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Dienstag, 10. Juni 2014

Petriculture

Alles ist anders als es erscheint

Der Petriculture-Zyklus ist eine Quintologie von My Little Pony: Friendship is Magic Geschichten, die alle aufeinander aufbauen und alle recht witzig sind. Es beginnt mit etwas banalem:

Wenn Twilight Sparkle mal nichts zu tun hat, dann geht sie einfachen Problemen nach, wie zum Beispiel herauszufinden, was Steinanbau ist. Diese war nämlich die Antwort, die Pinkie Pie ihr gegeben hatte auf die Frage, was eigentlich Pinkie Eltern arbeiten.


Bloß Steinanbau ist… seltsam. Nominell ist es der Anbau von Steinen. Aber Steine kann man doch gar nicht anbauen; weder wachsen sie (von Kristallen mal abgesehen), noch leben sie (selbst Kristalle tun das nicht). Dummerweise gibt Pinkie auch keine richtige Antwort, und alle Twilights Nachforschungen schießen ins Leere. Noch nicht mal Pinkies Eltern sind zu finden, oder auch nur Aufzeichnungen über sie. Selbst von Pinkie gibt es keine Spur, die älter als zehn Jahre ist. Etwas stimmt da nicht…

In der nächsten Geschichte, Inscape, ist wird Twilight vom Nightmare besessen, mehr oder weniger. Allerdings wird der Größenwahn dieses Wesens durch Twilight ihr eigener Stempel aufgedrückt: Mit der Regierung und Geheimniskrämerei durch Celestia und Luna unzufrieden, hält sie eine Präsentation – die überzeugt.

Avocation, die dritte Geschichte im Bunde, ist ein Briefroman, in welchem Penumbra ihre Erfolge auf der Suche nach einem Job an ihre Brieffreundin schreibt.

In der vierten, π, schaut Trixie in Ponyville vorbei und fordert Twilight zu einem magischen Duell heraus.

Die letzte Geschichte, Pandelirium, handelt von Penumbras Versuch Discord zu resozialisieren, indem er sie zum Lachen bringt. Ach ja, ein Putsch kommt auch noch vor.



Ich vermute, mich zieht es zu MLP:FiM aufgrund der Charaktere und der Neuheit des Universums, so dass viele und somit zwangsläufig auch gute Fanficautoren dort landen. Der Petriculture-Zyklus ist ein gutes Beispiel dafür: Jede der fünf Geschichten ist leicht zu spoilern, was ich zu vermeiden versucht habe, und überraschend in den Wendungen.

Die Charaktere sind witzig und unterhaltsam geschrieben und schienen für meinen laienhaften Augen auch korrekt dargestellt zu sein. Die Autorin spielt innerhalb des Zyklus auch mit verschiedenen literarischen Formen. So ist zum Beispiel Pandelirium in einer Nebenhandlung in rückwärtiger Kapitelfolge geschrieben.

Das Englisch ist durchschnittlich, mit Ausnahme von der teilweise altertümlichen Sprache von Luna, und die Themen sind im großen und ganzen Schüler- bis Teenagerniveau. Und es war spannend geschrieben.

Als Hinweis: Pandelirium ist die längste der fünf Geschichten, d.h. man braucht etwas länger zum Lesen.



Mir hat's zugesagt.

Titel: Petriculture (URL), Inscape (URL), Avocation (URL), π (URL), Pandelirium (URL)

Autor: Kwakerjak

Länge: insgesamt >120k Wörter (ca. 700 Seiten)

Sprache: Englisch (mittel, abs und zu thee und thou)

Freitag, 6. Juni 2014

Nix wie weg – vom Planeten Erde

Nix wie weg aus dem Film.

Scorch Supernova (Sprecher: Tobias Meister, u.a. Stimme für Brad Pitt, Jack Black) ist der Held des Planeten Baab. Babies retten? Scorch macht das. Interstellare Bedrohung? Auf Scorch kann man sich verlassen. Sich vermarkten? Scorch hat sogar eigene Frühstücksflocken!
Und das alles auch Dank der Hilfe seines Bruders Gary (Sprecher: Olaf Reichmann, u.a. Stimme für Nick Frost), der von Zuhause aus die Lage überprüft, das Raumschiff warten lässt und all die wichtigen Knöpfe drückt, die man halt in der Steuerzentrale so zu drücken hat.

Da ist es nicht überraschend, dass Scorch seinen Bruder, den Knöpfchendrücker, wenig wert schätzt. Das ändert sich, als sein neuer Auftrag ihn zum Dunklen Planeten führen soll, der schon von hunderten verschiedener Spezies besucht wurde – und von dem keiner je zurück kam. Gary und Scorch streiten sich, denn Scorch sieht in dem Auftrag kein Problem.

Natürlich fliegt der Weltraumheld zur Dunklen Planeten (es ist die Erde) und wird flugs gefangen genommen, und dank Live-Übertragung wird der ganze Planet Baab Zeuge. Gary fliegt hinterher, Blabla, galaktische Gefahr (Sprecher: Klaus-Dieter Klebsch, u.a. Stimme von Hugh Laurie, also Dr. House), Blabla, Verrat (Sprecher: Marie Bierstedt, u.a. Full Metal Alchemist, Grey's Anatomy), Blabla…



Es ist eine ganze Weile her, dass ich so von einem Film unterwältigt wurde. Die Witze sind flach und rar, und ich beziehe das nicht auf ein Erwachsenenniveau, sondern auf die Anzahl der Lacher im Kino. Es gab im ganzen Film vielleicht zwei Szenen bei denen ich Schmunzeln musste. Mit der Handlung verhält es sich gleich: Vorhersehbar, berechenbar, und das nicht in einem guten Maße, sondern einfach… schlecht. Als wäre ein Skript abgearbeitet worden, werden die verschiedenen Akte abgearbeitet ohne irgendwie mehr als fünf Sekunden Spannung aufzubauen.

Animationstechnisch war der Film solide, ohne irgendwie zu glänzen. Ich habe ihn in 2D gesehen, aber die offensichtlichen 3D-Szenen waren offensichtlich und unnötig. Die musikalische Seite fiel durch ein paar Autotune-Lieder auf, der Rest ist nicht nennenswert.

Ich denke selbst als Kind würde mir der Film nicht im Gedächtnis haften bleiben; es fühlt sich einfach wie ein 08/15-Fernsehfilm an. Da kann selbst die berühmt besetzte Synchronisation nichts dran rütteln.



Meiden.

Titel: Nix wie weg – vom Planeten Erde

Regie: Cal Brunker

Länge: 89 Minuten

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2


Animalisches Essen greift (nicht) an!

Kaum ist Flint Lockwood die Entschärfung seiner Wasser-zu-Nahrung-Maschine FLDSMDFR gelungen, plant er zusammen mit seinen Freunden und Familie ein neues Labor für sich zum Erfinden. Als sein Idol, Chester V, allerdings in Swallow Falls auftaucht, ist Flint wie aus dem Häuschen. Um so mehr als Chester nicht nur eine Restaurierung der von Nahrung überschwemmten Heimatinsel sondern auch noch eine Umsiedlung der Einwohner für die Dauer eben selbiger anbietet. Als dann auch noch die Anstellung unter seinem Idol hinzukommt, schlägt Flint unter Zustimmung seiner Freunde ein.

In San Franjose angekommen, macht sich Flint sogleich ans Erfinden, bekommt aber nicht die halbjährlich verliehene Auszeichnung der besten Erfindung und blamiert sich zudem noch zutiefst.

In Swallow Falls entwickelt sich die Situation derweil anders als erwartet: Flints Maschine ist nicht so zerstört wie erwartet, sondern ihre Programm hat sich geändert und statt Nahrung erschafft sie jetzt "Naschtiere".

Chester V's Restaurationsteam ist auf diese natürlich nicht vorbereitet und wird angegriffen und ausgelöscht und nun liegt es bei Flint (und seinen Freunden) in ihre verwandelte Heimat Swallow Falls zurückzukehren und den FLDSMDFR endgültig abzuschalten.



Die Fortsetzung des ersten Teils von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen setzt zeitlich quasi direkt an diesen an und eine gewisse charakterliche Entwicklung wird durch einen sechsmonatigen Zeitsprung innerhalb des Films ermöglicht. Sam und Flint sind ein Paar und das Ökosystem hatte Zeit sich zu entwickeln.

Und was für ein Ökosystem! Es gibt Frittantula (Spinnenartiger Riesenhunger), Schrimpansen (Affenartige Schrimps), Wassermelefanten (Wassermelone + Elefant) und allerhand andere Wortspiele aus Essen und Tieren, welche die Insel bevölkern und scheinbar in Eintracht leben.

Während des Films kamen mir unwillkürlich Jurassic-Park-Ausschnitte in den Sinn, insbesondere in der Szene, in der die Gruppe einen Ausblick auf das Ökosystem hat, welches sich dort entwickelte, die stark an eine ähnliche Szene mit Brachiosauriern im ersten Teil erinnerte, während die sonstige Thematik sich mit dem zweiten überschneidet. Es mag zum Teil an der opulenten Musik gelegen haben, die solche Szenen dramatisch unterstrich.

Im Gegenzug gibt die durchdesignten, bösen, profitorientierten Firmen und allerhand weitere Klischees, die aber alle so wunderbar umgesetzt sind, dass einem das Herz aufgeht. Zum Beispiel Earl, der männlichste Polizist, riss mich immer wieder vom Hocker.. Im Original und ersten Teil wurde er übrigens von Mr. T gesprochen!

Die Synchronisation ist gelungen, eine prominente Rolle wird beispielsweise von Ilke Bessin, bekannt als Cindy aus Marzahn, gesprochen, während im Gegenzug Sam neu besetzt wurde. Ihre Stimme missfiel mir irgendwie.

Und obwohl der Film nicht von den gleichen Leuten gedreht wurde wie der erste Teil, waren sie beim zweiten zumindest die Produzenten. 3D ergab übrigens keinen Mehrwert.



Hat mir ziemlich gut gefallen, gelungene Fortsetzung.

Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

Länge: 95 Minuten

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen


Liebenswerter Nerd hat unerwartet Erfolg




Flint ist ein Erfinder, schon von Kindheit an, und obgleich sein Vater ihn seine vielen (erfolglosen) Erfindungen schaffen lies, ist er nicht glücklich damit, dass sein Sohn in seinen Augen nichts aus sich macht.

Die Chancen Flints, einen Job jenseits seines Vaters zu finden, wären in der Umgebung auch nicht einfach, denn Swallow Falls Sardinenindustrie ist am Boden. Die neueste Erfindung Flints, eine Maschine die Wasser in Nahrung umwandelt, soll in seinen Augen Abhilfe schaffen.

Geflügelte Ratte, erfunden von Flint
Zugleich ist Sam als Praktikantin des Wetterberichts auf der Insel, um einen Bericht über die Eröffnung des Sardinen-Vergnügungsparks zu machen. Sowohl ihr Bericht als auch der Vergnügungspark werden jedoch ruiniert, als Flints Erfindung durchdreht und in den Wolken verschwindet.

Beschämt flieht Flint und schmollt, als es anfängt Hamburger zu regnen: Offensichtlich funktioniert seine Maschine. Schnell bastelt er eine Antenne zusammen, mit der er sie anpeilen und neue Rezepte einprogrammieren kann.

Nachdem er die Bevölkerung von ihrer Sardinendiät erlöst hat, stellt sich nur noch die Frage, kann Flint die niedliche Sam umwerben und mit seinem Vater Frieden schließen?



Affe mit Übersetzer, ohne Intelligenz
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist ursprünglich ein Kinderbuch mit schönen Illustrationen, das im wesentlichen als Ideenspender für den Film wirkte.

Große Teile des Humors ergeben sich aus Slapstick und die Charaktere sind, wenn auch etwas überzeichnet, in den meisten Fällen detailliert und eigenständig. Sind es nun Flint und Sam als Hauptpersonen, oder Nebencharaktere wie der Kameramann oder Polizist.

Entgegen den Erwartungen liegt das große Augenmerk nicht auf dem später immer größer werdenden Essen, sondern vielleicht viel eher darauf, wie cool es ist ein Nerd zu sein. So gehören zu Flints gescheiterten Erfindungen beispielsweise ein Affenübersetzer oder ein wandelnder Fernseher (statt einer Funkfernbedienung kommt der Fernseher zum Programm wechseln zum Fernsehschauer).

Man kann den Film auch als Persiflage auf Katastrophenfilme sehen, aber ich persönlich fand ihn einfach witzig :)
Und, es gibt mittlerweile einen zweiten Teil… 



Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Regie: Phil Lord, Chris Miller

Länge: 90 Minuten

Sonntag, 20. Oktober 2013

Housepets

Haustiere sind intelligent, mehr oder weniger



Peanut und Grape sind die Haustiere der Sandwich-Familie, ansässig in Babylon Gardens. Und in Housepets bedeutet dies, dass sie intelligent sind, wenn auch mit einem kindlichen Gemüt ausgestattet sind.

Peanut als Hund und Grape als Katze haben viele Freunde unter den Hunden und Katzen der Nachbarschaft, es gibt einen Hundeclub (Katzen sind wohl zu einzelgängerisch für einen Katzenclub) und obgleich es romantische Handlungsstränge gibt, sind diese nicht der Fokus des Webcomics.

Viel mehr folgt der Leser den verschiedenen irrigen Abenteuern, nicht nur von Peanut und Grape, obwohl sie die Hauptpersonen sind, sondern auch von den vielen anderen Tieren der Nachbarschaft; Die Polizeihundestaffel, der katzenhassende Bino und sein (heimlich) katzenliebender Bruder Fido, Peanuts parapsychische Freundin und die schwerreichen Frettchen.

Fast jeder Comic enthält einen oder mehr Witze, die in Handlungssträngen verflochten sind. Und obgleich Humor im Vordergrund steht, ist das nicht der alleinige Fokus des Comics. Es geht auch um die Akzeptanz und Integration von Haustieren in einer Welt, in der neben Intellekt  auch opponierbaren Daumen haben aber dennoch ebenso Instinkt und Nahrungskette folgen.

Im Verlauf des Comics hat sich Griffin zum Glück weiter entwickelt und unter anderem dank der Farbigkeit die verschiedenen Charaktere leichter unterscheidbar gemacht. Beim Lesen hilft es aber trotzdem öfters ein Blick auf die getaggten Charaktere zu haben, so dass man sie nicht verwechselt. Und als Bonus gibt es immer noch (meist witzigen) Alternativtext, wenn man mit der Maus über den Comic fährt.



Mir zumindest hat er gut Gefallen und öfters mal zum Schmunzeln gebracht.

Titel: Housepets (Url: http://www.housepetscomic.com/)

Autor: Rick Griffin

Länge: ca. 900 Seiten (die ersten ~90 schwarz-weiß, danach farbig)

Status: laufend, 3x wöchentlich

Sprache: Englisch (einfach bis mittel)

Mittwoch, 10. Juli 2013

Commander Kitty

Urheberrechte bei Scotty Arsenault

Weltraum, Abenteuer, Katzen



C.K., kurz für Commander Kitty, ist ein Spacer, was die Weltraumvariante von Abenteurern ist. Oder er will es sein. In Wirklichkeit ist er der Kapitän eines desolaten Schiffes mit einer seltsamen Mannschaft: Der Chefingenieur Mr. Socks ist ein unverständliches Frettchen, der erster Offizier Mittens bis auf ein Halsband nackt, die künstliche Intelligenz MOUSE aufmüpfig und Fluffy… ist ein unberechenbares Kätzchen. Wobei, die ganze Mannschaft mit Ausnahme von Socks sind Katzen.

Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Wie dem auch sei, CK hat kürzlich einen Transporter ersteigert und wie es der Zufall so will könnte Ace, alter Freund von CK (und aus dessen Sicht Erzrivale und Vorbild), einen Transporter bei seinem aktuellen Auftrag gut gebrauchen.

Bei einem Testlauf vom Transporter landet über ein paar Umwege Nin Wah, ihres Zeichens Spacer und roter Panda, auf CK's Schiff und heuert nach ein paar Überredungsversuchen an, um sich heimlich Ace' Mannschaft anzuschließen.



Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Commander Kitty ist einer dieser seltsamen Fälle, bei denen irgendwie alles stimmt. Die Charaktere sind witzig, die Handlung angenehm abgedroschen mit den richtigen überraschenden Wendungen und das ganze Universum liebenswert persiflierend.

Da wäre zum Beispiel die Weltraumpolizei Triple-I, die aufgrund von Budgetkürzungen unter anderem Strafen von 15 Minuten Müllsammeln für… nicht gerade Kavaliersdelikte. Der Haken an der milden Strafe? Müllsammeln außerhalb des Station, ohne Raumanzug, wegen den Budgetkürzungen, ihr versteht?

Der Stil ist, wie ihr seht, cartoonig, überzogen und vollkommen passend. Interessanterweise ist Commander Kitty, wie auch Treading Ground, an sich eine lange Serie, aber in diesem Fall entschied sich der Autor Scotty Arsenault für einen Neustart und nahm alles alte Material von der Seite. Leider ist er mittlerweile seinem eigenen Webcomic etwas überdrüssig, so dass zum Einen die Veröffentlichungsrate nachgelassen hat und zum Anderen er bereits angekündigte, dass es nach dem aktuellen Handlungsbogen vorbei sein wird. Ich hoffe, dass er zumindest nicht mittendrin aufhören wird…



Urheberrechte bei Scotty Arsenault
Sehr witzige Hommage an Weltraumopern und Abenteuergeschichten und -filme, mir hat's super gefallen.


Autor: Scotty Arsenault

Länge: 178+ Seiten, alle bunt

Sprache: Englisch, mittel

Status: Laufend, ca. wöchentlich, z.Zt seltener

Dienstag, 14. Mai 2013

Grrl Power


Urheberrechte bei David Barrack
ADHS mit Superkräften. So'n bisschen.



Urheberrechte bei David Barrack
Wie beschreibe ich Grrl Power am Besten... okay: Der Comic ist abgedreht in der Charakterisierung von unserer Hauptcharakterin Sydney, einer hyperaktiven Comicshopbesitzerin mit einer etwas zu gewaltbereiten Neigung. Und sie ist vor kurzem in den Besitz von Superkräfte gekommen, wovon sie aber noch keinem erzählt hat.

Als sie bei der Bank ist und es dort zu einem Überfall kommt, sieht Sidney Gelegenheit für ihr Debüt. Bloß hat sie – ebenso wie die Bankräuber – die Superheldin am Anfang der Schlange übersehen. Im Zuge des Kampfes, bei dem Sidney einen der Räuber mit einem Judowurf an seiner Zunge(!)zu Boden befördert, wird Maxima, die Superheldin, auf dieses seltsame Mädel aufmerksam…

Und schlägt ihrem Boss, einer neu eingerichteten Streitkraft des Militärs, vor sie zu rekrutieren. Oder zumindest sich mal näher anzuschauen. Und so wird Sidney in die Welt der Superhelden eingeführt…



Urheberrechte bei David BarrackDas ist auch schon mehr oder weniger die Handlung, die sich sehr langsam entwickelt. Der große Anreiz liegt eher in dem Humor des Comics, der teilweise Meta sein kann. Was ich damit meine? Innerhalb von Grrl Power gab und gibt es nach wie vor Superheldencomics, und zwischen den verschiedenen Charakteren – insbesondere Sidney – kann es problemlos zu Diskussionen über die verschiedenen Tropen und Stilmittel von eben solchen Comics kommen. Wie zum Beispiel, dass Wolverine kein so guter Kämpfer sein kann, weil er ja ständig verletzt wird.
Die meisten Lacher ergeben sich aber aus der Situation und Interaktion der Charaktere. So sind zum Beispiel aus irgend einem Grund alle Superhelden körperlich eher einem Ideal entsprechend; groß, athletisch, mit gewissen… Merkmalen, was Sydney als kleine und schmächtige Person natürlich nicht entgeht.


Space Lama
Der Zeichenstil ist animebeeinflusst amerikanisch, mit Varianz je nach Ernst und Situation der Handlung. Welche, wie gesagt, eher auf Witz denn Action wert legt. Der Autor hat selbst zugegeben, dass ihn bei Comics die Kampfszenen nicht so sehr interessieren wie der anschließende gemeinsame Besuch des Schawarmarestaurants um die Ecke. Ihn reizen die alltäglichen Handlungen von den Helden mehr. Zu schade, dass sowohl Veröffentlichung als auch Handlung recht langsam ablaufen.



Urheberrechte bei David BarrackIch gebe gerne zu, dass Grrl Power ein sehr witziger Webcomic, bei dem ich mehrfach laut auflachen musste.

Titel: Grrl Power

Autor: David Barrack

Sprache: Englisch

Länge: 140 Seiten, farbig

Status: Laufend, wöchentlich (montags)

Montag, 22. April 2013

Die Croods


Dan dan daaaaaan!


Eep und ihre Familie sind Höhlenmenschen, die sich stets an die Regeln ihres Vaters Grug halten. Diese lassen sich recht einfach zusammenfassen als: Neues tötet einen. Als Teenager ist Eep aber nicht gut auf diese Regeln zu sprechen, auch wenn sie einen wahren Kern haben. Durch einen Lichtschein gelockt schleicht sie sich eines Nachts aus der Höhle und folgt dem Schein.

Es ist eine Fackel, in Schach gehalten von einem Warzenschwein…kostümierten Menschen namens Guy. Guy hat Ideen und davon nicht zu wenige, aber im Moment ist er damit beschäftigt, vor dem Ende der Welt (Dan dan daaaaan!) zu fliehen. Als Grug seine fahnenflüchtige Tochter findet ist er nicht gerade begeistert von dem Hänfling, aber die baldige Zerstörung der Heimathöhle lässt ihm keine andere Wahl, als für seine Familie eine neue Höhle zu suchen. Dank einer "beifälligen" Bemerkung von Guy machen sich also er die Croods auf zu Bergen in der Ferne, wo es Höhlen gibt (und Guy dem Ende der Welt entkommen kann).

Doch genug Handlung. Die Croods ist eine Komödie von Dreamworks, mit dem Regisseur von Drachenzähmen leicht gemacht. Große Teile des Humors beruhen auf Slapstick – die Croods in ungewohnter Umgebung – und den verschiedenen recht einfachen Charakteren.

Interessanterweise ist Eep nicht unbedingt der Hauptcharakter. Sie entwickelt sich über den Film zwar, aber der eigentliche Protagonist ist Grug, der als Charakter persönliche Hürden überwinden muss um zu wachsen.

Optisch ist der Film ziemlich klasse. Seien es die absurden Tiere wie landlebende Wale, am Schwanz zusammenhängende siamesische Lemure oder ein papageienbunter Säbelzahntiger, alle sind wunderherrlich (übe)rzeichnet und es ist sehr schnell klar, dass im Gegensatz zu Ice Age die Flora und Fauna eher ins Fantastische als Realistische driftet. Niedliche Elefantenmäuse, fleischfressende Riesenblumen, man merkt, dass eine Menge Liebe in die Gestaltung der Welt geflossen ist.

Das 3D ist übrigens unaufdringlich, aber gut eingebunden und ergänzt die passenden Szenen sehr gut.

Also wenn man eine angenehme Komödie schauen möchte, mir hat er Spaß gemacht.



Titel: Die Croods

Regie: Chris Sanders

Länge: 98 Minuten

Freitag, 27. Juli 2012

Ice Age 4 – Voll Verschoben

Brauchbare Fortsetzung

Im neusten Teil von Ice Age wird die altbekannten Truppe – Mammut Manni, Säbelzahn Diego, Faultier Sid – am Anfang von Sids Familie heimgesucht, die ihrerseits bloß die resolute, aber leicht senile Oma abladen wollten. Währenddessen übt Manni's Tochter den Aufstand, denn ihr Vater will nicht in seinen Schädel bekommen, dass sie nunmehr jugendlich und nicht mehr das kleine Mädchen von früher ist. Es kommt, wie es kommen muss und die beiden überwerfen sich.

Dummerweise hat sich die Beutelratte Scrat in ihrem Nusswahn diesen Moment ausgesucht, um aus Versehen Flipper mit den Kontinenten zu spielen. Die Kontinentalgräben tun sich auf, es entstehen Subduktionszonen und die alte Heimat wird in Anlehnung an den ersten Ice Age von einer sich vorschiebenden Wand – diesmal Fels statt Eis – langsam ausgelöscht.

Im Verlauf dieser Verwerfungen werden die Drei+Oma vom Rest der Herde getrennt und treiben auf einem Eisberg aufs offene Meer, wo sie bald genug von Piraten aufgeschnappt werden. Erster Offizier des Primatenkäptn's: eine Säbelzahntigerin. Den romantischen Teil der Handlung kann man sich also denken.

Für einen Animationsfilm kommt relativ wenig 3D zum Einsatz, ist dafür aber nicht unnötig in den Vordergrund geschoben. Eine unaufdringliche Bereicherung, möchte ich sagen.

Von der Witzigkeit ist der vierte Teil erstaunlich nah am Original, und der Humor ist zumeist Slapstick, der vor allem gespeist wird durch die absurden Charaktere. Angenehm aufgefallen ist mir, dass der Handlungsfaden von Scrat dieses Mal sich gut mit denen von Manni und Co. kreuzt, ohne sich ihnen aufzudrängen, das wurde gut gelöst.

Parallel zu diesen macht die Tochter eine Entwicklung durch, denn die Flucht vor der Steinwand zeigt ihr den Unterschied zwischen Schwarm und Freundschaft sowie Leichtsinn und Mut.

Alles in allem eine solide Fortsetzung, die mir besser im Gedächtnis haften bleiben wird als die beiden vorigen Fortsetzungen.

Titel: Ice Age 4 – Voll Verschoben

Regie: Steve Martino, Mike Thurmeier

Länge: 88 Minuten

Überrascht hat mich, dass, obwohl Scrat durch die Einbindung als Vorfilm rausgefallen war, ein Vorfilm mit den Simpsons gezeigt wurde, genauer gesagt die Abenteuer von Maggie bei einem Tag im Kindergarten. Der hatte mir sehr gut gefallen, ein nettes Schmankerl für den Lachmagen.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden

Zu sagen ich liebe Don Rosa's Wirken und Werkeln, wäre etwas untertrieben. Von daher, erwartet einfach mal keine Unbefangenheit, was genau dieses anbelangt.

Wie dem auch sei, mit Sein Leben, seine Milliarden hat Rosa in meinen Augen sein Magnum Opus abgeliefert und sich in den Olymp der Disney-Zeichner gehievt. Allerdings kenne ich bis auf ihn selbst nur Carl Barks, und Rosa's eigene Bescheidenheit würde ihn davon abhalten, sich auf einer Schulterhöhe mit Barks zu sehen, aber dennoch ist er genau da anzusiedeln. Sein Werk zeichnet sich aus durch ein Detailreichtum, welches ich bisher bei noch keinem Disneyzeichner gesehen habe, und in den Neunzigern habe ich lange Jahre lang regelmäßig die Micky Maus gelesen. Dazu kommt noch eine Rechercheverliebtheit, die schon fast an Besessenheit grenzt – quasi alle historischen Namen, Orte und Zusammenkünfte sind belegbar und realistisch und nur zu seltensten Punkten wird sich künstlerische Freiheit heraus genommen, eine Ausrede, die bei manch anderen Zeichnern sonst zu gerne vorgeschoben wird.

Doch kommen wir zum Inhalt.

Dagobert Duck ist ein Hänfling aus einem verarmten Klan in Glasgow, und sein Vater schenkt ihm zum zehnten Geburtstag einen Schuhputzkasten, welchen der Junge Bertel als Inspiration nehmen soll für sein künftiges Arbeitsleben. Als er dann seine erste selbstverdiente Münze in der Hand hält, einen ausländischen Kreuzer, lernt er daraus.


Das Leben ist hart und voller Menschen, die dich betrügen wollen.

Aber ich werde härter sein als die Härtesten und schlauer als die Schlauesten, und ich werde es auf ehrliche Art bis ganz nach oben schaffen.


Nur aufgrund seiner harten Arbeit kommt er dann wirklich in den Genuss des Erfolges und steigert sich innerhalb weniger Jahre vom Schuhputzer zum Torfverkäufer, und gibt dabei stets einen Teil seines Verdienstes an seine Familie.

Nicht lang danach heuert er mit 13 bei seinem Onkel auf einem Mississippidampfer an und erbt diesen schließlich, nur um dann von der aufstrebenden Eisenbahn aus dem Geschäft gedrängt zu werden. Doch davon lässt sich ein Duck nicht unterkriegen und so führt ihn seine Suche nach Erfolg als Cowboy über die Great Plains, als Kupferschürfer nach Montana, als Goldgräber nach Afrika, um schließlich beim Goldrausch am Klondike zu den wenigen zu gehören, deren Arbeit nach langen, kalten entbehrungsreichen Jahren wirklich mit Erfolg gekrönt war – Dagobert machte seine erste Million. (Grober Gegenwert in heutigem Geld: 18 Million Euro)

Danach macht er recht schnell die Milliarde voll und zieht mit seinen Schwestern nach Entenhausen, wo er vor geraumer Zeit ein Stück Land erstanden hatte, und baut seinen Geldspeicher. Anschließend geht er weiter auf Schatz- und Geschäftsjagd durch die Welt.

Viele Jahre später schließlich ist Dagobert ein alter, gebrechlicher Mann geworden, als er sich mit seinem Neffen Donald am Weihnachtsabend wieder trifft und lernt seine Großneffen Tick, Trick und Track kennen. Bertel hatte sich aber schon vor Jahren aus der geschäftlichen Welt und Öffentlichkeit zurück gezogen. Doch gerade diese Verwandten, denen er quasi nie gegenüber stand, zeigen ihm eine Lücke in seinem Leben und veranlassen Dagobert, wieder zu neuem Leben zu erwachen.

Und dieser Dagobert ist es schließlich, den die meisten kennen – ein scheinbar skrupelloser Geschäftsmann, der ein gutes Geschäft sieben Meilen gegen den Wind riechen kann und sich trotzdem gerne Zeit nimmt, um seinen Großneffen von damals zu erzählen oder sie mitsamt Donald (letzteren für 30 Kreuzer die Stunde) in ein Abenteuer zu führen.

An dieses abgeschlossene Werk schließen sich noch einige Zusatzkapitel, die fast nochmal die Länge der Hauptgeschichte erreichen und unter anderem von der einzigen Person erzählen, die Dagobert von seinem Streben nach Reichtum wirklich hätte abbringen können, aber das ist, wie es so schön heißt, eine andere Geschichte.

An die jeweiligen Kapitel schließen sich immer ein paar Seiten, in denen Rosa alternative Cover zeigt und viel über die Recherche, sein Leben und die jeweiligen Kapitel erzählt, sowie Hinweise zum Auffinden seiner berühmten D.U.C.K.-Widmungen gibt.

Was wäre noch zu erzählen? Kauft es euch. Als ich damals meine alten Micky-Maus-Hefte weggeworfen hatte – miserabler Zustand, gelocht, und meistens einfach handlungsflach – waren die Rosa-Geschichten die wenigen, die ich nicht wegwarf und die ich bei jedem erneuten Auffinden immer ein weiteres Mal lesen musste, egal wo ich gerade war oder was ich eigentlich zu dem Zeitpunkt tat/tun sollte.
Lest es. Wenn ihr sonst keine Duck-Comics gelesen habt, lest wenigstens diese.

Titel: Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden

Seiten: 495, komplett koloriert, mit Einband

Autor: Keno Don Rosa