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Dienstag, 21. August 2018

The Death and Life of Schneider Wrack

Minimalistisch: Rechts eine Faust, zum Kampf erhoben, mit sichtbaren Unterarmknochen; links der Titel und Autor; im Hintergrund ein bloß durch farbigen Horizont identifizierbarer Ozean.
Stell dir vor du wachst als Zombie auf.

Genau vor diesem Problem steht Schneider Wrack. Er wacht auf aus einem Delirium, und nicht einem von der lustigen Art, und nachdem er seinen Namen herausfindet, stellt er fest, dass hier irgendwas ganz und gar nicht stimmt.

Nämlich, dass er ein Zombie ist, sich auf einem kilometerlangen Schiff befindet, und dort in der übelsten Form von Leibeigenschaft arbeitet. Rund um ihn herum sind weitere Zombies, die genauso wie er arbeiten, aber nur er scheint sich seiner selbst bewusst zu sein. Die anderen arbeiten alle stur vor sich hin, angetrieben von aufgedunsenen Aufsehern und halbmechanischen Meeresungetümen, bis Wrack anfängt sie auch aufzuwecken. Denn wieso sollte was bei ihm geklappt hat, nicht auch bei anderen funktionieren.

Seine Motivation ist simpel: Wer auch immer dafür verantwortlich ist, Menschen ihrer letzten Ruhe zu entreißen und sklavisch arbeiten zu lassen, hat Rechenschaft abzulegen, und zwar jenen, die noch nicht mal mehr um ihr Leben bangen müssen. Und so beginnt Wracks Unternehmung auf der Tavuto eine Zombie-/Sklavenrevolte anzuzetteln.

Soviel zur Handlung, denn die Welt ist auch ein paar Absätze wert.

Wrack und viele der anderen Zombie stammen aus Lipos-Tholos, einer seit Generationen belagerten Stadt. Diese wiederum widersteht der Belagerung dank Energieschilden über der Millionenstadt und der steten Versorgung mit von der Flotte gefangenen „Meeresfrüchten“. Ich setze diese absichtlich in Anführungszeichen, denn die Tavuto fängt ihre Beute auf Ozean, einer anderen Welt, mit der Lipos-Tholos durch ein sogenanntes Lemniscatus verbunden ist.

Die Stadt selbst ist aufgrund der langen Belagerung durch eine Form von Diktatur regiert, mit allem, was damit einhergeht: Verhaftungen, Revolten, Zensur, et cetera. Untote sind ein Mythos von jenseits der Lemniscatus, zumindest dachte Wrack das die längste Zeit.

Ozean, eine der Welten jenseits der Lemniscatus, zu der nur Lipos-Tholos Zugang hat, wird von riesigen, fahlen Meeresungetümen bewohnt, von denen keiner weiß wie natürlich sie sind. Riesige, dutzendbetentakelte Kreaturen sind genauso normal wie aschfahle Hochseeanglerfischer. Man fragt sich zwangsläufig welche Biologie und Ökologie diese Kreaturen hervorbringen oder versorgen kann.

Wie dem auch sei, ein Großteil der Anziehungskraft der Welt ergibt sich aus Wracks trocknen Kommentaren; würde ein anderer Charakter die Hauptfigur sein, so wäre die Welt nur dunkel und grimm und deprimieren.

Da ich selten Horror lese, kann ich diese Aspekte des Buches nicht in Relation setzen, aber mir hat es recht gut gefallen. Allerdings wahrscheinlich bloß aufgrund des Kontrapunktes, welchen Wrack so oft anbot. Die ersten paar Kapitel schleppen sich ein bisschen hin, meiner Meinung nach, aber ab ca. Seite 40 nimmt die Handlung, und mit dieser Wrack, erst so richtig Fahrt auf.



Kürzeste Zusammenfassung: Zombie-Klassenkampf

Titel: The Death and Life of Schneider Wrack

Autor: Nate Crowley

Länge: 407 Seiten (ca 120k Wörter)

Sprache: Englisch, recht viele anatomische und ozeanische Fremdwörter

Montag, 2. Juni 2014

Edge of Tomorrow

Murmeltiertag trifft Alien-Invasion

Nach einem Fauxpas wacht der als Deserteur gebrandmarkte ehemalige Major Cage (Tom Cruise, Mission Impossible) aus dem Pressestab der US-Armee als Rekrut und Kanonenfutter für die anstehende Invasion Europas auf. Mit einem neu entwickelten Exoskellet, einem kybernetischen Kampfanzug, soll der seit Jahren stetig fortschreitenden Besetzung und Ausbreitung der sogenannten Mimics Einhalt geboten werden. Diese Aliens fielen vor einiger Zeit sprichwörtlich vom Himmel und breiten sich unaufhaltsam aus.

Als Frischfleisch hat Cage offensichtlich keine Ahnung von der Bedienung des Kampfanzugs, er kann noch nichtmal seine Waffe entsichern, als bereits im Anflug auf die französische Küste der Truppentransporter getroffen wird und Cage sowie ein paar seiner Kameraden gerade so die Landung überleben.

Am Strand entwickelt sich ein Massaker – die Mimics haben die Invasion offensichtlich erwartet, wieso auch immer. Während Stück für Stück seine ihm noch vollkommen unvertraute Einheit von den metallenen Tentakeln der Mimics aufgespießt und zerfetzt werden, schafft Cage es seine Waffe zu entsichern. Gerade rechtzeitig, um getroffen zu werden. Als ein blauer Mimic sich auf ihn stürzt, sprengt sich Cage in die Luft… bloß um anschließend wieder als Rekrut aufzuwachen.

Zu recht verwirrt durchlebt Cage den gleichen Tag nochmal, bloß wird er dieses Mal von einer hochdekorierten Elitesoldatin Rita (Emily Blunt, Lachsfischen im Jemen) gerettet, die den Beinamen "Full Metal Bitch" trägt. Mit ihrer schwertartigen Machete macht sie kurzen Prozess mit allen Mimics in der Nähe, wird aber kurz darauf wird aber von einem getötet. Es dauert nicht lange, da stirb auch Cage wieder.

Bloß um nochmal als Rekrut aufzuwachen. Und dann zu sterben. Und dann nochmal aufzuwachen. Und dann zu sterben. Durch diese Wiederholungen lernt Cage Stück für Stück mit seiner Ausrüstung umzugehen, taktisches Vorgehen, die Positionen und Zeitpunkte, bei denen Mimics am Strand auftauchen und so weiter. Bis er ein weiteres Mal auf Rita trifft, aber dieses Mal er sie rettet, und anschließend die Mimics in der Nähe platt macht.
Rita kann nur Maulaffen feil halten, als sie sieht mit welcher vorherseherischen Gabe Cage die Mimics kalt macht, bevor sie auch nur eine Bedrohung werden können.

Bloß um in einem vermeidbaren Feuerball zu sterben, nachdem sie Cage aufträgt sie das nächste Mal zu suchen.

Wie sich herausstellt ist Cage nicht die erste Person in einer Zeitschleife. Rita war genau das gleiche passiert, bei der Schlacht von Verdun, bei welcher sie ihre Berühmtheit erlangt hat. Hunderte Mimics sind durch ihre Hand gestorben, wieder und wieder, bis sie durch eine Bluttransfusion dieses Zeitsprungtalent verloren hatte. Allerdings hat sie während ihrer Wiederholungen herausfinden können, dass dieser seltsame Mimic, den Cage beim ersten Mal mit in den Tod gerissen hatte, die Fähigkeit hat die Zeit zurückzusetzen, oder seine Erinnerungen zumindest zurück zu schicken, bloß dass Cage jetzt infiziert wurde. Und die Mimics haben eine Schwachstelle, die Cage und Rita ausnutzen können – aber davor muss Cage trainiert werden…



Die lose Adaption von Hiroshi Sakurazaka's All You Need Is Kill (Erscheint im Juli bei Tokyopop, Leseprobe) ist ziemlich gut gelungen, und weist auch einen morbiden Humor auf. Erinnerten mich die ersten Szenen an eine Mischung aus Resistance: Fall of Men und Starship Troopers, so entwickelt der Film doch schnell eine eigene Dynamik.

Insbesondere durch die Zeitschleife und Cage's Wissen über alle möglichen Dinge, über die er an sich nichts zu wissen hat, sowie seine Versuche dieses Wissen anzuwenden. So wird zum Beispiel bei der Landung einer seiner Kameraden immer von einem abstürzenden Flugzeug zerquetscht, bloß um nach einem erfolgreichen Rettungsversuch Cage an seiner statt in den Boden zu rammen. Oder seine Versuche, seine – zugegebenermaßen irrsinnige – Geschichte anderen glaubhaft zu machen bringt ihm keinen Respekt ein, sondern einen Knebel. Wer also gewisse Häme gegenüber Tom Cruise verspürt, wird bei diesem Film auf seine Kosten kommen.

Die 3D-Effekte sind übrigens ziemlich gut eingebunden. Ich habe mehrmals bloß im Nachhinein festgestellt, dass ich beim Schauen gezwinkert hatte, weil etwas nicht offensichtliches auf die Kamera zugeschossen kam. Ebenso sind die Effekte alle sehr gut gelungen; insbesondere haben mich die Mimics an die Tentakeldinger aus den späteren Matrix-Filmen erinnert, auch wenn sie sich eher wie Sonic bewegten.

Sowieso erinnert die Geschichte in Aspekten, oder besser in der konzeptionellen Idee, an ein Videospiel, in welchem man nach seinem Tod an der gleichen Stelle stets neu beginnt, sich aber an die vorigen Durchläufe erinnert. Aus dieser Sicht ist es auf jeden Fall interessant zu sehen, wie diese Spielmechanik sinnvoll in eine Handlung integriert werden kann.



Alles in allem ein guter Actionfilm, auch wenn das Ende nicht überrascht.

Titel: Edge of Tomorrow

Länge: 113 Minuten

Regie: Doug Liman

Freitag, 24. Januar 2014

Exiern

Tiffany in brauchbarer Rüstung auf einer Brüstung sitzend
Geschlechtsgewandelter Barbar in "sexy" Abenteuern

Typhan-Knee ist ein klassischer Barbar – muskelbepackt, männlich, halbnackt. Kurzgesagt, ein wahrer Held.

Sein Aufgabe auf der vom König ausgerufenen Quest ist die Befreiung der entführten Prinzessin Peonie aus den Klauen des Dunkelmagiers Faden. Doch dieser ist nicht ganz ohne und bei dem Gefecht kommt es dazu, dass Typhan-Knee mit überstarker Weißmagie angegriffen wird und eine Frau.

Mit der aktuellen Aufgabe, der Befreiung Peonies, abgeschlossen, macht sich Tiffany also daran seinen – Pardon, ihren – Fluch zu brechen. Doch vorher muss Peonie zurück gebracht und Faden den Autoritäten übergeben werden.



Faden ist ein Besserwisser und Schwarzmagier. Und irgendwie lässt er ständig Kommentare fallen, die ihn für uns als Leser witzig machen.

Peonie ist eine kaum bekleidete Prinzessin.

Tiffany ist ein kaum bekleidetes Kampfschwein.

Der erste Autor Drowemos und seine Nachfolgenden Illustatoren und Schreiber geben sich im wesentlichen keine Mühe zu verstecken, dass einer der großen Anziehungspunkte des Webcomics der Fanservice, also die leichte (bis keine) Bekleidung der oftmals weiblichen, vollbusigen Figuren ist.

Der andere Anziehungspunkt ist der Humor, der sich teilweise sehr seiner selbst bewusst ist und gerne Spitzen in Richtung der üblichen Fantasystilmittel hat – Die Prinzessin in Nöten, die mehr als mangelhafte Panzerung bei Frauenrüstungen und so weiter.

Der Webcomic hat über seine ersten vier Jahre recht wenige Updates gehabt, nachdem Exiern aber von Dan Standing übernommen wurde (mittlerweile Scott T. Hicken), hat es sich auf etwa drei Updates pro Woche und einen etwas gerundeteren Zeichenstil eingeschossen.

Ein Aspekt, der leider viel zu selten durchscheint, ist die Welt an sich. Peonies Vater ist der König einer der beherrschenden Nationen des Kontinents, wenn nicht der Welt, und hat diese Position nicht, weil er ein netter Mensch ist. Das Magiesystem fußt in dem Entstehungsmythos der kaum 200 Jahre alten Welt. All dies bekommt man aber nur sehr langsam mit. Schade eigentlich.



Ein schuldiges Vergnügen

Titel: Exiern

Zeichner: Studio Boom 2006-2010, Shipeng Lee 2010+

Autor: Drowemos 2006-2011, Thomas Knapp 2011+

Seiten: 600+, alle farbig

Sprache: Englisch, einfach bis mittel

Status: Laufend, 2-3 Updates pro Woche

Dienstag, 7. Januar 2014

Fack ju Göhte

Zeki hat die beiden Rädelsführer vor der Tafel im Schwitzkasten
Schulkomödie mit Vorurteilsbeschwerung

Zeki Müller ist Bankräuber mit dementsprechenden Manieren und seine Komplizin vom Strich hat die Beute auf einer Baustelle verbuddelt, während Zeki für ein Jahr in den Knast wandert. Kaum aus dem Bau fahren die beiden zur Stelle, an der das Geld liegt, bloß die Baustelle war nicht für Rohrverlegung, sondern eine Sporthalle.

Beim Auskundschaften des Geländes am nächsten Tag wird Zeki mehr oder weniger aus Versehen als Aushilfslehrer angestellt. Tags über unterrichtet er, während er nachts einen Tunnel unter der Sporthalle gräbt. Zudem ist seine Klasse vorbildhaft, während seine Kollegin Lisi Schnabelstedt nach dem Selbstmordversuch der Klassenlehrererin die Problemklasse der Schule übernehmen musste. Allerdings ist Lisi nicht gerade durchsetzungsfähig gegen solche widerspenstigen Schüler und wird direkt am ersten Tag aus der Klasse gemobbt.

Als sie mitbekommt, dass Zeki sein Zeugnis gefälscht hat, hat Lisi eine Idee – Wie wäre es, wenn der ungehobelte Zeki die gleichermaßen grobe Assiklasse übernimmt?

Zeki und die Klasse passen nach ein paar Anfangsschwierigkeiten wie der Deckel auf den Topf. Als beispielsweise ein paar Schüler lieber auf dem Schulhof rumlungern, als im Unterricht zu sein, schießt er sie kurzerhand mit einer Paintgun ab, während sie ihn davor mit Streichen geteert und gefedert haben. Doch Stück für Stück wandeln sowohl Klasse als auch Zeki sich gegenseitig, während sich mit der Lisi etwas anbahnt…



Fack ju Göhte ist nicht gerade ein sozialkritisches Werk, aber zeigt zumindest polemische Ansichten und Vorurteile, mit denen Kinder und Jugendliche "mit problematischem Hintergrund" zu kämpfen haben. Genauso wird auch die Thematik von Rädelsführern angeschnitten, in ihren Cliquen hohe Jugendliche, deren Beeinflussung das Klassenklima kippen kann.

Andererseits ist der Film mit Vorurteilen und Seitenhieben gespickt, die gerne der Aufzieher für die derben Lacher sind. Feingeistigkeit sollte man also nicht erwarten. Dafür war er witzig, ohne zu tief in den Vulgärhumor zu greifen.

Kam mir trotz der fast zwei Stunden übrigens gar nicht so lang vor. Und der Zeki sieht irgendwie aus wie Zachary Quinto ("Sylar" aus Heroes, Spock aus dem neuen Star Trek)



Nette Komödie, aber… flach halt.

Titel: Fack ju Göhte

Regie: Bora Dagtekin

Länge: 118 Minuten

Dienstag, 10. Dezember 2013

String Theory

Dr. Schtein im Vordergrund mit boshaftem Lächeln, im Hintergrund ein Flammenmeer
Der katastrophale Aufstieg zum Superschurken-Superstar

Dr. Herville Schtein ist nicht gerade vom Glück geplagt. Nach seinem Abschluss in Quantenphysik mit 19 arbeitet er seit 15 Jahren an diversen streng geheimen Regierungsprojekten in einem unterirdischen Labor. Zusammen mit seiner Mysophobie (Angst vor Krankheitserregern) und aufreibenden Art ist er nicht gerade beliebt. Und seine Augen sind Rot auf Schwarz, aber na ja, Arbeitsunfälle eben.

Delia Osgood ist die frische nach ihrem Abschluss angestellte Assistentin von Dr. Schtein – seine 15 innerhalb von 5 Jahren. Das derzeitige Projekt unter seiner Führung soll Teleportation ermöglichen, aber nach Jahren kommt Schtein nicht weiter. Dr. Langstrom, Erzrivale und in einem Konkurrenzprojekt, macht Fortschritte und biedert bei Delia an.

Sowohl aus romantischem Interesse als auch aus Prinzip kann Schtein das nicht ertragen und sabotiert Langstroms Projekt, was zu einer Explosion und mehreren Toten führt, unter ihnen sein Erzrivale Dr. Langstrom, aber auch sein Chef/Ersatzvater.

Legal für tot befunden wird Schtein in ein Gefängnis inmitten einer radioaktiven Einöde gebracht, dessen Vorsteherin Langstroms nach Rache sinnende Schwester ist…



Die Welt von String Theory ist eine interessante. Obwohl die "Gegenwart" im Jahr 2057 angesiedelt ist, verlief der kalte Krieg anders als bei uns. Die Kubakrise verlief nicht glimpflich, Chicago ist ein von Pilzen überwuchertes Ödland und übernationale Unternehmen scheinen im kapitalistischen Block mehr Macht als Regierungen zu haben.

In gewisser Weise wirkt es ein bisschen wie die Welt von Fall Out, mit den Wertvorstellungen der 1950er aber einer seltsamen und abschweifenden Zukunft.
Man kann das auch gut am Zeichenstil festmachen, der anfangs wirklich nah am Fall Out Boy angesiedelt ist, sich aber recht schnell findet und weiter entwickelt; die Hintergründe wandeln von "angedeutet" zu "opulent", die Charaktere werden noch individueller, ohne zu Überzeichnungen zu verkommen.

Dr. Schtein, einmal in Kittel und einmal in HäftlingskleidungAllgemein wird eine Menge Raum auf die Etablierung der Welt und Charaktere gelegt, so dass die Handlung für manch einen langsam vorkommen mag, mir aber gefällt das ziemlich gut, gerade weil dadurch die Charakterisierung sehr gut gelingt.Dabei scheut sich Grundy auch nicht davor, erwachsene Themen wie Drogenmissbrauch und -abhängigkeit zu thematisieren. Also nicht für Kinder geeignet, bloß weil es ein Comic ist.

Und so schauen wir zu, wie Schtein vom arroganten Wissenschaftler zu etwas anderem, böserem wandelt…



Ziemlich gut gefallen, vom Stil, von der Handlung, irgendwie von allem…

Titel: String Theory (URL: stringtheorycomic.com)

Autor: Dirk Grundy

Länge: 240 (42 Schwarz-Weiß, danach farbig)

Sprache: Englisch, Mittel, in wenigen (nahezu irrelevanten) Teilen Deutsch

Status: Laufend, eine Seite wöchentlich


Montag, 18. November 2013

Breaking Bad

 Vom abgehalfterten Chemielehrer zum Drogenbaron

Walter White ist Chemielehrer am College von Albuquerque. Er ist zuvorkommen, höflich und wurde gerade mit Krebs diagnostiziert, als er zufällig einen ehemaligen Schüler sieht, der durch pures Glück der Aushebung einer Drogenhöhle entkommt. Walter ist klar, dass er mit seinem mickrigen Gehalt weder die Medikamente für seine Behandlung, noch das College seines Sohnes oder die Mehrkosten durch das anstehende Kind wird bezahlen können.

Als sein Schwager Hank von der Drogenbehörde stolz einen Videomitschnitt von der Aushebung zeigt, realisiert Walter, dass sich mit Drogen Geld machen lässt, und zwar recht viel recht schnell.

Er stattet seinem ehemaligen Schüler Jesse einen Besuch ab und nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, beginnen die beiden in der Wüste New Mexicos Methylamine, kurz Meth, anzufertigen. Aufgrund von Walter Ausbildung und Talent als Chemiker erreichen sie einen Reinheitsgrad der Droge, der weiter über dem Durchschnitt liegt.

Jesse und Walter stellen das Zeug her, während Jesse und seine nicht abgeneigten Freunde die Ware unters Volk bringen.

Mehrere Fakten sollten aber schnell klar werden:
  • Walters Schwager Hank arbeitet bei der Drogenbehörde
  • Es gibt Konkurrenz, die der Gewalt nicht abgeneigt ist
  • Walter muss seine illegalen Aktivitäten vor der Familie geheim halten
  • Jesse war und ist selbst drogensüchtig


Ich habe hier nur Teile der ersten Staffel angerissen, und das mit voller Absicht, denn Breaking Bad ist eine der besten, wenn nicht sogar die beste Serie, die mir je untergekommen ist. Die Charaktere sind alle Menschen, nicht unbedingt nett, aber so sind Menschen halt. Sie haben Fehler, und genau das haben die Charaktere hier auch.

Und sie machen auch Fehler. Walters Ego, dass ihn immer wieder Fehler machen lässt; Jesses Drogensucht, und der stetige Abstieg von Walter in die Welt des Verbrechens.

Rechnet er anfangs nur darüber nach, wie viele Wochen er Meth herstellen und verkaufen muss, um genug Geld zu haben, seine Familie über die Runden zu bringen sobald er nicht mehr da ist, so wandelt er sich im Laufe der Zeit von Walter zu etwas anderem. Es geht um Egobefriedigung, um Stolz, darum der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen oder sie auszuschalten, und je mehr er sich wandelt, desto mehr schlüpft Walter in die Maske des Drogenbarons Heisenberg, unter der er agiert, bis man sich fragt: Wo beginnt Walter, und wo hört Heisenberg auf?

Genauso wie Jesse und Walter zueinander stehen – sind sie Leidensgenossen, Freunde, Hassfreunde, Feinde, Schüler-Lehrer…? 



Definitive Empfehlung.

Titel: Breaking Bad

Länge: 45 Minuten je Folge, 62 Folgen auf 5 Staffeln

Entwicklung: Vince Gilligan

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Leben ist nichts für Feiglinge

Trauerarbeit




Die Familie wird aus dem Alltag gerissen, als die Frau von Markus, Mutter von Kim und Schwiegertochter von Gerlinde durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kommt.

Markus wird von der Trauer und seinem neuen Status als alleinerziehender Vater völlig überfordert und seine Freunde, die ihm seelischen Beistand wünschen, helfen auch nicht gerade. Weder schafft er es, seiner Tochter Kim zu helfen, noch sich seiner Mutter anzuvertrauen. Diese wiederum will Markus und Kim nicht mit ihrer Krebserkrankung belasten und verschweigt diese daher. Statt ihre Erkrankung und Therapie zuzugeben, gibt sie vor in Urlaub zu fahren. Erst ihrer Pflegerin Paula vertraut sie sich an…

Kim unterdessen, davor bereits in Gothic gehüllt, fängt etwas mit dem Schulabbrecher Alex an und die beiden hauen zusammen ab.



Da passiert noch mehr, aber ich sage dazu nichts.

Viel wichtiger ist der Umgang der Charaktere mit dem Tod. Markus kommt nicht mit dem Tod seiner Frau klar und funktioniert, wenn überhaupt, nur auf Autopilot. Kim lässt nichts an sich heran. Gerlinde ist tragisch berührt, aber muss sich selber mit ihrem möglichen bevorstehenden Tod auseinandersetzen.

Unterbrochen wird die Dramatik und Schwere des Themas immer wieder durch leichte komische Einwürfe, sei es nun durch Kim oder die Handlung an sich, welche einen seltsamen Gefühlsmix aus Trauer, Mitgefühl und Schmunzeln in der Magengegend hervorrufen.

Ich denke, ich werde mal die gleichnamige Buchvorlage von Gernot Gricksch lesen.



Titel: Das Leben ist nichts für Feiglinge

Regie: André Erkau

Länge: 98 Minuten

Montag, 26. August 2013

Das ist das Ende

Blech. B- und C-Stars aus Hollywood während der Apokalypse.

Jay Baruchel besucht seinen Freund und Karrieregefährten Seth Rogen in Los Angeles. Sie hängen ab, zocken, kiffen – ganz wie früher. Als Seth vorschlägt, zur Hauseinweihungsparty von James Franco zu gehen, lehnt Jay ab, denn er ist bloß nach L.A. gekommen, um mit seinem besten Freund zu chillen und er die ganzen L.A.-Leute nicht leiden kann. Schließlich lässt er sich doch breit schlagen.

Bei Franco angekommen ist die Party schon in vollem Gange, Rihanna ist da, Michael Cera und allerhand andere Stars. Schnell kommt es wie Jay befürchtet, Seth wird von seinen neuen Freunden vereinnahmt. In einem Versuch sich abzuseilen von der Party überredet er Seth mit ihm Kippen kaufen zu gehen, als plötzlich die Erde bebt und in der ganzen Stadt blaue Lichtsäulen aus dem untergangsverhangenen Himmel herabfahren und Menschen in den Himmel transportieren.

Seth und Jay jedoch nicht. Als die beiden den halb zerstörten Supermarkt verlassen, sehen sie die Hollywood Hills in Flammen stehen und allgemeines Chaos. Sie fliehen zu Franco's Haus. Dort versuchen sie die Partygäste, die von dem Beben und Licht nichts mitbekommen haben, von den Geschehnissen zu überzeugen, aber erst ein stärkeres Beben lässt sie evakuieren.

Draußen tut sich ein Sinkloch im Erdboden auf und viele der Gäste sterben auf lächerliche Weise. Franco, Jonah Hill, Seth, Jay, Danny McBride und Craig Robinson fliehen zurück ins Haus und verbarrikadieren sich.

Bald ist Jay davon überzeugt: Dies war die Apokalypse, der Tag des Jüngsten Gerichts, und sie wurden alle zurückgelassen.



Blech. Die Schauspieler spielen sich selbst mit den teilweise ihnen vorgeworfenen und unterstellten Persönlichkeiten, Die Handlung ist größtenteils vorhersehbar und der ganze Film hat mir keinen Spaß gemacht. Blech. Ich habe ja keinen guten oder herausragenden Film erwartet, aber das… nein. Da hätte ich meine Zeit echt sinnvoller verbringen können.

Viel Fäkalhumor.



Titel: Dies ist das Ende

Regie: Evan Goldberg, Seth Rogen

Länge: 106 Minuten

Montag, 19. August 2013

Overlady

Jähzorniges Mädchen will (heimlich guter) böser Herrscher werden

Ein paar Worte vorab: Overlady ist wie XSGCOM ein Crossover, aber von anderen fiktiven Universen, nämlich Overlord und Zero no Tsukaima.

Overlord ist ein Videospiel, in dem man den namensgebenden Overlord steuert, der über Schergen (Minions) herrscht und diese pikmin-artig Aufgaben erledigen lässt, wie zum Beispiel Dörfer überfallen oder Helden bekämpfen. Das Spiel ist voller schwarzem Humor und nimmt sich nicht zu ernst.

Zero no Tsukaima (dt. "Begleiter von Zero") ist eine Light Novel- und Animereihe in einer stark europäisch angehauchten Fantasywelt. Viele Länder sind offensichtliche Analoga zu europäischen Ländern, es gibt Adel und Fußvolk, aber anstatt Mittelalter ist die technologische Epoche eher grob dem 18. Jahrhundert zuzuordnen.

Witzigerweise habe ich keins von beiden je in den Fingern gehabt und bin bloß mit dem gröbsten Vorwissen an die Fanfic rangegangen.



Louise Françoise le Blanc de la Vallière ist die jüngste Tochter einer bekannten adligen Familie und besucht die Tristain Academy of Magic. Aufgrund ihres mehr als moderaten magischen Talents wird sie von ihren Mitschülern allerdings nur Zero Louise gerufen. Ihre letzte Chance, die Beschwörung eines Begleiters (etwa wie Katzen für Hexen), schlägt fehl und sie beschwört nichts. Wütend und zu Tode beschämt flieht sie und will ein neues anfangen, den Fußstapfen ihrer Mutter folgen und eine weltberühmte Abenteurerin und Heldin werden und… sie findet einstweilig Zuflucht vor dem Wetter in einer Höhle und schläft ein…

…um vor Schrecken zu realisieren, dass sie nicht alleine ist. Ein Vampir greift an, den sie schnell mit ihrer Magie erledigt, denn Lousie kann Magie wirken, aber ausschließlich Explosionen. Als ein Gefangener des Vampirs, Gnarl, auf sich aufmerksam macht, befreit sie ihn. Und Gnarl ist keine Augenweide, nach 80 Jahren in einem Käfig an der Decke sollte man das auch nicht erwarten.

Die koboldartige Kreatur bezeichnet sich selbst als Minion, als Schergen, und sie werden Lousie fortan dienen bei ihrem offensichtlichen Ziel: Weltherrschaft. Anscheinend ist Lousie kompatibel und beherbergt große Böse Energien, die sie zur Meisterin über die Minions machen. Ihr zur Seite: Ein aufmüpfiger und viel zu kluger nicht-Kobold, einige nicht ganz so aufmüpfige aber dafür umso dümmere nicht-Kobolde und ein Turm der mehr kaputt als heile ist.

Schnell wird Louise klar, dass sie ganz schön in die Bredouille geraten ist und ihre einzige Hoffnung in guter Miene zum bösen Spiel besteht. Der Plan: Soviel lernen wie sie kann, ihre Bösen Taten so gestalten, dass sie insgeheim Gutes tun, und sich allgemein so Verhalten, dass ihre Eltern im nachhinein stolz auf sie sein können.

Und so beginnt sie die Goblins der umliegenden Gegenden zu jagen, einzufangen und zu Minions zu konvertieren, denn damit entfernt sie ja die Bedrohung, welche die Goblins für die Dörfer darstellten. Aber wie es so schön heißt: Der Pfad zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.



Louise ist eine 1A Tsundere. Tsundere fragt ihr? Nun, damit bezeichnet man einen bestimmten Charaktertyp. Ein Tsundere ist oft im Bezug auf bestimmte Person, aber oft genug auch generell, in zwei Modi anzutreffen: Zornig oder Zart. Nie beides. Und kaum Zwischenstufen. Helga Pataki aus Hey Arnold! ist zum Beispiel eine Tsundere deren Standard Zornig (Tsun) ist. Lois, die Mutter aus Malcom Mittendrin, fällt beispielsweise auch da rein. Und bei Characteren, bei denen die Zarte (Dere) Seite im Vordergrund steht (Ted aus How I Met Your Mother, Katara aus Avatar), kommt oft genug der Zorn durch.

Auf jeden Fall ist Louise sehr jähzornig und hat Spaß an Zerstörung, auch wenn ihre Erziehung sie immer einen Begründung für diese suchen lässt. Glücklicherweise sind die Minions tolpatschig und Tritte als akzeptable Strafen beim Bösen gern gesehen.

Es werden recht bald Charaktere eingeführt, mit denen Louise interagieren kann, und das sind nicht nur die teilweise individualisierten Minions jenseits von Gnarl, sondern beispielsweise Louise kränkliche Schwester oder ihre halbdämonische Rüstungsschmiedin Jessica.

Der Autor EarthScorpion vergisst dabei aber nicht Louise ehemalige Klassenkameraden und damit für Fans von Zero no Tsukaima bekannten Charaktere.

Obgleich oder weil die Welt von Tsukaima gut bekannt ist, entschied sich EarthScorpion für eine brauchbare logische Weiterführung des kanonischen Geschehens in Louise' Abwesenheit. Ihre arrangierte Gatte? Ach so traurig, dass er eine fremdes Bett bespringt. Oder besser dessen Belegerin. Ihre Eltern? Dank Louise' Tod ist die ohnehin wackelige am Zerbrechen. Und politisch? Nicht direkt, aber indirekt kommt es zu Aufständen im Nachbarland.

Interessant sind auch die Einblicke in die Subkultur des Bösen, mit eigenen Nachtklubs, verzerrtem Vokabular und magischen Technologien analog zu unserem.

Vom Englisch her ist es mittel, denke ich, aber mit einige äraangemessenen Worten wie "chemise" für eine Art Nachthemd. Ein Wörterbuch oder LEO nebenbei können also nicht schaden. Und es gibt gelegentlich Wortspiele, wo man als nicht Muttersprachler sich mitunter reindenken muss.



Recht witzig, allein schon durch Louise ständige Versuche sich vom Guten ihre Bösen Taten zu überzeugen. Von ihrem Umgang mit Kleinvolk mal ganz zu schweigen…

Titel: Overlady (URL: http://www.fanfiction.net/s/8753582/1/Overlady)

Autor: EarthScorpion

Länge: 160k+ Wörter (ca. 890 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: laufend

Montag, 6. Mai 2013

Hai-Alarm am Müggelsee


Der Titel bringt es auf den Punkt.



Der Müggelsee ist der größte See Berlins. Und er hat neuerdings einen Hai. Oder zumindest etwas so in der Richtung. Vielleicht. Die Experten sind sich da uneinig. Emeritierter Hai-Experte Snake Müller ist der Überzeugung, dass eine im See gefundene Hand Bissspuren eines Hais aufweist, während der Fischereiexperte der Freien Universität Berlin so vom wahrscheinlicheren Standpunkt eher einen Karpfen vermutet.

Dessen ungeachtet ruft der Bürgermeister erst Mal einen Hai-Alarm aus – streng nach Vorschrift, natürlich. Ja, es gibt Vorschriften und vorgefertigte Dokumente für einen Hai-Alarm. Fragt nicht, so ist Deutschland eben. Für das Städtemarketing legt sich so ein Hai sehr lohnenswert aus, Touristen und Hipster strömen an den Müggelsee, um den Hai zu sehen, ein Straßenfest wird vorverlegt und die halbe Innenstadt wird abgesperrt.



So in etwa in der Richtung geht es Hai-Alarm über weiter und wenn man sich darauf einlässt, einen B-Movie zu schauen, oder allgemein einen Film, der nicht Mal versucht sich ernst zu nehmen, dann kommt man genug geboten. Da wäre zum Beispiel der Bürgermeister, der bei der anberaumten internationalen Pressekonferenz englischen, französischen und polnischen Korrespondenten wortgewandt in ihrer Muttersprache antwortet, aber bei einer konkreten Anfrage von einem Ortsansässigen behauptet, ihn nicht zu verstehen. Oder die Kulisse der Hawaiiszene – Topfpalmen auf dem Steg.

Pluspunkte für Hai-Alarm sind die lächerlichen Dialoge, übertriebene Akzente und die stereotypen Charaktere, die während des Films aufeinander treffen. Partygeile Berliner, linke Chaoten, neoprenvernarrte Taucher, alles kommt vor.



Es ist beileibe genug zum Schmunzeln im Film, das Ausleihen lohnt sich also für Interessierte.

Titel: Hai-Alarm am Müggelsee

Regie: Leander Hausmann, Sven Regener

Länge: 104 Minuten

Donnerstag, 2. Mai 2013

Worm


Aus den richtigen Gründen das Falsche tun



Taylor Hebert ist 15 und geht auf die Highschool in Brockton Bay im Nordosten der USA. Wie so viele hatte sie als Kind ihre Superheldenphase, während derer sie ihre Lieblingsheldin Alexandria vergötterte, aber man wird älter und die Idole und Prioritäten ändern sich.

Ihre bestehen darin, jeden Tag die Schule aufs Neue zu überstehen. Ihre frühere beste Freundin hat sich zu einer ihrer ärgsten Mobber gemausert, die Taylor in der Schule schikanieren. Anrempeln, Beschimpfungen, Wurfgeschosse und Lügen, mit all dem muss sich Taylor tagtäglich auseinander setzen. Ihre einzige Fluchtmöglichkeit ist ihre… Kraft, oder Befähigung. Seit ein paar Monaten kann sie nämlich Spinnen, Insekten, Käfer und allerhand anderes Gekreuche spüren und kontrollieren.

In den Fußstapfen ihres ehemaligen Vorbildes folgend, will sie eine Superheldin werden. Die letzten Monate hat sie damit verbracht, von den Spinnen ein Kostüm weben zu lassen und allgemein eine Vorgehensweise zu planen – Ausrüstung, wie sie ihre Befähigung einsetzen kann und dergleichen.

Nach einem besonders frustrierenden Tag verlegt Taylor ihren Superheldenplan etwas vor und begibt sich auf der Suche einem bekannten Bandenführer und Super. Sie will Informationen über ihn sammeln, aber das belauschte Gespräch versetzt die angehende Superheldin und ihr Gewissen in Panik – sie greift an.

Der Kampf entwickelt sich schlecht für Taylor, doch unerwartet kommen ihr andere Super zur Hilfe, angeritten auf Monstern. Tattletale, Grue, Regent und Bitch, so die Namen, bekämpfen den Bandenboss ebenfalls, aber wie im Nachhinein festgestellt wird, sind die vier definitiv eher dem Schurkenspektrum der Super zuzuordnen. Das Angebot zu einem späteren Treffen kommt aber unerwartet für Taylor.

Die Superschurken machen sich schnell wieder auf den Weg und ein anderer Super, diesmal ein Held, Armsmaster, erscheint. Er stellt Taylor zur Rede, und sie erhält ihre ersten Einblicke in die Menschlichkeit von Superhelden, und -schurken, im Verlauf eines Abends. Beiderseitige Fehlbarkeit.

Spontan entscheidet sie sich dazu, als Undercoverheldin die sogenannten Undersiders, die ihr beim Kampf geholfen haben, zu infiltrieren. Bloß sagt sie das keinem. So freundet sie sich mit ihnen an, lebt immer mehr in ihrer Geheimidentität und…
mehr sag ich nicht.



Na gut. Der Untertitel von Worm ist der grundlegende Verlauf auf den Punkt gebracht. Taylor ist die Ich-Erzählerin und hat einen starken moralischen Kompass, der ihr sagt, was gut und was böse ist, bloß ist die Welt nicht in schwarz-weiß zu unterteilen. Macht sie zuerst moralische Zugeständnisse an ihre Rolle als verdeckte Ermittlerin, erlangt sie gerade dadurch Einblicke in die Gedankenwelt ihrer „Teamkameraden‟. Ihre Beweggründe, Schurken zu sein. Ihre Persönlichkeit. Gleichermaßen sieht sie die Schattenseiten der Helden wie ihre Selbstverständlichkeit der moralischen Autorität.

Der Autor, oder die Autorin, Wildbow, schrieb seit April 2011 an Worm und hatte nie eine Veröffentlichung verpasst gehabt, wobei jedes Kapitel zwischen 2000 und 8000 Wörtern lang ist. Dank einer Rate von garantierten zwei Updates pro Woche, plus mögliche spendengesponsorte Kapitel, ist ist die Länge zum Schluss auf über eineinhalb Millionen Worte angewachsen. Um einen Vergleich zu ziehen, das ist nennenswert jenseits der gesammelten Harry-Potter-Bände.

Die Kapitel sind dabei in Handlungsbögen unterteilt, welche von Intermezzi aus der Perspektive von anderen Charakteren unterbrochen sind. Diese geben oft einen indirekten Einblick in die Welt von Worm, welche Auswirkungen das Auftreten von Superkräften seit Anfang der 80er bedeutete. Vieles davon ist aber nur zwischen den Zeilen zu erlesen. So wird zum Beispiel wesentlich weniger Sexismus und Geschlechterhass dargestellt als man vermuten sollte. Einer der Gründe für diese Entwicklung liegt in der Natur der Superkräfte begründet. Nur wenn Menschen das Potential zu Superkräften haben und traumatische Ereignisse durchleben, kann man diese erhalten. Und geschasste und drangsalierte Menschen werden einfach öfter traumatisiert…

Wildbow's Stil leidet leider etwas darunter, nur wenige Beschreibungen von Orten oder Personen zu machen, aber ser arbeitet daran. Dafür hat ser aber den Cliffhanger bereits gemeistert und schafft es immer wieder, die Mutmaßungen und Theorien in dem Kommentaren auf den Kopf zu stellen, und dabei trotzdem noch Sinn zu machen.

Alles in allem ist Worm eine fesselnde Geschichte, für die man sich aber gerade aufgrund des fesselnden Charakters (wahrscheinlich) über eine Woche Zeit nehmen sollte, wenn man sie am Stück lesen will.

Seit November 2013 is Worm abgeschlossen und Wildbow hat plant diesen Entwurfstatus noch ein, zwei Mal zu überarbeiten, während ser an seren neuen Geschichte arbeitet, Pact, die den gleichen Veröffentlichungsrhythmus aufweist.



Titel: Worm (URL: http://parahumans.wordpress.com)

Autor: Wildbow

Status: abgeschlossen (2+ je Woche)

Sprache: Englisch

Quelle in 22.4 und http://s1135.photobucket.com/user/hanvyj/media/Worm2.png.html

Freitag, 8. Februar 2013

Frankenweenie

Ein Schritt zurück und doch passend schön

Victor Frankenstein ist ein relativ normaler, etwas eigenbrötlerischer Junge, dessen bester und zugleich einziger Freund sein Hund Sparky ist. Victors Vater macht sich aber Sorgen darüber, dass sein Sohn sozial so zurückgezogen ist und als Victor dann die Erlaubnis zur Teilnahme am Wissenschaftswettbewerb möchte, soll Victor im Gegenzug sich mal beim Baseball versuchen.

Angefeuert von seinen Eltern und Sparky schlägt Victor den Ball weit, weiter und da sie beiden immer zusammen Ball gespielt hatten, reißt sich Sparky frei und läuft dem Ball hinterher. Der Homerun landet außerhalb des Felds und Sparky ist freudig dabei, den Ball zurückzubringen, als er einfach über die Straße läuft und das unausweichliche passiert.

Nachdem sie Sparky begraben haben, ist Victor vollkommen niedergeschlagen. Im Naturwissenschaftlichen Unterricht nehmen sie gerade Elektrizität dran, und eines der Experimente lässt eine Frosch mit seinen Beinen zucken. Victor kann gar nicht anders, als sich an diesen Hoffnungsschimmer zu hängen.

Heimlich macht er sich daran und zuerst scheint sein Experiment nicht von Erfolg gekrönt und er verabschiedet sich weinend nochmals von seinem besten Freund, als Sparky anfängt sich zu rühren. Es ist geglückt! Er lebt! Mit ein paar Macken, aber trotzdem, er lebt! Bloß muss das ganze geheim bleiben, aber ein Hund, allein und auf dem Dachboden eingesperrt solange Victor in der Schule ist, nun ja.

Es kommt wie es kommen muss – der buckelige Edgar aus der Schule sieht Sparky und hält nur still, wenn er bei Victors Wissenschaftsprojekt mitmachen darf...



Natürlich geht es noch weiter, aber belassen wir es erstmal dabei. Frankenweenie ist ein schwarz-weißer Stop-Motion-Film in 3D, und interessanter weise nicht so flüssig in den Bewegungen der Figuren wie man erwarten sollte. Dies war aber eine absichtliche Entscheidung von Tim Burton. Nachdem zu seinem vorigen Film Corpse Bride angemerkt worden war, dass die Figuren so flüssig animiert waren, dass es wie aus dem Computer wirkte, wollte Burton für Frankenweenie den hakenden Charme der Stop-Motion-Filme wieder haben.

Victors hat eine Unmenge seltsamer Mitschüler, nicht nur den neugierigen Edgar, sondern auch beispielsweise das seltsame Mädel mit ihrer wahrkackenden Katze (schaut's euch selbst an), und alle wollen beim Wissenschaftswettbewerb gewinnen. Sie erschaffen ihre eigenen untoten Tiere, die aber alle etwas anders sind als erwartet.

Für einen Burton-Film schien mir Frankenweenie etwas seltsam, und das 3D nicht gut umgesetzt, aber ich weiß nicht ob letzteres vielleicht auch Burtons Absicht war. Ursprünglich war Frankenweenie nämlich ein Kurzfilm von Burton, bevor er seine ersten größeren Regien führte.

Insgesamt kann man den Film wohl als eine Homage an die Horrorfilme der 1950er Jahre verstehen mit vielen liebevollen Erinnerungen daran.



Alles in allem ein netter Film im Burton-typischen Design, aber kindertauglich.

Titel: Frankenweenie

Regie: Tim Burton

Länge: 87 Minuten

Dienstag, 9. Oktober 2012

The Cabin in the Woods

Horrorkomödie mit Einzügen der SCP Foundation

Cabin beginnt mit dem Geplänkel von zwei Arbeitskollegen über die Anforderungen und Konkurrenz in ihrem nicht näher beschriebenen Job, aber die Bunkeratmosphäre und Militärpräsenz weist auf etwas verdächtiges hin.

Cabin beginnt wie jede andere typische Teeniehorror der letzten Jahrzehnte: Fünf Freunde verbringen alleine eine Nacht in der entlegenen Hütte eines Freundes. Zusammen machen machen sie sich auf den Weg und, obwohl die Hütte recht gruselig ist, richten sie sich recht bald damit ein.

Die fünf sind relativ typische Abbilder ihrer Generation: Der Sportler, seine Freundin, der Bücherwurm, die Schüchterne und der Kiffer, aber das relativ ist ernst gemeint: Der Sportler ist belesen, der Bücherwurm sportlich, die Freundin zurückhaltend, die Schüchterne hatte einfach eine schlechte Beziehung hinter sich und der Kiffer weiß, wovon er spricht.

Je länger sie in der Hütte sind, desto klischeehafter verhalten sie sich allerdings. Der Sportler wird prollig, die Freundin trunken lasziv, der Bücherwurm liest nur noch…

Und hier vermixen sich die eingangs unterschiedlichen Anfänge. Die Hütte ist nicht nur gruselig, sie ist bzzzzzzzzzzzzzzt Spoilercut.

Soviel zum Inhalt. Es sollte nicht überraschen, dass Joss Whedon zusammen mit Drew Goddard das Drehbuch für Cabin in the Woods geschrieben hat, denn zum einen bietet der Film eine Erklärung für all die typischen Monster und Geschehnisse der üblichen Teeniehorrorfilme und parodiert dabei zugleich das Genre, ohne eine Persiflage zu werden.

So ist der Kiffer zwar so breit, dass er seine Autotür schließt, durch die heruntergekurbelte Scheibe den Sicherungspenöpel runterdrückt und dann von draußen nochmal an der Tür zieht, um zu prüfen ob sie geschlossen ist, aber hat doch unerwartet treffende Einsichten in der Hütte.

Ich kann echt nicht mehr sagen. Viele der üblichen Klischees werden bedient, aber raffiniert verdreht, so dass es trotzdem regelmäßig zu Überraschungen kommt.

Titel: The Cabin in the Woods

Regie: Drew Goddard (bekannt von Cloverfield)

Länge: 95 Minuten

Sonntag, 15. Juli 2012

Der Diktator

Krude Witze auf dem Rücken von rücksichtslos allen Minderheiten.

Sacha Baron Cohen ist vielen vermutlich ein Begriff, sei es durch seinen Film Borat oder durch die Figur des Ali G. Der Diktator setzt sich davon nicht wirklich ab.

Admiral General Hafiz Aladeen ist der Führer und Diktator des fiktiven arabischen Wüstenstaates. Seine Macht begründet sich auf unverhohlenen Israelhass, militärische Drohgebärden, Atomavancen und die Unmenge an Ölvorkommen.

Die UNO ist davon natürlich wenig begeistert und drückt Sanktionen durch, die Aladeen an den Verhandlungstisch nach New York zwingen. Dort wird klar, dass der ursprüngliche geplante Diktator – Onkel Tamir – seinen geliebten bärtigen Führer loswerden will, damit er das Öl seiner Landsleute teuer an die Russen, Amerikaner, Briten und Chinesen verkaufen kann.

Doch das Attentat misslingt, Aladeen ist bart- und somit identiätslos und nun im Big Apple auf sich allein gestellt. Nun ja, fast, er hat ja noch seine Vorurteile.

Durch Missverständnisse freundet er sich (unter falschem Namen) mit der veganen, linksalternativen, feministischen, politaktiven und burschikosen Bioladenbesitzerin Zoe an. Sie hält seine beleidigenden Bemerkungen zuerst für eine Art von Humor und es dauert wirklich lang, bis sie deren Ernsthaftigkeit erkennt.

Nebenbei stellt Aladeen fest, dass seine Diktatur von Widerstandszellen unterwandert ist und wirklich jede Hinrichtung fingiert war und die Opfer im Ausland Asyl gesucht haben. Eines dieser Opfer ist Nadal, ehemaliger Leiter des Atomwaffenprogramms. Er arbeitet bei Apple, also Grund genug zusammen mit Aladeen die Einführung einer Scheindemokratie in Wadiya durch Tamir und ein Aladeendouble zu verhindern.

Wenn es scheint, dass ich die Handlung verrate, dann habt ihr recht. Nennenswerte Teile davon habe ich hier bereits erwähnt.

Allerdings ist die Handlung auch bloß 08/15-Scheinwerk, dass dem eigentlichen Zweck, Humor, untergeordnet ist.

Allerdings muss ich sagen, Humor ist Geschmackssache und zutiefst den eigenen Erfahrungen und Sensibilitäten unterworfen. Ich habe zum Beispiel keine Freude an Fäkal- oder Sexualhumor und fand die entsprechenden Stellen einigermaßen eklig und weit ab von witzig, wenn auch absurd.

Allerdings lebt der Diktator nicht von diesem, sondern von Minderheitenhumor. Cohen schlägt in der Figur des Aladeen hemmungslos auf Minderheiten und Vorurteile ein, Wadiya ist ein Klischeepotpourri, und wer auf sowas steht, wird sicherlich sehr viel lachen können.

Das Perfide ist, auch wer nicht darauf steht, wird zwangsläufig lachen, weil es manche Momente gibt, wo die schiere Absurdität und Dreistigkeit der Figuren einem keine andere Wahl lässt.

Ein anderes Element, das etwas hintergründiger ist und fies reflektiert:
Achtet einfach Mal darauf, wie schnell ihr bei manchen Dreistigkeiten schmunzelt und bei anderen empört seid. Allein dies sollte schon einen gewissen Einblick auf die persönlichen, bestehenden Vorurteile ermöglichen.

Alles in allem: Geschmackssache.

Titel: Der Diktator

Regisseur: Larry Charles

Länge: 83 Minuten

Samstag, 9. Juni 2012

God Bless America

Überdruss der Verdummung und Ellenbogengesellschaft + todkrank = Tod den Arschlöchern

Frank hat Kopfschmerzen. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Tochter will keine Zeit mit ihm verbringen, seinem Job ist er gleichgültig gegenüber und die allgegenwärtige Kultur des ungehobelten Arsch-Seins kotzt. ihn. an.

Und so darbt er in seiner Wohnung, seine Nachbarn unfähig ihrem Balg gegenüber Rückgrat zu zeigen, in Schlaflosigkeit vor dem Fernseher. Er schaltet durch dutzende Sendungen von hirnlosen, geschmacksfreien, teilweise Brechreiz induzierenden Sendungen – Anspielungen auf die amerikanische Vorlage zu Deutschland sucht den Superstar, American Idol, keifende Models, Jackass, schwuchtelnhassende Prediger, Pfurzklingeltonwerbung, Bill O'Reilly – und schläft über eine Reportage über Charles Whitman, den Amokläufer von 1966, ein.

So hat er seine kleinen Fantasien, wie sie jeder wohl mal hat, in denen er seinen Arbeitskollegen zukommen lässt, was ihnen gebührt. Blei. Falls das nicht klar war, Hochgeschwindigkeitsblei, aus einer Handfeuerwaffe. Bei einer Unterhaltung mit seinem Zellennachbarn Tischkollegen versucht Frank seinen Standpunkt klar zu machen. Es wird belohnt, auf anderen rumzuhacken, niemand ist mehr nett oder freundlich, es gibt eine Kultur des Arsch-seins, und die Antwort folgt auf dem Fuße: Er sollte sich mal entspannen. Anschließend wird er gefeuert, weil er der Empfangsdame aus Freundlichkeit Blumen geschickt hat. Und natürlich sind die Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit laut seinem Arzt in einem Tumor begründet.

Am gleichen Abend, bei einer Sendung über Vorstadtkinder und ihre hochbedeutenden 16ten Geburtstage, ist das stetig füllende Fass des Überdrusses kurz vorm Überlaufen. Chloe, Fokus der aktuellen Sendung, macht ihren Vater runter, macht ihre Mutter runter und kriegt bald einen Heulkrampf, weil das Coupé, welches Chloes Vater ihr schenkt, kein Escalade (ein Großstadtjeep) ist. Als seine siebenjährigen Tochter anruft und herumtobt, weil ihre Mutter statt eines iPhones ihr ein Blackberry gekauft hat, fasst Frank einen Entschluss.

Er nimmt sich seine Pistole, schiebt sie sich in den Rachen und kurz vorm Abdrücken kommt er auf die Tontaste des Fernseher, wo Chloe wieder eine Tirade ablässt. Franks Fokus ändert sich.

Ein kurzer Diebstahl, eine Nacht durchfahren und eine Kugel später wird Chloe niemandem mehr auf die Nerven fallen. Nun hat Frank Zeit, sich umzubringen. Dachte er.

Eine Zeugin seiner Tat, Roxy, macht ihn ausfindig und – absurd wie es ist – freut sich über seinen Mord und wünschte, sie hätte ihn aus der Nähe gesehen. Na ja, da Frank sowieso sein Hirn als Wandfarbe benutzen will, kann sie genausogut zuschauen. Bis Roxy einen Einwand bringt, nämlich dass er bloß als einer in den Nachrichten auftauchen würde, der eine Mindejährige gestalkt und aus Eifersucht oder ähnlich banalem Grund umgebracht hat. Dabei hat er sie getötet, weil sie nicht nett war. Und sie argumentiert weiter, wenn es so viele schreckliche Leute auf der Welt gibt, deren Ableben eine Bereicherung wäre, wieso sollte er jetzt damit aufhören?

Und so machen sie Roxy und Frank auf, den Ärschen Manieren beizubringen. Aus Rücksichtslosigkeit auf zwei Parkplätzen parken? BÄM! Im Kino mit Popkorn werfen? BÄM! Schwuchtelhass predigen? BÄM!

So finden das ungleiche Paar sich in einer Freundschaft wieder und lernt sich über eine Reihe von Morden kennen.

Ohne zu viel verraten zu wollen, mir hat der Film gefallen. Die Gewalt ist witzig und mal ehrlich, wer sieht Ärsche nicht gerne leiden? Die Ziele sind nicht böse, zumindest per se, aber irgendwie erscheinen wie die Auswüchse einer Ellenbogenkultur, eine Kondensation xenophober Selbstgerechtigkeit. Die Leute, die über geistig Minderbemittelte lachen, sich über sie lustig machen. Die Rücksichtslosen. Die Uneinsichtigen. Die Empathieenterbten. So sind sie durchweg Asympathieträger. Man mag mit manchen ihrer Ansichten übereinstimmen, aber Frank hatte recht als er fragte, "Müssen sie dabei so gemein sein?"

So beklagt God Bless America den Verlust der Zivilisiertheit in der Zivilisation auf dem Weg einer schwarzhumorigen Komödie, die in einem unerwarteten Finale gipfelt.


Wirklich schade, dass der Film nicht in Deutschland veröffentlicht wurde.

Titel: God Bless America

Regie: Bobcat Goldthwait

Länge: 104 Minuten

Nachtrag: Das Problem beginnt, wenn man Sympathie mit Frank und Roxy entwickelt. Wie würde sich der Film gestalten, wenn statt Hassprediger Hippies getötet, statt Schwuchtelhassern Abtreibungsgegner überfahren werden würden? So bleibt der fahle Nachgeschmack von Nachvollziehbarkeit für die Mordserie von offensichtlich gestörten Personen.