dass er manch einem zu nahe gehen kann.

Titel: Der Geschmack von Rost und Knochen

Regie: Jacques Audiard

Länge: 122 Minuten

Was sagt es über mich, dass bei Rost und Knochen mir der Titel reichte, um den Film sehen zu wollen?

Freitag, 5. Oktober 2012

The Expendables 2

Explosionen und Prügeleien

Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich euch mit einer Handlungsbeschreibung langweilen sollte… Baah.

Expendables 2 hält was es verspricht: Explosionen, Schlägereien, und das war's glaube ich auch.

Stallone ist mit seiner Actionbrigade unterwegs und soll den Inhalt eines Flugzeugsafe bergen, bloß ist er mit seiner Truppe nicht der einzige mit Interesse daran – auch van Damme hat ein Auge darauf geworfen. Bloß ist van Damme der Böse und hat dementsprechend keine Skrupel, so dass er aus Stallone den Safeinhalt erpresst, bloß um anschließend das Druckmittel trotzdem zu töten.

Das Druckmittel war zugleich neustes und jüngstes Mitglied von Stallones Truppe, so dass alle auf Rache sinnen. Und glücklicherweise tun sie dabei sogar etwas gutes, denn der Safeinhalt war eine Karte zu fünf Tonnen waffenfähigen Plutoniums.

Der Rest der Handlung ist ziemlich vorhersehbar, aber damit will ich euch nicht langweilen, sondern lieber etwas auf das Drumherum eingehen. So wie bereits der Vorgänger ist auch Expendables 2 eine Hommage und Ehrerbietung an die Actionfilme der 80er und 90er. Die ganzen alten Krachbummhelden treten auf – Silvester Stallone, Dolph Lundgren, Arnold Schwarzenegger, Jet Li, Jean-Claude van Damme, Geheimer Charakter und ein paar, die ich nicht kenne. Und im Prinzip spielt jeder das gesammelte Klischee seiner Filmografie.

Dabei ist alles in einem ironischen Unterton, allein Arnies unentwegten Kommentare, dass er wiederkommen wird, oder Geheimer Charakter, der eine halbe Armee alleine auslöscht (entsprechend den Geheimer-Charakter-Witzen), sollten Beweis genug sein. Davon abgesehen wird quasi der ganze Humor von typischen Actionsprüchen und dem Verhalten der Charaktere untereinander getragen.

Hinzu kommen noch die Effekte. Da fast ausnahmslos mit großkalibrigen Waffen geschossen wird, sind die Wunden… grafisch spektakulär. Fehlende Köpfe sind normal, und allein aus morbidem Interesse würde ich mal gerne wissen, wie viele innerhalb des Films gestorben sind.

So bleibt nur zu sagen, gutes Actionkino mit starker, humorvoller Note.

Titel: The Expendables 2

Regie: Simon West

Länge: 103 Minuten

Samstag, 8. Oktober 2011

Priest

Seit Anbeginn der Zeit kämpfen zwei Spezies auf der Welt um die Vorherrschaft, die Menschen und die Vampire. Jahrhundertelang waren die Menschen nicht mehr als Vieh und Nahrung für die Vampire, und was die Menschen in festungsartige Städte trieb. Erst mit der Entwicklung einer Waffe gegen die Vampire konnten sich Menschen wieder aus ihren Festungen wagen. Die Priester, Kämpfer menschlichen Blutes und doch geschickt und schnell genug um es mit den unmenschlichen Vampiren aufzunehmen, jagten den Feind und töteten ihn, wieder und wieder und wieder und jagten ihn solange, bis die Vampire nur mehr in Reservaten leben konnten.

Soviel zur Hintergrundgeschichte. Es ist die klassische Postapokalypse:
  • Mad-Max-Umwelt (Wüsten, Sand, Felsen, Trockenheit), 
  • totalitäre Obrigkeit (Kirche, Rituale, Kutten, Uniformen),
  • ehrliche Menschen versuchen in der Außenwelt sich ein Leben aufzubauen und schlussendlich
  • die Bedrohung der Überreste der Menschheit durch einen unmenschlichen Feind.
Der tituläre Priester trägt mit seinem Glauben an ein Wiedererstarken der Vampire Eulen nach Athen, denn die Obrigkeit glaubt ihm nicht und brandmarkt ihn nach dessen vorhersehbaren Reaktion als Ketzer, der von den anderen Priestern zur Strecke gebracht werden soll. Natürlich hat unser Titelheld eine dunkle und aufgewühlte Vergangenheit, natürlich steckt mehr hinter den Vampiren, natürlich beißt ihm seine Vergangenheit ins Bein, und natürlich beißt er zurück.

Der Film ist somit wirklich vorhersagbar. Es gibt keine überraschenden Wendungen, und ehrlich gesagt nichts, was ihn positiv oder negativ hervorheben würde aus dem Einheitsbrei des actionlastigen Popcornkinos.

Hintergrund

Hm. Angeblich soll dieser Film auf dem gleichnamigen Mahnwa basieren, aber nach dem Überfliegen der Handlung des letzteren scheint mir "angeblich" noch ein zu starkes Wort zu sein. "Hat die Buchrücken aus der Ferne gesehen" würde vielleicht besser passen.

Nichtdestotrotz hat der Film einige schöne Effekte (der Regisseur hat seine noch aktiven Wurzeln in dieser Zunft), Verbrechen gegen die Gesetze der Biologie und Physik und na ja, Popkörnigkeit halt. Für einen DVD-Abend oder zur Hintergrundberieselung reicht es.

Titel: Priest

Länge: 87 Minuten

Regisseur: Scott Stewart