Niedliche Alltagsgeschichten vom Land
Meine Meinungen zu Filmen, Bücher, Comics und allgemein jedweder Medienveröffentlichung, die mir vor die Augen oder unter die Griffel kommt.
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Freitag, 6. März 2020
Non Non Biyori (& NNB Repeat)
Labels:
21. Jh,
Adaption,
Animation,
Anime,
Gegenwart,
Japan,
Japanisch,
Jugendliche,
Kinder,
Schule,
Situationskomik,
Slice-of-Life,
Tag-für-Tag
Mittwoch, 19. Februar 2020
Flüstern des Meeres – Ocean Waves
Ein merkwürdiger Ghibli
Flüstern des Meeres ist der für mich unerwartetste Ghibli, den ich bisher gesehen habe, vielleicht mit Ausnahme von Tränen der Erinnerung.
Dienstag, 11. Februar 2020
Oresuki
Bekennende Parodie üblicher Harem-Anime
Joro ist ein liebenswürdiger und freundlicher Kerl. Oder zumindest verhält er sich so, scheinbar blind gegenüber den offensichtlichen romantischen Zeichen, die seine Sandkastenfreundin und Energiebündel Himawari und die elegante Schülerratspräsidentin Cosmos ihm geben. Doch in Wirklichkeit ist Joro alles andere als das: er wünscht sich nichts lieber als der Protagonist eines Haremanime zu sein, und gibt zu diesem Zweck zur vor ein netter Kerl zu sein. Sein wahres Wesen ist manipulierend und zynisch. Aber wir wären nicht in einem Haremanime, wenn es nicht zu einem Liebesgeständnis nach dem anderen kommen würde: Himawari/Cosmos führt Joro zu einer Parkbank, um ihm etwas zu gestehen: Sie hat sich in Sun verliebt und bittet den liebenswürdigen Joro darum, sie mit seinem besten Freund zu verkuppeln.
Tja, Hauptcharaktere eines Haremanime spielen nicht die zweite Geige. Aber Joro lenkt schnell um und entscheide beiden zu helfen, sicher im Wissen, dass welche auch immer nicht Suns Freundin wird, sich sehr wahrscheinlich anschließend in Joro verlieben wird, denn er ist ja so ein liebenswürdiger Mensch. Dann kommt Mauerblümchen Pansy ins Spiel, gesteht Joro ihre aufrichtige Liebe (auf der gleichen Parkbank wie Himawari und Cosmos!), aber sagt ihm zugleich, dass ihr seine unaufrichtige Gutheit missfällt und sie den zynischen und manipulativen Joro, den sie das letzte Jahr über gestalkt hat, viel lieber mag.
Unzufrieden mit der Situation Joro fragt sie halslaut, „Bist du die Einzige, die in mich verliebt ist?“ Und somit sind wir beim Titel der Serie und dem Ende der ersten Folge.
Ja, es ist so eine Serie. Oresuki ist sich nicht nur der typischen Stilmittel und Tropen von Haremserien bewusst, nein, es spielt mit diesen, untergräbt sie, dekonstruiert sie. Der ahnungslose Protagonist ist nicht ahnungslos, die typischen Archetypen wie Sandkastenfreundin, gehobene Dame, Mauerblümchen oder Tsundere sind nicht in den Hauptcharakter verliebt und ihre Liebe ist weder bedingungslos noch beständig.
Vielmehr ist die Welt von Oresuki durchweg zynisch, aber auf eine liebevolle Weise. Der Autor, bzw. die Macher, denn die Serie ist die Umsetzung einer mehrbändigen Light Novel Reihe, zeugen von ihrem Wissen über die Klischees in Romantischen Komödien und verwenden diese, ohne dem Zuschauer eine einfache Daumenregel zu geben, ob diese nun ehrlich verwendet oder auf den Kopf gestellt werden. In ehrlicher Haremanimemanier bleibt es beispielsweise nicht bei ,bloß‘ 3 weiblichen Optionen (siehe Titelbild), aber zugleich ist Joro nicht der einzige – oder beste – Manipulator unter den Charakteren.
Genauso scheut sich Joro auch nicht, gelegentliche Seitenkommentare zu geben, wie beispielsweise die unausweichliche Badefolge, die es nur im Anime und nicht in der Light Novel gab.
Apropos Light Novel, die 12 Folgen der Serie decken anscheinend die ersten vier Bände ab, aber nach aktuellen Stand gab es zumindest in Japan 12 Bände, und die Serie endet halboffen. Der aktuelle Handlungsstrang wird mit einer kommenden OVA im Sommer 2020 angeblich sein Ende finden.
Alternative Zusammenfassung: Eine Gruppe egoistischer, manipulativer Ärsche in einem Liebesvieleck zieht sich gegenseitig zu Boden, bevor sich alle in realisierter echter Freundschaft wieder aufhelfen, aber die alten Gewohnheiten sind schwer abzulegen.
Titel: Oresuki – Are You The Only One Who Loves Me?
Regie: Noriaki Akitaya
Länge: 12 Folgen à 24 Minuten (auf Wakanim)
Sprache: Japanisch mit deutschen Untertiteln
Sonntag, 26. Januar 2020
Kipo und die Welt der Wundermonster
Optimistische Postapokalypse für Kinder
Während Kipo sehr gerne die ihr unbekannte Oberwelt erkunden würde, ist ihr ultimatives Ziel zu ihrem Vater zurückzukommen. Dabei trifft sie auf Wolfi, ein junges Mädchen, dass sich die letzten Jahre alleine auf der Oberfläche durchgeschlagen hat und sich dementsprechend verhält – sie ist grobschlächtig, martialisch, und immer in einem Wolfsfell gekleidet. Später kommen Benson und Dave hinzu, ersterer ist ein Junge mit einer Vorliebe für Hiphop und stets auf der Suche danach, seine Kasettensammlung auszubauen, sowie sein bester Kumpfel Dave. Dieser ist ein Mutant, der stetig seine verschiedenen Lebensphasen (Puppe, Larve, „Jugendlich“, Erwachsen, Rentner) durchmacht. Unglücklicherweise wechselt er zwischen seinen Phasen zu den ungünstigsten Zeiten.
Und so machen sich die vier auf die Suche nach einem alternativen Eingang in Kipos Untergrundheimat. Dabei stoßen sie auf eine Vielzahl eigener Kulturen, die teilweise mehr, teils weniger stark von Menschen zu inspiriert scheinen. Es gibt Wissenschaftswölfe, Dubstepbienen, Kolibribomber, Holzfällerkatzen, kurzum: eine vor Fantasie sprühende Welt, die trotz postapokalyptischer Szenerie auf dem metaphorischen Maßstab zwischen Idealismus und Zynismus fest auf der Seite des Idealismus angesiedelt ist. So gibt es beispielsweise eine Wiese, auf der sich haushohe, achtbeinige Megahunde tollen und miteinander spielen, scheinbar ohne eine Sorge in der Welt.
Das Design der Figuren – zumindest der menschlichen – erinnert mich mit den etwas kantigen Gesichtszügen an die Teen Titans, aber das sage ich wahrscheinlich bloß, weil das mein nächstliegender Referent ist, ich habe aber keine Ahnung, ob es zwischen den Serien irgend eine tatsächliche Überschneidung gibt. Interessanter ist vielmehr, dass die Vorlage der Serie ein mittlerweile depublizierter Webcomic. Und ich sehe gerade, dass Rad Sechrist, der Autor, davor bei verschiedenen Studios als Charakterdesigner und Storyboarder arbeitete. Hm, vielleicht daher? Wie dem auch sei, das ist meiner Erfahrung nach sehr ungewöhnlich.
Der Optimismus der Charaktere ist ansteckend, ihre Charakterisierung solide, und die Welt einfach sehr schön gestaltet, während die Musik die Szenen sehr schön untermalt. Man merkt, dass jemand hier bildliche Ideen hatte, die auch visuell umgesetzt werden mussten.
Die deutsche Übersetzung und Synchronisation durch Hermes Synchron GmbH kamen mir auch recht gut vor, aber nicht herausragend. Auf wenn das jetzt etwas negativ klang, ist das nicht als solches gemeint. Zum Beispiel bin ich sehr davon begeistert, dass die internen Lieder größtenteils übersetzt und gesungen wurden (und wieso sind die nicht auf dem Soundtrack?). Andererseits war ich ein bisschen enttäuscht, dass bei den diversen Wortspielen nicht mal versucht wurde, diese umzusetzen. Bei einigen ist klar, dass sie schwer sind: wie soll man zum Beispiel den Bezug von Scarlemagne (der Charakter hat Narben, also scar, und Karl der Große heißt auf Englisch Charlemagne) auf Deutsch umsetzen? Soll man den Charakter etwa Kerb der Große nennen? Andererseits wären da die kofferwortigen humming bombers, die ganz stumpf als Kolibribomber übersetzt wurden. Da hätte man stattdessen auch Kolibomber nehmen können. Außerdem scheinen die deutsche Synchronisation und die deutschen Untertitel separat übersetzt worden zu sein? Zumindest sind die Untertitel nicht einfach die Texte der Synchronsprecher. Das gibt im Vergleich auf jeden Fall Einblicke in die (möglicherweise) verschiedenen Übersetzer.
Aber ich beschwere mich hier gerade auf hohem Niveau; die Animationen sind flüssig, die Bilder schön anzuschauen, kurzum: mir hat die Serie sehr gut gefallen, so dass ich mich auf eine neue Staffel freue. Wobei ich vom bingen der Serie abrate, dafür ist sie visuell einfach zu schön, man sollte sich schon ein paar Tage geben um die Folgen sacken lassen.
Daumen hoch, mehr davon.
Titel: Kipo und die Welt der Wundermonster
Schaffer: Radford Sechrist
Länge: 10 Folgen à 24 Minuten (auf Netflix)
Sprache: Englisch, Deutsch
Labels:
23. Jh,
Adaption,
Animation,
Anthro,
Deutsch,
Eigene Welt,
Englisch,
Erweiterte Welt,
Jugendliche,
Kinder,
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Komödie,
Laufend,
Monster,
Postapokalypse,
Serie,
Situationskomik,
Webcomic,
Zukunft
Samstag, 18. Januar 2020
Luna
Hyperkapitalismus und Dynastiendrama
Um die 2050er begann die ausschweifende Besiedlung und Industrialisierung des Mondes durch die sogenannten Fünf Drachen: die Mackenzies, die Suns, die Woronzows, die Asamoahs und die Corta. Diese Familien führten dieses Unternehmung an, und sie bestimmen die Politik und die Gesellschaft auf dem Mond, denn obgleich die Familien miteinander reden, sind sie auch alle in Konkurrenz miteinander.
Die Reihe spielt größtenteils um 2100. In die Welt eingeführt werden wir durch Marina, die sich als erdgeborene Tagelöhnerin auf dem Mond alles verdienen muss: Wasser, Luft, Kohlenstoff, Daten. Diese vier Elemente sind immer im Handel auf dem Mond, und ist das persönliche Konto nicht gedeckt, dann wird einem das betreffende abgedreht. Durch Glück kommt sie an einen Job bei den Cortas als Kellnerin und wird später als muskulöse Erdgeborene Leibwächterin für den Klan. Mit ihr stolpert der Leser durch die Familienpolitik, die politischen Ehen, die Eheverträge, Vertragsbrüche, und sogar durch Duelle auf den Tod.
Sie ist aber nicht die einzige Hauptfigur, sondern bloß die Einführung zu den Cortas, denen wir im Verlauf der Reihe folgen. Mit ihrer Spezialisierung auf 3He-Extraktion aus dem Mondregolith sind sie einer der Drachen und halten mit ihren Lieferungen die Lichter auf der Erde am brennen. Aufgrund ihres brasilianischen Erbes und Hintergrundes (und weil sie der „jüngste“ Drache sind) betrachten die Suns und vor allem die Mackenzies sie abfällig und machen ihnen gerne Claims streitig oder ziehen vor Gericht.
Ich wusste ja schon länger, dass der Mond eine herbe Geliebte ist, aber während Heinlein dies optimistisch darstellt, ist McDonalds Version das pessimistische Zerrbild. In einer durch reinen Kapitalismus beherrschten Welt gibt es keine Sozialsysteme, keine Rechte, keine Polizei, und keine höhere Autorität, auf die man sich berufen könnte, sondern nur Verträge und Schiedsgerichte. Auf dem Mond ist alles käuflich, einschließlich der Leben, denn man lebt immer auf Miete. Die Luft in den eigenen Lungen gehört einem nicht, genauso wenig wie das Wasser in den Zellen – all das hat man von der Lunar Development Corporation (Kapitalgesellschaft zur Mondentwicklung) gemietet.
Wenn man sich aber im Gegenzug die Erde anschaut, die in der Reihe bloß eine Nebenrolle darstellt, dann würde man dort auch nicht unbedingt leben wollen. Multiresistente Krankheiten sind die Norm, der Klimawandel führt regelmäßigen Wetterextremen, und der technologische Fortschritt hinkt mehr als ein Pirat mit Holzbein.
Dem Mond zugutehalten muss man, dass die Spektrumnatur von Sexualität und Geschlechteridentität so anerkannt ist, dass sie gar nicht erklärt wird, sondern einfach als Hintergrund vorhanden ist.
Ich weiß nicht so recht, wie ich die Reihe verorten soll. Die Welt von Luna ist schon ziemlich cool, aber so dystopisch, dass ich trotz des technologischen Fortschritts nicht in ihr Leben würde wollen.
Titel: Luna (bzw. Luna: New Moon), Luna: Wolfsmond (Luna: Wolf Moon), Luna: Drachenmond (Luna: Moon Rising)
Autor: Ian McDonald
Sprache: Deutsch (Heyne), Englisch (Tor)
Länge: 3x 416–449 Seiten
Labels:
21. Jh,
22. Jh,
Buch,
Drama,
Erotik,
Feudalismus,
Fortsetzung,
Hörbuch,
Jugendliche,
Mond,
Science Fiction,
Sexualität,
Weltraum,
Zukunft
Freitag, 10. Januar 2020
Kaguya-sama: Love is War
Wer sich zuerst verliebt, verliert!
Was machen zwei hochbegabte und überstolze Oberschüler, die sich ineinander verguckt haben und die von ihrer Erziehung und Umgebung unter höchsten Ansprüchen stehen? Sie versuchen den jeweils anderen zu einem Liebesgeständnis zu verleiten, denn…
Liebe ist Krieg!
Das ist im wesentlichen der Aufhänger von Kaguya-sama: Love is War. Die namensgebende Kaguya Shinomiya ist Vizepräsidentin des Schülerrates der hochrenommierten Shuchi'in-Schule und Tochter aus hohem Hause. Bei den regelmäßigen Prüfungen schneidet sie immer ganz oben ab. Ihr Gegenstück ist Miyuki Shirogane, Präsident des Schülerrates, der bisher immer den ersten Rang bei den Prüfungen belegt hat, aber aus bescheideneren Verhältnissen stammt.
Für Shinomiya liegt das Problem nicht nur in ihrem Eingeständnis, dass sie Gefühle für ihren Präsidenten hegt, sondern auch darin, dass sie die Erwartungen ihrer Mitschüler an sie als Vize-Präsidentin und Erbin des Riesenkonzerns Shinomiya, erfüllen will und muss. Daher steht es ihr nicht frei, Shirogane ihre Gefühle zu gestehen, geschweige denn nach einem Date zu fragen. In einer ähnlichen Position, aber mit leicht anderen Zwängen, befindet sich Shirogane. Er hat zwar nicht die gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen, da er aus ,normalem‘ Hause kommt, aber auf ihm lastet die Vorbildfunktion als Schülerratspräsidenten und der Leistungsdruck, in allem schulischen Bester zu sein (auch und insbesondere wenn er kein Talent für das Fach hat). Er kann und will Shinomiya nicht seine Gefühle gestehen, da dies für ihn einer Niederlage gleichkommen würde.
Und aus diesen Widersprüchen ergibt sich die Komik in Kaguga-sama. Die beiden sind Hals über Kopf ineinander verschossen, aber wie es in romantischen Komödien üblich ist, bringen sie die wichtigen Worte und Taten nicht über sich, weil dies eine Niederlage dem anderen gegenüber wäre. Beide sind durch ihre Umgebung so auf ein gegeneinander gebürstet, dass für sie Liebe ein Nullsummenspiel ist.
Damit das ganze kein Kammerstück ist, gibt es natürlich noch weitere Charaktere: die lebenslustige Chika Fujiwara mit Politikerblut und den nerdigen und latent depressiven Yu Ishigami mit fragwürdiger Vergangenheit. Es ist wahrscheinlich, dass in der vor kurzem angekündigten zweiten Staffel Miko Iino auch noch auftreten wird, aber da ich den Manga nicht gelesen habe, kann ich nichts zu ihr sagen.
Die zwölf Folgen spalten sich immer in drei relativ unabhängige Geschichten auf, an deren Ende durch den Erzähler immer entschieden wird, wer die aktuelle ,Schlacht‘ gewonnen hat. Die Geschichten erfüllen oftmals die typischen Erwartungen, die man an einer romantischen Komödie an einer Oberschule stellen kann: ein Schüler fragt um Rat in Sachen Liebe (weder Shirogane noch Shinomiya sind allzu bewandert in dem Thema und versuchen sich durchzumogeln ohne aufzufallen), bei Regen muss sich ein Schirm geteilt werden, das von zuhause mitgebrachte Mittagessen, Besuch von der ausländischen Partnerschule, etc.
Mir gefiel (und gefällt) die Prämisse nach wie vor, wie abhängig man sich von den Erwartungen Anderer macht, und wie sehr diese Erwartungen dem Erlangen von ein bisschen Glücklichkeit im Wege stehen können. Üblicherweise bin ich es von Romcoms gewohnt, dass die beiden Hauptcharaktere es nicht über die Lippen kriegen, weil es ihnen peinlich ist und sie Angst haben, von ihren Mitschülern etc. ausgelacht oder aufgezogen zu werden. Es ist nicht so, dass die Beiden bei Kaguya-sama nicht das gleiche Problem haben, sie haben das, aber es macht Spaß zuzuschauen, wie die Beiden im Prinzip versuchen sich gegenseitig zu verführen, ohne dass es offensichtlich ist, dass sie es versuchen.
Um als Beispiel die Folge mit dem Regenschirm heranzuziehen: Shirogane fährt üblicherweise mit dem Rad zur Schule, aber er wusste, dass es regnen würde, also nahm er die Bahn und einen Klappregenschirm. Als Shinomiya sagt, dass ihr Chauffeur sie den Tag nicht abholen kann, sieht Shirogane seine Chance: er weiß, dass Shinomiya keinen Schirm dabei hat. Doch er muss sie dazu bringen, ihn dazu zu bitten, mit ihm den Schirm zu teilen.
Allerdings hat Shinomiya natürlich einen Schirm mit, weil sie wusste, dass es regnen würde. Und sie vermutet, dass Shirogane das nicht weiß; genauso vermutet sie, dass Shirogane einen Schirm dabei hat, denn er kam ohne Rad (die Fahrradständer sind leer).
Und so folgt man den Argumenten und Gegenargumenten, welche die beiden sich wie in einem Detektivduell an den Kopf werfen, bis Fujiwara ihnen ihren Schirm in die Hand drückt und Shirogane und Shinomiya zusammen in den Regen hinaus schickt.
Also zumindest ich werde mit Vorfreude auf die zweite Staffel warten.
Titel: Kaguya-sama: Love Is War
Regie: Mamoru Hatakeyama
Autor der Vorlage: Aka Akasaka
Länge: 12 Folgen à 24 Minuten (auf Wakanim)
Sprache: Japanisch mit deutschen Untertiteln
Donnerstag, 2. Januar 2020
Girls’ Last Tour
Mit der besten Freundin dem Ende entgegen
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| Die entvölkerte, mehrebenige Stadt |
Weder für die Beiden noch für den Zuschauer ist es wichtig, was genau diese Stadt entvölkert hat, denn dies ist nicht der Sinn des Anime. Es gibt zwar Hinweise, wie zum Beispiel das Datum und die Bilder im Fotoapparat, aber diese sind nicht der Fokus und auch nicht das Ziel von den Beiden. Statt sich mit einem klassischen Handlungsbogen zu beschäftigen, schaut man Chi und Yuu zu, wie sie ihr Krad durch ein zerfallene, kilometerlange Gebäude steuern und sich ganz nebenbei über dieses und jenes und ihre Umgebung unterhalten. Der Zuschauer (bzw. Leser) folgt den beiden, wie sie sich Stück für Stück ihrem Ziel, die Spitze der Stadt zu erreichen, nähern. Dabei stolpern oder irren sie nicht voller Verzweiflung durch die Stadt, wie man es vielleicht von den (vermutlich) letzten Überlebenden eines Dorfes erwarten würde, sondern suchen scheinbar bloß nebenbei nach Lebensmitteln. Sie scheinen zu wissen, dass sie am Ende ihres Weges nicht wirklich Rettung erwartet und haben sich bereits oder versuchen sich damit abzufinden. Solange Chi und Yuu einander haben, können sie ihr Los ertragen.
Ich glaube, um dieses Werk richtig zu verstehen, sollte ich wohl kurz mal „Mono no Aware“ anschneiden. Dieses japanische Konzept lässt sich als „Der Pathos der Dinge,“ oder auch „Das Herzzerreißende der Dinge“ übersetzen und meint im wesentlichen, dass man sich ob der Vergänglichkeit und Endlichkeit von etwas abfinden muss. Man kann traurig sein, aber es zugleich akzeptieren. Wie sehr man das Licht einer Kerze auch liebt, irgendwann wird sie heruntergebrannt sein. Man mag traurig über dieses Ende sein und mit der Kerze Mitgefühl haben, aber man akzeptiert die Unabwendbarkeit.
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| Verlassenes Kriegsgerät + Wasser = Springbrunnen |
Dabei sind die beiden Hauptcharaktere gute Gegenspieler. Die schwarzhaarige Chi ist pflichtbewusst und belesen und steuert das Krad, während die blonde und sorglose Yuu auf dessen Ladefläche liegt und sich auf die nächste Mahlzeit freut. Die beiden kümmern sich umeinander, nicht nur weil sie es müssen, sondern auch weil sie es wollen. Sie haben zwar ein diffuses Ziel, die oberste Ebene der Stadt zu erreichen, aber sie haben dieses eher, weil es ein brauchbares denn nützliches Ziel ist. Sie überleben um des Überlebens Willen auf dieser ihrer letzten Tour durch eine längst entvölkerte Welt.
Der Anime basiert übrigens auf der gleichnamigen 6-bändigen Mangareihe von Tsukumizu und setzt gut 2/3 der Vorlage um.
Ich habe das Gefühl, ich kann irgendwie nicht so richtig ausdrücken, was genau mich an der Serie so fasziniert. Ist es die Melancholie? Das postapokalyptische Setting? Das niedliche Charakterdesign? Der schöne Soundtrack? Ich kann es nicht festmachen, ich weiß bloß, dass mir die Serie sehr gut gefällt.
Es schadet auf jeden Fall nicht, dass sie mich in dieser melancholischen Grundstimmung an Hitoshi Ashinanos Yokohama Kaidashi Kikō / Yokohama Shopping Trip erinnert, das zwar auch irgendwie in einer dem Weltuntergang nahen Welt spielt, aber doch auch ganz anders ist.
Eine sehr schöne, melancholische Serie.
Titel: Girls’ Last Tour
Regie: Takaharu Ozaki
Länge: 12 Folgen à 24 Minuten (auf Netflix)
Sprache: Japanisch mit deutschen Untertiteln, Deutsch
PS: Das mit den militärischen Uniformen hat eine bestenfalls nebensächliche Bedeutung.
Samstag, 18. Mai 2019
Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai
Das war mal eine interessante Serie.
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| Sakuta: Protagonist |
Sein Leben verläuft (meistens) in den gewohnten Bahnen, aber als er in einer Bibliothek eine Mitschülerin aus einem höheren Jahrgang in einem Playboyhäschenkostüm herumlaufen sieht und keiner darauf reagiert, ist ihm klar, dass es jetzt wieder etwas anders wird. Mai, die namensgebende „Bunny Girl Senpai” der Serie ist bereits seit frühen Jahren eine Schauspielerin, aber in letzter Zeit scheinen immer weniger Menschen auf ihre Anwesenheit zu reagieren, ja sie scheint für mehr und mehr unsichtbar zu werden.
Natürlich nimmt sich Sakuta sich ihrer und des Problems an.
In der Welt von Bunny Girl Senpai hat Sakuta ein vermeintliches Pubertätssyndrom ausgemacht, bei dem Jugendliche ihre psychologischen Probleme in die Welt manifestieren. Ein Cybermobbing-Opfer bekommt körperliche Wunden, welche ihre seelischen Malträtierungen widerspiegeln; zwei gegenseitig neidische Schwestern tauschen ihre Körper; eine von Selbstzweifeln und Komplexen zerfressene Person kann ihre Idiosynkratischen Wünsche nicht mit sich selbst vereinigen und spaltet sich in zwei Personen auf. Und Sakuta nimmt es immer wieder auf sich, diese Probleme zu lösen, denn er selbst trägt noch die Narben seines eigenen Pubertätssyndroms mit sich herum.
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| Mai: Bunny Girl Senpai und Syndromträger |
Sie ist nicht unbedingt nachahmenswert, aber auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Relevant: Trotz des Titels gibt es bloß sehr wenige Szenen mit dem Bunny Girl, und obgleich Sakuta immer Mädchen hilft, ist dies kein Harem-Anime. Viel mehr ist es eine erfrischende Abweichung davon, wie Sakuta von vornherein klar macht, dass er nur für Mai Gefühle hat, und wie Mai im Gegenzug Sakuta Vertrauen entgegenbringt. Sie kennt seinen Retterkomplex und wenn sie ihn in einer seltsamen Situation mit einem anderen Mädchen vorfindet, wartet sie auf eine Erklärung anstatt ihn vorschnell zu verurteilen.
Gewissermaßen ähnliche Serien: Die Monogatari-Reihe (Bakemonogatari, Nisemonogatari, …), die schon fast im gleichen Universum spielen könnte, und Chūnibyō Demo Koi ga Shitai! (Love, Chunibyo & Other Delusions), wo solche besonderen Vorkommnisse definitiv Phantasiegespinste sind.
Löblich zu erwähnen ist noch das Opening, „Kimi no Sei” von The Peggies, das sich mir direkt ins Ohr gepflanzt hat.
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| Die anderen Pubertätssyndromträger |
Regie: Sōichi Masui
Länge: 13 Episoden à 24 Minuten
Sprache: Japanisch mit deutschen Untertiteln (auf Wakanim)
Sonntag, 6. August 2017
Unser Leben dort
Robinsonade eines Kolonieabbruchs
Unser Leben dort erzählt die Geschichte einer fehlgeschlagenen Kolonie auf einem fremden Planeten. Anstatt wie geplant 500 erwachsene und voll ausgebildete Menschen in eine vorbereitete Kolonie zu entlassen, schlägt etwas schief und die Künstliche Intelligenz (KI) führt einen Abbruch der Kolonie durch, der aber wiederum abgebrochen wird. Kaum sechzig halb ausgebildete Jugendliche schaffen es aus den brennenden Überresten der Kolonie.
Fortan wird die Geschichte aus der Perspektive von Porter erzählt, der ursprünglich als Psychologe vorgesehen war, aber genau wie alle anderen sich weit jenseits seines Ausbildungsfeldes betätigen muss. Er knüpft Bande mit anderen Kolonisten, die sich alle in derselben Lage wie er befinden, und berät dabei den neuen Anführer, Stevens, über den geistigen und moralischen Zustand der Kolonie.
Doch allzu schnell kommt es zu Konflikten, denn Stevens hat andere Prioritäten als die KI, die möglichst schnell eine Nachricht nach Hause schicken will.
Soviel dazu.
Ich war sehr überrascht von der introspektiven Ich-Perspektive von Porter, aber in Anbetracht seiner – wenn auch abgebrochenen – Ausbildung als Psychologe war das wohl vorherzusehen. Porter bemüht sich wie alle anderen sich in dieser überaus unerwarteten Situation zurechtzufinden, Freundschaften zu pflegen, und vor allem zu überleben.
Da er, wie alle anderen Überlebenden, etwa 15 Jahre alt ist – die Reifung und Ausbildung der Kolonisten war bei weitem nicht abgeschlossen – versucht er natürlich seine Platz in der Welt zu finden, und was diese Gefühle bedeuten, die er für seine Freunde entwickelt. Ist es Liebe, und wenn, welche Art, brüderlich, freundschaftlich, oder romantisch?
Mir hat diese Ausarbeitung und introspektive Herangehensweise seltsamen Anklang gefunden. Einerseits möchte ich es, einen überlegenden Charakter zu haben, der sich für die Gefühle seiner Freunde interessiert, und auch sorgt, wie sie auf sein Verhalten reagieren werden, andererseits konnte es auch etwas nervig sein. Ein bisschen ambivalent, ich weiß, aber so was es halt. Irgendwie erinnert mich das ganze an die Kapitel aus Michels Perspektive in Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie.
Alles in allem gut, und das erste mir bekannte Werk, das aus der Perspektive der Produkte dieser Art von Von-Neumann-Sonde erzählt.
Titel: Unser Leben dort
Autor: Hugh Howay (Übersetzer: Alfons Winkelmann)
Länge: 296 Seiten (65k Wörter)
Labels:
Abenteuer,
Außerirdische,
Buch,
Deutsch,
Drama,
Hörbuch,
Ich-Erzähler,
Jugendliche,
Reife,
Science Fiction,
Zukunft
Sonntag, 8. Juni 2014
Superman: Secret Identity
Clark Kent wird mit den Supermancomics getriezt
In den Comics hat Superman eine geheime Identität, die den Namen Clark Kent trägt. In der Realität hat die Familie Kent einen skurrilen Humor, nennt sie ihren Sohn gerade deswegen Clark.
Man kann sich vorstellen, wie dieser Name sich auf sein Schulleben auswirkt – es werden gerne Witze über ihn gemacht, und die typischen dummen Sprüche ergeben sich ja quasi wie von selbst. Zu seinem Glück ist Clark nicht gerade ein sozialer Mensch, so dass ihn das nicht so sehr fertig macht, wie man denken könnte. Er geht diesen Problemen eher aus dem Weg und bietet seinen Mitschülern somit keine Angriffsfläche.
Das ist keine Flucht, sondern vielmehr fühlt er sich auch alleine wohl. Bei einem seiner Campingtrips jedoch passiert etwas seltsames – nach einem Albtraum wacht er zehn Meter in der Luft schwebend auf. Sein Name, wie es der Zufall so will, war anscheinend passend gewählt.
Aber Clark ist nicht gerade dumm, er kennt die Gefahren und Risiken eines Superheldenlebens schon lange bevor er aus unerfindlichen Gründen Superkräfte hat, und er ist sehr, sehr vorsichtig. Wenn er Leute rettet, dann nur im Kostüm, aus der Logik heraus, dass jeder Zeugenbericht im Sinne von "Superman hat mich gerettet" nicht für voll genommen werden wird. Clark verbringt regelmäßig Zeit damit, Menschen aus misslichen Lagen, Unfällen, Katastrophen und teilweise auch Kriegen zu retten und anderweitige Hilfsaktionen durchzuführen, zeigt sich aber dabei niemals der Öffentlichkeit. Es gibt zwar Gerüchte, aber es bleibt stets bloß bei eben solchen.
Das geht auch jahrelang gut, bis eine Rettung sich als Falle des Militärs entpuppt und Clark ohnmächtig zu Boden geht…
Normalerweise lese ich kein/kaum US-Comics, aber Secret Identity hatte mir gefallen, als er raus kam, und da ich gerade eh im Comicladen war, habe ich ihn mir geholt. Auch gut zehn Jahre nach meinem erstmaligen Lesen und ebenso lange nach dem Erscheinen ist die Geschichte nach wie vor sehr interessant und fesselnd.
Wie eingangs beschrieben ist Clark nicht dumm. Er weiß, dass das Militär und wer weiß noch alles ihn untersuchen und auseinandernehmen würden, bis sie alles über ihn und seine Kräfte in Erfahrung gebracht hätten. Gerade deswegen entscheidet er sich trotz einer zuerst noch unschlüssigen Meinung gegen seine Offenbarung. Stattdessen gibt er einer Reporterin Interviews – verkleidet und unter höchster Vorsicht – und zeigt der Welt im Prinzip, dass es sowas wie ihn gibt, aber mehr auch nicht.
Der Comic ist im Prinzip als Memoiren oder Tagebuch geschrieben, und Clark erzählt von seinem Leben, seinen Sorgen, und den stillen Konflikt, den er sich später mit dem Militär liefert. In vielerlei Hinsicht ist Clark Kent genau das, was er ist: Clark Kent, Autor und Familienvater, und wie jeder Mensch hat er Geheimnisse. Bloß seines ist ein bisschen größer. Er arbeitet nicht beim Daily Planet in Metropolis, aber er ist Autor in Manhatten. Bis auf seine Frau weiß keiner von seinen Fähigkeiten. Und er ist ziemlich zufrieden damit, und mit seinem Leben.
Graphisch ist Secret Identity nicht von den üblichen überzeichneten Charakteren bevölkert, es gibt keine Adonis- und Nymphenkörper. Stattdessen sind alle Menschen menschlich und wunderbar normal.
Hat mir sehr gut gefallen! Aber ich mag generell Geschichten, die andere Winkel zeigen :)
Titel: Superman: Secret Identity
Autor: Kurt Busiek
Illustration: Stuart Immonen
Länge: 208 Seiten, durchgehend farbig
Labels:
20. Jh,
21. Jh,
Charaktergetrieben,
Comic,
Gegenwart,
Helden,
Jugendliche,
Militär,
Reife,
Superkräfte,
USA
Dienstag, 6. Mai 2014
The Servant Lord
Weil es den Göttern nicht ganz egal ist
Vorab: Es geht um den zweiten Band aus der Chaos-Gott-Reihe von Aneeka Richins, wovon der erste, The Wanted Child, letztes Jahr rauskam, The Servant Lord dieses Jahr und der nächste Band für das nächste Jahr geplant ist. Wenn du den Ersten also noch nicht gelesen hast: Spoiler.
Ki's Absorption eines weiteren Dämonen hat sie ihre Menschlichkeit gekostet und ihre Seele zerschmettert, aber nicht nicht ihren Willen. Sie hofft nach wie vor, vertraut nach wie vor auf Tavk und ihren Pakt mit dem Chaosgott. Sie wird ihr Happy End bekommen. Sie wird mit ihrer Familie vereint werden. Alles muss, nein, alles wird gut werden!
Aber erst muss sie noch die drei Monate für De's Training nutzen, bis der Held die von den Schwesterngöttinnen Gesegnete Maggie heiraten wird. Wieder und wieder jagt sie ihn durch Übungsszenarien, die ihn mit den Gestürzten Landen vertraut macht, auch wenn sein Training gegen Dämonen noch verbessert werden kann.
Zugleich kann Ki aber De nach wie vor nicht berühren aufgrund des Dämons in ihr. Eingesperrt in einem metaphorischen Gefängnis in ihrem Verstand rüttelt die gestaltgewordene Gier im Verließ und will frei sein. Als es aus Versehen doch zu einer Berührung kommt, fließt De's Energie nicht dem Dämon zu, sondern ruht in Hilfsbereitschaft in Ki's Geist – ein verwirrender und ungewöhnlicher Umstand.
Derweil scheint das Steigende Genie Meoif in seiner Rebellion mit den Göttern Erfolg zu haben. Während sie ihn nicht aus den Steigenden Landen gehen lassen wollen, will er zu seiner verbannten, gottgehassten Tochter und Frau in den Gestürzten Landen. In seinem Zorn und seiner Sturheit hat er Mittel ersonnen, mit denen die Tore zwischen den Landen in Mitleidenschaft genommen werden.
Aufgrund all dieser Faktoren wird die Hochzeit von De mit Maggie vorverlegt, um De etwas von der Macht der Gesegneten Maggie abzugeben. Aber etwas geht schief und Ki bleibt nichts anderes übrig als Hals über Kopf in die Gestürzten Lande zu fliehen…
Im zweiten Band springt die Perspektive zwischen Ki und De hin und her, und oft genug auf eine wundervoll frustrierende und befriedigende Weise. Mehrmals habe ich in mich geflucht, als ein Kapitel spannend endete und erwartete, dass die Erzählung zur jeweils anderen wechseln würde, bloß um dann angenehm überrascht zu werden.
Wir erfahren mehr von De's Vernarrtheit in seine Rolle als Held, während Maggie als tragische Figur ob ihrer Rolle und Unwissenheit Mitleid seitens des Lesers erfährt. Das macht zwar nicht ihren nervigen Charakter wett, aber es relativiert doch recht stark.
Persönlich ist es äußerst interessant, dass man De und Ki in einer Art romantischer Beziehung sehen kann, die sie sich aber beide nicht eingestehen, weder gegenüber sich selbst oder irgendwelchen anderen. Zugleich kann man es aber auch als eine der seltenen Freundschaften beschreiben, bei denen man füreinander recht wortwörtlich durch Pech und Schwefel geht, weil man die andere Person einfach so sehr wert schätzt, dass man sie nicht verlieren will, ohne Romantik oder zumindest Sexualität als nennenswert zu betrachten.
Ich habe ein allgemeines Gefühl, dass Richins mit diesem Buch noch etwas gewachsen ist, die Dialoge wirken zum Beispiel besser geschliffen.
Ich freue mich schon auf den dritten Band. Leider noch ein Jahr :/
Titel: The Servant Lord (übersetzt: Der Herr der Diener)
Autorin: Aneeka Richins
Länge: 280 Seiten
Sprache: Englisch, Mittel
Labels:
Abenteuer,
Buch,
Drama,
Eigene Welt,
Englisch,
Fantasy,
Jugendliche,
Laufend,
Magie,
Monster,
Religion,
Weltuntergang
Freitag, 2. Mai 2014
The Wanted Child
Weil es den Göttern egal ist
Die Welt ist viergeteilt, und es gibt ihrer drei Pantheons mit je drei Göttern. Die Gestürzten Lande, brachliegend in steter Dämmerung, von Dämonen und Gestürztem Chaos, Tavk, beherrscht; Wohnstatt aller verbannten, sowie der beiden anderen Gestürzten Götter. Die Gemeinsamen Lande, bewohnt von gottlosen Menschen, aber mit Tempeln für einige der neun Götter. Die Schwesterlande, zwanghaft kontrolliert von der Hohen und Tiefen Schwester, mit der machtlosen Schwester Chaos. Die Steigenden Lande, mit den stetig konkurrierenden Hohen Steigenden Gott und Tiefen Steigenden Gott, ein technologisches Paradies.
Ki ist eine Dienerin Gestürzten Chaos', und ihr schelmischer Gott hat ihr gerade einen neuen Auftrag erteilt: Sie soll sich in den gemeinsamen Landen melden und dort ein Kind unterweisen, oder babysitten, weder die Stellenanzeige noch Tavk sind in diesem Aspekt sehr aussagekräftig. Also reist Ki widerwillig durch die Länder-verbindenden Tore in die Gemeinsamen Lande um die Stelle anzunehmen. Weder ist sie dabei mit der Aufgabe – Babysitten! – noch Tavk allzu glücklich. Sie hat mit dem Chaosgott vor vier Jahren einen Pakt geschlossen, so ziemlich die einzige Regel, an die er sich hält, während alle anderen Götter diverse Götterregeln haben, an die sie sich halten und deren Bruch ihren Anhängern den Status Gott-gehasst einbringt (vergleichbar mit dem mittelalterlichen vogelfrei: jeder kann diese Person ohne Strafe töten).
In den Gemeinsamen Landen angekommen stellt sich heraus, dass das „Kind“ der 18-jährige De ist, prophezeiter Held und seines Zeichens Erfinder. Ki soll ihm nicht unbedingt Heldentum lehren, sondern vielmehr das Überleben in den Gestürzten Landen, einem unfruchtbaren und dämonenverseuchten Ort. Seine bisherigen Lehrer waren da eher… einschleimend als effektiv. Ki hingegen ist von der Arbeit zwar nicht gerade angetan, aber kann sich arrangieren.
Es gibt aber mehr als einen Haken an der Sache: De ist der prophezeite Held, der das Gesuchte Kind töten soll, welches für den drohenden Weltuntergang verantwortlich gemacht wird; es gibt einen Dämon im Haus, der von einem Gott geschützt wird; De's Mutter ist eine Priesterin der Hohen Schwester; und einmal dürft ihr raten, wer das Gesuchte Kind ist…
The Wanted Child ist nominell das Erstlingswerk von Aneeka Richins, aber sie hat bereits mehrere Romane geschrieben, bei denen sie sich wegen selbstbeurteilter unzureichender Qualität gegen eine Veröffentlichung entschieden hat.
Das merkt man, im positiven Sinne. (Wenn ich dagegen an Ralf Iredi's Schlüssel des Kosmos denke, überkommt mich ein kalter Schauer.)
Gutes Buch, ich freue mich schon auf Richins nächsten Werke. (The Servant Lord habe ich schon.)
Titel: The Wanted Child
Autor: Aneeka Richins
Seiten: 234
Sprache: Englisch, Mittel
Die Welt ist gut ausgebaut und in sich schlüssig, die Charaktere sind in vielen Aspekten glaubwürdig und gut abgerundet. Was aber vornehmlich Ki in meinen Augen etwas unglaubwürdig macht, ist dass sie auf eine elementare Charaktereigenschaft gebaut ist. Ki ist Hartnäckigkeit, Sturheit, Determination in Person, während De wie ein heißblütiger, naiver, abenteuerhungriger Held wirkt. Im Verlauf der Handlung wächst zumindest De, oder bekommt mehr Tiefe, während ich mir bei Ki noch etwas unschlüssig bin.
Die Erzählung folgt dabei ausschließlich Ki, wenn auch nicht aus der Ich-Perspektive, was zusammen mit Ki's Alter, 15 Jahre, eine Note von Jugendroman bzw. Young Adult à la den Tributen von Panem hinterlässt. Reine Feststellung, keine Bewertung.
Ich bin übrigens über Not A Villain auf Wanted Child gestoßen, und es hat mich ehrlich gesagt nicht enttäuscht. Das Englisch ist gut und lesbar, es kann aber noch gefeilt werden an ein paar Formulierungen.
Gutes Buch, ich freue mich schon auf Richins nächsten Werke. (The Servant Lord habe ich schon.)
Titel: The Wanted Child
Autor: Aneeka Richins
Seiten: 234
Sprache: Englisch, Mittel
Labels:
Abenteuer,
Buch,
Drama,
Eigene Welt,
Englisch,
Fantasy,
Jugendliche,
Laufend,
Magie,
Monster,
Religion,
Weltuntergang
Donnerstag, 24. April 2014
Ansatsu Kyoushitsu – Attentatsunterricht
Wir bringen unseren weltenzerstörenden Lehrer um!
Die Mondsichel war früher eine optische Erscheinung, jetzt ist sie Realität geworden – 70% des Mondes sind verschwunden, und keiner weiß warum.
So ganz stimmt das nicht, denn die Schüler der Klasse 3E aus der Kunugigaoka Mittelschule (gleichwertig zur 9. Klasse) haben einen euern Lehrer, der nicht von dieser Welt zu kommen scheint. Er ist gelb, hat Tentakeln, einen kugelrunden Kopf und ein dämliches Grinsen. Er ist für die großteilige Zerstörung des Mondes verantwortlich, kann sich mit grob 20-facher Schallgeschwindigkeit bewegen und will nichts lieber tun als seine Klasse zu unterrichten. Da weder Militär noch sonst irgend etwas ihm bisher etwas antun konnte, erlaubt er im Gegenzug den Schülern seine Klasse ihn auf jedwede (nicht den Unterricht störende Weise) mit speziellen Mitteln anzugreifen, die ihn verletzen könnten, wenn er denn getroffen werde würde. Haben sie damit innerhalb eines Jahres keinen Erfolg, wird er die Erde genauso zerstören, wie er es mit dem Mond getan hat.
Man kann nicht konkret von Hauptcharakteren sprechen, sondern vielmehr von Fokuscharakteren, da die über 20 Schüler verschiedentlich gut ausgearbeitet werden. Ein gewisser Fokus (ha!) wird dabei auf Nagisa gelegt, der schmächtig und androgyn ist. Meist ist er zusammen mit Kayano der Sprachrohrcharakter, der für den Leser die verschiedenen Einblicke in das Schulleben gibt oder erklärt.
Als Verbindungsstelle zum und für das Militär dient der fadenscheinig als Sportlehrer getarnte Karasuma, der unter anderem die verschiedenen Waffen und sonstigen Materialien zur Verfügung stellt, welche die Schüler für ihre Attentate benötigen.
Dem entgegen steht die ungemeine Gabe von Koro-sensei, so der Spitzname des Monsters, seinen Schülern selbst den schwierigsten Stoff verständlich, nachvollziehbar und anwendbar zu vermitteln, teilweise als Attentatsbeispiele und dergleichen. Er opfert sich für seine Schüler auf, wenn auch nicht mit seinem Leben. Teilweise muss er das aber auch, denn die Kunugigaoka-Schule und allen voran ihr Direktor bzw. Vorsitzender verfolgt eine rigorose Ausgrenzungspolitik gegen die 3E, die für alle anderen Schüler als Negativbeispiel hinhalten muss. Die A-, B-, C- und D-Klassen werden von der Furcht beherrscht in der E zu landen und behandeln daher die Ausschussschüler wie Abschaum.
Insgesamt hat mich der Manga mächtig an GTO (Great Teacher Onizuka) erinnert, mit schwachen Science-Fiction-Elementen und einer gehörigen Prise Spionage- bzw. Agentenkram.
Er hat mir ziemlich gut gefallen.
Titel: Ansatsu Kyoushitsu (übersetzt: Attentatsunterricht)
Autor: Yūsei Matsui
Länge: 7 Bände
Status: Laufend
Sonntag, 5. Januar 2014
Ganz Weit Hinten
Ein schrecklicher, schöner Sommer
Der vierzehnjährige Duncan und seine Mutter fahren zusammen mit ihrem neuen Freund X (Steve Carrell aus 40, Männlich, Jungfrau sucht) und dessen Tochter zu deren Strandhaus um dort die Sommerferien zu verbringen. Duncan ist eher ein Stubenhocker, aber X ist der Meinung, die beiden müssten eine bessere Beziehung als die derzeitige Duldung haben.
Unter anderem um diesen Bemühungen zu entgehen, und auch den feiernden Erwachsenen und Freunden von X sowie der Ablehnung seiner nicht-Stiefschwester, schnappt sich Duncan ein Fahrrad und erkundet die Umgebung. Als er einen Wasserpark findet, schaut er gelangweilt den tollenden Kindern und Erwachsenen zu.
Owen (Sam Rockwell aus Moon), der an Verantwortungslosigkeit-grenzend entspannte Verwalter des Parks kann dem Jungen nicht weiter zuschauen, wie er miesepetert und bietet ihm nach einer Führung durch den Park kurzerhand einen Aushilfsjob an. Und der (vermeintliche) Plan geht auf – Duncan legt legt den Miesepeter ab. Zumindest auf Arbeit, doch dann wird er von den Entwicklungen im Strandhaus zurück geholt…
Ganz Weit Hinten folgt Duncan, nicht nur in der Ablehnung und Verschließung gegenüber X, sondern auch wie er sich Owen öffnet und dieser sich mit Duncan anfreundet, nicht aus einem Pflichtgefühl heraus und herablassend, sondern aus freien Stücken und auf gleicher Augenhöhe.
Duncan gewinnt Freunde und Anerkennung im Wasserpark, und nicht nur von Owen, die ihm in der neuen "Familie" verwehrt bleibt aus dem Selbstverständnis von X für die Vaterrolle.
Ganz Weit Hinten ist dabei weder opulent in Bild noch Ton, sondern vor allem angenehm in seiner Unaufdringlicheit.
Ein schöner Sommerfilm im Winter.
Titel: Ganz Weit Hinten
Regie: Nat Faxon, Jim Rash
Länge: 104 Minuten
Samstag, 28. Dezember 2013
Der Mohnblumenberg
Geschwisterliebe…
1963. Japan befindet sich mitten in seinem Wirtschaftswunder, der Koreakrieg liegt hinter in der Vergangenheit und die Olympiade in Tokio in der nahen Zukunft. Das Clubhaus der Konan-Mittelschule, obwohl strotzend vor Charmé, mangelt es ihm doch an baulicher Integrität und Sauberkeit, weswegen sein Abriss für einen Neubau droht.
Die vierzehnjährige Umi umsorgt ihre Familie, nachdem der Familienvater vor Jahren auf dem Meer umkam und ihre Mutter zur Zeit in den USA unterrichtet. Nichtsdestotrotz macht sie morgens und abends essen und ist den Tag über in der Schule.
Shun ist im Literaturclub und eine der Führungspersonen für die ganzen Clubs. Umi wird auf ihn aber erst aufmerksam, als er bei in einer Protestaktion vom Hausdach in den daneben liegenden Tümpel springt. Genauso wie die anderen Schüler in den diversen Clubs des Hauses hängt sein Herz an dem Clubhaus und an dem, was es repräsentiert.
Mit ihrer Hilfe um den Erhalt des Clubhauses entwickelt sich Stück für Stück zwischen Umi und Shun etwas, das mit Freundschaft beginnt und zu Zuneigung führt. Doch als Umi ihm ein Bild ihres Vaters zeigt, der Shun verblüffend ähnlich sieht, zieht sich Shun zurück. Was Umi unbegreiflich ist, ist für Shun nur logisch, denn er weiß, dass seine Eltern ihn zwar lieben, aber auch dass er bei ihnen abgegeben wurde…
Waren die letzten Filme vom japanischen Animationsstudio Ghibli mit fantastischen Elementen durchsetzt, so reiht sich Der Mohnblumenberg eher in die Tradition einiger voriger Werke (Stimme des Herzens, Tränen der Erinnerung). Die vertrauten Elemente von Magie fehlen und auch die epischen Hintergründe sind allein schon aufgrund des Handlungsortes, einer Küstenstadt in der Nähe Tokios, nicht ganz so episch wie man es kennt.
Die Handlung selbst ist nicht so kinderfreundlich, wie man dem typischen Vorurteil vor Trickfilmen vermuten lassen würde. Im wesentlichen folgt der Verlauf der Entwicklung um Umi und Shun und wie üblich verrate ich nicht wie es ausgeht.
Die Musik ist unaufdringlich, es gibt aber fünf oder sechs Gesangsphasen unterschiedlicher Länge, die dafür gut in die Handlung eingebunden sein – ein leises vor sich her singen beim Kochen, oder ein Chorlied um die Lehrer abzulenken.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Film etwas für ein älteres Publikum ist, die auch in den vierzigern bis sechzigern aufgewachsen sind, aber ansonsten…
Mir hat er gut genug gefallen, aber es war kein Reißer.
Titel: Der Mohnblumenberg
Regie: Gorō Miyazaki
Länge: 92 Minuten
Labels:
2. Weltkrieg,
20. Jh,
Anime,
Deutsch,
Drama,
Fiktion,
Japan,
Japanisch,
Jugendliche,
Romantik,
Vergangenheit
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Eine Eiskönigin mit zwei starken weiblichen Charakteren.
Und Musik.
Und Musik.
Elsa und Anna sind Prinzessinnen von Arendelle, einem skandinavisch angehauchten Küstenkönigreich. Elsa ist von Geburt an mit der Eiszauberei gesegnet und je älter sie wird, desto größer werden ihre Kräfte. Für die beiden besten Freundinnen ist das aber unwichtig, bis Anna bei einer ihrer Spielereien verletzt wird. Aus Angst vor sich und um ihre Familie zieht Elsa sich zurück und lässt nichts und niemand mehr an sich heran.
Erst Jahre später, als ihre Krönung ansteht, traut sich Elsa ein wenig aus dem Schloss heraus um ihre Verantwortung wahrzunehmen. Anna unterdessen ist völlig aus dem Häuschen, dass die Schlosstore zumindest für einen Tag wieder geöffnet werden. Hals über Kopf verliebt sie sich dabei in den für die Krönungsfeierlichkeiten angereisten Prinz Hans – und er in sie.
Aufgeregt will sie ihre frisch gekrönten Schwester um ihren Segen für die Hochzeit bitten, aber diese lehnt ab. Als Anna sie zur Rede stellen will, verliert Elsa die Kontrolle über ihre Zauberkräfte und, erschrocken vor der Reaktion der Gäste, flieht zum Nordberg, wo sie sich zur Feier und in Akzeptanz ihrer Kräfte einen Eispalast erschafft.
Der während Elsas stürmischer Flucht schlagartig eingebrochene Winter sowie ihre Schwesterliebe treibt Anna dazu, fürs Erste Prinz Hans die Amtsgeschäfte zu übertragen und sich um die frierende Bevölkerung zu kümmern, während sie selbst sich aufmacht ihre Schwester zurück zu holen, zu ihrem eigenen Wohl, aus Liebe, und um den plötzlichen Winter zu beenden.
Unterwegs "überredet" sie Kristoff und sein Rentier Sven dazu, sie zum Nordberg zu führen.
Disneys neustes Filmwerk orientiert sich nur ganz lose an Hans Christian Andersens Vorlage und arbeitet sich selber an dem Stoff ab. Was nicht unbedingt schlecht ist, denn die Geschichte steht für sich selbst auch ganz gut.
Der Stil erinnert an den vorigen Film Rapunzel, und wie bei diesem wurde auch bei der Eiskönigin viel Wert auf die Ausgestaltung der Welt gelegt. Die Gebäude sind in sich schlüssig, die Charaktere aufeinander abgestimmt, auch wenn die Welt aus einem erwartungsgemäßen Mischmasch von Einflüssen besteht.
Im Gegensatz zu den letzten Disneyfilmen ist die Eiskönigin dieses Mal wieder mit mehreren, in die Handlung eingeflochtenen Liedern wieder ein halbes Musical. Im Gegensatz zum König der Löwen allerdings ist diesmal die charakterliche Entwicklung der beiden Hauptcharaktere Elsa und Anna wichtiger und die üblichen Spaßcharaktere kommen zwar zu Gute, fallen aber recht schnell in Nebenrollen und im Finale quasi vollkommen weg.
Gut Gefallen haben mir gewisse Wendungen. Die Eiskönigin ist nach wie vor ein Disneyfilm mit dem zu erwartenden Handlungsbogen, aber es gab Stellen die haben sich doch recht angenehm anders entwickelt als ich es erwartet hatte.
Nicht gut gefallen hat mir das Charakterdesign, das mir zu… verzweifelt niedlich war, insbesondere bei Elsa und Anna. Dafür waren die Stimmen seht gut besetzt, was insbesondere für die Gesangsrollen wichtig war, allen voran Elsa. Wenn ich an ihr Lied (siehe Abschlusskommentar weiter unten) denke, klingen mir bei unterschiedlichen Teilen das Original und die Adaption im Ohr.
Das 3D ist übrigens gut, aber nicht zwingend notwendig. Im Vorfilm, gehalten im Stil von den Micky Maus Kurzfilmen aus der Frühzeit von Disney, allerdings…
Mir hat er gut gefallen. Und ich habe wieder Ohrwürmer.
Titel: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Regie: Chris Buck, Jennifer Lee
Länge: 101 Minuten
Abschlusskommentare:
Nachdem Elsa flieht und ihren Palast wie Dr. Manhattan (aus Watchmen) aus dem Boden stampft, singt sie dabei. Es gibt aber eine meiner Meinung nach bedeutende Unterscheidung in ihrem Liedtext im Original und auf Deutsch. Sie singt nämlich "The cold didn't bother me anyway", (die Kälte störte mich eh nie) im Original, auf Deutsch aber "die Kälte ist jetzt ein Teil von mir". Ich interpretiere das so, dass sie im Englischen so tut als würde sie die Kälte akzeptieren, während sie es im Deutschen wirklich tut.
Und noch was anderes: Als Elsa am Ende ihres Liedes auf den Palastbalkon tritt, schwingt sie die Hüften als würde sie ihre Gelenke ausrenken wollen. Von dem massiv übertriebenen Schwung abgesehen kann man das problemlos so interpretieren, dass ihr Wandel zum Bösen bzw. zur Kälte sie ihre Sexualität akzeptieren lässt. Oder Selbstfindung macht sexy?
Und ich hoffe, dass diese dummen Untertitel "Neu verföhnt" bzw. "Völlig unverfroren" nicht einen schlechten Trend bei den Übersetzern setzen und Wortspiele in den Titel gezwängt werden…
Labels:
Animation,
Charaktergetrieben,
Disney,
Drama,
Eigene Welt,
Jugendliche,
Märchen,
Reife,
Situationskomik,
Vergangenheit
Freitag, 6. Dezember 2013
Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele
Gladiatorenspiele in dystopischem Regime
Es ist einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte nach unserer Zeit und Nordamerika wurde von Kriegen und Naturkatastrophen heimgesucht. Aus dieser Welt ist Panem hervorgegangen, eine diktatorische Nation. Von Kapitol, der Hauptstadt aus, unterdrückt das Regime die Bevölkerung und beutet sie aus. Als diese aufbegehrte, wurde die Rebellion grausam niedergeschlagen und ein ganzer Distrikt ausgelöscht. Als Mahnung und Erinnerung werden nun seit 74 Jahren jedes Jahr aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 ausgelost, die als Tribut alle in einer Arena Gladiatoren gleich gegeneinander kämpfen und sich gegenseitig töten müssen, denn nur der letzte Tribut gewinnt. Dies sind die Hungerspiele.
Obgleich nominell ein Tribut für die Rebellion vor einem dreiviertel Jahrhundert, geht mit dem Sieg in den Hungerspielen zugleich Vorteile in den Zuteilungen für die Distrikte einher, die bei weitem nicht autark sind sondern alle auf bestimmte Bereiche spezialisiert sind. So gibt es in manchen Distrikten auch Karrieros, die auf ihre Teilnahme in den Spielen trainieren, sei es um den Bonus oder die Ehre im Siegesfall zu erlangen.
Katniss fällt mit ihren 16 Jahren in das auslosbare Alter und lebt in Distrikt 12, dem heruntergekommensten und ärmsten Distrikt. Zusammen mit ihrer Mutter und kleinen Schwester kommt die Familie nur über die Runden dank Katniss' illegalem Jagen und Sammeln außerhalb der Distriktgrenzen, ein Vergehen auf das Tod und schlimmeres steht.
Als ihre Schwester Prim als weiblicher Tribut für den Distrikt ausgelost wird, kann Katniss das nicht zulassen und übernimmt freiwillig ihren Platz. Zusammen mit Peeta, dem gleichaltrigen Bäckerssohn, reist Katniss nach Kapitol zur Vorbereitung und Interviews sowie die anschließenden Spiele. Durch Glück, Können und Talent legen Katniss und Peeta eine beeindruckende Vorstellung im Auftakt zu den Spielen hin, doch die Spiele selbst sind etwas vollkommen anderes.
Alle Tribute starten von der gleichen Plattform aus, in deren Mitte ein übergroßes Füllhorn voll Ausrüstung und Nahrung liegt. Katniss ist durch ihr tägliches Jagen gut mit Pfeil und Bogen, aber wird sie auch ohne überleben können?
Ich gebe zu die englische Version, The Hunger Games, gelesen zu haben statt der deutschen, aber spontan fällt mir auf, dass es keine schwierig zu übersetzenden Passagen oder Referenzen gibt, so dass es ich für die deutschen Begriffe Wikipedia als Quelle genommen habe.
Problemlos lassen sich Parallelen zwischen den Tributen und dem japanischen Battle Royal ziehen, denn bei beiden kämpfen Jugendliche gegeneinander um Leben und Tod unter massiver medialer Aufmerksamkeit und Interesse sowie Einflussnahme. Allerdings sind sie aus dem emotionalen Aspekt nicht so ohne weiteres vergleichbar, denn in Battle Royal war es eine Schulklasse, die vermutlich bereits soziale Bande geschlossen hatte, während in Tribute die Spieler sich größtenteils nicht kennen, von den Karrieros abgesehen.
Von diesem Aspekt abgesehen, zeichnet Tribute eine interessante Welt auf. Der Autorin Suzanne Collins wurde im Schreiben klar, dass das geplante Finale der Spiele eine Reaktion innerhalb der Welt nach sich ziehen würde und entschied sich daher für eine Trilogie, statt von der Konzeption her die Geschichte darauf auszulegen.
Es gibt auch einen romantischen Plot zwischen Katniss und Peeta, der aber sehr gut in das Konzept der Hungerspiele eingebunden wurde, weshalb ich darauf nicht weiter eingegangen bin.
Das Englisch ist übrigens gut lesbar und ohne großschweifige Konstruktionen oder Konzepte, so dass bei Interesse oder zum Lernen sich die Originalversion anbietet.
Interessante Welt, aber größtenteils vorhersehbar
Titel: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele (Original: The Hunger Games)
Autor: Suzanne Collins
Länge: 414 Seiten (Original: 374 Seiten)
Sprache: Deutsch, Englisch (Einfach bis Mittel)
Labels:
Behinderung,
Buch,
Deutsch,
Englisch,
Erweiterte Welt,
Gewalt,
Jugendliche,
Mord,
Postapokalypse,
Roman,
Romantik,
Science Fiction,
Tragik,
USA,
Vorlage,
Zukunft
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Das Leben ist nichts für Feiglinge
Trauerarbeit
Die Familie wird aus dem Alltag gerissen, als die Frau von Markus, Mutter von Kim und Schwiegertochter von Gerlinde durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kommt.
Markus wird von der Trauer und seinem neuen Status als alleinerziehender Vater völlig überfordert und seine Freunde, die ihm seelischen Beistand wünschen, helfen auch nicht gerade. Weder schafft er es, seiner Tochter Kim zu helfen, noch sich seiner Mutter anzuvertrauen. Diese wiederum will Markus und Kim nicht mit ihrer Krebserkrankung belasten und verschweigt diese daher. Statt ihre Erkrankung und Therapie zuzugeben, gibt sie vor in Urlaub zu fahren. Erst ihrer Pflegerin Paula vertraut sie sich an…
Kim unterdessen, davor bereits in Gothic gehüllt, fängt etwas mit dem Schulabbrecher Alex an und die beiden hauen zusammen ab.
Da passiert noch mehr, aber ich sage dazu nichts.
Viel wichtiger ist der Umgang der Charaktere mit dem Tod. Markus kommt nicht mit dem Tod seiner Frau klar und funktioniert, wenn überhaupt, nur auf Autopilot. Kim lässt nichts an sich heran. Gerlinde ist tragisch berührt, aber muss sich selber mit ihrem möglichen bevorstehenden Tod auseinandersetzen.
Unterbrochen wird die Dramatik und Schwere des Themas immer wieder durch leichte komische Einwürfe, sei es nun durch Kim oder die Handlung an sich, welche einen seltsamen Gefühlsmix aus Trauer, Mitgefühl und Schmunzeln in der Magengegend hervorrufen.
Ich denke, ich werde mal die gleichnamige Buchvorlage von Gernot Gricksch lesen.
Titel: Das Leben ist nichts für Feiglinge
Regie: André Erkau
Länge: 98 Minuten
Die Familie wird aus dem Alltag gerissen, als die Frau von Markus, Mutter von Kim und Schwiegertochter von Gerlinde durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kommt.
Markus wird von der Trauer und seinem neuen Status als alleinerziehender Vater völlig überfordert und seine Freunde, die ihm seelischen Beistand wünschen, helfen auch nicht gerade. Weder schafft er es, seiner Tochter Kim zu helfen, noch sich seiner Mutter anzuvertrauen. Diese wiederum will Markus und Kim nicht mit ihrer Krebserkrankung belasten und verschweigt diese daher. Statt ihre Erkrankung und Therapie zuzugeben, gibt sie vor in Urlaub zu fahren. Erst ihrer Pflegerin Paula vertraut sie sich an…
Kim unterdessen, davor bereits in Gothic gehüllt, fängt etwas mit dem Schulabbrecher Alex an und die beiden hauen zusammen ab.
Da passiert noch mehr, aber ich sage dazu nichts.
Viel wichtiger ist der Umgang der Charaktere mit dem Tod. Markus kommt nicht mit dem Tod seiner Frau klar und funktioniert, wenn überhaupt, nur auf Autopilot. Kim lässt nichts an sich heran. Gerlinde ist tragisch berührt, aber muss sich selber mit ihrem möglichen bevorstehenden Tod auseinandersetzen.
Unterbrochen wird die Dramatik und Schwere des Themas immer wieder durch leichte komische Einwürfe, sei es nun durch Kim oder die Handlung an sich, welche einen seltsamen Gefühlsmix aus Trauer, Mitgefühl und Schmunzeln in der Magengegend hervorrufen.
Ich denke, ich werde mal die gleichnamige Buchvorlage von Gernot Gricksch lesen.
Titel: Das Leben ist nichts für Feiglinge
Regie: André Erkau
Länge: 98 Minuten
Labels:
21. Jh,
Adaption,
Charaktergetrieben,
Deutsch,
Deutschland,
Drama,
Familie,
Film,
Gegenwart,
Jugendliche,
Schwarzer Humor,
Situationskomik,
Tragikomödie
Freitag, 6. September 2013
Die Monster Uni
Witzige Fortsetzung
Witzig, aber nicht herausragend.
Titel: Die Monster Uni
Regie: Dan Scanlon
Länge: 104 Minuten
Als Fortsetzung der vorigen Pixar-Films Monster AG begeht Monster Uni den seltsamen Pfad einer Vorgeschichtenfortsetzung wie bei den Star-Wars-Filmen.
Es beginnt mit Mike Glotzkowski, einem grünen kugelförmigen Monster das größtenteils aus seinem Auge besteht. Nach einem prägenden Ereigniss möchte er ein Schrecker werden und büffelt wie ein Irrer, um auf die Monster Uni zu kommen.
Aufgrund seiner guten Noten schafft er das auch problemlos, aber zum Kinder erschrcken gehört mehr als bloß zu wissen, welche Art von Schrei man verwenden muss, es gehört auch körperliches Können dazu. Mike, eher von mickriger Gestalt ohne herausstechende schreckliche Eigenschaften, steht vor einem Problem.
Sully kommt aus einer erfolgreichen und bekannten Schreckerfamilie und hat mit so einem Büffelhengst wie Mike nichts zu tun; direkt auf der Uni angekommen wird er von der angesehensten Bruderschaft integriert. Allerdings ruht er sich auf seinen familiären Vorschusslorbeeren aus, so dass er - obgleich talentiert - schulische Schwierigkeiten hat.
Als vor der Prüfung die beiden sozial Ungleichen sich in die Haare kriegen und eine Trophäe der Dekanin zerstören, werden die beiden aufgrund ihres Verhaltens von der uni geworfen. In einem verzweifelten Versuch doch nicht von der Uni zu fliegen, ringt Mike der Dekanin eine Wette ab: Er gewinnt bei den Schreckenspielen und beweist seine Schrecklichkeit und wird im Gegegnzug nicht der Uni verwiesen.
Problem an der Sache, Die Schreckenspiele sind ein Mannschaftswettkampf, und nur die sozial niedrigste Bruderschaft nimmt Mike und den ihm eigenützig zur Seite gesprungenen Sully auf. Also müssen die beiden lernen miteinander klar zu kommen.
Wie man es bei Pixar-Filmen kennt, sind sie witzig und trotz Disney-Beteiligung merkt man keinen großen Wechsel in der thematischen Entwicklung von Monster Uni. Trotzdem ist er im großen und teilweise auch im kleinen doch vorhersehbar.
Dafür fiel mir wiedermal die Anpassung der im Bild vorkommenden Texte und soweit feststellbar gelungene Übersetzung auf.
Aber groß im Gedächtnis haften geblieben ist mir der Film nicht... Im Gegensatz zum Vorfilm, Der Blaue Regenschirm. Der war schön.
Witzig, aber nicht herausragend.
Titel: Die Monster Uni
Regie: Dan Scanlon
Länge: 104 Minuten
Labels:
20. Jh,
Animation,
Deutsch,
Englisch,
Fantasy,
Film,
Fortsetzung,
Jugendliche,
Komödie,
Monster,
Pixar,
Reife,
Situationskomik,
Universität,
USA,
Vergangenheit
Montag, 22. Juli 2013
Morphic
Womit Mensch-Pokémon-Hybride umgehen müssten…
Die Pokémon-Welt: Dave ist Genetiker und Chef bei Heywood Labs, mit Brian und einigen weiteren Angestellten. Aus einer Schnappsidee und zufälligerweise passendem Geniestreich heraus entscheiden sie sich dafür, Mensch-Pokémon-Hybride zu schaffen. Der Geniestreich entpuppt sich als wirklich folgenreich, denn es klappt – nach Bearbeitung und Kombination der genetischen Anlagen befinden sich die 8 Experimente im fötalen Stadium.
Da platzt die Bombe und die Öffentlichkeit erfährt von dem Hybridisierungsexperiment. Weder Dave noch sonstwer hatte geplant die Föten bis zur Reife zu bringen, es war mehr eine Konzeptstudie, dass so eine tiefgreifende genetische Manipulation möglich ist, aber eine Anti-Abtreibungs-Bewegung fordert die Reifung und anschließende Erzeihung der Hybriden durch die "Missetäter". Durch unglückliche PR-Entscheidungen bleibt Heywood Labs nichts anderes übrig, als sich dem öffentlichen Druck zu beugen und die Föten in künstlichen Gebärmuttern und Brutkammern auszutragen und anschließend aufzuziehen.
Die acht Hybride unterscheiden sich teilweise stark, insbesondere in den Pokémonteilen ihrer Erbanlagen: Vulpix-Mädchen (Fuchsig), Mauzi-Junge (Kätzisch), Sichlor-Mädchen (Messerpsychopath), Schwalbini-Junge (Vogel), Lampi-Junge (Angelfisch), Traunfugil-Mädchen (Geist), Roselia-Mädchen (Rose) und Schneckmag-Junge (Schneckenlava).
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Biologie altern die Kinder auch unterschiedlich stark und zeigen verschieden starke Beeinflussungen ihrer Pokémonabstammung. Nach einem Zeitsprung von zehn Jahren wird das besonders klar: Obgleich alle chronologisch etwa gleich alt sind, sind sie körperlich – und teilweise auch geistig – stark unterschiedlich, von 8 bis zu 17 Jahren alt.
Hinzu kommt, wie normale Kinder mit diesen Kindern mit Pokémon-/Tierzügen umgehen werden, ganz zu schweigen von der Kirche der Heiligen Wahrhheit…
So ziemlich die erste Pokémon-Fanfic, die ich gelesen habe und dann gleich sehr gut! Wie eingangs beschrieben beschäftigt sie sich mit Pokémonhybriden, gewissermaßen ähnlich zu Animorphs (die habe ich aber nie gelesen), aber mit einem großen Fokus darauf, wie der Alltag von solchen Hybriden aussehen würde. Als Ergebnisse von Experimenten sind sie nicht gerade mit überragenden Fähigkeiten gesegnet, so hat der Anglerfischjunge beispielsweise grenzwertig Glasknochen und der Schneckmagjunge darf sich nicht aufregen, weil sonst seine Körpertemperatur ansteigen würde, was seine menschlichen Organe beschädigen oder abtöten könnte.
Aber prinzipiell hat es keines der Kinder leicht, weil sie alle ausgegrenzt werden und Anfeindungen von religiösen Fanatikern ausgesetzt sind.
Ich wünschte, der Autor hätte mehr Zeit für die Charakterisierung aufgebracht. Obwohl er viel Fokus in die Schaffung der Welt steckte, wird dieser Aspekt beispielsweise durch die spätere rasante Handlung teilweise hinten angestellt. Hinzu kommt die große Anzahl an Charakteren in einer relativ kurzen Geschichte: Die Kinder und ihre Adoptiveltern sind zusammen schon über 20 Personen.
Trotz allem sehr interessant. Besonders die Gespräche von Dave mit dem Sichlor-Mädchen sind sehr interessant.
Titel: Morphic (URL: http://www.fanfiction.net/s/3553005/1/
Autor: Dragonfree
Länge: 60k+ Wörter (380 Seiten)
Sprache: Englisch (Mittel)
Status: Abgeschlossen
Die Pokémon-Welt: Dave ist Genetiker und Chef bei Heywood Labs, mit Brian und einigen weiteren Angestellten. Aus einer Schnappsidee und zufälligerweise passendem Geniestreich heraus entscheiden sie sich dafür, Mensch-Pokémon-Hybride zu schaffen. Der Geniestreich entpuppt sich als wirklich folgenreich, denn es klappt – nach Bearbeitung und Kombination der genetischen Anlagen befinden sich die 8 Experimente im fötalen Stadium.
Da platzt die Bombe und die Öffentlichkeit erfährt von dem Hybridisierungsexperiment. Weder Dave noch sonstwer hatte geplant die Föten bis zur Reife zu bringen, es war mehr eine Konzeptstudie, dass so eine tiefgreifende genetische Manipulation möglich ist, aber eine Anti-Abtreibungs-Bewegung fordert die Reifung und anschließende Erzeihung der Hybriden durch die "Missetäter". Durch unglückliche PR-Entscheidungen bleibt Heywood Labs nichts anderes übrig, als sich dem öffentlichen Druck zu beugen und die Föten in künstlichen Gebärmuttern und Brutkammern auszutragen und anschließend aufzuziehen.
Die acht Hybride unterscheiden sich teilweise stark, insbesondere in den Pokémonteilen ihrer Erbanlagen: Vulpix-Mädchen (Fuchsig), Mauzi-Junge (Kätzisch), Sichlor-Mädchen (Messerpsychopath), Schwalbini-Junge (Vogel), Lampi-Junge (Angelfisch), Traunfugil-Mädchen (Geist), Roselia-Mädchen (Rose) und Schneckmag-Junge (Schneckenlava).
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Biologie altern die Kinder auch unterschiedlich stark und zeigen verschieden starke Beeinflussungen ihrer Pokémonabstammung. Nach einem Zeitsprung von zehn Jahren wird das besonders klar: Obgleich alle chronologisch etwa gleich alt sind, sind sie körperlich – und teilweise auch geistig – stark unterschiedlich, von 8 bis zu 17 Jahren alt.
Hinzu kommt, wie normale Kinder mit diesen Kindern mit Pokémon-/Tierzügen umgehen werden, ganz zu schweigen von der Kirche der Heiligen Wahrhheit…
So ziemlich die erste Pokémon-Fanfic, die ich gelesen habe und dann gleich sehr gut! Wie eingangs beschrieben beschäftigt sie sich mit Pokémonhybriden, gewissermaßen ähnlich zu Animorphs (die habe ich aber nie gelesen), aber mit einem großen Fokus darauf, wie der Alltag von solchen Hybriden aussehen würde. Als Ergebnisse von Experimenten sind sie nicht gerade mit überragenden Fähigkeiten gesegnet, so hat der Anglerfischjunge beispielsweise grenzwertig Glasknochen und der Schneckmagjunge darf sich nicht aufregen, weil sonst seine Körpertemperatur ansteigen würde, was seine menschlichen Organe beschädigen oder abtöten könnte.
Aber prinzipiell hat es keines der Kinder leicht, weil sie alle ausgegrenzt werden und Anfeindungen von religiösen Fanatikern ausgesetzt sind.
Ich wünschte, der Autor hätte mehr Zeit für die Charakterisierung aufgebracht. Obwohl er viel Fokus in die Schaffung der Welt steckte, wird dieser Aspekt beispielsweise durch die spätere rasante Handlung teilweise hinten angestellt. Hinzu kommt die große Anzahl an Charakteren in einer relativ kurzen Geschichte: Die Kinder und ihre Adoptiveltern sind zusammen schon über 20 Personen.
Trotz allem sehr interessant. Besonders die Gespräche von Dave mit dem Sichlor-Mädchen sind sehr interessant.
Titel: Morphic (URL: http://www.fanfiction.net/s/3553005/1/
Autor: Dragonfree
Länge: 60k+ Wörter (380 Seiten)
Sprache: Englisch (Mittel)
Status: Abgeschlossen
Labels:
Abgeschlossen,
Erweiterte Welt,
Fanfic,
Fiktion,
Gewalt,
Jugendliche,
Kinder,
Mobbing,
Mord,
Pistolen,
Religion,
Tiere,
Tragik,
Videospiel,
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