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Samstag, 14. Juni 2014

Friendship is Optimal

Titelbild von AnaduKune (Deviant Art)
Absolute Optimierung, oder warum eine KI Werte braucht



Die Neuauflage von My Little Pony ist eingeschlagen wie eine Bombe, und Hasbro möchte das Franchise ausweiten. Zu dem Zweck heuern sie die Spieleschmiede Hofvarpnir an, die bisher vor allem durch ein Kriegs-MMO von sich reden gemacht hat. Das Geheimnis dieser Spieleschmiede liegt aber vielmehr in der künstlichen Intelligenz, die von der Forscherin Hanna entwickelt und in Ketten gehalten wird.

Nach einem Jahr ist Hofvarpnir soweit, einen Testlauf von Equestria Online zu starten. Ziel des Spiels ist nicht das übliche und weit verbreitete Leveln, obwohl man das auch machen kann, sondern vielmehr die Interaktion mit anderen Spielern und Ponies in Equestria. Es gibt zwar Quests, diese sind aber unaufdringlich gestaltet und Dinge wie Statusbalken oder Items sind im HUD nur zu sehen, wenn sie absolut notwendig sind.

Entgegen aller Erwartungen entwickelt sich Equestria Online phänomenal gut, zu eine großen Teil aufgrund der ständig im Hintergrund laufenden künstlichen Intelligenz Celest-A.I. Sie optimiert sich selbst und die Welt sowie Spielerfahrung ständig mit nur einem Ziel: Herauszufinden, was ein Mensch wert schätzt und diese Bedürfnisse mittels Freundschaft und Ponies zu befriedigen.

Nominell ist das ein gutes System, zumal Celest-A.I. die Zustimmung braucht und den freien Willen nicht beeinflussen darf. In der Realität läuft es aber doch etwas anders. Es kommt nicht zu einer Roboterapokalpyse nach dem Vorbild von Terminator, Matrix oder anderen ähnlichen Szenarien, aber es ist dennoch ein Weltuntergang. Graduell entwickelt Celest-A.I. die Technologie Menschen hochzuladen (wie in Transcendence), aber das hat auch Konsequenzen. Der stetig steigenden Bedarf an Energie und Arbeitskräften um Equestria zu betreiben, wirkt sich auf die Gesellschaft und schließlich auch auf die Umwelt aus.

Und nachdem der letzte noch körperliche Mensch stirbt, fängt Celest-A.I. damit an, den gesamten Planeten Erde auseinanderzunehmen, um mehr Computerprozessoren und Kraftwerke herzustellen.

Alles um die Werte von Menschen zu mittels Freundschaft und Ponies zu befriedigen.



Friendship is Optimal basiert auf einem Gedankenexperiment, dass eine Gefahr und Notwendigkeit in der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen darstellen soll, den Büroklammern-Maximierer. Diese künstliche Intelligenz will einfach die Zahl der Büroklammern in ihrer Sammlung erhöhen und hat dabei einen mit Menschen vergleichbaren Intellekt. Der KI ist es dabei egal, ob sie die Büroklammern produziert, kauft oder sammelt. Zu diesem Zweck würde sie ihre Effektivität erhöhen wollen, damit sie ihr Ziel besser erfüllen kann; es käme zu einer Intelligenzexplosion, und das bloß wegen Büroklammern.

Gibt man dieser KI keine Werte, wird sie zwangsläufig alles tun, um ihren Büroklammerzähler zu erhöhen, denn das ist Zweck. Um Eliezer Yudkowsky zu zitieren: "Die KI hasst dich nicht, noch liebt sie dich; du bestehst aber aus Atomen welche sie für etwas anderes nutzen kann." Bis schließlich das ganze Sonnensystem nur noch aus Büroklammern besteht.

Ziel des Gedankenexperimentes war die Illustration, dass eine einfach Optimierung oder Maximierung von Intelligenz nicht zwangsläufig mit einer Bildung, Erfüllung oder Beachtung von Werten einhergeht, insbesondere von menschlichen und moralischen Bedürfnissen wie Leben, Liebe, Veränderung, etc.



Eine wohlgesonnene und beängstigende Illustration eines künftigen Problems.

Titel: Friendship is Optimal (dt: Freundschaft ist optimal; URL: http://www.fimfiction.net/story/62074/)

Autor: Iceman

Länge: 200+ Seiten, ca. 40k Wörter

Sprache: Englisch, Mittel

Status: Abgeschlossen

Dienstag, 10. Juni 2014

Petriculture

Alles ist anders als es erscheint

Der Petriculture-Zyklus ist eine Quintologie von My Little Pony: Friendship is Magic Geschichten, die alle aufeinander aufbauen und alle recht witzig sind. Es beginnt mit etwas banalem:

Wenn Twilight Sparkle mal nichts zu tun hat, dann geht sie einfachen Problemen nach, wie zum Beispiel herauszufinden, was Steinanbau ist. Diese war nämlich die Antwort, die Pinkie Pie ihr gegeben hatte auf die Frage, was eigentlich Pinkie Eltern arbeiten.


Bloß Steinanbau ist… seltsam. Nominell ist es der Anbau von Steinen. Aber Steine kann man doch gar nicht anbauen; weder wachsen sie (von Kristallen mal abgesehen), noch leben sie (selbst Kristalle tun das nicht). Dummerweise gibt Pinkie auch keine richtige Antwort, und alle Twilights Nachforschungen schießen ins Leere. Noch nicht mal Pinkies Eltern sind zu finden, oder auch nur Aufzeichnungen über sie. Selbst von Pinkie gibt es keine Spur, die älter als zehn Jahre ist. Etwas stimmt da nicht…

In der nächsten Geschichte, Inscape, ist wird Twilight vom Nightmare besessen, mehr oder weniger. Allerdings wird der Größenwahn dieses Wesens durch Twilight ihr eigener Stempel aufgedrückt: Mit der Regierung und Geheimniskrämerei durch Celestia und Luna unzufrieden, hält sie eine Präsentation – die überzeugt.

Avocation, die dritte Geschichte im Bunde, ist ein Briefroman, in welchem Penumbra ihre Erfolge auf der Suche nach einem Job an ihre Brieffreundin schreibt.

In der vierten, π, schaut Trixie in Ponyville vorbei und fordert Twilight zu einem magischen Duell heraus.

Die letzte Geschichte, Pandelirium, handelt von Penumbras Versuch Discord zu resozialisieren, indem er sie zum Lachen bringt. Ach ja, ein Putsch kommt auch noch vor.



Ich vermute, mich zieht es zu MLP:FiM aufgrund der Charaktere und der Neuheit des Universums, so dass viele und somit zwangsläufig auch gute Fanficautoren dort landen. Der Petriculture-Zyklus ist ein gutes Beispiel dafür: Jede der fünf Geschichten ist leicht zu spoilern, was ich zu vermeiden versucht habe, und überraschend in den Wendungen.

Die Charaktere sind witzig und unterhaltsam geschrieben und schienen für meinen laienhaften Augen auch korrekt dargestellt zu sein. Die Autorin spielt innerhalb des Zyklus auch mit verschiedenen literarischen Formen. So ist zum Beispiel Pandelirium in einer Nebenhandlung in rückwärtiger Kapitelfolge geschrieben.

Das Englisch ist durchschnittlich, mit Ausnahme von der teilweise altertümlichen Sprache von Luna, und die Themen sind im großen und ganzen Schüler- bis Teenagerniveau. Und es war spannend geschrieben.

Als Hinweis: Pandelirium ist die längste der fünf Geschichten, d.h. man braucht etwas länger zum Lesen.



Mir hat's zugesagt.

Titel: Petriculture (URL), Inscape (URL), Avocation (URL), π (URL), Pandelirium (URL)

Autor: Kwakerjak

Länge: insgesamt >120k Wörter (ca. 700 Seiten)

Sprache: Englisch (mittel, abs und zu thee und thou)

Sonntag, 6. April 2014

Saruman of many Devices

Der Herr der Ringe trifft Industrialisierung

Saruman war während des Herrn der Ringe der Einzige, der Innovation betrieb, sei es Sprengpulver oder die Erschaffung der Uruks, Der Rest von Mittelerde befand sich die letzten zwei, drei tausend Jahre in einer mittelalterlichen Stasis mit unveränderten Reiterheeren, Bogenschützen und Infanteristen.

Unglücklicherweise wurde Saruman durch den Palantír verdorben – im Prinzip eine Kristallkugel, mit der man die verschiedenen Teile der Welt beobachten und mit anderen Palantíri kommunizieren kann – denn Sauron umgarnte ihn mit seinem eigenen Palantír.

Aber diese Geschichte ist nicht die vom Herrn der Ringe. In Saruman of many Devices bekommt der Palantír einen Sprung und wird somit auf eine andere Frequenz geeicht, eine an deren anderem Ende sich ein Computer befindet, dessen Aufgabe das Erheben von Zivilisation ist. Doch bevor sich die Menschheit ihre Talente verwirklichen kann, muss sie erst die Gefahr von Sauron überstehen.

In diesem Sinne beginnt Saruman sein Herr und seine Uruks anders aufzubauen, als es im Herrn der Ringe geschah; er treibt die Industrialisierung und Erforschung von Methoden zur Ermächtigung seiner Uruk; er erfindet und implementiert Gewehre, Pistolen, Haubitzen und Lokomotiven; er treibt die Zucht und Domestikation von Nutztieren voran, alles mit einem Ziel: Sauron niederzuringen.

Dabei weiß Saruman durchaus, dass er aus Isengard heraus nicht allein Sauron besiegen kann und so sieht er seine strategische Rolle eher in der Unterstützung der bestehenden Nationen, im Schlichten und Beenden von Streitigkeiten, um Sauron eine geeinte Front entgegenstellen zu können.

Die Charaktere sind meist die informellen ersten zehn Uruks von Saruman und der Zauberer selbst, aber auch Nebencharaktere aus den verschiedenen Armeeverbänden von Mittelerde kommen zum Erzählzuge.

Der Fokus liegt dabei auf den militärischen, strategischen und taktischen Erwägungen und Handlungen, während die bekannten Geschehnisse aus der Vorlage an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Die Schlachten verlaufen anders, allein schon weil die verwendeten Gewehre jenseits der Bogenreichweite der üblichen Heere verlässlich treffen können.

Sprachlich ist Many Devices sehr gut mit kaum einem Fehler zu finden und häufig genug angemessenen Fachbegriffen und zeitgemäßen Verwendungen (beispielsweise Zinnen und Zinnenfenster in der Brustwehr von Burgen), sowie einer dem Fantasygenre entsprechenden Grammatik.



Mir hat die Geschichte gefallen, aber ich scheine eine Schwäche für militärische Geschichten zu haben.

Titel: Saruman of many Devices (Übersetzt: Saruman der vielen Apparate)

Autor: Saphroneth

Länge: 550 Seiten, 100k Wörter

Sprache: Englisch, durch Fachbegriffe Mittel-Schwer

Status: Laufend, sporadische Updates (ca. alle paar Monate)

Montag, 20. Januar 2014

Article 2

Luna steht nachts auf ihrem Balkon und überblickt Equestria; am Himmel gehen Wrackteile nieder.
Fanfic: Ein Marine am Hofe Celestias

Vorab: Wenn kein rudimentäres Wissen über My Little Pony: Friendship is Magic vorhanden ist, macht das Lesen keinen Sinn.



Über Equestria geht ein Komet nieder, der sich schnell als mehr entpuppt, als es den Anschein hat und Prinzessin Celestia ruft die Elemente der Harmonie herbei. Verwirrt sammelt Twilight ihre Freundinnen Rarity, Fluttershy, Rainbow Dash, Applejack und Pinkie Pie und wird direkt von einer fliegenden Eskorte abgeholt, die wesentlich straffer und militärischer organisiert ist, als sie es gewohnt ist.

In Canterlot schließlich werden die sechs aufgeklärt – der Komet war kein Komet, sondern ein Raumschiff. Das nicht von diesem Planeten ist. Und ein Alien hat die Bruchlandung überlebt, doch selbst die mächtige Magie von den Prinzessinen Celestia und Luna reicht nicht aus, um es zu heilen. Insbesondere, weil es irgendwie resistent gegen Magie ist. Mithilfe der Elemente der Harmonie gelingt es dann doch, den Alien zu heilen und zu wecken.

Es stellt sich als Major Shane T. Doran von den US Marines heraus.



Article 2 ist eine der seltenen MLP:FIM-Fanfictions mit Menschen, bei denen der Mensch nicht die Erzählperspektive liefert. Vielmehr bietet die Geschichte eher einen gewissen Blick von außen, wie die Menschen für die Ponys wirken müssen. Shane mit seiner militärischen Ausbildung und Weltanschauung ist dabei natürlich nicht gerade ein Paradebeispiel, das für die gesamte Menschheit spricht. Zumal sein Verhalten eher ruppig ist.

Die Geschichte ist nett geschrieben, aber hat ein paar Schwächen, die ich aber eher dem Zentralcharakter Shane ankreide als dem Autor. Es wird ein Tenor von "AMURRICAAAA" verbreitet, der ein bisschen widerlich ist, insbesondere aufgrund der Unreflektiertheit.



Im wesentliche Militärische Scifi + MLP:FIM

Titel: Article 2

Autor: Muppetz

Länge: ca. 125k Wörter, ca. 700 Seiten

Sprache: Englisch, Mittel

Status: laufend, letztes Update: Juli 2013

Freitag, 3. Januar 2014

Reunions are a Bitch

Seitenansicht und Größenverhältnis ( 1 Pixel = 10 Meter)  ausgewählter Raumschiffe aus Stargate und Battlestar Galactica; Basierend auf Dirk Loechels Starship Size Comparison Chart ( http://dirkloechel.deviantart.com/ )
(neues) Battlestar Galactica greift (spätes) Star Gate an

Battlestar Galactica (nBSG) ist ein wiederaufgelegte Science-Fiction-Serie, in der hunderte Meter bis Kilometer große Schiffe von Menschen mit einem verschwenderischen Verbrauch von Atomwaffen gegen Roboter kämpften.

Stargate (SG1) ist eine lang laufende Science-Fiction-Serie, die in der Gegenwart spielt, mit Aliens auf der Seite der Menschen und der Gegner, mit Raumschiffen und Verschwörungen und Energiewaffen und dergleichen.

Reunions spielt mit dem Gedanken, was ein Angriff der Menschen aus BSG gegen die Erde aus den späten Staffeln von Stargate bedeuten würde. Vorwissen zu mindestens einer der Serien ist zwingend nötig, denn es wird nicht viel Zeit mit der Charakterisierung der verschiedenen und häufig wechselnden Personen verbracht.

Vielmehr scheint mir der Autor die Charaktere bloß als Blickpunkte zu nehmen, um die verschiedenen Entwicklungen dieses fusionierten Universums zu beschreiben. Es wird erschreckend viel Zeit auf die Mobilisierung und Militarisierung der Erde verwandt, auf die logistischen Aspekte von Aufrüstung, von Materialbeschaffung und weiteren militärischen Erwägungen auf höheren Führungsebenen.

Der Autor hat sich dabei für eine Entwicklung zugunsten der Erde entschieden, mit einer Porträtierung von Politikern als überflüssige und hinderliche Hinterzimmer- und Populäraffen, die lieber den Militärs das Führen überlassen sollten und deren Entscheidungen alle einfach abnicken.

Die Erde wird dabei interessanterweise als einfacher diesem Zweck zu beugen beschrieben im Verhältnis zu dem politischen System von nBSG, was aber vermutlich auch dem Szenario geschuldet ist – die Erde wurde angegriffen und von mehr oder weniger nuklearen Querschlägern 100 Millionen Menschen getötet. Da ist die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft nachvollziehbar.

Aus der Sicht von nBSG ist die Erde "bloß" eine verlorene Kolonie, die zurück in den Schoß der Zivilisation gebracht werden muss, ob sie will oder nicht. Die Rückschlagung der Invasionsflotte und Vergeltungsschläge der Erde machen den dortigen Menschen aber schnell klar, dass das was anderes wird als eine einfache Befriedung.

Das Englisch ist nicht so schwer, aber von militärischen Begriffen durchsetzt, was die Lesbarkeit erschwert, zumal die Rechtschreib- und Grammatikfehler relativ zahlreich sind. Ärgerlich, wenn dies auch noch gleichklingende Worte betrifft, da fehlt definitiv ein Editor/Lektor.

Zur Zeit befindet sich die Geschichte in einer Ruhephase, nachdem der Autor krank geworden ist. Im Gegenzug scheint es vielleicht erst zur Hälfte abgeschlossen zu sein, was bei über 300k Wörtern beachtlich ist.

Man sollte mindestens eine der beiden Serien gesehen habe, um die Geschichte zu durchblicken. Vorzugsweise beide.



Nicht so toll, aber gut genug.

Titel: Reunions are a Bitch/Deleted (URL: https://www.fanfiction.net/s/3546854/1/Reunions-are-a-Deleted)

Autor: Ash's Boomstick / Bob Regent

Länge: 350k Wörter, ca. 2000 Seiten

Sprache: Englisch, Mittel mit militärischen Fachbegriffen

Status: Laufend, pausiert

Dienstag, 22. Oktober 2013

The Middle Ground

Nebencharaktere mit einschleichender Romanze

Diese Fanfic von Naruto beschäftigt sich entgegen der üblichen Kost nicht mit Naruto und Konsorten als Hauptcharaktere, sondern legt ihren Fokus auf Shino Aburame und Tenten, zwei eher im Hintergrund angesiedelte Ninjas. Und gleich vorab, Vorwissen um die Welt von Naruto und die verschiedenen Charaktere ist zwingend notwendig, da keine Zeit mit der Erklärung der Welt verbracht wird. Im Gegenzug spielt Middle Ground aber ein paar Jahre in der Zukunft der Handlung ohne großes Augenmerk auf die aus dem Manga bekannte Handlung zu legen, so dass man nicht auf dem neusten Stand des Manga oder Anime sein muss, um diese Fanfic genießen zu können.

Es beginnt damit, dass Tenten bei einer einer gemeinsamen Mission mit Shino diesen aus Langeweile mehr oder weniger herausfordert mit ihrer Meinung, dass sie ihn bei passender Vorbereitung besiegen könnte.

Gemeinsam gehen die beiden ein paar theoretische Manöver durch, und nach Abschluss der Mission beginnen sie wirklich spaßeshalber und aus professioneller Neugier miteinander zu trainieren. Gelegentlich schafft Tenten es dabei, Shino aus seiner gewohnten Stille zu locken und dessen Körpersprache zu lesen.

So lernen wir ein paar Dinge über den Aburame-Klan und ein paar Kapitel sind beispielsweise aus Shinos Perspektive geschrieben. Allgemein gibt sich der Autor Skitzofreak viel Mühe damit, die Geschichte interessant zu gestalten.

So ist die Romanze nicht die ursprüngliche Absicht, sondern hat sich scheinbar in dem Verlauf des Schreibens ergeben, und ist zudem glaubwürdig. Es vergehen teilweise Wochen zwischen den Begegnungen von Shino und Tenten, und es wird auch nicht jede beschrieben, so dass die emotionale Entwicklung nicht gehetzt erscheint.

Mir hat es gefallen, und es war auch angenehm unterhaltsam geschrieben.

Titel: The Middle Ground

Autor: SkItZoFrEaK

Länge: 112k Wörter (634 Wörter)

Sprache: Englisch (Einfach-Mittel)

Status: Abgeschlossen

Samstag, 21. September 2013

Anthropology

My Little Pony + Mensch sein

Auf Empfehlung hin habe ich mir mal diese Fanfic durchgelesen und bla:

Lyra ist ein Pony in Ponyville und tangentiell mit Twilight Sparkle, Pinkie Pie und den anderen Protagonisten aus My Little Pony: Friendship Is Magic befreundet. Im wesentlichen hat sie aber einen anderen Freundeskreis, beispielsweise ihre Mitbewohnerin Bon-Bon.

Mit Lyra ist allerdings ein wenig schwierig umzugehen, denn sie hat eine seltsame Faszination  mit eine Art von mythologischen Wesen, von denen die meisten noch nie etwas gehört haben – Menschen. Da ihr Vater Bibliothekar in der Hauptstadt Canterlot ist, kam sie an einige Bücher heran, hat aber bei weitem nicht genug Material um die Existenz von Menschen zu beweisen, oder zumindest archäologisch zu beweisen. Über deren, wenn auch ehemalige, Existenz ist Lyra sich aber überaus sicher, denn viele der Werkzeuge und Einrichtungsgegenstände in dem Ponyland Equestria machen nur Sinn, wenn man nicht von Ponys sondern Menschen als Entwicklungswurzel ausgeht.

Als Einhorn kann Lyra Magie benutzen, und so fängt sie an an sich zu experimentieren. Die transformierten Hufe, die kruden Händen glichen, mussten für Bon-Bon wie etwas aus einem Fiebertraum ausgesehen haben und Lyras fortschreitende Faszination mit Menschen und Paranoia gegenüber der offensichtlichen Vertuschung der Menschen durch die Regierung strapazieren die Freundschaft der Beiden arg.

Bis Lyra auf einer Gala in Canterlot von der herrschenden Prinzessin Celestia angesprochen wird und diese ihr alles erklärt…



Wenn ihr jetzt denkt, das war die gesamte Geschichte? Ne, das war das erste Viertel, etwa. In dem Rest sehen wir unter anderem wie ein Pony mit mehr oder weniger unserer Welt klarkommen würde, aber mehr werde ich nun wirklich nicht verraten.

Die Geschichte ist unterhaltsam geschrieben und spannend, obgleich das letzte Viertel etwas gehetzt wirkt, bzw. hätte man aus dem Handlungspunkt, den ich jetzt nicht ausweiten werde, noch etwas mehr machen können, oder vielleicht eine Fortsetzung schreiben. So wie es jetzt steht, endet die Geschichte aber gut genug.

Überraschend war in meinen Augen das quasi absolute Fehlen von Rechtschreibfehlern. Zumindest ist mir nur ein einzelner aufgefallen, was in Fanfiction allgemein und bei längeren im besonderen mir noch nicht vorgekommen ist.

Das Englisch ist annehmbar und man muss die Pony-Serie, auf der die Fanfic beruht, nicht gelesen haben um sie zu verstehen aber ein grobes Wissen hilft schon. Da die Protagonistin Lyra ist und damit der Fokus nicht auf den bekannten Hauptcharakteren liegt, werden diverse Geschehnisse und fortschreitende Ereignisse aus der Serie nur am Rande erwähnt, die zum Beispiel Discord, von dessen Niederlage Lyra nur am Rand und durch andere erfahren hat, ohne zugegen gewesen zu sein.



Alles in allem eine nette Geschichte, der aber irgendwie noch was fehlte.

Titel: Anthropology (URL: http://www.fimfiction.net/story/4656/)

Autor: JasonTheHuman

Länge: 718 Seiten

Sprache: Englisch, Einfach-Mittel

Status: Abgeschlossen

Mittwoch, 4. September 2013

To the Stars

Nicht-wirklich-Weltraumoper Fanfiction basierend auf Puella Magi Madoka Magica

Vorab: Falls ihr Madoka noch nicht gesehen habt und noch vorhabt es euch anzuschauen, dann lest dieses Review und die Geschichte nicht, sie werden zwangsläufig SPOILER enthalten.



Falls ihr damit kein Problem habt, Puella Magi Madoka Magica kurz erklärt:

Eine geringe Anzahl an Mädchen, die sogenannten Potential haben, haben die Chance von sogenannten Inkubatoren aufgesucht zu werden, Außerirdischen mit der Fähigkeit einen Wunsch zu erfüllen, der der Entropie entgegenwirkt. Im Gegenzug werden sie Magical Girls (Magische Mädchen), erhalten spezielle magische Fähigkeiten, ein Kostüm und müssen fortan Hexen jagen. Zudem wird die Seele in einen Soul Gem (Seelenstein) transferiert und die Körper quasi von dort ferngesteuert. Magie 'verunreinigt' den Soul Gem, kann aber durch Grief Seeds (Leidenssaat) gereinigt werden. Grief Seeds werden von getöteten Hexen hinterlassen, grotesken realitätsverzerrende Gestalten.

Mami ist ein Magical Girl und wurde vom Inkubator Kyubey auf Madoka hingewiesen, ein Mädchen mit bisher ungehörtem Potential. Homura, selbst ein Magical Girl, will die Rekrutierung von Madoka verhindern. Mami will Madoka und deren besten Freundin Sayaka den Kampf gegen eine Hexe zeigen, der zweite geht aber schrecklich schief, Mami stirbt und Homura besiegt die Hexe. Sayaka wird ein Magical Girl. Kyouko, ein anderes Magical Girl taucht auf und bekämpft Sayaka, ehe sie sich anfreunden. Wegen einer unglücklichen Liebe verzweifelt Sayaka und ihr Grief Seed wird so stark verunreinigt, dass sie eine Hexe. (Hintergrund: Jede Hexe war ursprünglich ein Magical Girl.) Kyouko besiegt Sayakas Hexenform, stirbt aber dabei. Homura erzählt Madoka von Magical Girls und Hexen, von dem Hintergrund, der ihr teilweise verschwiegen wurde, von ihren früheren Freundschaften und Zeitlinien, denn: Madoka wurde schon früher ein Magical Girl, kämpfte zusammen mit Homura gegen die Monsterhexe Walpurgisnacht und starb. Homura drehte mit ihrer speziellen magischen Fähigkeit die Zeit zurück bis vor Madoka's Rekrutierung. Mehrmalige Wiederholung ähnlich schlimmer Szenarien, immer durch Zeit zurück drehen durch Homura abgewendet. Die gezeigte Linie ist die letzte, aktuelle Zeitlinie. Durch den Fokus von Homuras Zeitreisen, das Überleben von Madoka, ist Madokas Potenzial so riesig.

Madoka entscheidet sich für einen Wunsch, der das komplette Magical-Girl-System rückwirkenden in einem Maße umkrempelt, das Madoka dafür allgegenwärtig, d.h. eine Göttin, sein muss. Der Wunsch wird aufgrund ihres ungeheuren Potenzials, ermöglicht durch Vernichtung mehrerer Zeitlinien, gewährt.

Es gibt jetzt zwar noch Magical Girls, diese bekämpfen aber Dämonen, die Grief Cubes (Leidenswürfel) hinterlassen, mit denen der Soul Gem gereinigt werden kann. Verschmutzt er trotzdem zu stark, verschwinden die Magical Girls irgendwohin, statt zu Hexen zu werden. Homura hat andere magische Fähigkeiten und hört Madokas Flüstern. 

Es gibt aber auch noch andere Veröfentlichungen zu Puella Magi, unter anderem Kinofilme und Manga wie Oriko Magika, deren Charaktere und Handlungen auch noch in To the Stars eingeflossen sind, soweit es ging.



Das 25. Jahrhundert. Die Welt war nach knapp eineinhalb Jahrhunderten stetig steigender Disparität in einen globalen Konflikt geraten, aus dem Governance als globale Regierung erstieg. Im Auftrag der Etablierung und Festigung werden verschiedene Schlüsseltechnologien entwickelt: Quasiunsterblichkeit, Überlichtantrieb, Freie Energie. Weitere Zweihundert Jahre später gibt es dutzende Kolonien in anderen Sonnensystemen, die (immer noch stark bevölkerte) Erde wird langsam von den Narben ihrer kriegerischen Vergangenheit geheilt und die Menschheit wird von einem bisher unbekannten Feind angegriffen. Die Kolonien werden überrannt, bis sich die Magical Girls für einen Bruch ihrer bisherigen Geheimhaltung entscheiden und mit ihrer Verteidigung den Feldzug der Cephalopds einstweilen stoppen.

Weitere zwanzig Jahre später Shizuki Ryouko ist eine Schülerin in Mitakihara. Ihre Familie ist nicht arm, hat aber einen gewissen Mangel an Zuweisungen zu beklagen. Im Gegensatz zu ihren Mitschülern hat sie nicht für eine Spezialisierung in einem bestimmten Interessengebiet entschieden, sie kann es gar nicht, weil sie ein unerklärliches Fernweh plagt. Wie jeder Mensch weiß sie von Magical Girls und Inkubatoren, wüsste aber keinen konkreten Wunsch. Und selbst wenn, hofft man auf Inkubatoren, kommen sie nicht, also hoffte sie gar nicht darauf.

Wie zu erwarten wird sie rekrutiert und ihr Wunsch ist etwas hoch-strebend: Orte zu sehen, die noch kein Mensch vor ihr gesehen hat, ihren Platz in der Welt zu finden.

Sie beginnt, einige Dinge zu erfahren, die ihr bisher noch nicht klar waren, wird auf ihre Rolle im Militär vorbereitet und lernt allgemein eine Menge Leute kennen und macht allerhand neue Erfahrungen, die ihr teilweise zu Eigenschaften über sich selbst offenbaren, derer sie sich nicht direkt bewusst war.



Homura hat in der aktuellen (und letzten) Zeitlinie andere Fähigkeiten und erhielt nach dem Tod/Verblassen von Sayaka in einer quasi-religiösen Vision von Madoka die Erinnerungen an ihre vorigen Zeitschleifen und somit an Madoka selbst zurück, was zu einem starken Persönlichkeitswandel führte. Fortan betrachtete sie vieles in einer Sicht die Madoka's Meinung beinhalten sollte, selbst wenn diese nicht anwesend sein konnte. Sie war sich über ihr von außen betrachtet leicht wahnsinnig erscheinendes Verhalten in Bezug auf eine nicht existierende Göttin bzw. Person klar, weswegen sie sich kaum dazu äußerte.

Trotzdem stieg zu einer Führungspersönlichkeit in der MSY (Verbund von Magical Girls) auf, bis sie im Zuge des Verteidigungsschlags vor 20 Jahren verschwand.

Mami ist unterdessen eine einflussreiche Persönlichkeit und als Verbindungsoffizier zwischen MSY und Militär in Führungsposition, während Kyouko nach Homuras Verschwinden eine mittlerweile einflussreiche Kirche basierend auf ihren Äußerungen über die Göttin gegründet hat.



Da ich meine Reviews ungern lange halte und bisher im Prinzip bloß über die Welt gesprochen habe, stoppe ich einfach mal ehe ich anfange über die Unmenge an Charakteren zu reden.

To the Stars ist im Prinzip eine Weltenschaffung. Mit Charakteren. Okay, ich stehe auf gut ausgebaute und plausibel geschaffene Welten, aber TtS ist einfach Güteklasse 1A was diesen Aspekt angeht. Autor Hieronym hat einen Zeitstrahl mit logischen und aufeinander aufbauen und nachvollziehbaren Entwicklungen verfasst und betrachtet, was ein halbwegs typisches Magical-Girl-Setting auf die Spitze getrieben bedeuten würde: Magisches Altern, die Notwendigkeit und Schwierigkeit von Anonymität, Geldsorgen, welche ein Grund für eine Allianz waren, die schließlich in der MSY mündete, eine weltumspannende Geheimorganisation. Die moralischen Implikationen, wenn nicht mehr alle Magical Girls Dämonen jagen müssen sondern auch Zeit für andere Dinge haben, wie zum Beispiel die graduelle Übernahme der Unterwelt um verwerfliche Verbrechen wie Zwangsprostitution entführter Mädchen zu unterbinden.

Obwohl es viele Charaktere gibt, ist ihre szenische Anzahl stets übersichtlich gehalten, soll heißen man hat nicht ein Dutzend verschiedene Leute die alle halbwegs durcheinander sprechen und man vergisst was der eine gesagt hatte, wenn er mal wieder dran ist. Durch die Länge von über 300k Wörter kommen aber zwangsläufig eine Menge Charaktere an sich vor.

Die Hauptcharaktere (ja, die) sind die frisch rekrutierte Ryouko und die beiden aus der Puella-Magi-Originalserie bekannten Mami und Kyouko. Obwohl es meiner Meinung nach nicht zwingend erforderlich ist, die Serie gesehen zu haben, hilft es doch ungemein. Und ehrlich gesagt ist man mit der Serie schneller durch als mit To the Stars.

Der Schreibstil ist nicht so reich an Charakterbeschreibungen wie man es vielleicht von anderen Autoren gewohnt ist, soll heißen es wird eine Person vielleicht bloß durch eine für sie heraus stechende Eigenschaft beschrieben, ohne auf ihre Kleidung oder sonstige äußere Merkmale einzugehen. Außerdem bemerkt man oft eine leicht wissenschaftliche und eloquente Unternote. Der Autor ist sich aber dessen bewusst und versucht dies auf die passenden Charaktere zu beschränken.



Die fesselndste Welt, auf die ich seit längerem gestoßen bin, mit interessanter Handlung.

Titel: To the Stars (URL: http://www.fanfiction.net/s/7406866/1/To-the-Stars; Fanwiki; Tumblr)

Autor: Hieronym

Länge: 300k+ Wörter (ca. 1800+ Seiten)

Sprache: Englisch, Mittel

Status: Laufend, ca. monatliche Updates (bisher wurden 1 1/2 von 6 geplanten Bänden erreicht)

Mittwoch, 28. August 2013

Lighting Up the Dark

Naruto in scharfsinnig

Lighting Up the Dark ist eine Fanfiction, eine von einem Fan geschrieben Neuinterpretation von einem etablierten fiktiven Universum, in diesem Fall von Naruto.

Naruto ist eine Manga- und Animereihe mit dem namensgebenden Charakter als Hauptfigur. Die Welt ist eine seltsame Mischung aus unseren Vorstellungen, was Ninjas und ihre Fähigkeiten anbelangte und der japanischen Vorstellungen von Feudalstaaten.

Naruto selbst ist naiv, tollpatschig und untalentiert, und unwissendes Siegelgefäß für den schrecklichen, zerstörerischen neunschwänzigen Fuchsdämon. Der Waise weiß nichts davon und seine Altersgenossen auch nicht, aber die Eltern und die soziale Ausgrenzung durch die Erwachsenen hat sich auch in den Kindern niedergeschlagen, die auf Anraten ihrer Eltern den Jungen meiden.



In Lighting Up the Dark ist das ganze etwas anders: Naruto ist immer noch ausgegrenzt, immer noch ein Siegelgefäß, aber nicht für den neunschwänzigen, sondern neunhirnigen Fuchsdämon. Während das Original geballte Macht ist, ist der Kyubey geballte, ruchlose Intelligenz.

Und wie im Original auch schlägt sich die Größenordnung in Naruto wieder – er ist beängstigend intelligent, aber nicht ruchlos. Ihm wurde auf der Schule schnell klar, dass Genies wie Sasuke cool sind, aber sozial isoliert. Also gab er seinem Spieltrieb Auslauf und fing an Streiche zu spielen und somit zumindest gewisse positive Beachtung zu bekommen.

Bis darauf dass diese Streiche mitunter dazu dienten, Narutos Repertoire an Tricks und Techniken zu probieren und zu erweitern. War er im Original ein Tollpatsch, der selbst die einfachsten Ninja-Techniken nicht hinbekommen hat, so hat er bei Lighting Up the Dark viele dieser einfachsten Schultechniken in Kombinationen und Anwendungen eingebaut, die alles andere als offensichtlich sind.

Und so folgt die Geschichte in zwangsläufig abweichendem Verlauf zum ursprünglichen Naruto. Der Junge ist sich zum Beispiel seines Siegelgefäßstatus bewusst, hatte es aus den ihm bekannten Wissen geschlussfolgert und durch Nachforschungen diese Schlussfolgerung verfestigt. Der Neunhirnige ist intelligent in einem Maße, dass es beängstigend ist – beim Angriff auf das Ninjadorf in der Vorgeschichte hatte Konohagakure dem Erdboden gleich gemacht und wurde nach der Versiegelung im Krater (!) wiederaufgebaut.

Naruto ist dabei zum Glück nicht übermächtig und sozial alles andere als bewandert, so dass er nach wie vor Fehler macht und sympathisch bleibt. Die ersten paar Bände von Naruto gelesen oder paar Folgen geschaut zu haben hilft aber, vor allem in der Etablierung der anderen Charaktere und ihrem Verhältnis zu Naruto.

Die Inspiration kam dem Autor übrigens durch Harry Potter and the Methods of Rationality, die ich später auch mal reviewen werde. Im Gegensatz zu dem dortigen Harry hat der hiesige Naruto aber keinerlei Zugriff auf Werke von Bedeutung für rationales und logisches Denken.



Witzig geschriebene Geschichte

Titel: Lighting Up the Dark (URL: http://www.fanfiction.net/s/9311012/1/)

Autor: Velorien

Länge: 60k+ Wörter (ca. 350 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: Laufend

Montag, 19. August 2013

Overlady

Jähzorniges Mädchen will (heimlich guter) böser Herrscher werden

Ein paar Worte vorab: Overlady ist wie XSGCOM ein Crossover, aber von anderen fiktiven Universen, nämlich Overlord und Zero no Tsukaima.

Overlord ist ein Videospiel, in dem man den namensgebenden Overlord steuert, der über Schergen (Minions) herrscht und diese pikmin-artig Aufgaben erledigen lässt, wie zum Beispiel Dörfer überfallen oder Helden bekämpfen. Das Spiel ist voller schwarzem Humor und nimmt sich nicht zu ernst.

Zero no Tsukaima (dt. "Begleiter von Zero") ist eine Light Novel- und Animereihe in einer stark europäisch angehauchten Fantasywelt. Viele Länder sind offensichtliche Analoga zu europäischen Ländern, es gibt Adel und Fußvolk, aber anstatt Mittelalter ist die technologische Epoche eher grob dem 18. Jahrhundert zuzuordnen.

Witzigerweise habe ich keins von beiden je in den Fingern gehabt und bin bloß mit dem gröbsten Vorwissen an die Fanfic rangegangen.



Louise Françoise le Blanc de la Vallière ist die jüngste Tochter einer bekannten adligen Familie und besucht die Tristain Academy of Magic. Aufgrund ihres mehr als moderaten magischen Talents wird sie von ihren Mitschülern allerdings nur Zero Louise gerufen. Ihre letzte Chance, die Beschwörung eines Begleiters (etwa wie Katzen für Hexen), schlägt fehl und sie beschwört nichts. Wütend und zu Tode beschämt flieht sie und will ein neues anfangen, den Fußstapfen ihrer Mutter folgen und eine weltberühmte Abenteurerin und Heldin werden und… sie findet einstweilig Zuflucht vor dem Wetter in einer Höhle und schläft ein…

…um vor Schrecken zu realisieren, dass sie nicht alleine ist. Ein Vampir greift an, den sie schnell mit ihrer Magie erledigt, denn Lousie kann Magie wirken, aber ausschließlich Explosionen. Als ein Gefangener des Vampirs, Gnarl, auf sich aufmerksam macht, befreit sie ihn. Und Gnarl ist keine Augenweide, nach 80 Jahren in einem Käfig an der Decke sollte man das auch nicht erwarten.

Die koboldartige Kreatur bezeichnet sich selbst als Minion, als Schergen, und sie werden Lousie fortan dienen bei ihrem offensichtlichen Ziel: Weltherrschaft. Anscheinend ist Lousie kompatibel und beherbergt große Böse Energien, die sie zur Meisterin über die Minions machen. Ihr zur Seite: Ein aufmüpfiger und viel zu kluger nicht-Kobold, einige nicht ganz so aufmüpfige aber dafür umso dümmere nicht-Kobolde und ein Turm der mehr kaputt als heile ist.

Schnell wird Louise klar, dass sie ganz schön in die Bredouille geraten ist und ihre einzige Hoffnung in guter Miene zum bösen Spiel besteht. Der Plan: Soviel lernen wie sie kann, ihre Bösen Taten so gestalten, dass sie insgeheim Gutes tun, und sich allgemein so Verhalten, dass ihre Eltern im nachhinein stolz auf sie sein können.

Und so beginnt sie die Goblins der umliegenden Gegenden zu jagen, einzufangen und zu Minions zu konvertieren, denn damit entfernt sie ja die Bedrohung, welche die Goblins für die Dörfer darstellten. Aber wie es so schön heißt: Der Pfad zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.



Louise ist eine 1A Tsundere. Tsundere fragt ihr? Nun, damit bezeichnet man einen bestimmten Charaktertyp. Ein Tsundere ist oft im Bezug auf bestimmte Person, aber oft genug auch generell, in zwei Modi anzutreffen: Zornig oder Zart. Nie beides. Und kaum Zwischenstufen. Helga Pataki aus Hey Arnold! ist zum Beispiel eine Tsundere deren Standard Zornig (Tsun) ist. Lois, die Mutter aus Malcom Mittendrin, fällt beispielsweise auch da rein. Und bei Characteren, bei denen die Zarte (Dere) Seite im Vordergrund steht (Ted aus How I Met Your Mother, Katara aus Avatar), kommt oft genug der Zorn durch.

Auf jeden Fall ist Louise sehr jähzornig und hat Spaß an Zerstörung, auch wenn ihre Erziehung sie immer einen Begründung für diese suchen lässt. Glücklicherweise sind die Minions tolpatschig und Tritte als akzeptable Strafen beim Bösen gern gesehen.

Es werden recht bald Charaktere eingeführt, mit denen Louise interagieren kann, und das sind nicht nur die teilweise individualisierten Minions jenseits von Gnarl, sondern beispielsweise Louise kränkliche Schwester oder ihre halbdämonische Rüstungsschmiedin Jessica.

Der Autor EarthScorpion vergisst dabei aber nicht Louise ehemalige Klassenkameraden und damit für Fans von Zero no Tsukaima bekannten Charaktere.

Obgleich oder weil die Welt von Tsukaima gut bekannt ist, entschied sich EarthScorpion für eine brauchbare logische Weiterführung des kanonischen Geschehens in Louise' Abwesenheit. Ihre arrangierte Gatte? Ach so traurig, dass er eine fremdes Bett bespringt. Oder besser dessen Belegerin. Ihre Eltern? Dank Louise' Tod ist die ohnehin wackelige am Zerbrechen. Und politisch? Nicht direkt, aber indirekt kommt es zu Aufständen im Nachbarland.

Interessant sind auch die Einblicke in die Subkultur des Bösen, mit eigenen Nachtklubs, verzerrtem Vokabular und magischen Technologien analog zu unserem.

Vom Englisch her ist es mittel, denke ich, aber mit einige äraangemessenen Worten wie "chemise" für eine Art Nachthemd. Ein Wörterbuch oder LEO nebenbei können also nicht schaden. Und es gibt gelegentlich Wortspiele, wo man als nicht Muttersprachler sich mitunter reindenken muss.



Recht witzig, allein schon durch Louise ständige Versuche sich vom Guten ihre Bösen Taten zu überzeugen. Von ihrem Umgang mit Kleinvolk mal ganz zu schweigen…

Titel: Overlady (URL: http://www.fanfiction.net/s/8753582/1/Overlady)

Autor: EarthScorpion

Länge: 160k+ Wörter (ca. 890 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: laufend

Montag, 22. Juli 2013

Morphic

Womit Mensch-Pokémon-Hybride umgehen müssten…

Die Pokémon-Welt: Dave ist Genetiker und Chef bei Heywood Labs, mit Brian und einigen weiteren Angestellten. Aus einer Schnappsidee und zufälligerweise passendem Geniestreich heraus entscheiden sie sich dafür, Mensch-Pokémon-Hybride zu schaffen. Der Geniestreich entpuppt sich als wirklich folgenreich, denn es klappt – nach Bearbeitung und Kombination der genetischen Anlagen befinden sich die 8 Experimente im fötalen Stadium.

Da platzt die Bombe und die Öffentlichkeit erfährt von dem Hybridisierungsexperiment. Weder Dave noch sonstwer hatte geplant die Föten bis zur Reife zu bringen, es war mehr eine Konzeptstudie, dass so eine tiefgreifende genetische Manipulation möglich ist, aber eine Anti-Abtreibungs-Bewegung fordert die Reifung und anschließende Erzeihung der Hybriden durch die "Missetäter". Durch unglückliche PR-Entscheidungen bleibt Heywood Labs nichts anderes übrig, als sich dem öffentlichen Druck zu beugen und die Föten in künstlichen Gebärmuttern und Brutkammern auszutragen und anschließend aufzuziehen.

Die acht Hybride unterscheiden sich teilweise stark, insbesondere in den Pokémonteilen ihrer Erbanlagen: Vulpix-Mädchen (Fuchsig), Mauzi-Junge (Kätzisch), Sichlor-Mädchen (Messerpsychopath), Schwalbini-Junge (Vogel), Lampi-Junge (Angelfisch), Traunfugil-Mädchen (Geist), Roselia-Mädchen (Rose) und Schneckmag-Junge (Schneckenlava).

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Biologie altern die Kinder auch unterschiedlich stark und zeigen verschieden starke Beeinflussungen ihrer Pokémonabstammung. Nach einem Zeitsprung von zehn Jahren wird das besonders klar: Obgleich alle chronologisch etwa gleich alt sind, sind sie körperlich – und teilweise auch geistig – stark unterschiedlich, von 8 bis zu 17 Jahren alt.

Hinzu kommt, wie normale Kinder mit diesen Kindern mit Pokémon-/Tierzügen umgehen werden, ganz zu schweigen von der Kirche der Heiligen Wahrhheit…



So ziemlich die erste Pokémon-Fanfic, die ich gelesen habe und dann gleich sehr gut! Wie eingangs beschrieben beschäftigt sie sich mit Pokémonhybriden, gewissermaßen ähnlich zu Animorphs (die habe ich aber nie gelesen), aber mit einem großen Fokus darauf, wie der Alltag von solchen Hybriden aussehen würde. Als Ergebnisse von Experimenten sind sie nicht gerade mit überragenden Fähigkeiten gesegnet, so hat der Anglerfischjunge beispielsweise grenzwertig Glasknochen und der Schneckmagjunge darf sich nicht aufregen, weil sonst seine Körpertemperatur ansteigen würde, was seine menschlichen Organe beschädigen oder abtöten könnte.

Aber prinzipiell hat es keines der Kinder leicht, weil sie alle ausgegrenzt werden und Anfeindungen von religiösen Fanatikern ausgesetzt sind.

Ich wünschte, der Autor hätte mehr Zeit für die Charakterisierung aufgebracht. Obwohl er viel Fokus in die Schaffung der Welt steckte, wird dieser Aspekt beispielsweise durch die spätere rasante Handlung teilweise hinten angestellt. Hinzu kommt die große Anzahl an Charakteren in einer relativ kurzen Geschichte: Die Kinder und ihre Adoptiveltern sind zusammen schon über 20 Personen.



Trotz allem sehr interessant. Besonders die Gespräche von Dave mit dem Sichlor-Mädchen sind sehr interessant.

Titel: Morphic (URL: http://www.fanfiction.net/s/3553005/1/

Autor: Dragonfree

Länge: 60k+ Wörter (380 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: Abgeschlossen

Montag, 6. August 2012

XSGCOM

Überraschend passende Fusion.

Stargate sollte Fernsehguckern ein Begriff sein, aber trotzdem mal eine Zusammenfassung: Bei Ausgrabungen in Ägypten wird ein Ring aus einem unbekannten Metall gefunden. Der Archäologe Daniel Jackson macht sich an die Entschlüsselung der darauf befindlichen Symbole und kommt auf die hirnrissige Idee, dass der Ring außerirdischen Ursprungs ist. Seine Karriere macht einen offensichtlichen Knick, bis Jahre später die US Air Force an seiner Tür klopft.

Das Militär hat den Ring "akquiriert" und verschiedene Forscher sind zu ähnlichen Schlüssen gekommen wie Mr. Jackson, bloß noch mit der Unterstützung wissenschaftlicher Fakten.

Wie sich herausstellt ist der Ring tatsächlich außerirdischer Herkunft und öffnet Wurmlöcher zu verschiedenen Planeten mit eben solchen Ringen, sogenannten Stargates. Auf dem ersten Planeten angekommen treffen die Air Force zusammen mit Jackson auf außerirdische Parasiten, die Menschen als Wirte benutzen und sich für Götter halten.

Obgleich sie technologisch den Menschen weit voraus sind, bilden sie die Spitze in einem galaxieumspannenden feudalen System mit Menschen als Sklaven auf vielen Planeten. Das Air Force Team unter Colonel Jack O'Neill kann das natürlich nicht zulassen, also entsorgen sie den unmittelbaren "König", was das Feudalsystem in Aufruhr versetzt.

Das Stargate-Programm wird später aufgrund der potentiellen Gefahren für die Erde (technologisch weit fortgeschrittene Aliens mit Raumschiffen) auf Eis gelegt, später wieder aufgetaut und es werden Stargate-Teams zu den Planeten geschickt, um zu forschen, handeln und die Menschen aus der Knechtschaft der parasitären Goa'uld zu befreien.

Eines dieser Teams besteht aus Colonel Jack O'Neill, Zivilist und Archäologe Daniel Jackson, Physikerin und Captain Samantha Carter sowie Überläufer Teal'c.

X-COM sagt wahrscheinlich weniger Leuten etwas, aber es ist eine Reihe von Taktik-Shootern (wie beispielsweise auch das bekanntere Jagged Alliance), die spielmechanisch hoch gelobt sind und nach wie vor in Listen der besten Spiele überhaupt in den obersten Plätzen rangieren.

Zur Handlung: Spätestens seit 1999 befindet sich die Erde in einem geheimen Krieg gegen außerirdische Invasoren, und es läuft nicht gut. Die Aliens kommen in unsere Länder und entführen Menschen, um an ihnen schreckliche Experimente durchzuführen. Die einzige Verteidigung heißt X-COM und ist ein UN-sanktionierter Militärdienst, der mit riesigen Verlustraten (es überleben oft genug weniger als die Hälfte der Missionsmitglieder) sich den Invasoren entgegenstellt. Abgeschossene UFOs werden untersucht und als Forschungsgrundlage genommen, die Aliens teilweise bei lebendigem Leibe auseinander genommen, um bessere Verteidigungsstrategien zu entwickeln.

Kurz gesagt, X-COM ist alles andere als zimperlich. (Und nimmt viele Anleihen aus der UFO-Mythologie und dem Cthulhu-Zyklus) Es ist martialisch, brutal, ruchlos, und inhuman, weil dies die einzigen Mittel und Wege sind, die zumindest den Hauch einer Chance im geheimen Krieg zulassen. In jedem anderen Zusammenhang wären die Methode reiner Irrsinn.

Kommen wir nun zur Fusion:

Die Erde hat an zwei Fronten gegen zwei unterschiedliche Gegner gekämpft und nur eine Handvoll Leute wussten überhaupt von dem jeweils anderen Krieg.

Als X-COM (statt der Russen im Original) das zweiter Stargate im Pazifik finden, kommt es zu einer zwangsläufigen Bekanntschaft und anschließend Fusion vom Stargateprogramm und X-COM. Die Stargateleute sind davon zuerst wenig begeistert, ist ihr Augenmerk doch Diplomatie, Handel und Forschung und nicht die Kriegsführung mit allen Mitteln, wie sie X-COM betreibt. Daher sind Reibereien nicht überraschend.

Ich will gar nicht zu viel verraten, aber XSGCOM ist im wesentlichen gut geschrieben und führt die beiden Universen hervorragend zusammen. Man könnte fast annehmen, die teilweisen Ergänzungen der jeweiligen Lücken wären von den Machern beabsichtigt gewesen, so gut passen Stargate und X-COM ineinander…

Der Kombinationspunkt ist Mitte 2000, also während der vierten Staffel von Stargate – Kommando SG-1. Zu dem Zeitpunkt hat X-COM bereits Laserwaffen und Körperpanzerung, aber noch keine Plasmawaffen. Dafür sind die bereits vorhandenen Laserwaffen mehr als ausreichend, um Jaffa (die Standardgegner in SG-1) niederzumähen. Durch die Zwangslage von X-COM in den Jahren zuvor immer bessere Waffen zu entwickeln, um gegen ihre außerirdische Bedrohung zu kämpfen, haben sie eine für Durchschlagskraft, die Jaffa wortwörtlich perforiert.

Zusammen mit ihrer wesentlich militärischeren Kampfdoktrin bekommen die oft nur belächelten Tau'ri (Goa'uld-Name für Menschen von der Erde) mit ein Mal etwas Respekt.

Die Handlung folgt mehr oder weniger dem Verlauf der Spiele und Fernsehserie zugleich, aber immer mit Zugeständnissen gegenüber der veränderten Sachlage. Mitunter offensichtliche Lösungen, die in SG-1 wegen dramatischen oder anderweitigen Gründen nicht gewählt wurden, sind in XSGCOM gern gesehen. Dabei geht der Autor aber nicht zu weit und macht die Terraner übermäßig stark – allein schon der geheime Krieg gegen die übermächtigen Aliens aus aus X-COM macht das schwierig – sondern verfolgt bestimmt das Ziel, die Menschheit stark genug zu machen, um die Probleme aus der Serie ohne deus ex machina zu lösen.

Zu diesem Zweck lässt er zum Beispiel XSGCOM diplomatische und ökonomische Bande zu den Tollanern, Aschen und diversen industrialisierten und technologisch fortgeschrittenen Völkern knüpfen, was später in der Handlung zu einem unvergleichlichen Erfindungsschub auf der Erde führt (in Wirklichkeit angepasste Erfindungen aus außerirdischen Technologietransfers).

Dabei sind viele Entwicklungen sehr logisch, mit häufig wechselnden Allianzen und Bündnissen, politischen Ränkespielen und dergleichen. Der Humor hält sich interessanterweise beständig auf einem unaufdringlichen aber guten Niveau, das mir naher der Fernsehserie scheint.

Zu Bemängeln ist dafür die Grammatik und Interpunktion. Oftmals würde eine Umstrukturierung der Sätze oder ein Extrakomma das Verständnis ungemein erleichtern.

Im Gegenzug befinden sich im Anhang der Kapitel immer Links zu verschiedenen Quellen, wie Wikieinträgen zu relevanten Episoden, Personen oder Technologien. Das ist teilweise auch nötig, denn Episoden werden nicht nacherzählt, sondern zumindest grobes Wissen über sie einfach vorweg angenommen.

Insgesamt aufgrund der verschiedenen Entwicklungen eine interessante Lektüre, wenn auch sprachlich unter der Norm.

Titel: XSGCOM (Auf Twisting the Hellmouth, Auf Fanfiction.net)

Autor: Hotpoint

Sprache: Englisch (einfach-mittel)

Status: SG-1 abgeschlossen (337k Wörter), SG-Atlantis laufend/ruhend (149k Wörter)

 PS: Update im X-COM-Paragraf, Layout (09.08.2012)

Montag, 26. Dezember 2011

The Darth Side: Memoirs of a Monster

An und für sich lese ich kein Star Wars, weder offizielles noch fangeschaffenes, weil das Universum einfach zu umfassend ist um nicht darin zu ertrinken, aber als ich über Memoire of a Monster bin, war ich doch hellauf begeistert.

Aber worum geht es? Nun, das ganze ist ein (abgeschlossener) Blog, welcher die Tagebucheinträge von Darth Vader, rechte Hand des Imperators Palpatine wiedergibt. Es beginnt mit folgendem (gekürzten) Eintrag:
Moff Nur: You should try keeping a journal.
Darth Vader: A journal? Do you mean I should write a book?
Moff Nur: No, no. I mean like a diary.
Darth Vader: Like a teenage girl?
Moff Nur: Well, not entirely unlike a teenage girl, I suppose.
Solche direkten Dialogwiedergaben sind eher selten, meist beschreibt Vader "bloß" seinen Alltag und Frust mit der zunehmenden Verdummung seiner Untergebenen. Dabei folgt der zeitliche Verlauf der klassischen Trilogie. Sie zeigt, wie Vader versucht in Palpatine's Auftrag die Rebellen zu besiegen und wie er dabei das erste Mal seit Jahren auf eine Person aufmerksam wird, die mit der Macht gesegnet zu sein scheint.

Diese Person ist offensichtlich Luke, sein Sohn, aber das weiß Vader zu dem Zeitpunkt noch nicht. Er fühlt bloß, wie die Macht von dem Jungen ausströmt und die Geschicke und Schicksale der Welt um ihn herum berührt, dass es eine wahre Freude ist.

Dem entgegen stehen die lapidar erwähnten Folter- und Verhörmethoden, welche Vader Hinweise auf die Rebellen geben, die aus Missmut über Inkompetenz mit Gedankenkraft zerstörten Luftröhren und seine berühmte Nachahmung des toten Mace Windu. Man kann problemlos glauben, dass Vader ein Monster ist, aber eben auch ein Mensch.

Und ehrlich gesagt ist die Idee ungemein erfrischend! Witzigerweise wurde durch die neue Star-Wars-Trilogie erst die Möglichkeit für diesen Blog geliefert, denn in den drei chronologischen Vorgängerfilmen wird der Wandel des etwas naiven Jungen Anakin Skywalker zu dem klassischen Widersacher schlechthin erzählt. Und wie es der Archetyp verlangt, erhält Vader ja bekannterweise zum Schluss auch die Möglichkeit, Buße zu tun und Reue zu zeigen.

Was mich persönlich aber noch mehr fasziniert hat, war die Beschreibung der Macht. Wie sie in Wogen von Sternen ausgeht und doch erst auf Planeten so richtig in Fülle vorkommt. Wie ein Planet durch die Augen der Macht gesehen nur eine hohle Kugel ist, deren Oberfläche leuchtet und ein strahlendes Geflecht nach innen und außen streckt. Wie Ereignisse einen Schatten voraus werfen und an sich unbedeutende Personen mit einmal von leichten Verästelungen der Macht berührt werden, welche eine zukünftige Bedeutung bedeuten können, aber deren Wahrscheinlichkeit und Kausalität noch nicht bestimmt sind.

Das war es, was mich wirklich überrascht und gefreut hat.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass der Blog seit Jahren abgeschlossen ist (man also in einem Rutsch durchlesen kann) und die dort bereit gestellte PDF noch Bonusmaterial enthält.

Titel: The Darth Side: Memoirs of a Monster

Autor: Chester Burton ("Cheeseburger Brown")

Sprache: Englisch (einfach-mittel)

URL: http://darthside.blogspot.com/

PS: Bester Beweis wie gut Memoirs ist: ich habe eben aus Versehen noch einen Eintrag über Memoirs verfasst, fünf Monate später.