Django Unchained
Ein Spaghettiwestern in den Südstaaten
Django ist ein Sklave, Und Dr. King Schultz ein Sklave. Zumindest sind dies die ersten Eindrücke, die man von den beiden bekommt. Django, frisch auf dem Sklavenmarkt ersteigert, muss zusammen mit anderen Sklaven in Ketten durch die kalte Wildnis marschieren, während ihre Wärter auf Pferden daneben reiten.
Als ihnen ein Pferdewagen mit einem übergroßen wackelnden Backenzahn entgegenkommt, sind alle natürlich verwirrt. Der Fahrer des Wagens ist Dr. King Schultz und er sucht einen bestimmten Sklaven, Django. Als er ihn findet, möchte der eloquente Doktor diesen Sklaven erwerben. Die beiden anderen Gentleman wollen das nicht und bedrohen Schultz.
(Aus Spoilergründen sage ich hier nichts weiter)
Dr. Schutlz, seit fünf Jahren Kopfgeldjäger statt praktizierender Zahnarzt, schließt mit Django einen Handel: Zusammen machen sie eine gesuchte Bande ausfindig, von denen Django die Gesichter kennt, und im Gegenzug wird Django ein freier Mann und am Kopfgeld beteiligt.
Im Verlauf der Suche nach der Bande freunden sich der deutsche Doktor Schultz und Django an und der Juniorpartner erzählt von seinem früheren Herrn, seiner Frau Hildy, und seiner Suche nach ihr und Rache an ihren und seinen Peinigern. Schultz, in einer Art Verantwortung für "seinen" freien Mann, will Django helfen und zusammen machen sie Hildy's Käufer ausfindig, Monsieur Candi, Besitzer der viertgrößten Südstaatenplantage Candyland, Altes Blut im Sklavenhandel und Veranstalter von Sklavenringen bis zum Tod.
Bloß wie kauft man einem Händler Ware ab, wenn dieser weiß, dass man sie unbedingt haben will? Schultz hat da einen Plan...
Wie für Tarantino üblich ist auch Django Unchained eine Hommage, und zwar dieses Mal an Spaghetti-Western und Blaxploitation. Bloß verpflanzt Tarantino die oftmals typische Rachehandlung, wie sie auch hier vorkommt, von dem Wilden Westen in die Südstaaten und den daraus folgenden Konsequenzen. Django, befreiter Sklave, wird auf seinem Pferd wild und empört beäugt, während der überaus intelligente Dr. Schultz sich mit seiner Engelszunge aus Teufels Küche herausreden kann - beides nicht gerade typische Figuren von Spaghettiwestern.
Interessant oder auch zu bemängeln ist, dass Django als Charakter zwar formell die Hauptperson darstellt, er aber oftmals durch die kraftvoll gespielten Nebenfiguren von Dr. Schultz (Christopher Waltz), Monsieur Candi (Leonardo DiCaprio) und dessen Hausnigger Stephen (Samuel L. Jackson) überschattet wird. Und wie auch bei seinen früheren Filmen spielen die Dialoge einen wichtigen Aspekt in der Charakterisierung der Figuren.
Im Verhältnis zu manchen von Tarantinos anderen Werken halten sich die zerfetzten Innereien im Rahmen (oder Körperinneren), aber wer einen schwachen Magen hat, sollte vielleicht trotzdem nicht vor dem Film Essen gehen.
Manch einer mag kritisieren, dass der Film recht lang war, für mich hatte er aber trotzdem nicht übermäßige Längen. Vielleicht hätten die Produzenten lieber wieder eine Duologie wie Kill Bill gehabt, aber wer weiß das schon.
Mein Fazit ist, dass der Film aufgrund der Dialoge und Charaktere sehenswert ist, und die Gewalt und blutigen Szenen oft genug so übertrieben sind, dass sie ins Witzige abgleiten.
Titel: Django Unchained
Regie: Quentin Tarantino
Länge: 165 Minuten
PS: Witziger Nebeneffekt der Synchronisation: Samuel L. Jackson's Stimme kennen wir nicht nur von dem Schauspieler in verschiedenen Rollen wie Mace Windu, Nick Fury and Jules Winnfield, sondern auch als Bill Cosby... was hervorragend zu dem nörgelnden Stephen passt!
Meine Meinungen zu Filmen, Bücher, Comics und allgemein jedweder Medienveröffentlichung, die mir vor die Augen oder unter die Griffel kommt.
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Montag, 11. Februar 2013
Samstag, 8. Oktober 2011
Priest
Seit Anbeginn der Zeit kämpfen zwei Spezies auf der Welt um die Vorherrschaft, die Menschen und die Vampire. Jahrhundertelang waren die Menschen nicht mehr als Vieh und Nahrung für die Vampire, und was die Menschen in festungsartige Städte trieb. Erst mit der Entwicklung einer Waffe gegen die Vampire konnten sich Menschen wieder aus ihren Festungen wagen. Die Priester, Kämpfer menschlichen Blutes und doch geschickt und schnell genug um es mit den unmenschlichen Vampiren aufzunehmen, jagten den Feind und töteten ihn, wieder und wieder und wieder und jagten ihn solange, bis die Vampire nur mehr in Reservaten leben konnten.
Soviel zur Hintergrundgeschichte. Es ist die klassische Postapokalypse:
Der Film ist somit wirklich vorhersagbar. Es gibt keine überraschenden Wendungen, und ehrlich gesagt nichts, was ihn positiv oder negativ hervorheben würde aus dem Einheitsbrei des actionlastigen Popcornkinos.
Nichtdestotrotz hat der Film einige schöne Effekte (der Regisseur hat seine noch aktiven Wurzeln in dieser Zunft), Verbrechen gegen die Gesetze der Biologie und Physik und na ja, Popkörnigkeit halt. Für einen DVD-Abend oder zur Hintergrundberieselung reicht es.
Titel: Priest
Länge: 87 Minuten
Regisseur: Scott Stewart
Soviel zur Hintergrundgeschichte. Es ist die klassische Postapokalypse:
- Mad-Max-Umwelt (Wüsten, Sand, Felsen, Trockenheit),
- totalitäre Obrigkeit (Kirche, Rituale, Kutten, Uniformen),
- ehrliche Menschen versuchen in der Außenwelt sich ein Leben aufzubauen und schlussendlich
- die Bedrohung der Überreste der Menschheit durch einen unmenschlichen Feind.
Der Film ist somit wirklich vorhersagbar. Es gibt keine überraschenden Wendungen, und ehrlich gesagt nichts, was ihn positiv oder negativ hervorheben würde aus dem Einheitsbrei des actionlastigen Popcornkinos.
Hintergrund
Hm. Angeblich soll dieser Film auf dem gleichnamigen Mahnwa basieren, aber nach dem Überfliegen der Handlung des letzteren scheint mir "angeblich" noch ein zu starkes Wort zu sein. "Hat die Buchrücken aus der Ferne gesehen" würde vielleicht besser passen.Nichtdestotrotz hat der Film einige schöne Effekte (der Regisseur hat seine noch aktiven Wurzeln in dieser Zunft), Verbrechen gegen die Gesetze der Biologie und Physik und na ja, Popkörnigkeit halt. Für einen DVD-Abend oder zur Hintergrundberieselung reicht es.
Titel: Priest
Länge: 87 Minuten
Regisseur: Scott Stewart
Samstag, 1. Oktober 2011
Rango
Ein leicht gestörtes Chamäleon rettet eine Westernstadt vorm Verdursten. Das wäre die Handlung in einem Satz zusammengefasst, aber ich denke, ich werde einfach mal etwas weiter ausholen:
Dies ändert sich, als durch ein Ausweichversuch wegen einem Gürteltier auf der Straße das Terrarium des Chamäleons vom rasant fahrenden Umzugswagen geschleudert wird und auf dem Wüstenasphalt aufschlägt. Dort auf der Straße trifft der Namenlose ein überfahrenes, weises Gürteltier, welches ihm die Richtung zur nächsten Stadt weist. Niedergeschlagen macht sich unser Held auf den Weg und nach einigen Eskapaden (Habicht + Chamäleon = Probleme) und einer durchträumten Nacht wird er von der resoluten Wüstenleguanin Bohne (ihr Vater mochte Bohnen wirklich) aufgelesen wird. Kurz vor der Stadt wirft sie ihn aber wieder vom Wagen, so dass er den letzten Rest des Weges alleine zurück legt.
Mit seinem Hawaiihemd fällt unser tarnungsfähiger Freund natürlich auf wie ein bunter Hund, bis er durch eine münchhausen-verdächtige Aktion den Habicht erledigt und spontan zum Sheriff ernannt wird, mit allen dazugehörigen Privilegien, wie beispielsweise westerngerechte Kleidung. Bei dem Habichtunfall fiel aber bereits das zweite Mal der eklatante Wassermangel der Stadt auf, und nach einem Blick in den Tresorraum der Bank (wo das Wasserlager ist), setzt Rango sich das Ziel, wieder Wasser in die Stadt zu bringen.
Doch nachdem er für sich eine Rolle gefunden hat, ein Verhaltensschema, welches er duplizieren kann, entwickelt sich Rango und wächst in seine falschen Kleider rein. Nicht im Sinne von einem hartgesottenem, steinekauendem Westernhelden, sondern in dem Departement Selbstbewusstsein. Das dieses leider ein Lügengebilde als Baurüstung benötigte, macht Rango wiederum angreifbar, denn der Bürgermeister als Hauptbösewicht weiß um die Scharade, die neue Sheriff vollführt, und die falsche Hoffnung, die er den Bürgern der Stadt vermittelt.
Aber auch wenn die neuen Kleider zwei Formate zu groß für Rango sind, so wächst er doch zumindest um eine Nummer im Verlaufe des Films.
Doch kommen wir zum Humor, den ich bis jetzt absichtlich nicht angeschnitten habe, denn das ist einer der großen Pluspunkte des Films. Vielfach ist es Slapstick, aber auch Situationskomik, wie beispielsweise das überfahrene Gürteltier vom Anfang, mit dem Rango ein angeregtes Gespräch führt, oder auch die Jagd durch den Habicht zuerst in der Wüste und später in der Stadt. Seltsamerweise fand ich dabei die übliche Art von Johnny Depp, dem englischen Synchronsprecher von Rango, nicht wirklich hervorstechend, obgleich er doch einen sehr eigenen Stil pflegt (Man sehe sich dazu nur die "Fluch der Karibik"-Reihe an, die erst durch Depps Interpretation der Rolle eine Reihe wurde).
Ein weitere Punkt ist der Animationsstil. Ist man doch ein sehr kindgerechtes Bild der Charaktere und Figuren gewohnt – schließlich ist es ja ein Animationsfilm, der muss als ins Kinderghetto gehören! – so bricht Rango mit dem Schema und zeigt Charaktere, die sehr viel näher am Bild sprechender Tiere anstelle von Kuscheltieren angelehnt sind. Selbst die Ausnahme, ein Fingertier, das an sich nicht in der Wüste heimisch ist, sieht so grotesk aus, dass niedlich nicht das erste Wort ist, was mir zur Beschreibung einfallen würde.
Titel: Rango
Laufzeit: 107 Minuten
Regie: Gore Verbinski
Witziges Wissen: Rango Bohne ist auch eine deutsche Malerin und Grafikerin
Inhalt
Der Film beginnt damit, ein Chamäleon zu zeigen, dass mit schauspielerischen Eskapaden seine Zeit im Terrarium vertreibt und dabei Selbstgespräche mit einem Aufziehfisch, einer Playmobilpalme und dem kopflosen Oberkörper einer Barbiepuppe führt.Dies ändert sich, als durch ein Ausweichversuch wegen einem Gürteltier auf der Straße das Terrarium des Chamäleons vom rasant fahrenden Umzugswagen geschleudert wird und auf dem Wüstenasphalt aufschlägt. Dort auf der Straße trifft der Namenlose ein überfahrenes, weises Gürteltier, welches ihm die Richtung zur nächsten Stadt weist. Niedergeschlagen macht sich unser Held auf den Weg und nach einigen Eskapaden (Habicht + Chamäleon = Probleme) und einer durchträumten Nacht wird er von der resoluten Wüstenleguanin Bohne (ihr Vater mochte Bohnen wirklich) aufgelesen wird. Kurz vor der Stadt wirft sie ihn aber wieder vom Wagen, so dass er den letzten Rest des Weges alleine zurück legt.
Mit seinem Hawaiihemd fällt unser tarnungsfähiger Freund natürlich auf wie ein bunter Hund, bis er durch eine münchhausen-verdächtige Aktion den Habicht erledigt und spontan zum Sheriff ernannt wird, mit allen dazugehörigen Privilegien, wie beispielsweise westerngerechte Kleidung. Bei dem Habichtunfall fiel aber bereits das zweite Mal der eklatante Wassermangel der Stadt auf, und nach einem Blick in den Tresorraum der Bank (wo das Wasserlager ist), setzt Rango sich das Ziel, wieder Wasser in die Stadt zu bringen.
Hintergrund
Rango ist ein leicht neurotischer Charakter, der nicht weiß, was er mit sich anstellen soll und auf der Suche nach sich selbst ist. Vor der Sache mit dem Habicht gibt er sich selbst den Namen Rango, basierend auf dem Etikett eines Getränks, und schlüpft in die Rolle eines hartgesottenen Westernhelden. Und ich meine das wortwörtlich – bisher hatte das Chamäleon keinen Namen für sich verwendet und befand sich in einer Identitätskrise.Doch nachdem er für sich eine Rolle gefunden hat, ein Verhaltensschema, welches er duplizieren kann, entwickelt sich Rango und wächst in seine falschen Kleider rein. Nicht im Sinne von einem hartgesottenem, steinekauendem Westernhelden, sondern in dem Departement Selbstbewusstsein. Das dieses leider ein Lügengebilde als Baurüstung benötigte, macht Rango wiederum angreifbar, denn der Bürgermeister als Hauptbösewicht weiß um die Scharade, die neue Sheriff vollführt, und die falsche Hoffnung, die er den Bürgern der Stadt vermittelt.
Aber auch wenn die neuen Kleider zwei Formate zu groß für Rango sind, so wächst er doch zumindest um eine Nummer im Verlaufe des Films.
Doch kommen wir zum Humor, den ich bis jetzt absichtlich nicht angeschnitten habe, denn das ist einer der großen Pluspunkte des Films. Vielfach ist es Slapstick, aber auch Situationskomik, wie beispielsweise das überfahrene Gürteltier vom Anfang, mit dem Rango ein angeregtes Gespräch führt, oder auch die Jagd durch den Habicht zuerst in der Wüste und später in der Stadt. Seltsamerweise fand ich dabei die übliche Art von Johnny Depp, dem englischen Synchronsprecher von Rango, nicht wirklich hervorstechend, obgleich er doch einen sehr eigenen Stil pflegt (Man sehe sich dazu nur die "Fluch der Karibik"-Reihe an, die erst durch Depps Interpretation der Rolle eine Reihe wurde).
Ein weitere Punkt ist der Animationsstil. Ist man doch ein sehr kindgerechtes Bild der Charaktere und Figuren gewohnt – schließlich ist es ja ein Animationsfilm, der muss als ins Kinderghetto gehören! – so bricht Rango mit dem Schema und zeigt Charaktere, die sehr viel näher am Bild sprechender Tiere anstelle von Kuscheltieren angelehnt sind. Selbst die Ausnahme, ein Fingertier, das an sich nicht in der Wüste heimisch ist, sieht so grotesk aus, dass niedlich nicht das erste Wort ist, was mir zur Beschreibung einfallen würde.
Fazit
Wenn man den Film mit etwas Abstand betrachtet und sich im Genre der (Spaghetti-)Western auskennt, dann wird man eine liebevolle Parodie der archetypischen Handlungsstränge und Charaktere erkennen, ähnlich wie Kung Fu Panda das mit den asiatischen Prügelfilmen getan hat. Und selbst wenn es das Charakterdesign nicht so aussehen lässt, ist der Film trotzdem für Kinder geeignet.Titel: Rango
Laufzeit: 107 Minuten
Regie: Gore Verbinski
Witziges Wissen: Rango Bohne ist auch eine deutsche Malerin und Grafikerin
Labels:
Animation,
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