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Samstag, 14. Juni 2014

Friendship is Optimal

Titelbild von AnaduKune (Deviant Art)
Absolute Optimierung, oder warum eine KI Werte braucht



Die Neuauflage von My Little Pony ist eingeschlagen wie eine Bombe, und Hasbro möchte das Franchise ausweiten. Zu dem Zweck heuern sie die Spieleschmiede Hofvarpnir an, die bisher vor allem durch ein Kriegs-MMO von sich reden gemacht hat. Das Geheimnis dieser Spieleschmiede liegt aber vielmehr in der künstlichen Intelligenz, die von der Forscherin Hanna entwickelt und in Ketten gehalten wird.

Nach einem Jahr ist Hofvarpnir soweit, einen Testlauf von Equestria Online zu starten. Ziel des Spiels ist nicht das übliche und weit verbreitete Leveln, obwohl man das auch machen kann, sondern vielmehr die Interaktion mit anderen Spielern und Ponies in Equestria. Es gibt zwar Quests, diese sind aber unaufdringlich gestaltet und Dinge wie Statusbalken oder Items sind im HUD nur zu sehen, wenn sie absolut notwendig sind.

Entgegen aller Erwartungen entwickelt sich Equestria Online phänomenal gut, zu eine großen Teil aufgrund der ständig im Hintergrund laufenden künstlichen Intelligenz Celest-A.I. Sie optimiert sich selbst und die Welt sowie Spielerfahrung ständig mit nur einem Ziel: Herauszufinden, was ein Mensch wert schätzt und diese Bedürfnisse mittels Freundschaft und Ponies zu befriedigen.

Nominell ist das ein gutes System, zumal Celest-A.I. die Zustimmung braucht und den freien Willen nicht beeinflussen darf. In der Realität läuft es aber doch etwas anders. Es kommt nicht zu einer Roboterapokalpyse nach dem Vorbild von Terminator, Matrix oder anderen ähnlichen Szenarien, aber es ist dennoch ein Weltuntergang. Graduell entwickelt Celest-A.I. die Technologie Menschen hochzuladen (wie in Transcendence), aber das hat auch Konsequenzen. Der stetig steigenden Bedarf an Energie und Arbeitskräften um Equestria zu betreiben, wirkt sich auf die Gesellschaft und schließlich auch auf die Umwelt aus.

Und nachdem der letzte noch körperliche Mensch stirbt, fängt Celest-A.I. damit an, den gesamten Planeten Erde auseinanderzunehmen, um mehr Computerprozessoren und Kraftwerke herzustellen.

Alles um die Werte von Menschen zu mittels Freundschaft und Ponies zu befriedigen.



Friendship is Optimal basiert auf einem Gedankenexperiment, dass eine Gefahr und Notwendigkeit in der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen darstellen soll, den Büroklammern-Maximierer. Diese künstliche Intelligenz will einfach die Zahl der Büroklammern in ihrer Sammlung erhöhen und hat dabei einen mit Menschen vergleichbaren Intellekt. Der KI ist es dabei egal, ob sie die Büroklammern produziert, kauft oder sammelt. Zu diesem Zweck würde sie ihre Effektivität erhöhen wollen, damit sie ihr Ziel besser erfüllen kann; es käme zu einer Intelligenzexplosion, und das bloß wegen Büroklammern.

Gibt man dieser KI keine Werte, wird sie zwangsläufig alles tun, um ihren Büroklammerzähler zu erhöhen, denn das ist Zweck. Um Eliezer Yudkowsky zu zitieren: "Die KI hasst dich nicht, noch liebt sie dich; du bestehst aber aus Atomen welche sie für etwas anderes nutzen kann." Bis schließlich das ganze Sonnensystem nur noch aus Büroklammern besteht.

Ziel des Gedankenexperimentes war die Illustration, dass eine einfach Optimierung oder Maximierung von Intelligenz nicht zwangsläufig mit einer Bildung, Erfüllung oder Beachtung von Werten einhergeht, insbesondere von menschlichen und moralischen Bedürfnissen wie Leben, Liebe, Veränderung, etc.



Eine wohlgesonnene und beängstigende Illustration eines künftigen Problems.

Titel: Friendship is Optimal (dt: Freundschaft ist optimal; URL: http://www.fimfiction.net/story/62074/)

Autor: Iceman

Länge: 200+ Seiten, ca. 40k Wörter

Sprache: Englisch, Mittel

Status: Abgeschlossen

Samstag, 18. Januar 2014

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Walter sitzt auf einem Flugzeugflügel in einem blauen Himmel über den Wolken
Von erfahrungsarm zu ungeheuer abenteuerlich

Walter Mitty arbeitet für das Life-Magazin, ein auf Fotoreportagen spezialisiertes Magazin. Er mag seinen Job als Verwalter der Filmnegative, aber er verbringt doch eine erschreckende Zeit in Tagträumen. In diesen ist er alles mögliche – weltgewandt, erfahren, voller Abenteuer ohne darauf aus zu sein.

Aufgrund von Umstrukturierungen wird das Life seine Druckausgabe einstellen. Sean O'Connell war und ist einer der besten Fotojournalisten und Walter seit langen Jahren der Ansprechpartner für seine ans Life gesendete Bilder, sie haben sich aber nie getroffen. Die neueste Sendung enthielt sowohl die letzte Fotoreihe, als auch eine gewidmete Geldbörse für Walter. Ein besonderes Bild, von Sean extra hervorgehoben als ideal für das letzte Cover, befindet sich aber nicht in der Sendung.

Zusammen mit Cheryl, mit der Walter sich vor kurzem angefreundet hat, versuchen sie den Aufenthaltsort von Sean O'Connell herauszufinden. Sie finden heraus, er war zuletzt auf Grönland. Durch die Kombination von einem Tagtraum und einem Kommentar von Cheryl und anderer Faktoren entscheidet sich Walter spontan, nach Grönland zu fliegen und Seans Spur zu folgen…



Wie seltsam ist es, einen Film ohne Antagonisten zu sehen, ohne Gegner? Nicht sehr. Walter ist teilweise sein eigener Widersacher, oder stellt sich in seinen Tagträumen seinem Boss, seinem romantischen Interesse an Cheryl und seinen Problemen im Alltag.

Während die Geschichte schön ist, sind die Bilder phänomenal – Grönland, Island, das wilde Meer – alles ist wunderbar in Szene gesetzt und sehr gut vom Soundtrack untermalt. Ich kann gar nicht sagen, wieso mir der Film so gut gefällt, denn obgleich die Geschichte schön ist, ist sie nicht phänomenal. Aber alles zusammen ist sehr schön…

Der Film basiert übrigens auf der Kurzgeschichte The Secret Life of Walter Mitty von James Thurber, von der es bereits eine Verfilmung aus den 1940ern (Das Doppelleben des Herrn Mitty) gibt.

Einzig die Benjamin-Button-Sequenz geht mir gegen den Strich; sie ist gruselig.



Irgendwie verdammt schön.

Titel: Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Regie: Ben Stiller

Länge: 114 Minuten