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Freitag, 6. März 2020

Non Non Biyori (& NNB Repeat)

Vier Mädchen stehen vor einer Dorfschule; die pferdeschwänzige Natsumi, die langhaarige und kleinere Komari, die doppelzöpfige Grundschülerin Renge und Hotaru mit schulterlangen Haaren
Niedliche Alltagsgeschichten vom Land

Non Non Biyori (und die Nachfolgeserie, Non Non Biyori Repeat) erzählen niedliche Alltagsgeschichten einer kleinen Gruppe von Schülern einer wirklich kleinen Dorfschule.

Sonntag, 26. Januar 2020

Kipo und die Welt der Wundermonster

V.l.n.r.: musikliebender Benson, in seinen Armen der verpuppte Dave, die namensgebende Kipo, die Überlebende Wolfi
Optimistische Postapokalypse für Kinder

Als ihr Dorf von einem Riesenmutanten angegriffen wird, findet Kipo sich unerwartet auf der Oberfläche wieder. Diese wurde von ein paar hundert Jahren von einer nicht näher genannten Katastrophe unbewohnbar gemacht. Der Mensch ist nicht an mehr die Spitze der Nahrungskette, sondern Mutanten, die erstaunlich wenig mit Menschen gemeinsam haben. Stattdessen sind es meistens seltsam abgewandelte, riesige Tiere, die mitunter intelligent sind und sprechen können. Und eine eigene, fantastische und seltsame Kultur haben.


Kipo schaut auf eine eine mannsgroße Schnecke mit einem Cadillac als Schneckenhaus.Während Kipo sehr gerne die ihr unbekannte Oberwelt erkunden würde, ist ihr ultimatives Ziel zu ihrem Vater zurückzukommen. Dabei trifft sie auf Wolfi, ein junges Mädchen, dass sich die letzten Jahre alleine auf der Oberfläche durchgeschlagen hat und sich dementsprechend verhält – sie ist grobschlächtig, martialisch, und immer in einem Wolfsfell gekleidet. Später kommen Benson und Dave hinzu, ersterer ist ein Junge mit einer Vorliebe für Hiphop und stets auf der Suche danach, seine Kasettensammlung auszubauen, sowie sein bester Kumpfel Dave. Dieser ist ein Mutant, der stetig seine verschiedenen Lebensphasen (Puppe, Larve, „Jugendlich“, Erwachsen, Rentner) durchmacht. Unglücklicherweise wechselt er zwischen seinen Phasen zu den ungünstigsten Zeiten.

Und so machen sich die vier auf die Suche nach einem alternativen Eingang in Kipos Untergrundheimat. Dabei stoßen sie auf eine Vielzahl eigener Kulturen, die teilweise mehr, teils weniger stark von Menschen zu inspiriert scheinen. Es gibt Wissenschaftswölfe, Dubstepbienen, Kolibribomber, Holzfällerkatzen, kurzum: eine vor Fantasie sprühende Welt, die trotz postapokalyptischer Szenerie auf dem metaphorischen Maßstab zwischen Idealismus und Zynismus fest auf der Seite des Idealismus angesiedelt ist. So gibt es beispielsweise eine Wiese, auf der sich haushohe, achtbeinige Megahunde tollen und miteinander spielen, scheinbar ohne eine Sorge in der Welt. 

Das Design der Figuren – zumindest der menschlichen – erinnert mich mit den etwas kantigen Gesichtszügen an die Teen Titans, aber das sage ich wahrscheinlich bloß, weil das mein nächstliegender Referent ist, ich habe aber keine Ahnung, ob es zwischen den Serien irgend eine tatsächliche Überschneidung gibt. Interessanter ist vielmehr, dass die Vorlage der Serie ein mittlerweile depublizierter Webcomic. Und ich sehe gerade, dass Rad Sechrist, der Autor, davor bei verschiedenen Studios als Charakterdesigner und Storyboarder arbeitete. Hm, vielleicht daher? Wie dem auch sei, das ist meiner Erfahrung nach sehr ungewöhnlich.
Der Optimismus der Charaktere ist ansteckend, ihre Charakterisierung solide, und die Welt einfach sehr schön gestaltet, während die Musik die Szenen sehr schön untermalt. Man merkt, dass jemand hier bildliche Ideen hatte, die auch visuell umgesetzt werden mussten.

Kipo steht mit einer Gitarre einem Megamutant gegenüber, der Mega-Affe betrachtet sie fasziniertDie deutsche Übersetzung und Synchronisation durch Hermes Synchron GmbH kamen mir auch recht gut vor, aber nicht herausragend. Auf wenn das jetzt etwas negativ klang, ist das nicht als solches gemeint. Zum Beispiel bin ich sehr davon begeistert, dass die internen Lieder größtenteils übersetzt und gesungen wurden (und wieso sind die nicht auf dem Soundtrack?). Andererseits war ich ein bisschen enttäuscht, dass bei den diversen Wortspielen nicht mal versucht wurde, diese umzusetzen. Bei einigen ist klar, dass sie schwer sind: wie soll man zum Beispiel den Bezug von Scarlemagne (der Charakter hat Narben, also scar, und Karl der Große heißt auf Englisch Charlemagne) auf Deutsch umsetzen? Soll man den Charakter etwa Kerb der Große nennen? Andererseits wären da die kofferwortigen humming bombers, die ganz stumpf als Kolibribomber übersetzt wurden. Da hätte man stattdessen auch Kolibomber nehmen können. Außerdem scheinen die deutsche Synchronisation und die deutschen Untertitel separat übersetzt worden zu sein? Zumindest sind die Untertitel nicht einfach die Texte der Synchronsprecher. Das gibt im Vergleich auf jeden Fall Einblicke in die (möglicherweise) verschiedenen Übersetzer.
Aber ich beschwere mich hier gerade auf hohem Niveau; die Animationen sind flüssig, die Bilder schön anzuschauen, kurzum: mir hat die Serie sehr gut gefallen, so dass ich mich auf eine neue Staffel freue. Wobei ich vom bingen der Serie abrate, dafür ist sie visuell einfach zu schön, man sollte sich schon ein paar Tage geben um die Folgen sacken lassen. 



Daumen hoch, mehr davon.

Titel: Kipo und die Welt der Wundermonster

Schaffer: Radford Sechrist

Länge: 10 Folgen à 24 Minuten (auf Netflix)

Sprache: Englisch, Deutsch

Montag, 11. August 2014

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Ein aufgepflanzter Bösewicht zieht den guten Film herunter

Früher waren Berg und seine Bewohner mit Drachen auf Kriegsfuß, doch das ist seit fünf Jahren Geschichte, nachdem Hicks sich mit einem Nachtschatten angefreundet hat. (Drachenzähmen 1)

Heute leben die Wikinger in Eintracht mit den verschiedenen Drachen, und Hicks ist auf dem besten Wege in die Fußstapfen seines Vaters Haudrauf als Dorfoberhaupt zu treten. Bloß will er das nicht, sondern viel lieber zusammen mit seinem Drachen Ohnezahn die weite Welt erkunden und neue Länder entdecken.

Bei einer seiner Entdeckungsreisen stößt er auf einen anderen Drachenreiter, und schnell stellt sich heraus, dass der andere Drachenreiter zwar eine andere Methode zum Drachenzähmen verwendet, aber genauso wie Hicks viel von ihrem Handwerk versteht. Zu seiner Überraschung entpuppt sich die Drachenreiterin als Hicks' Mutter, Valka, die seit 20 Jahren als verschollen galt.

Sie hat die Zeit damit verbracht, die Drachen kennen zu lernen, ihre Eigenarten herauszufinden und zusammen mit ihnen zu leben. Dabei ist sie der festen Überzeugung, dass ihr Ehemann Haudrauf niemals ihre Einsichten über Drachen und deren Friedfertigkeit würde teilen können.

Der Gegenpunkt, die Beherrschung von Drachen statt der Koexistenz, hat sich Drago Blutfaust auf die Fahnen geschrieben, und er hat bereits dutzende Drachen unter seine Kontrolle gebracht. Sein nächstes Ziel: Berg…



Drago ist in einem Maße überflüssig, dass es schon traurig ist. Es wird gut ein Viertel des Films darauf verwendet, Valka als Charakter zu etablieren und zu charakterisieren, bloß um dann auf den oberflächlichen und offensichtlichen Bösewicht Drago überzuschwenken. Anstatt den möglichen Konflikt in den Ansichten über Drachen als Konfliktthema aufzugreifen, wird stattdessen Drago genommen, der von der Dynamik und dem Standard bekannter Geschichten nichts anderes als Bösewichtmaterial sein kann, insbesondere im Bezug auf die im ersten Teil durchgemachte Entwicklung des Wikingerstammes von Drachenjägern zu Koexistenz mit Hausdrachen.

Zudem wird durch die Einführung von neuen Charakteren die Charakterisierung der früheren und etablierten Charaktere vernachlässigt.

Ich frage mich, wie damit in der Vorlage von Cressida Cowell umgegangen wird, auf der beide Filme lose basieren.

Immerhin ist der Film atmosphärisch und musikalisch gut gelungen. Einen technischer Kritikpunkt würde ich aber noch anbringen: es gibt keine erratische Augenbewegung. Bei richtigen Menschen zucken die Augen immer ganz leicht, suchen sich stets neue Fokuspunkte im Gesicht des Gesprächspartner. Dies wurde leider nicht berücksichtigt, was die Figuren etwas unwirklich scheinen lässt.



Nett, aber durch Drago wird der erste Teil der bessere.

Titel: Drachenzähmen leicht gemacht 2

Regie: Dean DeBlois

Länge: 105 Minuten

Dienstag, 10. Juni 2014

Petriculture

Alles ist anders als es erscheint

Der Petriculture-Zyklus ist eine Quintologie von My Little Pony: Friendship is Magic Geschichten, die alle aufeinander aufbauen und alle recht witzig sind. Es beginnt mit etwas banalem:

Wenn Twilight Sparkle mal nichts zu tun hat, dann geht sie einfachen Problemen nach, wie zum Beispiel herauszufinden, was Steinanbau ist. Diese war nämlich die Antwort, die Pinkie Pie ihr gegeben hatte auf die Frage, was eigentlich Pinkie Eltern arbeiten.


Bloß Steinanbau ist… seltsam. Nominell ist es der Anbau von Steinen. Aber Steine kann man doch gar nicht anbauen; weder wachsen sie (von Kristallen mal abgesehen), noch leben sie (selbst Kristalle tun das nicht). Dummerweise gibt Pinkie auch keine richtige Antwort, und alle Twilights Nachforschungen schießen ins Leere. Noch nicht mal Pinkies Eltern sind zu finden, oder auch nur Aufzeichnungen über sie. Selbst von Pinkie gibt es keine Spur, die älter als zehn Jahre ist. Etwas stimmt da nicht…

In der nächsten Geschichte, Inscape, ist wird Twilight vom Nightmare besessen, mehr oder weniger. Allerdings wird der Größenwahn dieses Wesens durch Twilight ihr eigener Stempel aufgedrückt: Mit der Regierung und Geheimniskrämerei durch Celestia und Luna unzufrieden, hält sie eine Präsentation – die überzeugt.

Avocation, die dritte Geschichte im Bunde, ist ein Briefroman, in welchem Penumbra ihre Erfolge auf der Suche nach einem Job an ihre Brieffreundin schreibt.

In der vierten, π, schaut Trixie in Ponyville vorbei und fordert Twilight zu einem magischen Duell heraus.

Die letzte Geschichte, Pandelirium, handelt von Penumbras Versuch Discord zu resozialisieren, indem er sie zum Lachen bringt. Ach ja, ein Putsch kommt auch noch vor.



Ich vermute, mich zieht es zu MLP:FiM aufgrund der Charaktere und der Neuheit des Universums, so dass viele und somit zwangsläufig auch gute Fanficautoren dort landen. Der Petriculture-Zyklus ist ein gutes Beispiel dafür: Jede der fünf Geschichten ist leicht zu spoilern, was ich zu vermeiden versucht habe, und überraschend in den Wendungen.

Die Charaktere sind witzig und unterhaltsam geschrieben und schienen für meinen laienhaften Augen auch korrekt dargestellt zu sein. Die Autorin spielt innerhalb des Zyklus auch mit verschiedenen literarischen Formen. So ist zum Beispiel Pandelirium in einer Nebenhandlung in rückwärtiger Kapitelfolge geschrieben.

Das Englisch ist durchschnittlich, mit Ausnahme von der teilweise altertümlichen Sprache von Luna, und die Themen sind im großen und ganzen Schüler- bis Teenagerniveau. Und es war spannend geschrieben.

Als Hinweis: Pandelirium ist die längste der fünf Geschichten, d.h. man braucht etwas länger zum Lesen.



Mir hat's zugesagt.

Titel: Petriculture (URL), Inscape (URL), Avocation (URL), π (URL), Pandelirium (URL)

Autor: Kwakerjak

Länge: insgesamt >120k Wörter (ca. 700 Seiten)

Sprache: Englisch (mittel, abs und zu thee und thou)

Mittwoch, 30. April 2014

The LEGO Movie


Hier ist alles Super (wenn wir gehorchen)!

Emmet ist ein gut gelaunter Bauarbeiter in Steinstadt. In Steinstadt sind alle gut gelaunt – wenn sie nach Anleitung bauen. Aber wieso sollte da jemand nicht tun? Während viele seiner Mitarbeiter aber irgend eine individuelle Besonderheit haben, ist Emmet, nun ja, durchschnittlich. Absolut durchschnittlich.

Doch das ändert sich, als er Wyldstyle trifft, eine Anhängerin des Widerstands (von dem Emmet aber noch nie gehört hat). Sie sucht nach dem Stein des Widerstands, und wie es kommen muss, findet Emmet ihn. Der Stein zeichnet sogenannte Meisterbauer aus, Personen, die ohne Anleitung aus den Materialien um sich herum die abstrusesten Dinge bauen können, und da Emmet am Stein klebt (oder andersrum), ist er offensichtlich nicht nur ein Meisterbauer, sondern Der Besondere, der alle Figuren aus der Starre ihrer Anleitung befreien kann.

Bis darauf, dass Emmet wirklich, wirklich durchschnittlich ist. Als die Polizei von ihm ein Bild hat, kann die Gesichtserkennung ihn nicht zuordnen, weil sein Gesicht auf zigtausende Einwohner zutrifft. Doch zum Glück ist Vitruvius, seines Zeichens selbst Meisterbauer und Mentor im Weisengewand, von Emmet überzeugt.



Ich mag es nicht auszuholen in der Handlung, daher würge ich es hier ab, aber zu erwähnen wären da noch Batman, Superman, dessen größter Fan Green Lantern (urgh), Morgan Freeman, Einhornkitty, die vielen anderen Welten wie der Wilde Westen, Weltraum, Wolkenkuckucksheim und andere, und natürlich besteht alles aus Lego.

Wirklich alles.
Laserstrahlen? Lego.
Feuer? Lego.
Explosionen? Lego.
Rauch? Lego.
Wasser? Lego.

Und alles ist bzw. war zu einem Zeitpunkt handelsübliches Lego. Die Produzenten vom Film haben eine riesige Lego-Datenbank gehabt und alles daraus erstellen lassen, seien es Bäume, Häuser, Raumschiffe und was es sonst noch alles abstruses gibt.

Es gibt nur wirklich wenige Zugeständnisse an das Medium. Die Arme sind ein bisschen beweglicher als die Originalfiguren, aber das beschränkt sich im wesentlichen auf Schulterzucken – die festgelegten Winkel und Auslenkmöglichkeiten der Gelenke werden nicht nennenswert gesprengt.

Dann wäre da noch die Musik. Das Titellied, Hier ist alles super bzw. Everything is Awesome ist ein Technopop-Ohrwurm, der seine Bedeutung im Laufe des Films sogar ändert. Während man am Anfang die Zeilen "Hier ist alles super / hier ist alles toll / denn du bist nicht allein (…)" als Lobeshymne auf die Gleichschaltung und Gehirnwäsche betrachten kann, ist er am Ende ehrlicher. Ansonsten ist der Soundtrack mir nicht negativ aufgefallen, er hat eher oftmals die Stimmung der aktuellen Szene gut unterstrichen.

Das 3D ist übrigens gut eingepflegt. Der Abspann ist zudem nicht am Computer entstanden, sondern komplett im Stopp-Motion-Verfahren wie man das vom Sandmännchen und Wallace & Gromit kennt.



Noch was? Nö. Mir hat der Film gut gefallen, bis auf das etwas moralisch predigende Ende.

Titel: The LEGO Movie

Regie: Phil Lord, Chris Miller

Länge: 100 Minuten

Raumschiff: RAUMSCHIFF!

Freitag, 24. Januar 2014

Exiern

Tiffany in brauchbarer Rüstung auf einer Brüstung sitzend
Geschlechtsgewandelter Barbar in "sexy" Abenteuern

Typhan-Knee ist ein klassischer Barbar – muskelbepackt, männlich, halbnackt. Kurzgesagt, ein wahrer Held.

Sein Aufgabe auf der vom König ausgerufenen Quest ist die Befreiung der entführten Prinzessin Peonie aus den Klauen des Dunkelmagiers Faden. Doch dieser ist nicht ganz ohne und bei dem Gefecht kommt es dazu, dass Typhan-Knee mit überstarker Weißmagie angegriffen wird und eine Frau.

Mit der aktuellen Aufgabe, der Befreiung Peonies, abgeschlossen, macht sich Tiffany also daran seinen – Pardon, ihren – Fluch zu brechen. Doch vorher muss Peonie zurück gebracht und Faden den Autoritäten übergeben werden.



Faden ist ein Besserwisser und Schwarzmagier. Und irgendwie lässt er ständig Kommentare fallen, die ihn für uns als Leser witzig machen.

Peonie ist eine kaum bekleidete Prinzessin.

Tiffany ist ein kaum bekleidetes Kampfschwein.

Der erste Autor Drowemos und seine Nachfolgenden Illustatoren und Schreiber geben sich im wesentlichen keine Mühe zu verstecken, dass einer der großen Anziehungspunkte des Webcomics der Fanservice, also die leichte (bis keine) Bekleidung der oftmals weiblichen, vollbusigen Figuren ist.

Der andere Anziehungspunkt ist der Humor, der sich teilweise sehr seiner selbst bewusst ist und gerne Spitzen in Richtung der üblichen Fantasystilmittel hat – Die Prinzessin in Nöten, die mehr als mangelhafte Panzerung bei Frauenrüstungen und so weiter.

Der Webcomic hat über seine ersten vier Jahre recht wenige Updates gehabt, nachdem Exiern aber von Dan Standing übernommen wurde (mittlerweile Scott T. Hicken), hat es sich auf etwa drei Updates pro Woche und einen etwas gerundeteren Zeichenstil eingeschossen.

Ein Aspekt, der leider viel zu selten durchscheint, ist die Welt an sich. Peonies Vater ist der König einer der beherrschenden Nationen des Kontinents, wenn nicht der Welt, und hat diese Position nicht, weil er ein netter Mensch ist. Das Magiesystem fußt in dem Entstehungsmythos der kaum 200 Jahre alten Welt. All dies bekommt man aber nur sehr langsam mit. Schade eigentlich.



Ein schuldiges Vergnügen

Titel: Exiern

Zeichner: Studio Boom 2006-2010, Shipeng Lee 2010+

Autor: Drowemos 2006-2011, Thomas Knapp 2011+

Seiten: 600+, alle farbig

Sprache: Englisch, einfach bis mittel

Status: Laufend, 2-3 Updates pro Woche

Dienstag, 7. Januar 2014

Fack ju Göhte

Zeki hat die beiden Rädelsführer vor der Tafel im Schwitzkasten
Schulkomödie mit Vorurteilsbeschwerung

Zeki Müller ist Bankräuber mit dementsprechenden Manieren und seine Komplizin vom Strich hat die Beute auf einer Baustelle verbuddelt, während Zeki für ein Jahr in den Knast wandert. Kaum aus dem Bau fahren die beiden zur Stelle, an der das Geld liegt, bloß die Baustelle war nicht für Rohrverlegung, sondern eine Sporthalle.

Beim Auskundschaften des Geländes am nächsten Tag wird Zeki mehr oder weniger aus Versehen als Aushilfslehrer angestellt. Tags über unterrichtet er, während er nachts einen Tunnel unter der Sporthalle gräbt. Zudem ist seine Klasse vorbildhaft, während seine Kollegin Lisi Schnabelstedt nach dem Selbstmordversuch der Klassenlehrererin die Problemklasse der Schule übernehmen musste. Allerdings ist Lisi nicht gerade durchsetzungsfähig gegen solche widerspenstigen Schüler und wird direkt am ersten Tag aus der Klasse gemobbt.

Als sie mitbekommt, dass Zeki sein Zeugnis gefälscht hat, hat Lisi eine Idee – Wie wäre es, wenn der ungehobelte Zeki die gleichermaßen grobe Assiklasse übernimmt?

Zeki und die Klasse passen nach ein paar Anfangsschwierigkeiten wie der Deckel auf den Topf. Als beispielsweise ein paar Schüler lieber auf dem Schulhof rumlungern, als im Unterricht zu sein, schießt er sie kurzerhand mit einer Paintgun ab, während sie ihn davor mit Streichen geteert und gefedert haben. Doch Stück für Stück wandeln sowohl Klasse als auch Zeki sich gegenseitig, während sich mit der Lisi etwas anbahnt…



Fack ju Göhte ist nicht gerade ein sozialkritisches Werk, aber zeigt zumindest polemische Ansichten und Vorurteile, mit denen Kinder und Jugendliche "mit problematischem Hintergrund" zu kämpfen haben. Genauso wird auch die Thematik von Rädelsführern angeschnitten, in ihren Cliquen hohe Jugendliche, deren Beeinflussung das Klassenklima kippen kann.

Andererseits ist der Film mit Vorurteilen und Seitenhieben gespickt, die gerne der Aufzieher für die derben Lacher sind. Feingeistigkeit sollte man also nicht erwarten. Dafür war er witzig, ohne zu tief in den Vulgärhumor zu greifen.

Kam mir trotz der fast zwei Stunden übrigens gar nicht so lang vor. Und der Zeki sieht irgendwie aus wie Zachary Quinto ("Sylar" aus Heroes, Spock aus dem neuen Star Trek)



Nette Komödie, aber… flach halt.

Titel: Fack ju Göhte

Regie: Bora Dagtekin

Länge: 118 Minuten

Montag, 30. Dezember 2013

Saint Young Men

Jesus liest zufrieden ein Magazin im Zug und knabbert an einem Mikado; Buddha sitzt neben ihm
Jesus und Buddha in einer Kaschemme in Japan

Buddha und Jesus sind ziemlich gute Kumpels, beste sogar könnte man sagen, und eines Tages entscheiden sie sich dafür, einen Urlaub inkognito auf der Erde zu machen.

Doch bereits als sie sich ein Zimmer in dem kleinen Apartmentskomplex Matsuda Heights nehmen wollen, geraten sie an ein paar Schwierigkeit, denn die Vermieterin ist etwas… strenger. Und nicht gerade erpicht auf diese beiden offensichtlichen ausländischen und etwas seltsamen Gäste.



Buddha im Vordergrund, er richtet die im Zimmer hängende, trocknende Wäsche aus; Jesus im Hintergrund am Laptop
Viel zu sagen zu Saint Young Men kann ich gar nicht, denn die Handlung besteht immer aus mehr oder weniger kurzen, in sich geschlossenen Geschichten. Der Humor leitet sich direkt aus diesen und aus dem Charakter von Buddha und Jesus ab. Buddha muss beispielsweise aufpassen, dass er nichts zu tugendhaftes sagt, denn ansonsten tritt sein Heiligenschein vor und blendet alle. Im Gegenzug kommt es bei Jesus gelegentlich vor, dass er aus Versehen Wunder wirkt, wenn er lacht.

Der Stil ist etwas skizzenartiger gehalten, was bei einem Anime etwas seltsam wirkt, während die Farbgebung an Wasserfarben erinnert.



Mir hat er gut gefallen und ich würde gerne mehr als die zwei Folgen sehen.

Titel: Saint Young Men

Länge: 2 Folgen, insgesamt 40 Minuten

Sprache: Japanisch (Deutsch nur als Fansub)

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Im Hintergrund: Eine zugefrorene Trauerweide. Im Vordergrund v.l.n.r.: hellblonde Elsa im Eiskleid, dunkelblonder Kristoff in Winterkluft, Schneemann Olaf auf Rentier Sven, erdbeerblonde Anna in nicht so winterfester Kluft, brünetter Prinz Hans in Gardeuniform
Eine Eiskönigin mit zwei starken weiblichen Charakteren.
Und Musik.

Elsa und Anna sind Prinzessinnen von Arendelle, einem skandinavisch angehauchten Küstenkönigreich. Elsa ist von Geburt an mit der Eiszauberei gesegnet und je älter sie wird, desto größer werden ihre Kräfte. Für die beiden besten Freundinnen ist das aber unwichtig, bis Anna bei einer ihrer Spielereien verletzt wird. Aus Angst vor sich und um ihre Familie zieht Elsa sich zurück und lässt nichts und niemand mehr an sich heran.

Erst Jahre später, als ihre Krönung ansteht, traut sich Elsa ein wenig aus dem Schloss heraus um ihre Verantwortung wahrzunehmen. Anna unterdessen ist völlig aus dem Häuschen, dass die Schlosstore zumindest für einen Tag wieder geöffnet werden. Hals über Kopf verliebt sie sich dabei in den für die Krönungsfeierlichkeiten angereisten Prinz Hans – und er in sie.

Aufgeregt will sie ihre frisch gekrönten Schwester um ihren Segen für die Hochzeit bitten, aber diese lehnt ab. Als Anna sie zur Rede stellen will, verliert Elsa die Kontrolle über ihre Zauberkräfte und, erschrocken vor der Reaktion der Gäste, flieht zum Nordberg, wo sie sich zur Feier und in Akzeptanz ihrer Kräfte einen Eispalast erschafft.

Der während Elsas stürmischer Flucht schlagartig eingebrochene Winter sowie ihre Schwesterliebe treibt Anna dazu, fürs Erste Prinz Hans die Amtsgeschäfte zu übertragen und sich um die frierende Bevölkerung zu kümmern, während sie selbst sich aufmacht ihre Schwester zurück zu holen, zu ihrem eigenen Wohl, aus Liebe, und um den plötzlichen Winter zu beenden.

Unterwegs "überredet" sie Kristoff und sein Rentier Sven dazu, sie zum Nordberg zu führen.



Disneys neustes Filmwerk orientiert sich nur ganz lose an Hans Christian Andersens Vorlage und arbeitet sich selber an dem Stoff ab. Was nicht unbedingt schlecht ist, denn die Geschichte steht für sich selbst auch ganz gut.

Der Stil erinnert an den vorigen Film Rapunzel, und wie bei diesem wurde auch bei der Eiskönigin viel Wert auf die Ausgestaltung der Welt gelegt. Die Gebäude sind in sich schlüssig, die Charaktere aufeinander abgestimmt, auch wenn die Welt aus einem erwartungsgemäßen Mischmasch von Einflüssen besteht.

Im Gegensatz zu den letzten Disneyfilmen ist die Eiskönigin dieses Mal wieder mit mehreren, in die Handlung eingeflochtenen Liedern wieder ein halbes Musical. Im Gegensatz zum König der Löwen allerdings ist diesmal die charakterliche Entwicklung der beiden Hauptcharaktere Elsa und Anna wichtiger und die üblichen Spaßcharaktere kommen zwar zu Gute, fallen aber recht schnell in Nebenrollen und im Finale quasi vollkommen weg.

Gut Gefallen haben mir gewisse Wendungen. Die Eiskönigin ist nach wie vor ein Disneyfilm mit dem zu erwartenden Handlungsbogen, aber es gab Stellen die haben sich doch recht angenehm anders entwickelt als ich es erwartet hatte.

Nicht gut gefallen hat mir das Charakterdesign, das mir zu… verzweifelt niedlich war, insbesondere bei Elsa und Anna. Dafür waren die Stimmen seht gut besetzt, was insbesondere für die Gesangsrollen wichtig war, allen voran Elsa. Wenn ich an ihr Lied (siehe Abschlusskommentar weiter unten) denke, klingen mir bei unterschiedlichen Teilen das Original und die Adaption im Ohr.

Das 3D ist übrigens gut, aber nicht zwingend notwendig. Im Vorfilm, gehalten im Stil von den Micky Maus Kurzfilmen aus der Frühzeit von Disney, allerdings…



Mir hat er gut gefallen. Und ich habe wieder Ohrwürmer.

Titel: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Regie: Chris Buck, Jennifer Lee

Länge: 101 Minuten



Abschlusskommentare:

Nachdem Elsa flieht und ihren Palast wie Dr. Manhattan (aus Watchmen) aus dem Boden stampft, singt sie dabei. Es gibt aber eine meiner Meinung nach bedeutende Unterscheidung in ihrem Liedtext im Original und auf Deutsch. Sie singt nämlich "The cold didn't bother me anyway", (die Kälte störte mich eh nie) im Original, auf Deutsch aber "die Kälte ist jetzt ein Teil von mir". Ich interpretiere das so, dass sie im Englischen so tut als würde sie die Kälte akzeptieren, während sie es im Deutschen wirklich tut.

Und noch was anderes: Als Elsa am Ende ihres Liedes auf den Palastbalkon tritt, schwingt sie die Hüften als würde sie ihre Gelenke ausrenken wollen. Von dem massiv übertriebenen Schwung abgesehen kann man das problemlos so interpretieren, dass ihr Wandel zum Bösen bzw. zur Kälte sie ihre Sexualität akzeptieren lässt. Oder Selbstfindung macht sexy?

Und ich hoffe, dass diese dummen Untertitel "Neu verföhnt" bzw. "Völlig unverfroren" nicht einen schlechten Trend bei den Übersetzern setzen und Wortspiele in den Titel gezwängt werden…

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Sakana

Jiro läuft vor einer Welle aus Wasser und Fisch davon
Ein Fischmarkt und sein drumherum

Jiro ist 22 Jahre alt und Kassierer in der Verkaufsbude seines Onkels auf demXXX Fischmarkt in Tokio, während sein Bruder Taro als …enthusiastischer Fisch-Schlachter im Hinterzimmer die Waren für den Verkauf vorbereitet.

Jiro öffnet in dem Loch verängstigt die Augen, als beinahe ein Donutmaskottchen auf ihn fiel.Die Brüder wohnen zusammen mit dem hühnenhaften Taisei, der nicht nur Jiros bester Freund seit überhaupt ist, sondern zudem noch ein äußert talentierter Verkaufsmann (Salaryman). Dessen Tage bestehen üblicherweise aus Verkaufen, und abends trinken und feiern.

Der vierte, und vor allem unfreiwillige, im Bunde ist Yuudai, dessen positiven Gefühle sich ausschließlich auf seine Katze konzentrieren und der alles anderes inbrünstig verachtet. Er arbeitet zusammen mit Jiro und Taro in der Fischbude.

Jiro hat sich bereits seit zwei Jahren in die Kassiererin gegenüber verguckt, ist aber überaus schüchtern und kennt daher noch nicht mal ihren Namen. Als er auf sie auf Drängen seines Bruders anspricht, kann er nur nach Wechselgeld stammeln und bekommt dieses. Und mit der Quittung auch unausgesprochen ihre Telefonnummer…



Yuudai liegt auf der Couch mit seiner Katze und macht sich GedankenDie Handlung von Sakana wäre schnell erzählt, denn es sind nicht großartige Erklärungen nötig. Es gibt keine Action, keine Raumschiffe oder Schießereien, und selbst die Romantik ist nicht der Kapitän dieses Webcomics. Nein, Sakana erzählt einfach nur Geschichten von Jiro und Taro, Taisei und Yuudai und noch einem Dutzend anderer Charaktere, die alle auf ihren eigenen Beinen stehen. Man hat an ihren alltäglichen Leben teil, und der Stil…

…Kurzgesagt – wunderbar.
Lang gesagt: XXX zeichnet immer monochrom, und fast immer in Schwarz-Weiß (erinnert mich an da Sam and Fuzzy). Charaktere und Hintergründe haben quasi keine Graustufen. Die Charaktere werden immer besser erkennbar und die bei manchen Zeichnern typische "Ein Gesicht, andere Frisur/Kleidung bedeutet anderer Charakter"-Eigenart ist hier nicht mal im Ansatz zu erkennen.

Die Hintergründe sind ausschweifend im Aufbau einer Szene und im Anschluss je nach Bedeutung für das Panel vorhanden und aufwendig gezeichnet oder erst gar nicht vorhanden.



Mir hat der Webcomic erschreckend gut gefallen und ich würde den gerne als Manga oder so lesen.

Titel: Sakana (URL: http://sakana.smackjeeves.com/)
 
Autor: Madeline Rupert

Länge: 10 Kapitel á 20-30 Strips

Sprache: Englisch, einfach bis mittel

Status: laufend / auf Eis

Ein Überblick über die verschiedenen Charaktere, leichte Spoiler.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2


Animalisches Essen greift (nicht) an!

Kaum ist Flint Lockwood die Entschärfung seiner Wasser-zu-Nahrung-Maschine FLDSMDFR gelungen, plant er zusammen mit seinen Freunden und Familie ein neues Labor für sich zum Erfinden. Als sein Idol, Chester V, allerdings in Swallow Falls auftaucht, ist Flint wie aus dem Häuschen. Um so mehr als Chester nicht nur eine Restaurierung der von Nahrung überschwemmten Heimatinsel sondern auch noch eine Umsiedlung der Einwohner für die Dauer eben selbiger anbietet. Als dann auch noch die Anstellung unter seinem Idol hinzukommt, schlägt Flint unter Zustimmung seiner Freunde ein.

In San Franjose angekommen, macht sich Flint sogleich ans Erfinden, bekommt aber nicht die halbjährlich verliehene Auszeichnung der besten Erfindung und blamiert sich zudem noch zutiefst.

In Swallow Falls entwickelt sich die Situation derweil anders als erwartet: Flints Maschine ist nicht so zerstört wie erwartet, sondern ihre Programm hat sich geändert und statt Nahrung erschafft sie jetzt "Naschtiere".

Chester V's Restaurationsteam ist auf diese natürlich nicht vorbereitet und wird angegriffen und ausgelöscht und nun liegt es bei Flint (und seinen Freunden) in ihre verwandelte Heimat Swallow Falls zurückzukehren und den FLDSMDFR endgültig abzuschalten.



Die Fortsetzung des ersten Teils von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen setzt zeitlich quasi direkt an diesen an und eine gewisse charakterliche Entwicklung wird durch einen sechsmonatigen Zeitsprung innerhalb des Films ermöglicht. Sam und Flint sind ein Paar und das Ökosystem hatte Zeit sich zu entwickeln.

Und was für ein Ökosystem! Es gibt Frittantula (Spinnenartiger Riesenhunger), Schrimpansen (Affenartige Schrimps), Wassermelefanten (Wassermelone + Elefant) und allerhand andere Wortspiele aus Essen und Tieren, welche die Insel bevölkern und scheinbar in Eintracht leben.

Während des Films kamen mir unwillkürlich Jurassic-Park-Ausschnitte in den Sinn, insbesondere in der Szene, in der die Gruppe einen Ausblick auf das Ökosystem hat, welches sich dort entwickelte, die stark an eine ähnliche Szene mit Brachiosauriern im ersten Teil erinnerte, während die sonstige Thematik sich mit dem zweiten überschneidet. Es mag zum Teil an der opulenten Musik gelegen haben, die solche Szenen dramatisch unterstrich.

Im Gegenzug gibt die durchdesignten, bösen, profitorientierten Firmen und allerhand weitere Klischees, die aber alle so wunderbar umgesetzt sind, dass einem das Herz aufgeht. Zum Beispiel Earl, der männlichste Polizist, riss mich immer wieder vom Hocker.. Im Original und ersten Teil wurde er übrigens von Mr. T gesprochen!

Die Synchronisation ist gelungen, eine prominente Rolle wird beispielsweise von Ilke Bessin, bekannt als Cindy aus Marzahn, gesprochen, während im Gegenzug Sam neu besetzt wurde. Ihre Stimme missfiel mir irgendwie.

Und obwohl der Film nicht von den gleichen Leuten gedreht wurde wie der erste Teil, waren sie beim zweiten zumindest die Produzenten. 3D ergab übrigens keinen Mehrwert.



Hat mir ziemlich gut gefallen, gelungene Fortsetzung.

Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

Länge: 95 Minuten

Mittwoch, 20. November 2013

Thor – The Dark Kingdom

Thor und Jane in einer Schlachtumarmung, hinter ihnen die Helden und Schurken des Films
Thor reifte, Loki reifte, Jane Foster reifte.

Thor ist nicht nur ein mythischer Held, sondern mittlerweile auch ein Marvel-Charakter mit seinen eigenen Filmen. Da ich den ersten Film, Thor, nicht erwähnt habe, hier eine kleine Zusammenfassung:

Thor verprügelt Frostriesen ohne Erlaubnis, sein Vater Odin ist enttäuscht und verbannt ihn auf die Erde. Auf der Erde (Midgard) Jane Foster ist Astrophysikerin und ihr Doktorvater Erik Selvig freunden sich mit ihm an. Es wird klar, dass Thor durch Tricks seines Bruders Loki verbannt wurde. Loki bekommt auf den Deckel und dabei geht die Brücke zwischen den Welten kaputt; Thor sitzt in seiner Heimat Asgard fest.

Relevant ist auch noch The Avengers, der ein Jahr nach Thor raus kam. In dem Film verprügelt Thor zusammen mit Iron Man und ein paar anderen Aliens, die angeführt von Loki eine Invasion in New York durchführten. Erik Selvig war unter Hypnose/Gedankenkontrolle Lokis und half ihm dabei. Am Ende des Films ist Loki gefangen genommen worden und Thor wieder in Asgard.



Astrophysikerin Jane Foster untersucht in London Gravitationsanomalien und hat ihren Kollegen Erik Selvig verloren, als sie ihn einer Irrenanstalt wiederfindet. Von seinen Wahnvorstellungen im Zuge der Gedankenkontrolle genesen, untersuchen sie seltsame Portale zwischen Welten. In einer von diesen Welten, in die Jane aus Versehen stolpert, wird sie von irgend etwas infiziert…

Nachdem der Bifröst, die Brücke zwischen den Welten repariert worden wurde, waren Thor und Kumpanen mit der Niederschlagung von Rebellionen, Aufständen und Kriegen beschäftigt, aber endlich sind die neun Welten befriedet. Als Thor sich beim lebenden Fernrohr Heimdall nach Jane Foster erkundigt und dieser sie nicht sehen kann (er ist ein sehr gutes Fernrohr), flitzt Thor rüber zur Erde. Jane ist glücklich und wütend über Thors Rückkehr, aber als dieser von der Infektion erfährt, bringt er Jane nach Asgard um sie dort untersuchen zu lassen.

Der Äther, eine zerstörerische Kraft, befindet sich in Jane. Vor Jahrtausenden wollten die Dunkelelfen von Svartalfheim das Universum mit Hilfe des Äthers vernichten, wurden aber von Odin's Vater daran gehindert. Durch die Infektion von Jane wurden die letzten Dunkelelfen aber wiedererweckt und sinnen auf Vollendung ihres Plans. Einen von Ihnen initiierte Gefangenenrevolte befreit Loki nicht, führt aber zu einigen Toten. Rasend vor Wut will Odin die Dunkelelfen endgültig ausrotten, und wenn er dafür Jane opfern muss ist er willig das zu tun.

Thor hat aber einen anderen Plan, für den er Lokis Wissen und Hilfe braucht…



Man merkt, es ist wieder verhältnismäßig viel Handlung im Film. Nicht, dass das was schlechtes wäre, vielleicht bin ich einfach bloß schlecht im Zusammenfassen.

Im Vergleich zum ersten Film ist Thor als Charakter gereift und schlägt nicht direkt drauf los, sondern schaltet zuerst seine Rübe ein. War zuerst sein erster Impuls seine Probleme niederzuringen, so ist er dieses Mal willen List und Tücke als Methoden in Erwägung zu ziehen und sogar anzuwenden – auch wenn er Loki dabei immer noch um Welten unterlegen ist.

Im Gegenzug ist sich sein listiger Bruder dafür dieses Mal nicht zu fein dafür brachialen Methoden anzuwenden, wenn es die Situation erfordert. Allerdings sind die brüderlichen Bande zwischen den Beiden mehr als rissig, so dass eine Menge Spannung, aber auch Humor aus dem Wortgeplänkel der beiden hervor geht.

Ein großes Lob muss ich an die Spezialeffekte ausloben, die Bestattungsszene in Asgard ist eines der besseren Werke sowohl in Effekten als auch Weltenbildung, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es hat mich sehr stark an die Szeneneinführungen aus Avatar erinnert, und das nicht nur wegen den Leuchteffekten bei Nacht.

Allerdings kann man auf das 3D problemlos verzichten.



Eine gelungene Weiterführung des Marvel Filmuniversums.

Titel: Thor – The Dark Kingdom

Regie: Alan Taylor

Länge: 112 Minuten



Kleine Info am Rande: Chris Hemsworth (Thor) und Tom Hiddleston (Loki) sind im echten Brüder ziemlich gut befreundet, wie es scheint.

Dienstag, 12. November 2013

Warm Bodies

Zombie-Romanze

R. ist ein Zombie. Apropos, es gibt Zombies, die Welt — oder zumindest der relevante Teil, die USA — wurde von ihnen überrannt und mit der Ausnahme von einigen gesicherten Festungen hat niemand überlebt.

R. ist aber, mehr oder weniger, sich seiner selbst bewusst und nicht bloß er, sondern Zombies generell. Sie gehen teilweise den Tätigkeiten ihres früheren Lebens nach, wenn auch bloß als fahle Imitation. Die zombifizierte Kassiererin zieht beispielsweise alles mögliche über den (stromlosen) Scanner an der Supermarktkasse, so in der Richtung.

Und obgleich R. quasi Freunde hat, kann er sich mit ihnen bloß über Grunzen und Schmatzen verständigen, also nicht wirklich. Seine inneren Monologe sind allerdings weitaus wortgewandter und ausschweifender als die Produkte seiner Stimmbänder…

Als R. in einer Gruppe Überlebender ein Mädel erspäht ist es um ihn geschehen, auf zweierlei Weise: 1. Er ist verliebt, 2. Er wird von ihrem Freund erschossen. Zu R.'s Glück (oder Unglück) ist er ein Zombie und kümmert das also nicht wirklich. Vergnüglich macht er sich an das Hirn seines versuchten Wiedermörders und lebt dabei ein paar von dessen Erinnerungen nach.

Als R. wieder mehr bei Sinnen ist, hat Julie, das Mädel, noch nicht fliehen können und durch Grunzen und Gestikulieren macht er ihr verständlich, dass sie einen Zombie imitierend ihm folgen soll. Von innerer Panik aufgewühlt folgt Julie R. bis zu dessen Heim, wo er sie versteckt und versorgt.

Stück für Stück erwärmt sich Julie für ihren Zombieretter, aber nichts ist so einfach, wie es scheint.

Selbstverständlich gibt es die obligatorischen Schwierigkeiten: Er ist ein Zombie, sie ist ein Mensch; Ihr Vater ist der Chef der lokalen Überlebendenenklave, und da sind noch die Superzombies…



Die Verfilmung von Isaac Marions Mein fahler Freund.

Eine interessante und kitschige Idee: Zombietum wird durch Gefühle geheilt. Ein niedlicher, und durch das Thema aber auch etwa ekliger Film, der im wesentlichen dem Verlauf typischer Romantikkomödien folgt.

Titel: Warm Bodies

Regie: Jonathan Levine

Länge: 97 Minuten

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen


Liebenswerter Nerd hat unerwartet Erfolg




Flint ist ein Erfinder, schon von Kindheit an, und obgleich sein Vater ihn seine vielen (erfolglosen) Erfindungen schaffen lies, ist er nicht glücklich damit, dass sein Sohn in seinen Augen nichts aus sich macht.

Die Chancen Flints, einen Job jenseits seines Vaters zu finden, wären in der Umgebung auch nicht einfach, denn Swallow Falls Sardinenindustrie ist am Boden. Die neueste Erfindung Flints, eine Maschine die Wasser in Nahrung umwandelt, soll in seinen Augen Abhilfe schaffen.

Geflügelte Ratte, erfunden von Flint
Zugleich ist Sam als Praktikantin des Wetterberichts auf der Insel, um einen Bericht über die Eröffnung des Sardinen-Vergnügungsparks zu machen. Sowohl ihr Bericht als auch der Vergnügungspark werden jedoch ruiniert, als Flints Erfindung durchdreht und in den Wolken verschwindet.

Beschämt flieht Flint und schmollt, als es anfängt Hamburger zu regnen: Offensichtlich funktioniert seine Maschine. Schnell bastelt er eine Antenne zusammen, mit der er sie anpeilen und neue Rezepte einprogrammieren kann.

Nachdem er die Bevölkerung von ihrer Sardinendiät erlöst hat, stellt sich nur noch die Frage, kann Flint die niedliche Sam umwerben und mit seinem Vater Frieden schließen?



Affe mit Übersetzer, ohne Intelligenz
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist ursprünglich ein Kinderbuch mit schönen Illustrationen, das im wesentlichen als Ideenspender für den Film wirkte.

Große Teile des Humors ergeben sich aus Slapstick und die Charaktere sind, wenn auch etwas überzeichnet, in den meisten Fällen detailliert und eigenständig. Sind es nun Flint und Sam als Hauptpersonen, oder Nebencharaktere wie der Kameramann oder Polizist.

Entgegen den Erwartungen liegt das große Augenmerk nicht auf dem später immer größer werdenden Essen, sondern vielleicht viel eher darauf, wie cool es ist ein Nerd zu sein. So gehören zu Flints gescheiterten Erfindungen beispielsweise ein Affenübersetzer oder ein wandelnder Fernseher (statt einer Funkfernbedienung kommt der Fernseher zum Programm wechseln zum Fernsehschauer).

Man kann den Film auch als Persiflage auf Katastrophenfilme sehen, aber ich persönlich fand ihn einfach witzig :)
Und, es gibt mittlerweile einen zweiten Teil… 



Titel: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Regie: Phil Lord, Chris Miller

Länge: 90 Minuten

Sonntag, 20. Oktober 2013

Housepets

Haustiere sind intelligent, mehr oder weniger



Peanut und Grape sind die Haustiere der Sandwich-Familie, ansässig in Babylon Gardens. Und in Housepets bedeutet dies, dass sie intelligent sind, wenn auch mit einem kindlichen Gemüt ausgestattet sind.

Peanut als Hund und Grape als Katze haben viele Freunde unter den Hunden und Katzen der Nachbarschaft, es gibt einen Hundeclub (Katzen sind wohl zu einzelgängerisch für einen Katzenclub) und obgleich es romantische Handlungsstränge gibt, sind diese nicht der Fokus des Webcomics.

Viel mehr folgt der Leser den verschiedenen irrigen Abenteuern, nicht nur von Peanut und Grape, obwohl sie die Hauptpersonen sind, sondern auch von den vielen anderen Tieren der Nachbarschaft; Die Polizeihundestaffel, der katzenhassende Bino und sein (heimlich) katzenliebender Bruder Fido, Peanuts parapsychische Freundin und die schwerreichen Frettchen.

Fast jeder Comic enthält einen oder mehr Witze, die in Handlungssträngen verflochten sind. Und obgleich Humor im Vordergrund steht, ist das nicht der alleinige Fokus des Comics. Es geht auch um die Akzeptanz und Integration von Haustieren in einer Welt, in der neben Intellekt  auch opponierbaren Daumen haben aber dennoch ebenso Instinkt und Nahrungskette folgen.

Im Verlauf des Comics hat sich Griffin zum Glück weiter entwickelt und unter anderem dank der Farbigkeit die verschiedenen Charaktere leichter unterscheidbar gemacht. Beim Lesen hilft es aber trotzdem öfters ein Blick auf die getaggten Charaktere zu haben, so dass man sie nicht verwechselt. Und als Bonus gibt es immer noch (meist witzigen) Alternativtext, wenn man mit der Maus über den Comic fährt.



Mir zumindest hat er gut Gefallen und öfters mal zum Schmunzeln gebracht.

Titel: Housepets (Url: http://www.housepetscomic.com/)

Autor: Rick Griffin

Länge: ca. 900 Seiten (die ersten ~90 schwarz-weiß, danach farbig)

Status: laufend, 3x wöchentlich

Sprache: Englisch (einfach bis mittel)

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Leben ist nichts für Feiglinge

Trauerarbeit




Die Familie wird aus dem Alltag gerissen, als die Frau von Markus, Mutter von Kim und Schwiegertochter von Gerlinde durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kommt.

Markus wird von der Trauer und seinem neuen Status als alleinerziehender Vater völlig überfordert und seine Freunde, die ihm seelischen Beistand wünschen, helfen auch nicht gerade. Weder schafft er es, seiner Tochter Kim zu helfen, noch sich seiner Mutter anzuvertrauen. Diese wiederum will Markus und Kim nicht mit ihrer Krebserkrankung belasten und verschweigt diese daher. Statt ihre Erkrankung und Therapie zuzugeben, gibt sie vor in Urlaub zu fahren. Erst ihrer Pflegerin Paula vertraut sie sich an…

Kim unterdessen, davor bereits in Gothic gehüllt, fängt etwas mit dem Schulabbrecher Alex an und die beiden hauen zusammen ab.



Da passiert noch mehr, aber ich sage dazu nichts.

Viel wichtiger ist der Umgang der Charaktere mit dem Tod. Markus kommt nicht mit dem Tod seiner Frau klar und funktioniert, wenn überhaupt, nur auf Autopilot. Kim lässt nichts an sich heran. Gerlinde ist tragisch berührt, aber muss sich selber mit ihrem möglichen bevorstehenden Tod auseinandersetzen.

Unterbrochen wird die Dramatik und Schwere des Themas immer wieder durch leichte komische Einwürfe, sei es nun durch Kim oder die Handlung an sich, welche einen seltsamen Gefühlsmix aus Trauer, Mitgefühl und Schmunzeln in der Magengegend hervorrufen.

Ich denke, ich werde mal die gleichnamige Buchvorlage von Gernot Gricksch lesen.



Titel: Das Leben ist nichts für Feiglinge

Regie: André Erkau

Länge: 98 Minuten

Freitag, 6. September 2013

Die Monster Uni

Witzige Fortsetzung

Als Fortsetzung der vorigen Pixar-Films Monster AG begeht Monster Uni den seltsamen Pfad einer Vorgeschichtenfortsetzung wie bei den Star-Wars-Filmen.

Es beginnt mit Mike Glotzkowski, einem grünen kugelförmigen Monster das größtenteils aus seinem Auge besteht. Nach einem prägenden Ereigniss möchte er ein Schrecker werden und büffelt wie ein Irrer, um auf die Monster Uni zu kommen.

Aufgrund seiner guten Noten schafft er das auch problemlos, aber zum Kinder erschrcken gehört mehr als bloß zu wissen, welche Art von Schrei man verwenden muss, es gehört auch körperliches Können dazu. Mike, eher von mickriger Gestalt ohne herausstechende schreckliche Eigenschaften, steht vor einem Problem.

Sully kommt aus einer erfolgreichen und bekannten Schreckerfamilie und hat mit so einem Büffelhengst wie Mike nichts zu tun; direkt auf der Uni angekommen wird er von der angesehensten Bruderschaft integriert. Allerdings ruht er sich auf seinen familiären Vorschusslorbeeren aus, so dass er - obgleich talentiert - schulische Schwierigkeiten hat.

Als vor der Prüfung die beiden sozial Ungleichen sich in die Haare kriegen und eine Trophäe der Dekanin zerstören, werden die beiden aufgrund ihres Verhaltens von der uni geworfen. In einem verzweifelten Versuch doch nicht von der Uni zu fliegen, ringt Mike der Dekanin eine Wette ab: Er gewinnt bei den Schreckenspielen und beweist seine Schrecklichkeit und wird im Gegegnzug nicht der Uni verwiesen.

Problem an der Sache, Die Schreckenspiele sind ein Mannschaftswettkampf, und nur die sozial niedrigste Bruderschaft nimmt Mike und den ihm eigenützig zur Seite gesprungenen Sully auf. Also müssen die beiden lernen miteinander klar zu kommen.



Wie man es bei Pixar-Filmen kennt, sind sie witzig und trotz Disney-Beteiligung merkt man keinen großen Wechsel in der thematischen Entwicklung von Monster Uni. Trotzdem ist er im großen und teilweise auch im kleinen doch vorhersehbar.

Dafür fiel mir wiedermal die Anpassung der im Bild vorkommenden Texte und soweit feststellbar gelungene Übersetzung auf.

Aber groß im Gedächtnis haften geblieben ist mir der Film nicht... Im Gegensatz zum Vorfilm, Der Blaue Regenschirm. Der war schön.



Witzig, aber nicht herausragend.

Titel: Die Monster Uni

Regie: Dan Scanlon

Länge: 104 Minuten

Mittwoch, 28. August 2013

Lighting Up the Dark

Naruto in scharfsinnig

Lighting Up the Dark ist eine Fanfiction, eine von einem Fan geschrieben Neuinterpretation von einem etablierten fiktiven Universum, in diesem Fall von Naruto.

Naruto ist eine Manga- und Animereihe mit dem namensgebenden Charakter als Hauptfigur. Die Welt ist eine seltsame Mischung aus unseren Vorstellungen, was Ninjas und ihre Fähigkeiten anbelangte und der japanischen Vorstellungen von Feudalstaaten.

Naruto selbst ist naiv, tollpatschig und untalentiert, und unwissendes Siegelgefäß für den schrecklichen, zerstörerischen neunschwänzigen Fuchsdämon. Der Waise weiß nichts davon und seine Altersgenossen auch nicht, aber die Eltern und die soziale Ausgrenzung durch die Erwachsenen hat sich auch in den Kindern niedergeschlagen, die auf Anraten ihrer Eltern den Jungen meiden.



In Lighting Up the Dark ist das ganze etwas anders: Naruto ist immer noch ausgegrenzt, immer noch ein Siegelgefäß, aber nicht für den neunschwänzigen, sondern neunhirnigen Fuchsdämon. Während das Original geballte Macht ist, ist der Kyubey geballte, ruchlose Intelligenz.

Und wie im Original auch schlägt sich die Größenordnung in Naruto wieder – er ist beängstigend intelligent, aber nicht ruchlos. Ihm wurde auf der Schule schnell klar, dass Genies wie Sasuke cool sind, aber sozial isoliert. Also gab er seinem Spieltrieb Auslauf und fing an Streiche zu spielen und somit zumindest gewisse positive Beachtung zu bekommen.

Bis darauf dass diese Streiche mitunter dazu dienten, Narutos Repertoire an Tricks und Techniken zu probieren und zu erweitern. War er im Original ein Tollpatsch, der selbst die einfachsten Ninja-Techniken nicht hinbekommen hat, so hat er bei Lighting Up the Dark viele dieser einfachsten Schultechniken in Kombinationen und Anwendungen eingebaut, die alles andere als offensichtlich sind.

Und so folgt die Geschichte in zwangsläufig abweichendem Verlauf zum ursprünglichen Naruto. Der Junge ist sich zum Beispiel seines Siegelgefäßstatus bewusst, hatte es aus den ihm bekannten Wissen geschlussfolgert und durch Nachforschungen diese Schlussfolgerung verfestigt. Der Neunhirnige ist intelligent in einem Maße, dass es beängstigend ist – beim Angriff auf das Ninjadorf in der Vorgeschichte hatte Konohagakure dem Erdboden gleich gemacht und wurde nach der Versiegelung im Krater (!) wiederaufgebaut.

Naruto ist dabei zum Glück nicht übermächtig und sozial alles andere als bewandert, so dass er nach wie vor Fehler macht und sympathisch bleibt. Die ersten paar Bände von Naruto gelesen oder paar Folgen geschaut zu haben hilft aber, vor allem in der Etablierung der anderen Charaktere und ihrem Verhältnis zu Naruto.

Die Inspiration kam dem Autor übrigens durch Harry Potter and the Methods of Rationality, die ich später auch mal reviewen werde. Im Gegensatz zu dem dortigen Harry hat der hiesige Naruto aber keinerlei Zugriff auf Werke von Bedeutung für rationales und logisches Denken.



Witzig geschriebene Geschichte

Titel: Lighting Up the Dark (URL: http://www.fanfiction.net/s/9311012/1/)

Autor: Velorien

Länge: 60k+ Wörter (ca. 350 Seiten)

Sprache: Englisch (Mittel)

Status: Laufend

Donnerstag, 18. Juli 2013

Taffe Mädels

Cop-Komödie mit Frauen statt Männern



Sarah Ashburn ist aufstrebende Spezialagentin beim FBI und hat ist immernoch im Steigflug ihrer Karriere. Insbesondere gilt sie als Anwärterin auf eine Beförderung… wäre da nicht ihre arrogante und ruppige Art.

Detective Mullins ist nicht weniger ruppig, bloß auf eine andere Art und weise, und kann gerne als Problemkind des Reviers bezeichnet werden. Hinzu kommt ihre gewalttätige Ader und einzig ihr Erfolg und Respekt auf der Straße scheinen die Gründe dafür zu sein, dass sie noch nicht vom Dienst suspendiert wurde.

Als Mullins einen Dealer hoch nimmt und Ashburn diesen für ihren letzten Fall zur Beförderung braucht, kommt es zum Konflikt – die fluchende Mullins, die mit dem Kopf durch die Wand ermittelt, will sich ihren Dealer nicht von einer eingebildeten FBI-Bonze einfach wegnehmen lassen.

Als einzige Möglichkeit bleibt den beiden ein Kompromiss, bei dem Mullins Ashburn hilft und im Gegenzug ihren Dealer behalten darf, womit die beiden ungleichen Kaliber notwendigerweise Partner werden. 



Taffe Mädels ist eine übliche Cop-Komödie, bei der zwei unterschiedliche Charaktertypen lernen müssen, miteinander auszukommen und schließlich Freunde werden. Es gibt die zu erwartenden Gags, die Konflikte, die Charakterisierung und persönliche Geschichten. Dennoch sind die alle handwerklich gut ausgeführt, und es gibt ein paar kleine Wendungen, die nicht allzu offensichtlich sind.



Somit ist der Film unterhaltsam (und besteht den Bechdel-Test).

Titel: Taffe Mädels

Regie: Paul Feig

Länge: 117 Minuten

Sonntag, 14. Juli 2013

Gambit – Der Masterplan


Rache am Chef

Harry Dean ist Kurator der privaten Kunstsammlung von Lionel Shahbandar, Millionär, Schikanechef und Exzentriker. Oder war es. Wird es gewesen sein, denn Shabandar plant ihn zu kündigen. Da ist es nur gut (und gerecht), dass Dean einen Plan hat sich an seinem Chef zu rächen und zugleich etwas Geld zu bekommen.

Der Plan: Ein bestimmtes, verschollen gegangenes Gemälde zu fälschen und als Kurator die Echtheit gegenüber Shahbandar auszugeben.

Die Komplizen: Der Major, bereits seit langem mit Dean unter einer Decke, und P.J., texanisches Cowgirl, mit dem nötigen verwandtschaftlichen Hintergrund das Gemälde plausibel und unwissend in ihrem Besitz zu haben.

Das Problem: Kein Plan übersteht den Kontakt mit der Realität…



Gambit von den Coen-Brüdern ist eine Neuverfilmung von Das Mädchen aus der Cherry-Bar von 1966, aber das ist nicht so wichtig.

Vielmehr ist der Film eine witzige Kriminalkomödie, die in ihrer Art an sogenannte Heist-/Caper-Filme erinnert wie die Oceans 11/12/13, zum Beispiel. Es gibt den Plan, der zuerst in wunderschöner Darstellung gezeigt wird, alles geht glatt. Und dann kommt die Realität, und alles geht schief.

Seien es nun die Banalitäten wie Shahbandars nudistische Einstellung, oder Deans unerwartete Kündigung, nur wenig geschieht so, wie es geplant war. Dennoch schaffen es die Coen-Brüder das zu erwartende Ende durch teilweise unerwartete Wendungen zu erreichen. Dabei kommt der Witz auch nicht zu kurz, der recht stark von Deans Würde getragen und ermöglicht wird.

Eine Zeitlang überlegte ich, ob Deans Nachfolger von Christoph Waltz gesprochen/gespielt wurde, aber leider nicht, nein. Dafür ist Alan Rickman als Lionel Shahbandar herrlich. Ich könnte dem Mann zuschauen, wie er sich Tee macht und würde kichern vor Freude…



Mir hat Gambit gut gefallen, schön witzig ohne zu protzen.

Titel: Gambit – Der Masterplan

Regie: Joel & Ethan Coen

Länge: 89 Minuten