Posts mit dem Label Fortsetzung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fortsetzung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Januar 2020

Luna

Hyperkapitalismus und Dynastiendrama

Um die 2050er begann die ausschweifende Besiedlung und Industrialisierung des Mondes durch die sogenannten Fünf Drachen: die Mackenzies, die Suns, die Woronzows, die Asamoahs und die Corta. Diese Familien führten dieses Unternehmung an, und sie bestimmen die Politik und die Gesellschaft auf dem Mond, denn obgleich die Familien miteinander reden, sind sie auch alle in Konkurrenz miteinander.

Die Reihe spielt größtenteils um 2100. In die Welt eingeführt werden wir durch Marina, die sich als erdgeborene Tagelöhnerin auf dem Mond alles verdienen muss: Wasser, Luft, Kohlenstoff, Daten. Diese vier Elemente sind immer im Handel auf dem Mond, und ist das persönliche Konto nicht gedeckt, dann wird einem das betreffende abgedreht. Durch Glück kommt sie an einen Job bei den Cortas als Kellnerin und wird später als muskulöse Erdgeborene Leibwächterin für den Klan. Mit ihr stolpert der Leser durch die Familienpolitik, die politischen Ehen, die Eheverträge, Vertragsbrüche, und sogar durch Duelle auf den Tod.
Sie ist aber nicht die einzige Hauptfigur, sondern bloß die Einführung zu den Cortas, denen wir im Verlauf der Reihe folgen. Mit ihrer Spezialisierung auf 3He-Extraktion aus dem Mondregolith sind sie einer der Drachen und halten mit ihren Lieferungen die Lichter auf der Erde am brennen. Aufgrund ihres brasilianischen Erbes und Hintergrundes (und weil sie der „jüngste“ Drache sind) betrachten die Suns und vor allem die Mackenzies sie abfällig und machen ihnen gerne Claims streitig oder ziehen vor Gericht.

Ich wusste ja schon länger, dass der Mond eine herbe Geliebte ist, aber während Heinlein dies optimistisch darstellt, ist McDonalds Version das pessimistische Zerrbild. In einer durch reinen Kapitalismus beherrschten Welt gibt es keine Sozialsysteme, keine Rechte, keine Polizei, und keine höhere Autorität, auf die man sich berufen könnte, sondern nur Verträge und Schiedsgerichte. Auf dem Mond ist alles käuflich, einschließlich der Leben, denn man lebt immer auf Miete. Die Luft in den eigenen Lungen gehört einem nicht, genauso wenig wie das Wasser in den Zellen – all das hat man von der Lunar Development Corporation (Kapitalgesellschaft zur Mondentwicklung) gemietet.

Wenn man sich aber im Gegenzug die Erde anschaut, die in der Reihe bloß eine Nebenrolle darstellt, dann würde man dort auch nicht unbedingt leben wollen. Multiresistente Krankheiten sind die Norm, der Klimawandel führt regelmäßigen Wetterextremen, und der technologische Fortschritt hinkt mehr als ein Pirat mit Holzbein.

Dem Mond zugutehalten muss man, dass die Spektrumnatur von Sexualität und Geschlechteridentität so anerkannt ist, dass sie gar nicht erklärt wird, sondern einfach als Hintergrund vorhanden ist.



Ich weiß nicht so recht, wie ich die Reihe verorten soll. Die Welt von Luna ist schon ziemlich cool, aber so dystopisch, dass ich trotz des technologischen Fortschritts nicht in ihr Leben würde wollen.

Titel: Luna (bzw. Luna: New Moon), Luna: Wolfsmond (Luna: Wolf Moon), Luna: Drachenmond (Luna: Moon Rising)

Autor: Ian McDonald

Sprache: Deutsch (Heyne), Englisch (Tor)

Länge: 3x 416–449 Seiten

Mittwoch, 2. August 2017

An Unwelcome Quest (Magic 2.0, Band 3)

4 Personen umrunden den herausstehenden Abhang eines Berges. Sie sind alle in mittelalterlich-bäuerlich gekleidet, haben aber Schwerter. Im Hintergrund ist eine schwarze Burg. Alles ist im 16-Bit-Ästhetik
Jetzt wird es ernst. Na ja, teilweise.

Im dritten Band von Magic 2.0 werden Phillip und Freunde entführt, ihrer magischen Fähigkeiten beraubt, und müssen eine klassische Quest durchstehen, komplett mit Kämpfen gegen wilde Kreaturen wir Sandwölfe. Oder Klippenwölfe. Oder Waldwölfe. Oder Flusswölfe.

The next wolf somehow attacked from behind, but by this point, Phillip had gotten the hang of waiting for them to leap, then pushing them off the cliff while they were in midair. All the others agreed: you wouldn’t want to mess with Phillip if you were both standing on a cliff. He had become the master of death by shoving.
— An Unwelcome Quest, Kapitel 7

Okay, die Quest ist eher schlecht als recht implementiert, zugegeben, aber wenn man nicht aufpasst, können die Wölfe durchaus gefährlich werden und einen verletzen.

Ich will den Grund für die Quest hier nicht vorwegnehmen, aber wer den vorigen Band gelesen hat, kann sich die verantwortliche Person denken.

Im Verhältnis zu den bisherigen Bänden geht es in An Unwelcome Quest ein bisschen blutiger zu. Glücklicherweise geht das nicht auf Kosten des Humors, den Meyer nach wie vor an erste Stelle gesetzt hat. Alle Charaktere sind leicht schnippisch zueinander, und erlauben sich dumme, aber nachvollziehbar menschliche Fehler.

In the middle of these turbulent hairpin turns, the canyon’s far wall narrowed into a teardrop-shaped spit of land that formed the inner bank of the bend. On this dry, stony outcropping, there was a castle so Gothic it might as well have been wearing black eyeliner.
(…)
Tyler said, “That must be Castle Cragganmore.”
“Are you sure?” Gary asked.
“We’re on the path to Castle Cragganmore,” Tyler explained, “and the path ends at that castle, so unless there’s another smaller castle hiding inside that castle, yeah, I’m pretty sure.”
— An Unwelcome Quest, Kapitel 9


Leider begeht Meyer wieder den gleichen Fehler wie im vorigen Band, d.h. er walzt die Ereignisse vorheriger Bände in einem Maße aus, dass man sie anschließend zumindest aus Neugier nicht mehr zu lesen braucht.

Auch die Motive des Antagonisten fielen relativ banal aus. Ich denke, dass nach drei Bänden und ähnlichen Motiven ich davon ausgehen kann, dass Meyer das entweder nicht besser kann, oder zumindest für Magic 2.0 nicht wertschätzt.



Alles in allem eine gelungene Fortführung. Innerhalb der Reihe gefiel mir der zweite Band allerdings am meisten.

Titel: An Unwelcome Quest (dt. etwa “Eine Unerwünschte Aufgabe”)

Autor: Scott Meyer
Sprecher: Luke Daniels

Sprache: Englisch (einfach-normal)

Länge: 432 Seiten, 115k Wörter

Dienstag, 25. Juli 2017

Spell or High Water (Magic 2.0, Band 2)

Zwei Männer mit Zauberstock und Spitzhut stehen am Strand, eine Palme neben ihnen, und schauen auf eine entfernte Insel, die komplett aus Kristallen besteht.
Eine Zeitschleife von innen. Und Mordversuche. Und Sexismus mal von der anderen Seite.

Nachdem das letzte Abenteuer überstanden war, waren Martin und Phillip wieder in ihrer mittelalterlichen Heimat. Jimmy war kein Problem mehr, um die Orks wurde sich gekümmert, und die Gesamtsituation fing an sich wieder zu normalisieren.

Insofern als dass ein zeitreisender Computernerd, der die Realität hackt, als normal zu bezeichnen ist. Denn das ist es, das ist der Stand mit dem Einstandsband von Magic 2.0 endete.

Im zweiten Band wiederum werden ein paar Handlungsfäden von vorher aufgegriffen, und Martin und Phillip reisen nach Atlantis, ca. 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Diese Enklave von Zeitreisenden wird von drei Personen geleitet: einer gewählten Vertreterin und den beiden Brits. Nein, das sind nicht zwei Personen, die beide Brit heißen, es ist eine Person, die zweimal vorkommt.

Okay, ich denke, da muss ich für ausholen.
Als Brit ihre Version der Datei fand und sich entschied in die Vergangenheit zu reisen, dachte sie an Atlantis. Also reiste sie nach Atlantis, fand die mythische Stadt auf Anhieb im Atlantik, und wurde von Brit begrüßt. Um es klar zu machen, nenne ich eine einfach Mal die neu angekommene Brit J, und die begrüßende Brit Ä.
Brit Ä ist eine zukünftige Version von Brit J, die sich nach ein paar Jahrzehnten in Atlantis dafür entschied, Atlantis zu erschaffen. Deswegen reiste sie nach ca. 50 Jahre vor ihrer ursprünglichen Ankunftszeit in Atlantis und baute die Stadt mit ihren eignen Händen und Zauberkräften auf, lud naheliegende Menschen dazu ein sich niederzulassen, und baute ganz allgemein eine Gesellschaft auf, in der Frauen mit Zauberkräften keine Angst vor Verfolgung haben mussten. Zu quasi jeder anderen Epoche wurden sie als Hexen geächtet und gejagt, aber nicht in Atlantis.

Ich glaube ich bleibe einfach dabei, diese Welt zu beschreiben, denn die Handlung ist zwar interessant, aber nicht so interessant wie die Welt, finde ich.

Die atlantische Gesellschaft wird von den Zauberinnen beherrscht. Ihr Wort ist zwar nicht explizit Gesetz, aber implizit haben sie das Ohr von allen Nichtzauberinnen, egal ob männlich oder nicht. Manch einer mag jetzt davon ausgehen, dass eine von Frauen regierte Gesellschaft vor Frieden und Weisheit überblüht, aber irgendwie hat es sich anders entwickelt. Mit Frauen als Herrscherinnen sind die Männer an die Seitenlinie delegiert und übernehmen solche prestigeträchtigen Aufgaben wie Friseur, Gärtner, etc. Und die Arbeiter, welche die Chance haben, von den Zauberinnen gesehen zu werden, sind von einem gewissen Typ, den ich nur als quasi-Äquivalent von Prachtweib bezeichnen kann: sie sind muskelbepackt, in Netztops und Lendenschurz, und all ihre Bewegungen sind betont auf Blickfang ausgelegt.

Es ist wirklich surreal. Nicht nur in der Verdrehung der Erwartungshaltung, sondern auch als Spiegel gegenüber genau diesen Erwartungen. Die Platzierung von den Männern in diese Berufe und Arbeiten und Verhaltensweisen ist relativ naheliegend, denn die Zauberinnen haben alle Macht, und viele von ihnen sind einem Bettwärmer nicht abgeneigt. Ist ein Mann erstmal in solch einer Situation, hat er ausgesorgt. Für gelegentliche Dienste, und solange er weiter seine Rolle spielt, erhält er alles, was seine Zauberin ihm zu geben bereit ist.

Mit der Umdrehung des Machtverhältnisses ist es irgendwie nicht mehr so surreal. Es gibt Männer in unserer Welt, die sich Bettwärmer halten.

Die eigentliche Handlung ist übrigens ein Treffen der verschiedenen Magierkonklaven aus allen Epochen, und vor diesem Hintergrund kommt es zu Mordversuchen an der jüngeren Brit, die aufgrund von Unverwundbarkeit und anderen Eigenschaften von Zauberern von vornherein zum Scheitern verurteilt sind.

Vom zweiten Band habe ich übrigens noch mehr als beim ersten die englische Hörbuchversion vorgezogen. Bei gelegentlichem Vergleich ist mir aufgefallen, dass mir die Stimmen, die Luke Daniels den Charakteren zuweist, noch besser gefallen als die in meinem Kopf. Daniels schafft es einfach sehr gekonnt den etwas stumpfen Ansatz von Martin einzufangen, oder die generelle Entrüstung und Enttäuschung von Phillip über die Possen seiner Mitzauberer auszudrücken. Er kitzelt aus der Vorlage einfach eine Unmenge ans Persönlichkeit raus.

Was Kritikpunkte angeht: Meyer breitet die Handlungspunkte aus dem vorherigen Band zu sehr aus, so dass es quasi eine Zusammenfassung in ein paar Absätzen ist. Während das zwar dem Verständnis der Leser hilft, schießt er sich damit ein bisschen ins eigene Bein, denn dank dieser Nacherzählung ist der Reiz den ersten Band auch zu lesen sehr geschrumpft. Da hat Jim Butcher das bei seiner Harry-Dresden-Reihe wesentlich besser angepackt.



Hat mir wieder sehr gut gefallen, noch besser als der erste Teil.

Titel: Spell or High Water (dt: Auf Zauber komm raus)

Autor: Scott Meyer
Sprecher: Luke Daniels

Sprache: Englisch (normal)

Länge: 442 Seiten, 12:10 h für das Hörbuch

Donnerstag, 15. Juni 2017

The Seasoning & Serendipity (Foothold 2 und 3)

Schönes Paradies das ihr da habt, wäre eine Schande wenn dem was passieren würde.

Seufz…

Also, die Inspiration, das Schwesterschiff der Hope welches im ersten Band die Kolonisten nach Tau Ceti gebracht hatte, kommt nach einigen Jahrzehnten Verzögerung auf Serendipity an. Wieso hatte das Schiff Verspätung, und wieso flog es ins gleiche System wie die Hope? Ganz einfach. Edward Harper, seines Zeichens Industrieriese, hat über offizielle und inoffizielle Wege große Teile der Raumfahrtindustrie und Weltrauminfrastruktur unter seine Fittiche gebracht, denn er hat die Lage auf der Erde analysiert gehabt und gemerkt, er braucht einen Plan B falls wirklich alles den Bach runtergeht. Wie wir wissen ging alles den Bach runter, also hat er Plan B aktiviert und einige Ingenieure und Wissenschaftler samt EhepartnerIn, Söldner, sowie ein paar zahlenden Gäste mitgenommen.

Diese Hundertschaft kommt auf Serendipity an, und mit ihr Probleme. War die Kolonie zuvor quasi ein Paradies auf, naja, nicht Erden, aber ihr wisst was ich meine. Mit den Neuankömmlingen kam die sprichwörtliche Schlange ins Paradies. Harpers Plan war Kontrolle über die Kolonie zu erlangen, eine industrielle Basis aufzubauen, und dann zurück zur Erde zu fliegen um dort die Kontrolle zu übernehmen.
“I have no, and I mean no, wish for titles. My only interest is in uniting the human race under one leader and eliminating all the things distracting us from achieving our potential. I want, once and for all, to eliminate the pernicious influences of the families and their single-minded objective of acquiring and wielding power just for the sake of it. But I do mean to lead what remains of humanity–here, on Mars and on Earth.” 
— Edward Harper
Wieso er der Meinung ist überall die Kontrolle übernehmen zu müssen? Nun ja, weil seit Jahrhunderten einige mächtige Familien die Geschicke der Menschheit lenken die Menschheit schröpfen, und er will das beenden. An und für sich ein nobles Ziel, bloß seine Methoden und Angestellten lassen zu wünschen übrig. Vor allem Clara, seine Assistentin (und Domina), fallen da rein. Sie ist nicht glücklich, wenn sie nicht die Zügel in der Hand hält. Solange das Harper war und sie ihn an den Eiern hatte, war sie zufrieden. Die Situation auf Serendipity allerdings geht ihr arg gegen den Strich.

Und so spornt sie ein paar der moralisch bankrotten Söldner an ihren Trieben nachzugehen, mit vorhersehbaren Folgen. Harper wehrt sich und setzt alle Kolonisten fest. Die Kolonisten brechen aus und die Lage eskaliert: Carla tötet vor Augen aller Harper. Kaum sind ihre Krokodilstränen getrocknet beginnt sie weiter zu intrigieren.

Ich lasse das Mal einfach so weit stehen, aber es reicht wohl aus zu sagen, dass bis zum Ende von Serendipity alle Probleme mehr oder weniger gelöst sind.

Kommen wir zu den nach wie vor bestehenden Mängeln in den Büchern. Die Charaktere bleiben flach wie ein Brett, egal ob es nun Neben- oder Hauptcharaktere sind. Die vergewaltigenden Söldner zum Beispiel:
One of them looked at [16 year old] Joyce and smirked. “What’s your name, honey?” “Joyce.” “Joyce, huh? You know, you’re real pretty, Joyce, do you know that?” Joyce looked down, her ears burning. “Everyone says I look like my Mom.” “That figures,” a second man said, leaning back in his chair. “Your Mom’s pretty hot too. Like mother, like daughter.” 
(…) 
Jake Cooper contemplated the crowd milling about the pavilion. All this happiness made him feel ill. He thrived on human misery, and if he filled his pockets because of it, all the better.
Dann sind da die Verschwörungen; es gibt eine dynastische Plutokratie, welche die Menschheit lenkt, und Demokratie und etc. sind bloß angenehme Illusionen. Diese gleiche Verschwörung hält technologische Fortschritte zurück, bis das letzte Tröpfchen Geld aus einer aktuellen Generation von Technologie erwirtschaftet wurde. Diese Verschwörung ist auch auch nicht klein, sondern umfasst mindestens 130 Familien. Ich glaube der Autor ist sich nicht dessen bewusst, oder ausreichend im klaren darüber, dass mit der Größe einer Verschwörung deren unfreiwilliges Bekanntwerden steigt, und zwar exponentiell.

Es wird auch weiter auf der ganzen genetischen Reinheit herumgeritten, und wie jeder Kolonist im Körperbau einer griechischen Statue gleicht. Dem schließen bedenkliche Strömungen in Moralvorstellungen an. So gibt es zum Beispiel einen Charakter, der mit Tattoos und Studs übersät ist. Im Verlauf der Bücher entwickelt sie Gefühle für einen Mann und mit einem Mal fühlt sie sich nicht wohl in ihrer Haut, weil das alles ja bloß Aufbegehren gegen ihre Eltern war, und jetzt wo sie nach kaum zwei Wochen Bekanntschaft mit dem Mann ihn heiraten will, ist diese Phase vorbei und sie möchte doch natürlich lieber wieder blond und blauäugig und unverziert sein.

Wie gesagt, etwas problematisch das ganze. Glücklicherweise ist ihr Handlungsbogen besser gestaltet und sie realisiert, dass die Tattoos nur Rebellion waren, sondern auch Ausdruck ihrer Persönlichkeit, und sie bekommt neue.

Dennoch bleibt der Beigeschmack der moralischen Prüderie, und der Hochhaltung christlicher Werte. Was seltsam ist, denn bis zur Ankunft der Neuen waren alle in der Kolonie Nacktbader. Wobei, jetzt wo ich darüber nachdenke kann das natürlich eine absichtliche Parallele sein Paradies, und dem Einzug der Scham und dem Verlust der Unschuld.

Wie dem auch sei, die Kolonisten waren sich der Probleme ihrer mangelnden genetischen Diversität bewusst, und ebenso waren es die Missionsplaner, weswegen hunderte menschliche Embryonen, Eizellen und Samenzellen mit nach Tau Ceti gebracht worden waren. Allerdings wollte keiner der Kolonisten Kuckuckskinder.
When it came down to it, none of them wanted cuckoos in their nests, and there’d been an unofficial “Don’t ask, don’t tell” policy about their intentions.
Nach all dem Drama und schlechter Charakterisierung bin ich froh, dass ich durch bin. Der Autor hat gesagt, dass er plant neun Bücher insgesamt zu schreiben, und die ersten drei sind ein größtenteils geschlossener Handlungsstrang. Die nächsten werden sich mit der Situation auf der Erde (und Mars) konzentrieren, und ich vermute die werden sich mit der Suche nach den Außerirdischen beschäftigen, deren Skelette auf Serendipity gefunden worden waren.

Die Bücher werde ich aber definitiv nicht mehr lesen, nicht ohne eine herausragende Empfehlung seitens einer vertrauenswürdigen Person.



Wird leider nicht besser.

Titel: The Seasoning (Foothold Book 2) | Serendipity (Foothold Book 3)

Autor: David Ingram

Sprache: Englisch, normal

Länge: 311 Seiten (Amazon-Zählung) / 83k Wörter | 373 Seiten (Amazon-Zählung) / 101k Wörter

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2


Animalisches Essen greift (nicht) an!

Kaum ist Flint Lockwood die Entschärfung seiner Wasser-zu-Nahrung-Maschine FLDSMDFR gelungen, plant er zusammen mit seinen Freunden und Familie ein neues Labor für sich zum Erfinden. Als sein Idol, Chester V, allerdings in Swallow Falls auftaucht, ist Flint wie aus dem Häuschen. Um so mehr als Chester nicht nur eine Restaurierung der von Nahrung überschwemmten Heimatinsel sondern auch noch eine Umsiedlung der Einwohner für die Dauer eben selbiger anbietet. Als dann auch noch die Anstellung unter seinem Idol hinzukommt, schlägt Flint unter Zustimmung seiner Freunde ein.

In San Franjose angekommen, macht sich Flint sogleich ans Erfinden, bekommt aber nicht die halbjährlich verliehene Auszeichnung der besten Erfindung und blamiert sich zudem noch zutiefst.

In Swallow Falls entwickelt sich die Situation derweil anders als erwartet: Flints Maschine ist nicht so zerstört wie erwartet, sondern ihre Programm hat sich geändert und statt Nahrung erschafft sie jetzt "Naschtiere".

Chester V's Restaurationsteam ist auf diese natürlich nicht vorbereitet und wird angegriffen und ausgelöscht und nun liegt es bei Flint (und seinen Freunden) in ihre verwandelte Heimat Swallow Falls zurückzukehren und den FLDSMDFR endgültig abzuschalten.



Die Fortsetzung des ersten Teils von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen setzt zeitlich quasi direkt an diesen an und eine gewisse charakterliche Entwicklung wird durch einen sechsmonatigen Zeitsprung innerhalb des Films ermöglicht. Sam und Flint sind ein Paar und das Ökosystem hatte Zeit sich zu entwickeln.

Und was für ein Ökosystem! Es gibt Frittantula (Spinnenartiger Riesenhunger), Schrimpansen (Affenartige Schrimps), Wassermelefanten (Wassermelone + Elefant) und allerhand andere Wortspiele aus Essen und Tieren, welche die Insel bevölkern und scheinbar in Eintracht leben.

Während des Films kamen mir unwillkürlich Jurassic-Park-Ausschnitte in den Sinn, insbesondere in der Szene, in der die Gruppe einen Ausblick auf das Ökosystem hat, welches sich dort entwickelte, die stark an eine ähnliche Szene mit Brachiosauriern im ersten Teil erinnerte, während die sonstige Thematik sich mit dem zweiten überschneidet. Es mag zum Teil an der opulenten Musik gelegen haben, die solche Szenen dramatisch unterstrich.

Im Gegenzug gibt die durchdesignten, bösen, profitorientierten Firmen und allerhand weitere Klischees, die aber alle so wunderbar umgesetzt sind, dass einem das Herz aufgeht. Zum Beispiel Earl, der männlichste Polizist, riss mich immer wieder vom Hocker.. Im Original und ersten Teil wurde er übrigens von Mr. T gesprochen!

Die Synchronisation ist gelungen, eine prominente Rolle wird beispielsweise von Ilke Bessin, bekannt als Cindy aus Marzahn, gesprochen, während im Gegenzug Sam neu besetzt wurde. Ihre Stimme missfiel mir irgendwie.

Und obwohl der Film nicht von den gleichen Leuten gedreht wurde wie der erste Teil, waren sie beim zweiten zumindest die Produzenten. 3D ergab übrigens keinen Mehrwert.



Hat mir ziemlich gut gefallen, gelungene Fortsetzung.

Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

Länge: 95 Minuten

Mittwoch, 20. November 2013

Thor – The Dark Kingdom

Thor und Jane in einer Schlachtumarmung, hinter ihnen die Helden und Schurken des Films
Thor reifte, Loki reifte, Jane Foster reifte.

Thor ist nicht nur ein mythischer Held, sondern mittlerweile auch ein Marvel-Charakter mit seinen eigenen Filmen. Da ich den ersten Film, Thor, nicht erwähnt habe, hier eine kleine Zusammenfassung:

Thor verprügelt Frostriesen ohne Erlaubnis, sein Vater Odin ist enttäuscht und verbannt ihn auf die Erde. Auf der Erde (Midgard) Jane Foster ist Astrophysikerin und ihr Doktorvater Erik Selvig freunden sich mit ihm an. Es wird klar, dass Thor durch Tricks seines Bruders Loki verbannt wurde. Loki bekommt auf den Deckel und dabei geht die Brücke zwischen den Welten kaputt; Thor sitzt in seiner Heimat Asgard fest.

Relevant ist auch noch The Avengers, der ein Jahr nach Thor raus kam. In dem Film verprügelt Thor zusammen mit Iron Man und ein paar anderen Aliens, die angeführt von Loki eine Invasion in New York durchführten. Erik Selvig war unter Hypnose/Gedankenkontrolle Lokis und half ihm dabei. Am Ende des Films ist Loki gefangen genommen worden und Thor wieder in Asgard.



Astrophysikerin Jane Foster untersucht in London Gravitationsanomalien und hat ihren Kollegen Erik Selvig verloren, als sie ihn einer Irrenanstalt wiederfindet. Von seinen Wahnvorstellungen im Zuge der Gedankenkontrolle genesen, untersuchen sie seltsame Portale zwischen Welten. In einer von diesen Welten, in die Jane aus Versehen stolpert, wird sie von irgend etwas infiziert…

Nachdem der Bifröst, die Brücke zwischen den Welten repariert worden wurde, waren Thor und Kumpanen mit der Niederschlagung von Rebellionen, Aufständen und Kriegen beschäftigt, aber endlich sind die neun Welten befriedet. Als Thor sich beim lebenden Fernrohr Heimdall nach Jane Foster erkundigt und dieser sie nicht sehen kann (er ist ein sehr gutes Fernrohr), flitzt Thor rüber zur Erde. Jane ist glücklich und wütend über Thors Rückkehr, aber als dieser von der Infektion erfährt, bringt er Jane nach Asgard um sie dort untersuchen zu lassen.

Der Äther, eine zerstörerische Kraft, befindet sich in Jane. Vor Jahrtausenden wollten die Dunkelelfen von Svartalfheim das Universum mit Hilfe des Äthers vernichten, wurden aber von Odin's Vater daran gehindert. Durch die Infektion von Jane wurden die letzten Dunkelelfen aber wiedererweckt und sinnen auf Vollendung ihres Plans. Einen von Ihnen initiierte Gefangenenrevolte befreit Loki nicht, führt aber zu einigen Toten. Rasend vor Wut will Odin die Dunkelelfen endgültig ausrotten, und wenn er dafür Jane opfern muss ist er willig das zu tun.

Thor hat aber einen anderen Plan, für den er Lokis Wissen und Hilfe braucht…



Man merkt, es ist wieder verhältnismäßig viel Handlung im Film. Nicht, dass das was schlechtes wäre, vielleicht bin ich einfach bloß schlecht im Zusammenfassen.

Im Vergleich zum ersten Film ist Thor als Charakter gereift und schlägt nicht direkt drauf los, sondern schaltet zuerst seine Rübe ein. War zuerst sein erster Impuls seine Probleme niederzuringen, so ist er dieses Mal willen List und Tücke als Methoden in Erwägung zu ziehen und sogar anzuwenden – auch wenn er Loki dabei immer noch um Welten unterlegen ist.

Im Gegenzug ist sich sein listiger Bruder dafür dieses Mal nicht zu fein dafür brachialen Methoden anzuwenden, wenn es die Situation erfordert. Allerdings sind die brüderlichen Bande zwischen den Beiden mehr als rissig, so dass eine Menge Spannung, aber auch Humor aus dem Wortgeplänkel der beiden hervor geht.

Ein großes Lob muss ich an die Spezialeffekte ausloben, die Bestattungsszene in Asgard ist eines der besseren Werke sowohl in Effekten als auch Weltenbildung, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es hat mich sehr stark an die Szeneneinführungen aus Avatar erinnert, und das nicht nur wegen den Leuchteffekten bei Nacht.

Allerdings kann man auf das 3D problemlos verzichten.



Eine gelungene Weiterführung des Marvel Filmuniversums.

Titel: Thor – The Dark Kingdom

Regie: Alan Taylor

Länge: 112 Minuten



Kleine Info am Rande: Chris Hemsworth (Thor) und Tom Hiddleston (Loki) sind im echten Brüder ziemlich gut befreundet, wie es scheint.

Freitag, 6. September 2013

Die Monster Uni

Witzige Fortsetzung

Als Fortsetzung der vorigen Pixar-Films Monster AG begeht Monster Uni den seltsamen Pfad einer Vorgeschichtenfortsetzung wie bei den Star-Wars-Filmen.

Es beginnt mit Mike Glotzkowski, einem grünen kugelförmigen Monster das größtenteils aus seinem Auge besteht. Nach einem prägenden Ereigniss möchte er ein Schrecker werden und büffelt wie ein Irrer, um auf die Monster Uni zu kommen.

Aufgrund seiner guten Noten schafft er das auch problemlos, aber zum Kinder erschrcken gehört mehr als bloß zu wissen, welche Art von Schrei man verwenden muss, es gehört auch körperliches Können dazu. Mike, eher von mickriger Gestalt ohne herausstechende schreckliche Eigenschaften, steht vor einem Problem.

Sully kommt aus einer erfolgreichen und bekannten Schreckerfamilie und hat mit so einem Büffelhengst wie Mike nichts zu tun; direkt auf der Uni angekommen wird er von der angesehensten Bruderschaft integriert. Allerdings ruht er sich auf seinen familiären Vorschusslorbeeren aus, so dass er - obgleich talentiert - schulische Schwierigkeiten hat.

Als vor der Prüfung die beiden sozial Ungleichen sich in die Haare kriegen und eine Trophäe der Dekanin zerstören, werden die beiden aufgrund ihres Verhaltens von der uni geworfen. In einem verzweifelten Versuch doch nicht von der Uni zu fliegen, ringt Mike der Dekanin eine Wette ab: Er gewinnt bei den Schreckenspielen und beweist seine Schrecklichkeit und wird im Gegegnzug nicht der Uni verwiesen.

Problem an der Sache, Die Schreckenspiele sind ein Mannschaftswettkampf, und nur die sozial niedrigste Bruderschaft nimmt Mike und den ihm eigenützig zur Seite gesprungenen Sully auf. Also müssen die beiden lernen miteinander klar zu kommen.



Wie man es bei Pixar-Filmen kennt, sind sie witzig und trotz Disney-Beteiligung merkt man keinen großen Wechsel in der thematischen Entwicklung von Monster Uni. Trotzdem ist er im großen und teilweise auch im kleinen doch vorhersehbar.

Dafür fiel mir wiedermal die Anpassung der im Bild vorkommenden Texte und soweit feststellbar gelungene Übersetzung auf.

Aber groß im Gedächtnis haften geblieben ist mir der Film nicht... Im Gegensatz zum Vorfilm, Der Blaue Regenschirm. Der war schön.



Witzig, aber nicht herausragend.

Titel: Die Monster Uni

Regie: Dan Scanlon

Länge: 104 Minuten

Montag, 17. Juni 2013

Quentyn Quinn, Space Ranger


Titelseite in Aufmachung und Stil der frühen Puplmagazine


Weltraumwaschbärenoper



Quentyn macht sich kampfbereit, um einen intragalaktischen Zwischenfall zu verhindern
 Quentyn ist Angehöriger der Imperiums der Sieben Sternensysteme – und ein Rac Cona Daimh, das heißt gehört zu einer Art anthropomorpher Waschbären. Als Space Ranger liegen seine Aufgaben unter anderem bei der Patrouille und Erkundung jenseits der Raumgrenzen und damit auch beim Erstkontakt mit anderen Spezies und Völkern.

Er ist dabei alles andere als ein Diplomat, sondern eher bodenständig und pragmatisch in seiner Herangehensweise, was ihm beim Absturz/Abschuss seines Raumschiffes auf einem von Piraten kontrollierten Planeten zu gute kommt. Als Partner zur Seite steht ihm Omnibus, eine künstliche Intelligenz.



Da Quentyn mit kaum 100 Seiten recht kurz ist, wäre zu viel aus der Story vorwegzunehmen einfach fies, deswegen lasse ich das Mal.

RIAA - kommerzieller, interplanetarer Ideenraubbau
Als Ableger von Tales of the Questor, dem anderen Webcomic von Ralph Hayes Jr., ist der Quentyn mehr eine Betrachtung der Konsequenzen aus und Zukunft von Tales. Viele der darin angesprochenen Fakten der Welt wurden weiter ausgebaut und Hayes hat einige Gedanken darauf verwendet, wie zum Beispiel die funktionelle Magie, Lux genannt, in einem Science-Fiction-Setting nach Jahrhunderten technischer Entwicklungen in den Alltag integriert wurde.

Dabei ist der Autor sich aber leider nicht zu schade, seine eigenen (nicht nur) politischen Meinungen und Worte in den Mund von Quentyn zu legen. Während seine Betrachtungen zu Urheber- und Kopierrecht noch interessant sind, erschlägt er mit seinen allzu offensichtlichen Strohmann-Argumentationen den Leser doch unweigerlich.



Kurz gefasst: Interessant für die Weltenbauerei, aber Autorengefährt für die politisch Gleichgesinnten.

Titel: Quentyn Quinn, Space Ranger (Url: http://www.rhjunior.com/QQSR/)

Autor: Ralph Hayes (RH) Junior

Sprache: Englisch

Länge: 101 Seiten, durchgehend farbig

Status: laufend, unregelmäßig (hochgerechnet etwa monatlich)

Die Piraten realisieren ihren Fehler

Donnerstag, 16. Mai 2013

Star Trek Into Darkness



Scifi-Action mit einem ordentlichen Schuss Star Trek



Der Weltraum; unendliche Weiten; wir schreiben das Jahr 2263 und die Erde ist Hauptsitz einer interstellaren Organisation, deren Ziel die Erforschung des Weltraums ist – die Sternenflotte. Als vor knapp dreißig Jahren ein Forschungsschiff brutal zerstört wurde, kam es zu einer militärischeren Ausrichtung der Sternenflotte, gesteigert durch den nahezu totalen Verlust einer Flotte im Kampf gegen das Schiff das gleiche Schiff. Im Verlauf der Jagd nach diesem Schiff, wurde auch die Enterprise gebaut… (Siehe Star Trek XI)

Nach einer interessant verlaufenen Mission zum Anfang von Into Darkness wird Jim Kirk das Kommando über seine Enterprise entzogen und Spock auf ein anderes Schiff versetzt, nachdem letzterer beim Missionsbericht die Wahrheit über die Mission geschrieben hatte. Kirk nimmt das seinem vulkanischen Freund übel und es wäre interessant gewesen, wie es weiter verlaufen wäre, hätte es nicht vor kurzem einen terroristischen Anschlag auf eine Bibliothek/geheime Forschungsinstallation gegeben.

Schnell treffen sich die obersten Köpfe der Sternenflotte und der Kopf des Anschlags, John Harrison, ist identifiziert. Allein beim Motiv des Anschlags stutzen die Generäle, bis Kirk den nächsten Schritt von Harrison erschließt – ein Angriff auf genau dieses Treffen.

Einer der Überlebenden, Admiral Marcus, erteilt Kirk den Auftrag, mit seinem frisch kapitänslosen Schiff Harrisons Spur zu folgen, direkt zum Heimatplanet der Klingonen. An Bord? Sechs Dutzend hochentwickelte Langstreckentorpedos, mit denen Harrison aus sicherer Entfernung ausgeschaltet werden kann.

Auf dem Weg zur klingonischen Heimatwelt fällt plötzlich der Antrieb aus und der schnelle Rückzug nach Abfeuern der Torpedos wird unmöglich. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass Harrison eine erfundene Identität ist und in Wirklichkeit einen anderen Namen hat: Khan…



Into Darkness ist ein Actionfilm, daran lässt der Regisseur J. J. Abrams keinen Zweifel, aber er ist mit einer gehörigen Priese an Star Trek Anspielungen gesegnet – Tribbles, Sektion 31, "Ich bin Arzt und kein X, Jim". Als Startrekfan kann ich selber nur subjektiv beurteilen, wie der Film für Uneingeweihte ist, die vielleicht bloß den direkten Vorgänger gesehen haben, wenn überhaupt, aber mir hat er sowohl ge- als auch missfallen.

Zum einen ist das 3D nicht gut gelungen, soweit ich feststellen konnte. Davon abgesehen kam es mir so vor, als würden viele Anleihen an Star Trek bloß reingenommen worden sein, weil ein Trekkie auf Abruf stand und gegebenenfalls nette Insiderwitze und -spielereien geben konnte. Außerdem schneidet der Film zu viele relevante Themen an, ohne sich ihnen wirklich zu widmen, sind es nun Terrorismus, zunehmende Militarisierung oder ein am Horizont sich abzeichnender, interstellarer Krieg. Was übrigens meine Vermutung für den nächsten Teil wäre, denn mit Tribbles, Klingonen und deren Heimatwelt sowie der zunehmenden Militarisierung der Sternenflotte scheint mir das ein gutes Feld für eine Handlung mit Action.
Somit nimmt sich auch der neue Star Trek Into Darkness (= Star Trek XII) nicht heraus, fordernde Themen tiefergehend zu betrachten, anders als beispielsweise Star Trek VI – Das Unentdeckte Land.

Außerdem, und das ist wahrscheinlich bloß ein Kritikpunkt für Trekkies, ist die Dynamik der Figuren eine andere als wir sie kennen. Aus dem Kirk-Spock-Pille-Triumvirat ist ein Kirk-Spock-Duo geworden, auf welchem der Fokus liegt, mit überraschenderweise Uhura als Anhängsel. Scotty, Sulu und Chekov fallen dabei oft unter "ferner liefen".

Ich wollte eben noch erwähnen, dass die Synchronisation von Khan etwas sehr nach Dark Knight klingt, bis ich festgestellt habe, dass er im Original auch so ist. Das hat mich doch etwas überrascht, da ich die Stimme von Benedict Cumberbatch aus Sherlock kannte, wo er nicht wirklich so kehlig klang. Also wird aus meiner Kritik ein Lob an die Synchronisation und Darstellung von Khan…



Schlussendlich fühlt sich Into Darkness mehr nach Action als Star Trek an, aber Fans von beidem kommen auf ihre Kosten.

Titel: Star Trek Into Darkness

Regie: J. J. Abrams

Länge: 129 Minuten

Freitag, 5. Oktober 2012

The Expendables 2

Explosionen und Prügeleien

Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich euch mit einer Handlungsbeschreibung langweilen sollte… Baah.

Expendables 2 hält was es verspricht: Explosionen, Schlägereien, und das war's glaube ich auch.

Stallone ist mit seiner Actionbrigade unterwegs und soll den Inhalt eines Flugzeugsafe bergen, bloß ist er mit seiner Truppe nicht der einzige mit Interesse daran – auch van Damme hat ein Auge darauf geworfen. Bloß ist van Damme der Böse und hat dementsprechend keine Skrupel, so dass er aus Stallone den Safeinhalt erpresst, bloß um anschließend das Druckmittel trotzdem zu töten.

Das Druckmittel war zugleich neustes und jüngstes Mitglied von Stallones Truppe, so dass alle auf Rache sinnen. Und glücklicherweise tun sie dabei sogar etwas gutes, denn der Safeinhalt war eine Karte zu fünf Tonnen waffenfähigen Plutoniums.

Der Rest der Handlung ist ziemlich vorhersehbar, aber damit will ich euch nicht langweilen, sondern lieber etwas auf das Drumherum eingehen. So wie bereits der Vorgänger ist auch Expendables 2 eine Hommage und Ehrerbietung an die Actionfilme der 80er und 90er. Die ganzen alten Krachbummhelden treten auf – Silvester Stallone, Dolph Lundgren, Arnold Schwarzenegger, Jet Li, Jean-Claude van Damme, Geheimer Charakter und ein paar, die ich nicht kenne. Und im Prinzip spielt jeder das gesammelte Klischee seiner Filmografie.

Dabei ist alles in einem ironischen Unterton, allein Arnies unentwegten Kommentare, dass er wiederkommen wird, oder Geheimer Charakter, der eine halbe Armee alleine auslöscht (entsprechend den Geheimer-Charakter-Witzen), sollten Beweis genug sein. Davon abgesehen wird quasi der ganze Humor von typischen Actionsprüchen und dem Verhalten der Charaktere untereinander getragen.

Hinzu kommen noch die Effekte. Da fast ausnahmslos mit großkalibrigen Waffen geschossen wird, sind die Wunden… grafisch spektakulär. Fehlende Köpfe sind normal, und allein aus morbidem Interesse würde ich mal gerne wissen, wie viele innerhalb des Films gestorben sind.

So bleibt nur zu sagen, gutes Actionkino mit starker, humorvoller Note.

Titel: The Expendables 2

Regie: Simon West

Länge: 103 Minuten